Karies bei Kindern: Erkennen, Behandlung und Tipps zum Vorbeugen

Datum: 04. März 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

karies kinder
  • Karies ist bei Kleinkindern in Deutschland die häufigste chronische Krankheit. Etwa 15% der 0 bis 3-Jährigen sind davon betroffen.
  • Die häufigste Ursache für Karies bei Kindern sind zuckerhaltige Fertiggetränke.
  • Bei bestehenden Löchern ist eine Behandlung mit dem Bohrer unumgänglich. Um Karies zu vermeiden, sollten Sie unbedingt Zahnarzttermine in Anspruch nehmen.

Die Pflege der Zähne wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. So gibt es auch immer weniger Kinder und Jugendliche, die unter Karies leiden. Dies gilt jedoch leider nicht für die frühkindliche Karies bei Kindern unter drei Jahren. Doch wie entsteht diese Karies? Und wie kann sie behandelt werden?

In unserem Ratgeber bekommen Sie ausführliche Informationen rund um das Thema Karies bei Kindern. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Ursachen auf und erklären Ihnen, wie Sie die Zahnkaries bei Ihrem Kind erkennen können. Zuletzt geben wir Ihnen Tipps, wie Karies vermieden werden kann.

1. Etwa 15% aller Kinder leiden unter Karies

Zucker zerstört Zahnschmelz

Der Zahnschmelz von Kinderzähnen ist besonders anfällig im Hinblick auf Bakterien.

Karies ist eine Zahnerkrankung die vergleichsweise häufig auftritt. Durch Bakterien entstehen zunächst helle Flecken auf den Zähen, d.h. im Zahnschmelz. Werden diese nicht behandelt, gräbt sich die Karies immer weiter in den Zahn, bis sie am Zahnbein angelangt ist. Die Folge sind Zahnschmerzen und eine erhöhte Empfindlichkeit auf süße, kalte und heiße Speisen. Werden die Zähne nicht behandelt, geht die Karies auf das gesamte Gebiss über.

Die Zahl der Kariesfälle bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren stark gesunken. Das liegt natürlich vor allem daran, dass die Zahngesundheit eine wesentlich höhere Priorität hat als je zuvor. Laut Zahlen der Bundeszahnärztekammer sind heutzutage 81% der zwölfjährigen Kinder in Deutschland kariesfrei.

Anders sieht es jedoch leider bei Kleinkindern aus. Etwa 15% der Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren weisen frühkindlichen Karies auf. Diese kann sich bereits beim Durchbruch der ersten Milchzähne entwickeln. Damit ist Karies die häufigste chronische Krankheit bei Kleinkindern.

Kinderzähne sind außerdem besonders anfällig, da der Zahnschmelz noch nicht stabil genug ist. Dadurch haben Bakterien leichteres Spiel, sich im gesamten Mundraum auszubreiten.

Gesetzliche Krankenkassen sehen die erste zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung erst ab dem 30. Lebensmonat vor. Zu diesem Zeitpunkt weisen jedoch bereits viele Kinder eine frühkindliche Karies auf.

2.Die häufigste Ursache sind zuckerhaltige Getränke

Kind trinkt Limonade aus Nuckelflasche

Durch den Verzehr von zuckerhaltigen Getränken kann es trotz Putzen der Zähne zu Karies kommen.

Karies entsteht, wenn wir viele Lebensmittel zu uns nehmen, die reichlich Zucker enthalten. Der aufgenommene Zucker wird durch die Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zahnschmelz angreift und spröde macht.

Dass vor allem Kinder aus den Industrieländern unter Karies leiden, liegt daran, dass es immer mehr Getränke und Nahrungsmittel auf dem Markt gibt, die besonders viel Zucker enthalten. Dass sich trotz Putzen Löcher bilden, hängt damit zusammen, dass die Zähne einen Großteil des Tages von Wasser und Zucker umspült werden.

Die Ernährung spielt bei der Entwicklung von Karies eine bedeutende Rolle. Daher sollten Eltern darauf achten, dass sie ihrem Kind möglichst wenig Süßigkeiten, wie Gummibärchen oder Schokolade, anbieten.

Immer mehr Eltern gehen außerdem dazu über, süße Getränke in die Nuckelflaschen zu füllen. Häufig handelt es sich dabei um gesüßte Tees, Fruchtsäfte oder zuckerhaltige Milchnahrung. Dadurch, dass die Kinder daraufhin den ganzen Tag über immer wieder an der Flasche nuckeln, entsteht die sogenannte Nuckelflaschenkaries.

Dabei sind besonders die Schneidezähne gefährdet, da diese durch das Nuckeln besonders häufig in Kontakt mit den gesüßten Getränken kommen. Im Verlauf der Zeit breitet sich die Karies jedoch auch auf die weiteren Zähne aus.

