Pädagogische Grundhaltung von ErzieherInnen: Erklärung und Tipps

Erzieherin spielt mit kind
Warum sollte ich mir Gedanken über die pädagogische Grundhaltung machen?

Die grundlegende Einstellung entscheidet darüber, inwieweit die Arbeit im Kindergarten, der Kita oder auch in der Schule funktioniert.

Welche Punkte sind im Rahmen der pädagogischen Grundhaltung besonders wichtig?

Akzeptanz, Transparenz und Freude an der Arbeit mit Kindern sind entscheidende Faktoren, die einer guten Erziehung zugrunde liegen.

Ist es wichtig, die pädagogische Grundhaltung mit anderen abzusprechen?

Da im Leben von Kindern mehrere Bezugspersonen eine große Rolle spielen können, sollten sich diese über grundlegende Aspekte einig sein. Ansonsten kann es schnell zu Verwirrungen kommen, die das Kind in seiner Entwicklung negativ beeinflussen können.

Als pädagogische Grundhaltung eines Erziehers werden die allgemeinen Merkmale im Umgang mit Kindern bezeichnet. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufsgruppen umfasst die erzieherische Grundhaltung sehr viel mehr Mitgefühl und Einfühlungsvermögen.

Anhand kurzer Beispiele zeigen wir Ihnen, wie sich Erzieher im Kindergarten verhalten sollten und welches Verhalten unprofessionell wäre. Selbstverständlich gilt dies nicht nur für pädagogische Fachkräfte, sondern gleichermaßen für Eltern.

1. Eine positive pädagogische Grundhaltung erleichtert den Alltag

erzieherin spielzt mit freude mit zwei kleinen maedchen im kindergarten

Freundlichkeit und Spaß an der Arbeit ist eine notwendige Grundlage, um Kinder erfolgreich erziehen zu können.

Dass Erzieher und Lehrer sich gegenüber Kindern freundlich und zuvorkommend verhalten sollten, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dennoch ist es wichtig, sich gerade diese Eigenschaft immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, wenn es doch einmal etwas stressig wird und die Nerven blank liegen.

Offenheit, Freundlichkeit und Spaß an der Arbeit sind im Kindergarten von entscheidender Bedeutung, um allen Kindern gerecht zu werden. Dabei zählt vor allem die Akzeptanz von verschiedenen Verhaltensweisen. Jedes Kind ist einzigartig und verdient Zuwendung. Diese muss unabhängig davon sein, wie sich ein Kind verhält.

Die pädagogische Grundhaltung hält Sie selbstverständlich nicht davon ab, Kritik zu äußern, jedoch sollte diese stets sachbezogen sein und sich nicht auf die Persönlichkeit des einzelnen Kindes beziehen.

Durch einen offenen Umgang mit den eigenen Gefühlen ermöglichen Sie Kindern, Empathie zu zeigen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Sie Ihre schlechte Laune nicht verbergen sollte. Vielmehr sollten Sie Ihre Freude über ein bestimmtes Verhalten aktiv ausdrücken. Dies muss nicht immer durch Worte geschehen, sondern kann auch nonverbal durch Blicke und Gesten zum Ausdruck gebracht werden.

Tipp: Wer mit Freude zur Arbeit geht, erhält unglaublich viel zurück.

2. Die wichtigsten Punkte der pädagogischen Grundhaltung im Überblick

kinder halten die haende als team

Motivieren Sie die Kinder stets dazu, neue Dinge auszuprobieren

In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen die wichtigsten Kompetenzen für Erzieher und Erzieherinnen kurz vorstellen:

2.1. Akzeptanz

Dieser Bereich ist immer dann von besonderer Bedeutung, wenn ein nicht erklärbares, aber dennoch vorhandenes negatives Gefühl gegenüber einem Kind aufkommt. Versuchen Sie an dieser Stelle stets, objektiv das Verhalten zu bewerten und das Kind nicht aufgrund seiner nicht zu ihnen passenden Persönlichkeit anders zu behandeln. Springen Sie also über Ihren eigenen Schatten. Die Wertschätzung muss stets unabhängig von der mehr oder weniger vorhandenen Sympathie Bestand haben.

