Osteopathie für Kinder: Behandlungen der Kindesosteopathie

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Was ist Kinderosteopathie?

Die Kinderosteopathie ist eine ganzheitliche Methode, um Funktionsstörungen und Blockaden zu lösen, die zu körperlichen Beschwerden führen.

Worauf muss ich bei der Auswahl des Osteopathen achten?

Die Berufsbezeichnung Osteopath ist nicht geschützt, sodass sich beispielsweise Physiotherapeuten so nennen dürfen, wenn sie lediglich einen Wochenendkurs absolviert haben. Achten Sie daher auf die geschützte Bezeichnung „Diplomierter Osteopath“.

Bei welchen Krankheitsbildern kommt die Osteopathie für Kinder in Frage?

Die meisten Kinderärzte und Osteopathen empfehlen eine Behandlung bei Störungen im Bewegungsapparat, Verdauungsstörungen, neurologischen Auffälligkeiten sowie bei unerklärlichen Kopf- und Bauchschmerzen.

Wenn Kinder auf die Welt kommen, leiden sie manchmal unter Fehlstellungen, die auf die Lage in der Gebärmutter zurückzuführen sind. Diese können sich auf den ganzen Körper auswirken. In der Osteopathie für Kinder geht es darum, Blockaden zu lösen, um das Wohlbefinden wiederherzustellen.

Osteopathische Behandlungen können nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Babys und Kindern durchgeführt werden. Aber welche Beschwerden können gelindert werden und wie läuft die Behandlung bei einem Osteopathen ab?

1. Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode

Viele Ärzte und Osteopathen arbeiten heutzutage schon Hand in Hand. Einige Experten fordern sogar, dass sich jedes Baby nach der Geburt einer osteopathischen Begutachtung unterziehen sollte, um Funktionsstörungen direkt erkennen zu können.

Die Osteopathie gehört zum Bereich der Alternativmedizin und wurde vor über 140 Jahren von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still begründet.

Nach dem Tod seiner drei Kinder begann er, den Aufbau des Körpers zu analysieren. Dabei fand er heraus, dass alle Körperteile, wie beispielsweise Muskeln, Sehnen, Bänder und Nerven, zusammenhängen und daher eine ganzheitliche Therapie notwendig ist.

Der Begriff Osteopathie setzt sich aus den griechischen Wörtern osteon (Knochen) und pathos (Leiden) zusammen. Das Ziel aller Behandlungen ist es daher, Funktionsstörungen im Körper zu erkennen und diese daraufhin effektiv zu behandeln. Die Patienten werden in der Gesamtheit betrachtet, sodass die Osteopathie für Kinder eine ganzheitliche Form der Medizin ist.

Der behandelnde Osteopath setzt lediglich seine Hände ein, um Verspannungen und Blockaden zu lösen. Die gesamte Behandlung sollte völlig schmerzfrei sein. Statt lediglich Symptome zu behandeln, geht es vielmehr darum, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen.

Mittlerweile hat sich die Osteopathie bei Erwachsenen sowie bei Kindern weltweit als besonders sanfte Heilmethode etabliert.

Osteopathische Verfahren werden in der Regel in drei Bereiche unterteilt:

  • Parietale Osteopathie: Hierbei geht es um den gesamten Bewegungsapparat des Menschen. Mit verschiedenen Techniken können Funktionsstörungen der Muskeln, Gelenke, Knochen und Faszien behoben werden.
  • Viszerale Osteopathie: Dieser Bereich beschäftigt sich mit den inneren Organen. Der Osteopath kann durch wenige Handgriffe die Beweglichkeit der Organe verbessern.
  • Kraniale (kraniosakrale) Osteopathie: Die sogenannte Cranio-Sakral-Therapie ist ein Verfahren, bei welchem der Kopf, der Nacken, die Wirbelsäule, das Zwerchfell und das Becken im Vordergrund stehen. Durch leichten Druck mit den Fingern kann die Gewebespannung reduziert werden.

2. Osteopathische Behandlungen können Blockaden lösen

Suchen Sie mit Ihrem Kind eine Praxis für Osteopathie auf, führt der Osteopath zuerst ein Anamnesegespräch durch, um herauszufinden, welche Probleme im Fokus stehen. Durch Fragen bezüglich der Schwangerschaft und der Geburt kann der Osteopath herausfinden, wodurch die Beschwerden entstanden sein könnten.

Daraufhin findet eine erste Untersuchung statt. In dieser schaut sich der Osteopath das gesamte Gewebe an. Er ertastet, ob und inwiefern Blockaden zu finden sind. Mit den Händen drückt er die entsprechenden Stellen, um Blockaden zu lösen.

2.1. Haltungsschäden bei Säuglingen beheben

Baby in einer osteopathischen Behandlung

Durch sanften Druck mit den Händen können Osteopathen Blockaden lösen.

Ein Baby ist noch sehr empfindlich und sollte daher immer behutsam behandelt werden. In der Regel sind ausgebildete Osteopathen besonders sanft, sodass sie nur wenig Druck anwenden, um die Störungen zu beheben.

