Baby lässt sich nicht ablegen: Das können Sie tun, wenn Ihr Kind klammert

frau hält baby in arm
  • Manch ein Neugeborenes schläft nicht alleine ein oder lässt sich bereits ab der Geburt nicht mehr ablegen. Meist gelingen die Versuche, ein Neugeborenes abzulegen, nachts besser.
  • Einige Kinder weisen erst nach ein paar Monaten ein sehr starkes Nähebedürfnis auf, welches dazu führt, dass sich ein Baby nicht mehr ablegen lässt. In der Folge schläft das Baby entweder sehr unruhig oder gar nicht alleine.
  • Babys sind hilflos und daher permanent auf ihre Eltern angewiesen. Der sicherste Ort ist daher der Arm der eigenen Mutter bzw. des Vaters.

Für alle Eltern stellt es eine große Veränderung dar, wenn sie plötzlich für ein Kind sorgen müssen. Der veränderte Schlafrhythmus eines Babys, das schwierige Einschlafen sowie die häufigen Stillzeiten machen die ersten Monate nicht gerade einfach. Kommt es noch dazu, dass sich ein Baby nicht mehr ablegen lässt, wird es deutlich anstrengender. In unserem Artikel gehen wir darauf ein, was dahintersteckt, wenn sich ein Baby nicht mehr ablegen lässt und welche Möglichkeiten Sie haben, Ihr Baby zu beruhigen.

1. Manch ein Baby lässt sich nicht ablegen

Baby auf dem Arm der Mutter

Manche Kinder genießen die Nähe besonders.

Kommt ein Kind auf die Welt, ist es schutzlos der Umgebung ausgeliefert. Nach neun Monaten im Bauch der Mama brauchen Kinder daher Zeit, sich an die Außenwelt zu gewöhnen. Dass ein Baby unruhig schläft oder aber nicht allein einschlafen möchte, sind völlig normale Verhaltensweisen im Rahmen der Anpassung.

Bei einigen Kindern geht es jedoch nicht nur um die reinen Schlafphasen, sondern darum, dass sich ein Baby auch tagsüber nicht ablegen ist. Das Bedürfnis nach Liebe und Nähe ist extrem ausgeprägt, sodass Babys die Trennung besonders schwerfällt.

Generell gilt an dieser Stelle, dass Sie Geduld haben sollten, wenn ein Kind klammert. In aller Regel vergeht diese Phase nach einiger Zeit wieder und Ihr Kind gewöhnt sich daran, dass es auch ohne direkten Körperkontakt in Sicherheit ist.

Letztlich ist es der Urinstinkt eines jeden Babys, dass es schreit, sobald Sie es hinlegen möchten. Schließlich muss Ihr Kind davon ausgehen, dass Sie möglicherweise nicht zurückkommen.
Auch wenn dies für Sie selbstverständlich undenkbar scheint, ist dies für ein Baby noch längst keine Selbstverständlichkeit.

Tipp: Machen Sie sich immer wieder bewusst, wie groß die Veränderung für Ihr Baby ist, um besser damit zurechtzukommen, dass sich Ihr Baby nicht ablegen lässt.

2. Die Zeit entscheidet – jedes Kind ist anders

Auch wenn viele Eltern gerne von sich behaupten, dass sie die ultimative Lösung gefunden hätten, so ist jedes Kind ein Individuum. Die meisten Eltern, die das zweite oder dritte Kind haben, wissen, dass längst nicht alles bei ihrem nächsten Kind funktioniert, was beim ersten Kind noch so wunderbar geklappt hat.

mehrere Babys sitzen nebeneinander

Jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse.

Bleiben Sie also gelassen, wenn Ihr Baby sich in den ersten Wochen nach der Geburt nicht ablegen lässt und auch das Einschlafen Schwierigkeiten bereitet.
Dieser Prozess dauert bei einigen Kindern 3 oder 5 Monate. Andere Eltern berichten davon, dass ihr Kind bis zu 8 Monate besondere Schwierigkeiten hatte, abgelegt zu werden.

Besonders bei Kindern, die erst etwas später ein plötzliches Nähebedürfnis verspüren, kann dieser Prozess durchaus auch 11 Monate oder sogar länger dauern.

