Elternbefragungen tragen zur regelmäßigen Qualitätssicherung bei. Eindrücke von außen oder Informationen von Kindern an Ihre Eltern eröffnen meist neue Perspektiven.
Wie so oft im Leben gilt auch hier: Planung ist alles. Die Auswahl der richtigen Fragen ist von besonderer Bedeutung für die spätere Auswertung. Wir haben für Sie eine Vorlage für die Elternbefragung zusammengestellt.
Bei der Auswertung der Befragung gilt es in erster Linie Tendenzen für den Ausbau oder die Verbesserung bestimmter Bereiche und Abläufe festzustellen. Im Anschluss erfolgt die Umsetzung.
Um die Qualität in einer Kindertagesstätte überprüfen zu können, sind Elternbefragungen unerlässlich. So können Sie anhand der Bewertung Rückschlüsse auf die Entwicklung Ihrer Einrichtungen werfen. Viele Erzieher fragen sich jedoch, wie man eine Elternbefragung in der Kita gestalten kann und wie mit den Ergebnissen verfahren wird.
In unserem Beitrag erklären wir Ihnen zunächst, warum die Elternumfrage ein wichtiges Instrument in Hinblick auf die Arbeit in der Kita darstellt. Außerdem bekommen Sie einen Überblick darüber, wie Sie diese Befragung gestalten und mit den Ergebnissen umgehen können.

Die Elternarbeit stellt in der Konzeption einer Kindertagesstätte einen wichtigen Baustein dar. In diesem Dokument ist geregelt, inwiefern Eltern in die grundsätzliche Planung miteinbezogen werden. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, eine hohe Qualität der Einrichtung zu gewährleisten. Durch das Angebot, an einer Umfrage teilzunehmen, fühlen sich Eltern zudem ernst genommen.
Eltern, die ihre Kinder jeden Tag in die Kindertagesstätte bringen, möchten natürlich sichergehen, dass die Qualität der Einrichtung besonders hoch ist. Um die tägliche Kita Arbeit aktiv mitzugestalten, finden regelmäßig Elternabende und Elterngespräche statt. Auch der Elternbeirat trifft sich in regelmäßigen Abständen, um wichtige Angelegenheiten zu diskutieren.
Die wichtigste Aufgabe dieser Elternvertretung ist es, zwischen den Eltern und dem Kita-Team zu vermitteln.
Eine Elternbefragung bietet also die Möglichkeit, eigene Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen. Eltern können ihre subjektive Meinung äußern und die alltägliche Arbeit oder gezielte Projekte bewerten. Auf diese Weise kann das gesamte Team feststellen, wie zufrieden die Eltern mit der angewendeten Pädagogik sind.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um eine Elternumfrage durchzuführen. Die häufigste Form hat einen Fragebogen als Grundlage. Dieser bietet die Möglichkeit, verschiedene Inhalte abzufragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Aufwand für die Eltern sehr gering ist, da sie lediglich zutreffende Aussagen ankreuzen müssen.
Zunächst sollten Sie die Eltern in einem Elternbrief über die Durchführung einer Befragung informieren. Weisen Sie in diesem Brief darauf hin, dass die Teilnahme freiwillig ist und anonym erfolgt. Wichtig ist es außerdem, das Ziel der Elternbefragung herauszustellen.
In der Regel besteht ein Fragebogen zum größten Teil aus geschlossenen Fragen, bei denen die Eltern die zutreffende Antwort lediglich ankreuzen müssen. Am Ende sollten Sie jedoch die Möglichkeit bieten, in freier Form Kritik mitzuteilen oder Anregungen und Verbesserungswünsche mit auf den Weg zu geben. Stellen Sie jedoch nur Fragen zu den Inhalten, die Sie tatsächlich zu ändern bereit sind.
Obwohl die Kita-Gebühren vor allem ärmere Familien belastet, wären etwa 55% der Eltern bereit, noch höhere Beiträge zu zahlen, wenn dadurch die Qualität der Betreuung steigt. Zu diesem Ergebnis kommt die jährlich durchgeführte Elternbefragung der Bertelsmann Stiftung.
