Kita nach Lernbereichen einrichten: 3 Tipps für die richtige Raumaufteilung

   
von Julie S. - letzte Aktualisierung:
erzieherin mit kindern am tisch
Was wird mit einer Aufteilung nach Lernbereichen bezweckt?

Mit einer Raumaufteilung, in der sich auf den jeweiligen Bildungsbereich fokussiert wird, sollen die Lernerfolge der Kinder und damit ihre Entwicklung unterstützt werden.

Welche Lernbereiche sollten bei der Einrichtung der Kita fokussiert werden?

Bereiche, in denen die Gestaltung der Räume eine wichtige Rolle spielen kann, sind vor allem Bewegung und Gesundheit, kognitive Fähigkeiten, die Musisch-Ästhetische Bildung sowie Natur und Umwelt.

Was sollte generell bei der Einrichtung der Kita beachtet werden?

Ganz allgemein gesehen sollte die Einrichtung natürlich auf die Bedürfnisse der Kinder ausgelegt sein. Sie sollten sich individuell und frei bewegen sowie beschäftigen können und das in einer angenehmen und gemütlichen Atmosphäre.

In der Pädagogik sind die verschiedenen Lern- bzw. Bildungsbereiche für Kinder im jungen Alter allseits bekannt. Viele Kitas erstellen Bildungspläne, nach dessen Inhalten die Kinder in unterschiedlichen Fähigkeiten aktiv gefördert werden sollen. 

Eine Aufteilung der Kita nach den speziellen Bildungsbereichen kann dabei unterstützend wirken. So bekommen die Kleinen die Möglichkeit, in einer optimal ausgestatteten Umgebung ohne viel Ablenkung die Bildungsziele zu erreichen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, worauf Sie bei der Gestaltung einzelner Bildungsbereiche Wert legen sollten und wie die Kita zu einem Ort wird, an dem sich Kinder bestmöglich entwickeln und entfalten können.

1. Was soll mit der Aufteilung nach Lernbereichen erreicht werden?

junge liest buch zwischen bücherregalen

Mit Ruhezonen haben Kinder einen Rückzugsort, an dem Sie sich fernab hoher Geräuschkulissen entspannen und beschäftigen können.

Ebenso wie die Lernbereiche selbst, erzielt auch die räumliche Aufteilung innerhalb der Kita die bestmögliche Förderung der Kinder. Sind aber viele Kinder auf einem Haufen, kann es schnell zu einer hohen Lautstärke kommen, die nicht nur für Erwachsene anstrengend werden kann. Auch für die Kleinen selbst stellt Lärm den stärksten Belastungsfaktor für ihre Gesundheit dar und macht Konzentration oder Entspannung oft unmöglich. 

Eine Aufteilung nach Lernbereichen kann dabei helfen, Rückzugsorte für ruhigere Übungen zu schaffen, in denen die Aufmerksamkeit der Kinder vollkommen auf diese Aufgaben gerichtet ist. Eine solche Raumaufteilung ermöglicht den Kindern, sich nicht von der Lautstärke, aber auch nicht von Gegenständen und anderen Dingen der Umgebung ablenken oder stören zu lassen. Ziel ist, durch die Schaffung von spezifischen Lernbereichen der Umsetzung der pädagogischen Konzepte Raum zu geben und die Entwicklung und Lernerfolge der Kinder bestmöglich zu fördern.

Bei den optimalen Räumlichkeiten einer Kita kommt es außerdem auch auf ein gesundes Raumklima und eine gute Raumakustik an. Die Voraussetzungen für die perfekte Kindertagesstätte beginnen also bereits bei dem Gebäudekonzept, das sich an einer bedarfsgerechten Bauweise orientiert.

Die frühkindliche Bildung spielt eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung eines jeden Menschen. In keinem anderen Lebensabschnitt lernen die Kleinen so viel, wie in diesen jungen Jahren und daher ist es umso wichtiger, ihre Lernumgebung optimal auf sie und ihre Bedürfnisse abzustimmen.

2. Diese 4 Lernbereiche und ihre Einrichtung sollten fokussiert werden

Als nächstes stellt sich die Frage, welche Bildungsbereiche es überhaupt gibt und was bei der Einrichtung dieser in der Kita beachtet werden sollte. In der nachfolgenden Tabelle erhalten Sie eine Übersicht über wichtige pädagogische Lernbereiche, bei denen eine passende Gestaltung dieser einen positiven Effekt auf die Entwicklung und den Lernerfolg der Kinder haben kann.

