Erziehungspartnerschaft: So gelingt eine gute Zusammenarbeit von Eltern und Kita

Kind puzzelt
  • Eine Erziehungspartnerschaft kann nur dann funktionieren, wenn Eltern und Erzieher Vertrauen zueinander aufbauen.
  • Trotz unterschiedlicher Ansichten im Hinblick auf die Erziehung hilft eine Erziehungspartnerschaft dabei, dass sich die Kompetenzbereiche der Erzieher sowie die Kompetenzbereiche der Eltern ergänzen.
  • Sofern sich Eltern und Erzieher gegenseitig ergänzen, erhöht sich der pädagogische Wert für die Kinder um ein Vielfaches.

Wenn heute im Kindergarten von der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern die Rede ist, wird häufig nicht mehr von Elternarbeit gesprochen. Stattdessen fällt der Begriff der Erziehungspartnerschaft. In unserem Artikel klären wir die Begrifflichkeiten und zeigen Ihnen, warum der Austausch zwischen Eltern und Erzieher so wichtig ist.

1. Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft erfordert Vertrauen

Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern

Gemeinsame Ziele machen die Förderung leichter.

Die Entwicklung eines Kindes wird durch die Umwelt bestimmt. In früheren Zeiten übernahmen hauptsächlich die Eltern die Erziehungsaufgabe. Kinder verbrachten nur selten mehr als zwei oder drei Jahre im Kindergarten.

Inzwischen gehen jedoch immer mehr Kinder bereits mit zwei Jahren oder sogar noch früher in die Kita, sodass die Erziehungsaufgabe auch zunehmend von den Erziehern in der Einrichtung erfüllt wird. 
Umso wichtiger ist es also, dass Eltern und Erzieher an gemeinsamen Zielen arbeiten, um eine funktionierende Bildung- und Erziehungspartnerschaft zu ermöglichen.

Die wichtigste Voraussetzung besteht darin, sich gegenseitig zu akzeptieren und offen für einen Austausch zu bleiben. Der Umgang miteinander sollte also möglichst harmonisch verlaufen, damit sowohl Erzieher als auch Eltern die Möglichkeit bekommen, Vertrauen aufzubauen. 

Tipp: Nutzen Sie Möglichkeiten des Kontakts, unabhängig davon, ob Sie mit Eltern zusammenarbeiten oder aber als Elternteil die Gelegenheit erhalten, sich in die Arbeit in der Kita einzubringen.

2. Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern ist nicht immer leicht

Auch wenn es in der Theorie sehr einleuchtend klingt, dass Eltern und Erzieher miteinander zusammenarbeiten, so stellt sich dies insbesondere für Erzieher häufig als Problem dar. Jeder Erzieher kennt sich in den Bereichen der Bildung und Pädagogik bestens aus und bekommt es im Kindergarten, der Krippe oder später in der Schule mit sehr unterschiedlichen Eltern zu tun. Es gilt also, unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche zu berücksichtigen und zu versuchen, geeignete Formen der Zusammenarbeit zu finden.

2.1. Mangelnde Bildung der Eltern

Kita-Besuche bei niedriger Bildung wichtiger:

Besonders Kinder, bei denen die Förderung zu Hause relativ knapp ausfällt, profitieren enorm von einer frühzeitigen Aufnahme im Kindergarten. Mehr zum Zusammenhang zwischen Familienhintergrund und Kindergartenbesuchen können Sie hier nachlesen.

Insbesondere in sozialen Brennpunkten oder aber in Kindergärten, die von besonders vielen Kindern mit Migrationshintergrund besucht werden, kann es schnell zu Problemen in der Erziehungspartnerschaft kommen.

Die Kompetenzen des Personals der Kindertagesstätten sind in diesen Fällen oftmals deutlich höher. Mit ihren Ansichten und Erziehungsmethoden treffen sie bei vielen Familien daher auf taube Ohren.
Teils gestalten sich die Gespräche auch aufgrund der Sprachbarriere schwierig.

