Haarausfall beim Kind: Das können Sie gegen den Haarverlust Ihres Kindes tun

Datum: 09. Januar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Kind mit Haarverlust
  • Die Ursachen für Haarausfall beim Kind sind unterschiedlich: Medikamente, Krankheiten, allergische Reaktionen, psychisches Probleme oder Fehlfunktionen, die bis zur Pubertät auch wieder verschwinden können, sind die häufigsten Gründe. Auch ein Mangel an Nährstoffen und Vitaminen kann den Haarverlust beim Kind begünstigen.
  • Die Schulmedizin empfiehlt häufig Kortisonpräparate, die Experten der Homöopathie setzen vornehmlich auf Massagen mit Ölen. Auch kann der Haarausfall beim Kind sich mit der Zeit selbst regulieren, wenn keine schwere Erkrankung dahinter steckt.

Erinnern Sie sich noch daran, als Ihr Kind auf die Welt kam? Vielleicht hatte es als Säugling eine Glatze, einen Flaum oder war gar behaart wie ein Monchichi? Alles denkbar. Alles ganz normal. Der Flaum kann vor dem eigentlichen Haarwuchs ausgehen und in der Regel wächst das Haar Ihres Kindes irgendwann von ganz allein. Im Alter von 2 Jahren haben die meisten Kinder eine wahre Haarpracht. Was aber, wenn älteren Kindern plötzlich und scheinbar ohne Grund oder Ursache die Haare ausgehen – beispielsweise bei einem 8-jährigem Kind? Aus Ihrer eigenen Zeit des Kinderwunsches kennen Sie den Haarausfall vielleicht noch. Auch wenn ein Kind plötzlich seine Haare verliert, sprechen Mediziner von Haarausfall beim Kind. Welcher Mangel dafür verantwortlich sein kann und, wie Sie Haarausfall stoppen können, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

1. Haarausfall beim Kind kann krankheitsbedingt sein oder, weil Sie das Kinderhaar falsch behandeln

Kind mit Haarverlust

Der Haarausfall beim Kind kann verschiedene Ursachen haben.

Die Fachbezeichnung für Haarausfall beim Kind heißt: Effluvium capillorum beim Kind.Es gibt zahlreiche Ursachen, die den Haarausfall beim Kind bedingen können. Zum einen kann Haarausfall die Folgeerscheinung einer Erkrankung oder bestimmter Medikamente sein. Auch ist es möglich, dass Haarausfall genetisch bedingt ist, eine allergische Reaktion auf einen äußeren Einfluss darstellt oder deswegen auftritt, weil sie das Haar Ihres Kindes falsch behandeln.

  • Mädchen können beispielsweise am sogenannten Traktionshaarausfall leiden, der dann auftritt, wenn das Haar nahezu ausschließlich (und nicht nur zum Sport oder im Sommer) zum Pferdeschwanz gebunden wurde. Den Traktionshaarausfall erkennen Sie daran, dass die Haare zunächst an der Seite des Kopfes und an der Stirn ausgehen.
  • Das Anagenhaar-Syndrom tritt vor allem bei Mädchen auf. In der Regel sind die Vier- bis Sechsjährigen blond und haben recht feines Haar. Farblos und glanzlos präsentiert sich das Haar auf dem Kopf, das sich zudem leicht ausziehen lässt. Mit der Pubertät sollte die Haarwurzeln allerdings so stark sein, dass die Haarfollikel fest verwurzelt sind.
  • Hauterkrankungen oder Infektionen können Haarausfall beim Kind bedingen. Lupus erythematodes oder Aplasia cutis congenita sind zwei typische Krankheitsbilder, die den Haarausfall beim Kind bedingen. Auch Lichen ruber follicularis und Epidermolysis bullosa wirken sich negativ auf den Haarwuchs aus.
  • Bemerken Sie ab dem dritten Lebensmonat bei Ihrem Kind Veränderungen an der Kopfhaut und mit Blick auf die Psychomotorik, kann dies ein Hinweis auf das Menkes-Syndrom sein. Das Haar gleicht der Konsistenz von Stahlwolle. Bambus-Haare sind hingegen eher ein Indiz für das Netherton-Syndrom.

2. Der typische kreisrunde Haarausfall tritt auch bei Kindern auf

Lange Zeit galt die Meinung, dass nur Frauen jenseits der 55 Jahre von der Alozepie (kreisrunder, plötzlicher Haarausfall) betroffen seien. Das stimmt aber mitnichten. Schätzungsweise leiden allein in Deutschland rund 400.000 Kinder unter eben dieser Form des Haarverlusts. Typisch ist ein plötzlicher Haarausfall und ein schubweises Auftreten der Krankheit. Zum Vergleich: Diffuser Haarausfall äußert sich durch lichter werdendes Haar auf dem gesamten Kopf.

Alozepie lässt sich in diese drei Arten des Haarausfalls unterteilen:

  • Bei der Alopecia areata circumscripta bilden sich auf der Kopfhaut kahle Stellen; auch die Wimpern und Augenbrauen fallen aus. Auch die Behaarung an anderen Körperstellen kann in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Bei der Alopecia areata totalis fehlt die Kopfbehaarung komplett.
  • Bei der Alopecia universalis hat Ihr Kind überhaupt keine Körperhaare mehr.