Weitere Ursachen für die Entstehung von Karies sind:

  • Zahnbelag durch eine unzureichende Mundhygiene
  • eine verminderte Speichelflussmenge
  • Erkrankungen, die die Zähne und das Zahnfleisch anfälliger für Bakterien machen

3. Karies an den Zähnen erkennen und effektiv behandeln

Karies bei einem Kind erkennen

Karies macht sich zu Beginn durch helle, fast durchsichtige Stellen bemerkbar.

In vielen Fällen wird Karies von den Eltern nicht früh genug erkannt, sodass sie mit ihrem Kind erst dann zum Zahnarzt gehen, wenn die Karies schon sehr weit fortgeschritten ist. Im schlimmsten Fall müssen die Milchzähne dann komplett entfernt werden.

Doch wie können Eltern Karies bei Ihrem Kleinkind erkennen? Anfängliche Zahnbeläge sind zumeist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, sodass es Sinn macht, das Putzergebnis regelmäßig von einem Zahnarzt kontrollieren zu lassen. Im Anfangsstadium von Karies sind zunächst helle, weiße Flecken auf den Zähnen erkennbar. Diese werden mit der Zeit immer bräunlicher.

Gerade zu Beginn leiden Kinder mit Karies unter wenigen oder gar keinen Symptomen. Erst in einem späteren Stadium können beim Verzehr von kalten oder süßen Speisen Zahnschmerzen auftreten.

Die Kinderzähne müssen in jedem Fall von einem Zahnarzt behandelt werden. Ohne eine Behandlung können weitere Symptome, wie Schwierigkeiten beim Essen oder Sprechen, hinzukommen. Wenn nur der äußere Zahnschmelz betroffen ist, verwenden Zahnärzte lediglich speziellen Fluoridlack, um die betroffenen Stellen zu behandeln.

Weisen die Zähne bereits Löcher auf, muss das betroffene Zahngewebe mit einem Bohrer oder Laser entfernt werden. Daraufhin verschließt der Zahnarzt diese Löcher mit einer geeigneten Füllung. In schlimmeren Fällen kann es notwendig sein, den Schneide- oder Backenzahn zu entfernen.

Achtung: Viele Eltern sind der Meinung, dass es halb so schlimm ist, wenn ihre Kinder Karies haben, da die Milchzähne sowieso wieder ausfallen. Dies ist jedoch keineswegs richtig! Karies im Kleinkindalter hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit der bleibenden Zähne.

4. Karies durch effektive Zahnpflege vorbeugen

Die KAI-Methode

Die KAI-Methode ist eine Zahnputztechnik, die besonders für Kleinkinder geeignet ist. Dabei werden zunächst die Kauflächen (K), danach die Außenflächen (A) und zuletzt die Innenflächen (I) der Zähne mit kreisenden Bewegungen geputzt. Ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren sollten Sie Ihrem Kind jedoch die Bass-Technik beibringen.

Karies kann jedoch ganz einfach vorgebeugt werden. Da Kleinkinder und Kinder noch nicht selbst dafür sorgen können, ist es Aufgabe der Eltern, die tägliche Mundhygiene sicherzustellen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie Karies bei Ihrem Kind verhindern können:

  • Zähne täglich putzen: Sobald die ersten Zähne durchbrechen, sollten Sie diese einmal pro Tag mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen. Ab dem zweiten Geburtstag sollten Sie das Putzen auf zweimal täglich erweitern. Sobald bleibende Zähne kommen, darf der Fluoridgehalt höher sein (1.000 bis 1.500 ppm).
  • Zahnarztbesuche: Die erste Untersuchung sollte ab dem 6. Lebensmonat erfolgen. Um eine beginnende Karies auszuschließen, sind halbjährliche Kontrollen zu empfehlen.
  • Auf die Ernährung achten: Lassen Sie Ihren Säugling nur zu bestimmten Zeiten an der Flasche nuckeln. Am besten eignen sich ungesüßte Tees oder Wasser. Sobald Ihr Kind sitzen kann, sollte es lernen, aus dem Glas oder dem Becher statt aus der Nuckelflasche zu trinken.
  • Vor dem Zubettgehen auf Nahrung  und süße Getränke verzichten: In vielen Familien ist es üblich, dass die Kinder noch mit der Nuckelflasche ins Bett gehen. Wichtig ist jedoch, dass die Kinder nach dem Zähneputzen am Abend am besten nur noch Wasser trinken. So können Sie sicherstellen, dass sich der Speichel regenerieren kann.
  • Nur in Maßen naschen: Kinder lieben Süßes. Daher sollte ein gänzlicher Verzicht unbedingt vermieden werden. Stellen Sie jedoch Regeln für das Naschen auf. So sollte dies beispielsweise nur zu bestimmten Zeiten und nicht den ganzen Tag über erlaubt sein.

Die Förderung der Zahngesundheit bei Kindern schreitet immer weiter voran. So sollen gesetzliche Maßnahmen beispielsweise dazu beitragen, dass regelmäßige zahnärztliche Besuche in Kindergärten verpflichtend werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (23 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Verwandte Beiträge