Machen Sie sich also am besten frei von strikten Fristen und Zeitvorgaben. Wichtig ist, dass Sie noch etwas Zeit für sich übrig haben. Versuchen Sie daher, Ihr Baby frühzeitig auch an andere Menschen in Ihrer Nähe zu gewöhnen, um nicht komplett auf sich selbst gestellt zu sein.

Schließlich sollte es jeder Mutter möglich sein, allein duschen zu gehen oder aber ungestört auf die Toilette gehen zu können. Bitte lassen Sie sich nicht von anderen Müttern verunsichern, die behaupten, dass ein Kind niemals schreien darf. Realistisch ist dieses Ziel keineswegs, auch wenn Sie es wirklich versuchen. Es ist völlig normal, dass ein Kind in den ersten Lebensmonaten eine besonders intensive Bindung zur Mutter aufbaut, da sie nicht nur Nähe und Wärme spendet, sondern gleichzeitig auch das Stillen übernimmt.

Tipp: Nehmen Sie Hilfe von außen an, wenn es möglich ist. Auch wenn es Ihnen anfangs schwerfallen mag, Ihr Kind loszulassen, sollten Sie sich und Ihr Kind schrittweise daran gewöhnen.

3. Was Sie tun können, wenn sich ein Baby nicht ablegen lässt

Baby schläft auf dem Bauch der Mutter

Verzweifeln Sie nicht.

Leider gibt es kein Allheilmittel, wenn ein Baby nicht alleine schläft oder Probleme mit dem Ablegen hat. Es existieren jedoch einige Hilfsmittel, die Ihnen das Leben erleichtern können.

Zum einen setzen die meisten Eltern auf ein Tragetuch. Achten Sie an dieser Stelle darauf, von Zeit zu Zeit die Seite zu wechseln und Ihr Kind, wenn es geht, auch einmal auf dem Rücken zu tragen.
So lassen sich die meisten Haushaltsaufgaben deutlich leichter erledigen und die Nähe zu Ihnen bleibt Ihrem Kind trotzdem erhalten.

Wenn ein Baby nur auf dem Arm schläft, ist es eine gute Idee, sich zunächst gemeinsam ins Bett zu legen, die Entfernung zu Ihrem Kind jedoch schrittweise zu vergrößern.

Einige Menschen sehen das Ablegen allerdings generell sehr kritisch. Eine solche Ansicht, die wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten möchten, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

4. Kurztipps, die das Ablegen ermöglichen, im Überblick

Ein paar weitere Ideen in Kurzform finden Sie in dieser Liste:

Baby schläft mit seinem Kuscheltier

Manchen Babys genügt der Geruch der Mama.

  • Pucken: Schläft ein Baby nur an der Brust ein, hilft es oftmals, die Bewegungsfreiheit der Arme und Beine durch das enge Einwickeln einzuschränken. Diese Förderung des Schlafverhaltens ist allerdings nicht ganz unumstritten.
    Zu den möglichen Problemen zählt laut einer aktuellen Studie ein erhöhtes Risiko für Hüftfehlstellungen.
  • Weißes Rauschen: Durch ähnliche Klänge, wie sie im Mutterleib herrschen, sollen Kinder sich besser entspannen können. Das direkte körperliche Nähebedürfnis ist so nicht mehr so stark ausgeprägt.
  • Kuscheltiere mit dem eigenen Geruch: Reiben Sie sich intensiv an einem Kuscheltier für Ihr Kind, damit Ihr Baby nachts ganz einfach Ihren Geruch einatmen kann, ohne dass Sie dafür direkt neben Ihrem Kind liegen müssen.
  • Federwiege: Mit einer Federwiege wippt ein Baby sanft hin und her. Ein ähnliches Bewegungsmuster tritt bereits in der Schwangerschaft auf, wenn Sie sich bewegen. So kann Ihr Kind diese Reize miteinander verknüpfen.
  • Spazieren: Im Kinderwagen beruhigen sich viele Kinder. Sie sind in der Nähe und es herrscht eine beruhigende Bewegung. Zudem fördert viel frische Luft am Tag den nächtlichen Schlaf.

Achtung: Sofern Ihr Kind schlecht auf dem Rücken liegen kann, kann die Osteopathie helfen. Oftmals machen sich Rückenprobleme dadurch bemerkbar, dass sich ein Kind nicht ablegen lässt oder aber schnell zu Weinen beginnt, wenn es auf dem Rücken liegt.

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