Die Bertelsmann Stiftung führt seit 2016 gemeinsam mit infratest dimap die bundesweite Elternbefragung „ElternZOOM“ durch. Laut den Ergebnissen spricht sich eine große Mehrheit der Eltern für bundesweite Qualitätsstandards aus, und rund die Hälfte wäre bereit, für bessere Kita-Qualität selbst mehr zu zahlen. Solche Befragungen zeigen: Eltern haben ein großes Interesse daran, die Qualität ihrer Einrichtung mitzugestalten. Genau hier setzt auch die Elternbefragung in der eigenen Kita an.
Im Folgenden bekommen Sie einen Überblick darüber, aus welchen Kategorien ein solcher Fragebogen bestehen kann. Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein Muster, welches sie individuell modifizieren können.
| Themenbereich | Beispielfragen |
|---|---|
| Allgemeines | Wie lief die Eingewöhnung? Geht Ihr Kind gerne in die Kita? Sind Sie mit den Öffnungszeiten zufrieden? |
| Pädagogische Arbeit | Wie empfinden Sie die Atmosphäre? Findet genügend Förderung statt? Gibt es ausreichend Projekte und Ausflüge? |
| Zusammenarbeit mit Eltern | Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit? Gibt es genug Gesprächsmöglichkeiten? Möchten Sie mehr mitwirken? |
| Einrichtung und Personal | Ist das Personal freundlich? Wie zufrieden sind Sie mit der Raumgestaltung? Wie ist die Bring- und Abholsituation? |
| Gesamtbewertung | Wie zufrieden sind Sie insgesamt? Was würden Sie gerne verändern oder verbessern? |
Um ein eindeutiges Ergebnis zu bekommen, sollten Sie möglichst viele differenzierte Antwortmöglichkeiten zur Wahl stellen. Bei einer Frage wie „Wie zufrieden sind Sie mit den Informationen über die Entwicklungsschritte Ihres Kindes?“ können Sie beispielsweise folgende Antworten anbieten: sehr zufrieden, zufrieden, weniger zufrieden, nicht zufrieden.
Achten Sie außerdem darauf, dass Sie darauf hinweisen, inwiefern Mehrfachbenennungen möglich sind.

Passen Sie das Muster zur Verwendung an Ihre Einrichtung an.

Die Auswertung ist ein sehr entscheidender Schritt in Bezug auf die Elternbefragungen in der Kita. Zählen Sie dazu die gegebenen Antworten zunächst zusammen. Dabei bietet es sich an, die Häufigkeit in Prozentwerten wiederzugeben. Eine entsprechende Excel-Liste können Sie im Eingangsbereich der Kita aufhängen oder auf der Internetseite zur Verfügung stellen.
An der Zufriedenheit der Eltern können Sie ganz schnell erkennen, ob grundlegende Änderungen oder Verbesserungen vorgenommen werden müssen. Kleinere Angelegenheiten können in der Regel ganz einfach in der täglichen Arbeit abgeändert werden. Bei umfassenderen Themen ist es sinnvoll, die Kritik der Eltern mit dem gesamten Team zu besprechen. Um den Eltern zu zeigen, dass Sie Kritik und Ideen annehmen, ist es wichtig, dass Sie Umstrukturierungen vornehmen, wenn dies von dem Großteil der Eltern gewünscht ist.
Tipp: Um die individuelle Entwicklung einzelner Kinder zu beobachten, bietet sich ein Portfolio oder ein sogenannter Beobachtungsbogen an. Mithilfe dieses Bogens können Sie alle Entwicklungsschritte dokumentieren, sodass Sie eine Grundlage für Elterngespräche haben. Hier können Sie diesen kostenlos herunterladen.