Jede Sitzung dauert etwa 30 bis 60 Minuten, wobei der Inhalt immer individuell auf die Leiden des jeweiligen Kindes angepasst wird. Bei einem Baby sind oftmals schon ein bis zwei Sitzungen ausreichend, um das Problem zu lösen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es häufig durch die Schwangerschaft und die Geburt zu Fehlstellungen und Dysfunktionen. Wenn Gefäße und Nerven eingeklemmt werden, kommt es häufig zu Koliken, Schlafstörungen oder Saugproblemen. Zudem fallen die Babys dadurch auf, dass sie aufgrund der Schmerzen vermehrt schreien.

Lassen Sie diese Fehlhaltungen und Dysfunktionen so früh wie möglich behandeln, damit diese nicht zu einer Verzögerung der Entwicklung Ihres Kindes führen.

2.2. Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen lindern

Während einige Babys gleich nach der Geburt mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben, treten diese bei anderen Kindern erst im Laufe der Zeit auf. Kleinkinder oder Schulkinder klagen oftmals über Migräne, Rückenschmerzen und Bauchschmerzen.

In den meisten Fällen können die behandelnden Ärzte keine Ursache für diese Beschwerden finden. Durch manuelle Techniken kann der Osteopath muskuläre Verspannungen lösen und die Beweglichkeit der inneren Organe verbessern. Bereits nach wenigen Sitzungen sind die meisten Kinder wesentlich ruhiger und ausgeglichener.

3. Osteopathie für Kinder – warum die Wahl des richtigen Arztes so wichtig ist

berufsbezeichnung osteopath

Professionelle Osteopathen haben eine fünfjährige Ausbildung absolviert.

Die Kinderosteopathie ist ein Bereich der Alternativmedizin, der durch Marketingmaßnahmen immer beliebter wird. Es gibt jedoch keine einheitliche Definition darüber, was Osteopathie oder Kinderosteopathie ist.

Hinzu kommt, dass die Behandlung und die Wirksamkeit wissenschaftlich bislang noch nicht erwiesen werden konnten. Es gibt jedoch einige Studien, die darauf hindeuten, dass osteopathische Behandlungen bei einigen Krankheitsbildern wirksam sind. Dies gilt vor allem für den Bereich der parietalen Anwendung. Viele Patienten haben zudem gute Erfahrungen mit dieser ganzheitlichen Therapieform gemacht.

Bei Osteopathen handelt es sich in der Regel um Ärzte, die eine Zusatzausbildung absolviert haben, um sich Osteopath nennen zu dürfen. Allerdings ist dies in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung, sodass sich beispielsweise auch Physiotherapeuten oder Heilpraktiker als Osteopath bezeichnen dürfen. Eine Heilpraktikererlaubnis ist die einzige Voraussetzung.

Achten Sie daher unbedingt darauf, dass der Osteopath die geschützte Bezeichnung „Diplomierter Osteopath“ besitzt. Die Deutschen Gesellschaft für Kinder-Osteopathie unterstützt Eltern bei der Suche nach einer geeigneten Praxis, in der sie ihr Kind behandeln lassen können. Hier können Sie Ihre Postleitzahl eingeben, woraufhin Ihnen geeignete Osteopathen in Ihrer Nähe aufgezeigt werden.

Weitere sinnvolle Anlaufstellen sind:

  • BVO – Bundesverband Osteopathie e.V.
  • Verband Wissenschaftlicher Osteopathen Deutschlands e.V.
  • VOD e.V. – Bundesvertretung der Osteopathen

4. Häufige Fragen und Antworten

haende mit geldscheinen

Die Kosten für eine osteopathische Behandlung müssen Sie in der Regel selbst tragen.

Welche Kosten kommen bei osteopathischen Behandlungen auf mich zu?

Eine Therapiestunde bei einem Osteopathen dauert in der Regel etwa 45 min. Es gibt ein Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker, in welchem die empfohlenen Höchstsätze festgehalten sind. Dieses ist jedoch nicht verpflichtend, sodass die Preise nur als Orientierung dienen können. Im Durchschnitt kostet eine Therapiesitzung etwa 80 bis 100 Euro.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Da die Wirksamkeit der osteopathischen Therapie bislang noch nicht eindeutig wissenschaftlich bewiesen werden konnte, zählt diese Behandlung nicht zu den Leistungen von gesetzlichen Krankenkassen. Bei einigen privaten Krankenkassen werden die Kosten jedoch teilweise oder sogar vollständig übernommen.

Kann die Osteopathie bei Säuglingen negative Folgen haben?

Um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen, sollten Sie bei Beschwerden Ihres Kindes immer zuerst den Kinderarzt aufsuchen. Dort können Sie besprechen, inwiefern eine osteopathische Behandlung sinnvoll ist.

Die größte Gefahr ist, dass Sie an einen Osteopathen geraten, der keine umfassende Ausbildung gemacht hat. Achten Sie daher, wie bereits erwähnt, unbedingt auf die geschützte Bezeichnung „Diplomierter Osteopath“.

5. Weiterführende Literatur zur Kinderosteopathie 

Baby-Nöte verstehen: Verblüffend einfache Alltagshilfen aus der osteopathischen Praxis
  • 120 Seiten - 11.06.2014 (Veröffentlichungsdatum) - TRIAS (Herausgeber)
Neuromotorisch fit: Kindernöte: Verblüffend einfache Hilfen aus der osteopathischen Praxis
  • 168 Seiten - 13.12.2017 (Veröffentlichungsdatum) - TRIAS (Herausgeber)
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