Lese-Rechtschreib-Schwäche: Die Probleme bei Kindern erkennen

   
von Ralf-Ingo S. - letzte Aktualisierung:
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Ist eine Lese-Rechtschreib-Schwäche eine Legasthenie?

Nein, auch wenn die beiden Begriffe teils synonym verwendet werden, ist die Bedeutung nicht identisch. Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche lässt sich deutlich besser behandeln.

Wie kommt es zu einer Lese-Rechtschreib-Schwäche?

Es existieren viele Ursachen, die zu eine Schwäche im Lese-Rechtschreib-Bereich führen können. Vielfach sind die Gründe jedoch psychischer Natur.

Woran lässt sich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche erkennen?

Häufige Fehler in Diktaten sind nur ein Teilaspekt der Erkennung. Es können auch sprachliche Probleme, wie beispielsweise eine undeutliche Ausdrucksweise, auf das Vorliegen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche hindeuten.

Wenn Kinder vom Kindergarten in die Grundschule wechseln dürfen, ist die Freude meist riesig. Endlich sind die Kleinen nicht mehr ganz so klein und dürfen sich in vielen verschiedenen Fächern ausprobieren. Leider verfliegt anfängliche Freude jedoch oft schnell, wenn eine Lese-Rechtschreib-Schwäche vorliegt.

Wir erklären daher nicht nur, was sich dahinter verbirgt, sondern auch, welche Maßnahmen Kindern dabei helfen können, die Schwierigkeiten zu lösen.


1. Gibt es eine einheitliche Definition für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche?

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Nicht für jedes Kind ist es leicht, Buchstaben zu ordnen.

In der Literatur herrscht oftmals Verwirrung, denn die Begriffe Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung, LRS sowie Lese-Rechtschreib-Schwäche werden vielfach synonym verwendet. Tatsächlich handelt es sich bei einer Legasthenie, die auch als Lese-Rechtschreibstörung oder LRS bezeichnet wird, um eine Krankheit, der genetische Ursachen zugrunde liegen.

Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bezeichnet demgegenüber Schwierigkeiten von Schülern beim Lesen und Schreiben lernen. Im Gegensatz zur Legasthenie handelt es sich hier jedoch keineswegs um eine genetische Grundlage. Zusätzlich für Verwirrung sorgt der Umstand, dass eine Lese-Rechtschreibstörung unter der Abkürzung LRS geläufig ist. Die Lese-Rechtschreib-Schwäche lässt sich jedoch identisch abkürzen.

Tipp: Möchten Sie mehr über Legasthenie erfahren, so sehen Sie sich gern unseren entsprechenden Artikel an.

2. Ursachen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche: Wie entsteht das Problem?

Die Ursachen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche sind vielfältig und lassen sich nicht immer auf nur einen Aspekt zurückführen. Teilweise können also mehrere Punkte zusammentreffen, die erst aufgrund der Gesamtwirkung zu einer spürbaren Beeinträchtigung führen.

Die wichtigsten Ursachen finden Sie hier auf einen Blick:

  • psychische Gründe: Sowohl Probleme innerhalb der Familie als auch in der Schule können sehr belastend für die Psyche eines Kindes sein. In der Folge kommt es nicht selten dazu, dass Kinder weniger sprechen oder sich ansonsten stark zurückziehen, sodass die Entwicklung in einem (oder auch in mehreren) Bereichen beeinträchtigt wird.
Ist eine Lese-Rechtschreib-Schwäche eine Krankheit?

Auch wenn die Symptome durchaus ähnlich zur Legasthenie sind, sodass die Diagnose oft nicht leicht ist, handelt es sich bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche nicht um eine Krankheit.

    • Physische Gründe: Einige Kinder haben ein vermindertes Seh- oder Hörvermögen. Nicht immer fällt dies in Tests auf Anhieb auf. Teilweise haben Kinder auch bereits gelernt, diese Schwäche zu kompensieren, was jedoch nur in engen Grenzen gelingen kann. Bevor eine spezifische Lerntherapie starten kann, ist es daher umso wichtiger, in einer Diagnose körperliche Krankheiten auszuschließen.
  • Mangelnde Begabung: Trotz intensiver Förderung sind einige Kinder zu deutlich geringeren Leistungen fähig. Dies zeigt sich teils auch im Bereich des Schreibens und Lesens. In diesem Fall sind daher meist schlechtere Leistungen in mehreren Bereichen erkennbar, sodass ein gezielter Nachteilsausgleich nicht in Betracht kommt.
  • Falsche Lernmethoden: Einige Kinder lernen anders, sodass klassische Lernmethoden sich nicht eignen, um Buchstaben zu lernen oder aber Schreiben und Lesen lernen zu können.
  • Konzentrationsstörungen: Eine der häufigsten und bekanntesten Störungen in diesem Bereich ist ADHS. Es gibt jedoch auch viele Kinder, die zwar nicht unter ADHS leiden, sich jedoch in einem Grenzbereich bewegen und daher schnell unkonzentriert sind, sodass die Übungen in der Schule zu lang ausfallen.