In den allermeisten Fällen setzt der Haarwuchs selbst ohne Therapie innerhalb eines Jahres wieder ein und die Haare wachsen vollständig nach, wobei es gelegentlich Rückfälle geben kann.
Unterstützend können Sie das Immunsystem stärken und kortisonhaltige Lösungen auftragen.

2.1. Beim kreisrunden Haarausfall hat Ihr Kind keine Beschwerden

Meist sind die Stellen, die vom kreisrunden Haarausfall betroffen sind, rund bis oval. Die Krankheit verläuft beschwerdefrei, nichts juckt oder schmerzt. Sie können eventuell leichte Wassereinlagerungen ertasten, an deren Rand oft noch letzte Haare zu erkennen sind. Wissenschaftler sind weiterhin auf der Suche nach der Ursache, gehen unter anderem von einer Autoimmunkrankheit oder einer genetischen Ursache aus. Weitere Vermutungen des Ursprungs sind chronische Infekte, die die Zähne sowie den Bereich der oberen Atemwege betreffen.

Auffällig ist, dass bei vielen Patienten die Lymphknoten anschwellen und sich ihre Zehennägel verändern. Außerdem leidet circa jeder fünfte Patient zusätzlich an einer allergischen Atemwegserkrankung. Interessant ist auch, dass Kinder mit Trisomie 21 (Down Syndrom) häufiger betroffen sind.

3. Spezialfall: Trichotillomantie. Diese Kinder reißen sich die Haare selbst aus

Kind mit psychischer erkrankung reißt sich Haare aus

Hat Ihr Kind Trichotillomantie, reißt es sich die Haare selbst aus. Das beeinträchtigt die Dichte des Haarwuchses.

Auch die psychische Verfassung (Stress, Angst, …) von Kindern kann eine Alozepie auslösen. Das zeigt sich mit Blick auf traumatisierte Kinder, die ebenfalls Haare verlieren.

So reißen sich zum Beispiel Kinder, die an Trichotillomantie leiden, Haare aus. Dieses zwanghafte Verhalten kann die Dichte des Haarwuchses stark beeinträchtigen. Man kann das gut dadurch erkennen, dass sich die betroffenen Stellen auf der Kopfhaut verteilen und nicht abgegrenzt sind.

Werden die Haare von Kindern selbst abgeschnitten, spricht man von einer Trichotemnomanie. Betroffene klagen dennoch über Haarausfall. In beiden Fällen wird der Kinderarzt eine geeignete Psychotherapie verschreiben.

4. Weitere Ursachen: Auch Pilze und Viren können Haarausfalle bedingen

Mitunter können auch Pilze oder Viren (sehr selten) für einen Haarausfall verantwortlich sein. In den meisten Fällen ist es ein Pilz namens Tinea Capitis. Er ist ungefährlich und kommt in ländlichen Gegenden häufiger vor als in der Stadt, denn er wird vornehmlich durch Tiere übertragen.

Die Symptome sind eine juckende, gerötete Kopfhaut und Schuppen. An befallenen Regionen brechen die Haare ab oder fallen komplett aus.
Therapiert wird der Pilzbefall meist lokal mit Fungiziden, oft unterstützt durch Tabletten.

Sorgen Sie für strikte Hygiene durch folgende Maßnahmen:

  • Gegenstände, die mit der erkrankten Kopfhaut in Berührung gekommen sind, sollten mit heißem Wasser abgewaschen werden.
  • Häufiges und gründliches Waschen der Hände ist selbstverständlich.
  • Ein separater Kamm (eine eigene Bürste) für jedes Familienmitglied verringert das Risiko, dass der Pilz weitergetragen wird.
  • Die Wäsche sollte bei mindestens 60 Grad Celsius in der Waschmaschine landen.

5. Kümmern Sie sich gut um die Haare Ihres Kindes: Ernährung und Pflege sind hier besonders wichtig

Hände pflegen Haare mit Vitaminmangel

Wer ständig einen Pferdeschwanz trägt, tut seinem Haar nichts Gutes. Ungesundes Essen ist ebenfalls Gift für die Haarpracht.

Für die Gesundheit des Haares können sie Einiges tun. Gesundes Haar braucht die entsprechenden Nährstoffe, die beiden Vitamine A sowie E sind dafür essenziell. Fastfood, Fertigprodukte und zu viel Zucker sollten Sie vom Ernährungsplan streichen bzw. reduzieren. Setzen Sie stattdessen auf frisches grünes Gemüse, gesunde Fette (Nüsse und Avocados) und Beeren. Diese Lebensmittel enthalten große Mengen der benötigten Vitamine. So beugen Sie einem Vitaminmangel vor.

Fragen Sie Ihren Kinderarzt nach einer geeigneten Therapie, wird er Ihnen vermutlich den Haarwuchs stimulierende Präparate verschreiben oder gar Kortisonsalben. Allerdings können diese Medikamente auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Alternativ können Sie auf Mittel oder Behandlungsmethoden aus der Homöopathie setzen. Die Massage der Kopfhaut mit ätherischen Ölen (Zedernholz, Lavendel, Thymian), Traubenkernöl oder Jojobaöl kann den Haarwuchs auf ganz natürliche Art und Weise begünstigen. Es gleicht den Mangel an Pflege aus.

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