Da bei einer Elternbefragung personenbezogene Eindrücke erhoben werden, sollte sie datenschutzkonform gestaltet sein. Am einfachsten gelingt das durch eine vollständig anonyme Befragung: Verzichten Sie auf Namen und auf Angaben, die Rückschlüsse auf einzelne Familien zulassen.
Weisen Sie im Elternbrief ausdrücklich auf die Freiwilligkeit und Anonymität hin. Werden Fragebögen digital ausgewertet, sollten die Daten nur intern und nur so lange wie nötig gespeichert werden. Eine anonyme Erhebung erhöht zudem die Ehrlichkeit der Antworten und damit die Aussagekraft der Ergebnisse.
In der Regel ist eine jährliche Elternbefragung sinnvoll. So lassen sich Veränderungen über die Zeit erkennen, ohne dass die Eltern durch zu häufige Umfragen ermüden. Viele Einrichtungen führen die Befragung gegen Ende des Kita-Jahres durch, um Ergebnisse für die Planung des nächsten Jahres zu nutzen.
Eine anonyme Befragung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen. Anonymität erhöht die Ehrlichkeit der Antworten und schützt die Eltern. Zudem ist sie datenschutzrechtlich die einfachste Variante, da keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden.
Ein guter Fragebogen umfasst meist 15 bis 25 Fragen und ist in 10 bis 15 Minuten zu beantworten. Wird er zu lang, sinkt die Rücklaufquote. Konzentrieren Sie sich auf die Bereiche, in denen Sie tatsächlich Veränderungen vornehmen können.
Hilfreich sind ein klarer Hinweis auf den Nutzen, eine ausreichende Frist, Erinnerungen und eine niedrigschwellige Abgabe – etwa eine Sammelbox im Eingangsbereich. Auch eine digitale Variante kann die Teilnahme erleichtern. Eine Rücklaufquote von über 50 Prozent gilt bereits als gut.
Zählen Sie die Antworten der geschlossenen Fragen zusammen und geben Sie sie in Prozentwerten an. Offene Antworten werden thematisch gebündelt. Besprechen Sie die Ergebnisse im Team, leiten Sie konkrete Maßnahmen ab und kommunizieren Sie diese an die Eltern. Das zeigt, dass die Befragung ernst genommen wird.
Die Elternbefragung ist ein Baustein im größeren Feld des Qualitätsmanagements. Wer das Thema systematisch angehen möchte, etwa um Befragungsergebnisse in einen umfassenden Qualitätsprozess einzubetten, findet in der folgenden Fachliteratur fundierte Unterstützung.
Helena Bolewski u. a.: Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen
Dieses Buch führt verständlich in die Grundlagen ein und richtet sich an Kita-Leitungen, Träger und Qualitätsbeauftragte. Besonders passend zu diesem Artikel: Es behandelt alle Arbeitsschritte einer Elternbefragung, von der Planung über die Durchführung und Auswertung bis zur Interpretation und Präsentation der Ergebnisse. Damit ist es der ideale Begleiter, wenn Sie eine Befragung in einen echten Qualitätsprozess überführen wollen.
Rainer Strätz (Hrsg.): Das große Handbuch Qualitätsmanagement in der Kita
Mit über 750 Seiten ist dies das umfangreichste Standardwerk zum Thema. Es spannt den Bogen von den Rahmenbedingungen über die Rolle der einzelnen Akteure bis zum systematischen Beschwerdemanagement. Empfohlen für Kita-Leitungen, Fachberatungen und Träger, die das Qualitätsmanagement ihrer Einrichtung grundlegend und langfristig aufbauen möchten.
Heike Fink: Leitungswissen kompakt – Qualitätsmanagement in der Kita
Wer es knapper mag, findet hier Methoden und Impulse zur Qualitätssicherung und -entwicklung in komprimierter Form, aufbereitet von Praktikern. Eine gute Wahl für Leitungskräfte, die schnell umsetzbare Anregungen suchen, ohne sich durch ein umfangreiches Handbuch zu arbeiten.
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