Nehmen Sie als Erzieher diese Herausforderung jedoch an, um Eltern etwas mit auf den Weg zu geben, auch wenn nicht alles davon umgesetzt werden wird. Sprechen Sie Eltern, bei denen Sie das Gefühl haben, dass die Erziehung zu Hause zu kurz kommt, offen an und versuchen Sie, Ihre Ziele zu erklären und so dafür zu sorgen, dass ein wenig mehr Verständnis entsteht.

Achtung: Falls Sie Anzeichen für Gewalt oder Vernachlässigung erkennen, zögern Sie nicht, Eltern direkt damit zu konfrontieren und ziehen Sie die Jugendhilfe hinzu. Nur so kann eine Gewaltprävention gelingen.

2.2. Zu hohe Erwartungen der Eltern

Schild von zwei Pfeilen in Richtung Erwartungen und Ergebnis

Nicht immer lassen sich die Erwartungen überengagierter Eltern erfüllen.

Leider macht auch das Gegenteil eine Erziehungspartnerschaft zur Herausforderung. Unterscheiden sich die Ziele der Erzieherin stark von den Zielen der Eltern, fällt es oftmals schwer, Vertrauen zueinander aufbauen zu können.

Hier gilt für beide Seiten die Devise, dass sowohl die Erziehung in der Kita als auch die Erziehung zu Hause ihre Berechtigung haben und wichtig sind. Da es im Rahmen der Pädagogik sehr viele verschiedene Variationen und Ansichten gibt, lassen sich diese fast nie gänzlich miteinander vereinen.

Grundsätzlich sind jedoch alle Erzieher Experten im Hinblick auf den pädagogischen Bereich. Auf der anderen Seite kennt niemand ein Kind besser als die eigenen Eltern. Versuchen Sie also, von gegenseitigen Informationen zu profitieren und sich das Leben zu erleichtern.

Tipp: Im Idealfall geht der Kontakt von den Erziehern im Kindergarten aus. Ist dies jedoch nicht der Fall, sollten Eltern nicht zögern, selbst den Kontakt zu suchen.

3. Erziehungspartnerschaft in der Praxis

Würfel mit Köpfen und und einer Glühbirne

In einer Erziehungspartnerschaft entstehen viele gute Ideen.

Es existieren viele verschiedene Möglichkeiten, inwieweit Eltern und Erzieher miteinander zusammenarbeiten können. In einigen Kindertagesstätten ist dies relativ ausgeprägt, während andere Kindergärten eher auf klassische Elternabende setzen, um Informationen zu teilen.

Hier besteht allerdings ein großer Unterschied zwischen Elternarbeit und Erziehungspartnerschaft. Im Bereich der Erziehungspartnerschaft sollen Eltern möglichst aktiv in die Arbeit im Kindergarten miteinbezogen werden.

Dies gelingt nicht nur durch regelmäßig stattfindende Entwicklungsgespräche oder Elternabende, sondern vor allem durch den direkten Kontakt beim Abholen und Bringen der Kinder.

Tauschen Sie sich also regelmäßig über die Entwicklung des Kindes aus. Erziehern kommt an dieser Stelle die Aufgabe zu, auch gezielt nachzufragen, welche Vorlieben ein Kind hat oder in welchen Bereichen es Schwierigkeiten gibt. Auf diese Art und Weise lassen sich schnell Diskrepanzen zwischen Zuhause und dem Kindergarten feststellen. Mit der richtigen Herangehensweise werden etwaige Probleme so frühzeitig erkannt und Kinder können sehr gezielt gefördert werden.

Eine Erziehungspartnerschaft lässt sich ebenso zwischen Tagesmutter und Eltern aufbauen. Wichtig ist allerdings, dass die jeweilige Bezugsperson möglichst nicht wechselt.

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  • Herausgeber: Verlag Herder
  • Auflage Nr. 2 (07.09.2010)
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

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