3. Diagnose einer Lese-Rechtschreib-Schwäche: An welchen Symptomen lässt sie sich erkennen?

Die Symptome einer Lese-Rechtschreib-Schwäche sind sehr vielfältig. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, diese zu erkennen. Dabei kommt es vor allem auf die Phase an, in der der Test ansetzt. Generell sprechen folgende Symptome für das Vorliegen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche:

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Teils fällt die Aussprache sehr schlecht aus.

  • Mündliche Sprachprobleme: Viele Kinder, die unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leiden, lernen erst spät sprechen. Es häufen sich zudem Aussprachefehler, die die Sprache unverständlich klingen lassen. Teils stehen jedoch auch einzelne Artikulationsprobleme im Fokus der Aufmerksamkeit.
  • Probleme der phonologischen Bewusstheit: Gerade in diesem Bereich zeigen sich die Schwierigkeiten, wenn Kinder reimen oder aber bei anderen Übungen Wörter in einzelne Silben unterteilen sollen.
  • Graphomotorische Schwierigkeiten: Nicht nur Denkmuster, sondern auch die Feinmotorik kann Einfluss auf den Prozess des Schreibenlernens haben. Vielfach lässt sich dies an einer unsicheren oder aber fehlerhaften Stifthaltung erkennen.

Tipp: Eine sehr geringe Lesegeschwindigkeit sowie Verständnisprobleme bei Texten können ebenfalls einen Hinweis auf das Vorliegen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche liefern.

4. Wie sieht die Förderung bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche aus?

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Eine Lerntherapie ist der Schlüssel zum Umgang mit dem Problem.

Da sich sowohl die Ursachen für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche als auch die Symptome selbst teils deutlich unterscheiden, muss eine Lerntherapie an die jeweiligen Umstände angepasst sein. Besonders der Ursachenforschung kommt hier ein hoher Stellenwert zu.

Im Idealfall lassen sich die Ausgangsprobleme so beheben. Im Anschluss erfolgt dann die symptombezogene Lerntherapie, die darauf abzielt, Kindern ein besseres Verständnis für sprachliche Zusammenhänge zu vermitteln.

Da es sich, im Gegensatz zur Legasthenie, nicht um eine genetische Komponente handelt, die es Kindern deutlich schwerer macht, korrekt lesen und schreiben zu können, machen sich die Erfolge einer Lerntherapie bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche meist recht schnell bemerkbar.

Tipp: Durch die gezielte Hilfe wird es Kindern ermöglicht, die deutsche Sprache besser zu verstehen. Ganz automatisch wirkt sich dieser Effekt jedoch auch auf Englisch sowie das Abschneiden in vielen weiteren Fächern mit sprachlichem Bezug aus. Auch die reine Texterfassung, die selbst bei Textaufgaben in Mathematik nötig ist, verbessert sich.

5. Was können Eltern beim Auftreten einer Lese-Rechtschreib-Schwäche tun?

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Helfen Sie Ihrem Kind, selbstbewusst zu werden.

Besonders wichtig ist es, möglichst schnell auf ein bestehendes Problem zu reagieren und dieses nicht zu ignorieren. Im Fokus sollte daher zunächst die klare Diagnose stehen, die sich mit Hilfe eines Tests herausfinden lässt. Nutzen Sie daher gern unseren Text, um sich selbst ein Bild davon zu machen, ob Ihr Kind möglicherweise unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leiden könnte.

Sprechen Sie offen mit der Schulleitung über das Problem und fragen Sie gezielt nach Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs. So erhalten Kinder bei Klassenarbeiten beispielsweise mehr Zeit, um einen Text zu lesen. Zudem werden Rechtschreibfehler in Arbeiten nicht in gleichem Maße berücksichtigt, wie dies bei anderen Schülern der Fall ist.

Eine Lerntherapie ist in jedem Fall angeraten, um die Probleme schnell zu lösen, da sich diese ansonsten durch die komplette Schullaufbahn ziehen können.

Tipp: Unterstützen Sie Ihr Kind auch in psychischer Hinsicht, indem sie es positiv bestärken. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Lese-Rechtschreib-Schwäche nicht den gesamten Tagesablauf bestimmt. Über Hobbys oder Sport lassen sich auf andere Art und Weise Erfolgserlebnisse sammeln.

Nähere Informationen zur schulischen Förderung in NRW finden Sie an dieser Stelle auf der Website des Schulministeriums.

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