Bildungsbereich Ziele Tipps zur Gestaltung
Bewegung und Gesundheit Wahrnehmung der körperlichen Entwicklung und Auseinandersetzung mit Gesundheit, Förderung der körperlichen Geschicklichkeit und Motorik
  • Bewegungszonen für sportliche Spielformen schaffen
  • Geräte zur Bewegung im Freien und in der Halle anbieten
  • von Ruhezonen abgrenzen
Kognitive Fähigkeiten Wissensaneignung und Freude am Lernen, Konzentrationsförderung
  • von lauteren Zonen abgrenzen, bestenfalls isolieren
  • so wenig Material zur Ablenkung wie möglich bereitstellen
Musisch-Ästhetische Bildung  Ästhetische Wahrnehmungsfähigkeit erweitern und Verarbeitung von Empfindungen fördern
  • Bereich zum Basteln und Malen, in dem auch mal was daneben gehen darf
  • Zone zum Musizieren und Tanzen, abgegrenzt von Ruhezonen
Natur und Umwelt Kennenlernen der Eigenschaften natürlicher Formen und der Natur als Lebensraum für Tiere und Pflanzen 
  • möglichst grüner Außenbereich, z. B. mit Obstbäumen oder Gemüsebeet 
  • eventuell kommt eine artgerechte Kleintierhaltung in Frage

Neben den hier benannten Bereichen lassen sich noch weitere festhalten, für die nicht unbedingt eine spezifische Einrichtung benötigt wird. Bei dem Bereich mathematisches Grundverständnis zählt ebenso, dass die Kinder sich auf Übungen mit Zahlen konzentrieren können und nicht leicht abgelenkt werden, sodass sich auch hier eine ruhigere Zone anbietet, in der beispielsweise Spiele, die ein Zahlenverständnis fördern, bereitgestellt werden.

erzieher liest kindern etwas vor

Durch das Vorlesen oder gemeinsame Betrachten von und Sprechen über Bilderbücher kann die Sprachentwicklung gefördert werden.

Der Bereich emotionale und soziale Kompetenzen kann am besten in der Interaktion mit den Erziehern sowie mit anderen Kindern gefördert werden. Dabei spielt die Raumgestaltung eine weniger große Rolle, da die Interaktion in jedem Lernbereich stattfinden kann. Wichtiger ist, dass positive sowie negative Gefühle der Kinder ernst genommen werden, Konflikte gelöst werden und zu empathischem Verhalten ermutigt wird, um die Entwicklung eines positiven Körper- und Selbstwertgefühls und den Aufbau verlässlicher Bindungen zu unterstützen.

Ähnlich sieht es auch mit dem Bildungsbereich Sprache und Kommunikation aus: Um das Sprachverständnis und die Sprechfähigkeit der Kinder zu verbessern, ist die kommunikative Interaktion zwischen Kindern untereinander und Kind und Erzieher essenziell, die ebenfalls in jeder Zone der Kita vorkommen kann. Das kann beispielsweise durch Lese- und Erzählkreise, aber auch durch Lieder und Reime unterstützt werden, die den Wortschatz der Kinder vergrößern.

Grundsätzlich gilt für alle Bereiche, dass sie auf das jeweilige Ziel ausgerichtet und dementsprechend gestaltet sein sollen, um Ablenkungen und Unterbrechungen zu vermeiden und einen Raum zu schaffen, in dem sich die Kinder wohlfühlen, gerne dazulernen und ihrer Neugier nachgehen können.

3. Weitere Tipps und Planungshilfen zur Raumgestaltung

Ganz allgemein betrachtet ist es natürlich wichtig, bei der Raumgestaltung der Kita zu versuchen, die Räume durch die Augen der Kinder zu sehen und nachzuvollziehen, ob der jeweilige Bereich das ausstrahlt, was damit beabsichtigt wurde.

Tipp: Um wirklich ein Gefühl für die Sichtweise aus Kinderaugen zu bekommen, kann es helfen, sich selbst ganz klein zu machen, also beispielsweise in die Hocke gehen und den Raum von dort aus zu betrachten. Achten Sie darauf, dass alles gut zu sehen ist und Kinder auch selbstständig an Spiele oder andere (ungefährliche) Utensilien herankommen.

Durch Licht, Farben, Stoffe oder eine entsprechende Dekoration können Sie die Räume so gestalten, dass sie gezielt die Lernerfahrung unterstützen und gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre für das Kind schaffen. Die Materialien, die für den Bildungsbereich notwendig sind, sollten ansprechend präsentiert werden, sodass Kinder sich selbstständig und aus eigener Neugier mit ihnen beschäftigen wollen.

kleine kinder mit spielzeug in kindergarten

Damit sich die Kinder frei entfalten können, sollte Spielzeug für sie selbstständig erreichbar sein.

Grenzen Sie dabei verschiedene Bildungsbereiche klar voneinander ab und versuchen Sie das sofort ersichtliche Spiel- und Materialangebot auf das Wesentliche zu beschränken, damit eine Reizüberflutung bei den Kleinen vermieden wird. Sinnvoll ist es außerdem, die verschiedenen Bereiche Erziehern zuzuordnen, was nicht bedeutet, dass jeder Lernbereich immerzu überwacht werden muss, sondern, dass die Kleinen für jede Zone einen Ansprechpartner haben und der jeweilige Erzieher sich um die Ordnung und Materialien des Bereichs kümmert.

Abschließend bleibt noch einmal anzumerken, dass die wesentliche Bildungstätigkeit von Kindern das Spielen ist. Entsprechend sollten auch die Aufgaben zum Erreichen der Bildungsziele daran ausgerichtet sein und verknüpft damit eben auch die Raumaufteilung und -gestaltung der Kita.

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