2.2. Empathie

Besonders bei kleinen Kindern ist es von essenzieller Bedeutung, dass Sie Gefühle erkennen und deuten können. Arbeiten Sie also daran, gezielt auf die Bedürfnisse einzelner Kinder einzugehen, wenn die Situation es erfordert.
Auf diese Weise lernen Kinder ganz automatisch, ebenfalls auf die Bedürfnisse und Wünsche anderer Kinder Rücksicht zu nehmen.

2.3. Transparenz und Glaubwürdigkeit

Seien Sie ehrlich gegenüber Kindern im Kindergarten oder der Schule. Eine pädagogische Haltung macht niemals Sinn, wenn sie nicht echt ist. Arbeiten Sie daher daran, Ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen und Kindern gegenüber offen zu agieren. Haben Kinder das Gefühl, Ihnen nicht trauen zu können, kann keine Bindung entstehen, welche die Basis einer guten Pädagogik bildet.

2.4. Motivation

Die pädagogische Grundhaltung sollte stets auf Aktivität ausgerichtet sein. Motivieren Sie die Kinder in den einzelnen Gruppen dazu, etwas auszuprobieren und setzen Sie stets neue Reize, um Kinder zu fordern und zu fördern.

Besonders wichtig im Bereich der Motivationsförderung ist es, zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation zu unterscheiden. Das Ziel muss darin liegen, dass Kinder aus inneren Beweggründen (der intrinsischen Motivation) einer Aufgabe nachgehen. Machen sie dies hingegen lediglich, um der Erzieherin zu gefallen, so ist der eigentliche Zweck nicht erfüllt.

2.5. Regeln und Strukturen

Neben Freude und Spaß ist es genauso wichtig, Kindern durch konkrete Regeln Sicherheit zu geben. Eine feste Ordnung sorgt dafür, dass Kinder sich sicher fühlen und innerhalb des festgesteckten Rahmens ihrer Neugier freien Lauf lassen können.

Arbeiten Sie, wenn Sie ein bestimmtes Verhalten unterbinden möchten, mit Ich-Botschaften, um Ihre eigenen Gefühle auszudrücken und Kinder nicht in eine Konfrontationssituation zu bringen.

Die wichtigsten Aspekte einer pädagogischen Grundhaltung finden Sie auch noch einmal kurz zusammengefasst in diesem YouTube-Video:

3. Partizipation als Teil der pädagogischen Grundhaltung

Inklusion als Herausforderung:

Passend zu einer offenen pädagogischen Grundhaltung finden Sie an dieser Stelle mehr über den speziellen Bereich der Inklusion.

Pädagogische Werte müssen nicht einseitig vermittelt werden. Vielmehr ist es möglich, innerhalb von Familien oder Gruppen im Kindergarten Regeln gemeinsam aufzustellen. Der Begriff der Partizipation beschreibt die Einbeziehung von Kindern in den Entscheidungsprozess.

Bei sehr kleinen Kindern ist es noch relativ schwer, die nötige Resonanz zu erhalten. Dennoch können selbst in diesem Fall kleinere Abstimmungen stattfinden, um erste demokratische Prozesse einzubinden.

Besonders hilfreich ist dabei die offene Kommunikation, die Kinder dazu ermuntert, sich aktiv am Gespräch zu beteiligen und ihre eigene Meinung einzubringen. Ganz nebenbei fördern Sie somit die sprachlichen Fähigkeiten.
Deutlich wichtiger ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass Kinder die Regeln des Zusammenlebens in einer Gruppe kennen- und schätzen lernen.

4. Pädagogische Konzepte absprechen

kita-team in einem meeting

Besprechen Sie pädagogische Konzepte sowohl mit Ihren Kollegen als auch mit den Eltern.

Sowohl Eltern als auch Erzieher sollten sich von Anfang an darauf verständigen, welche pädagogische Grundhaltung verfolgt wird. Unterscheidet sich diese beispielsweise innerhalb des Teams im Kindergarten, wird es schwer, sich auf gemeinsame Projekte zu einigen. Ebenso kompliziert gestaltet sich allerdings auch die Elternarbeit, sofern Eltern andere Ziele verfolgen als die geschulten Fachkräfte in der Kita.

Es gibt mehr als nur ein Fallbeispiel, bei dem Eltern in letzter Konsequenz Ihr Kind aus dem Kindergarten genommen haben, um Streitigkeiten mit dem Personal zu verhindern. Achten Sie also bereits im Vorfeld darauf, offen über das pädagogische Konzept zu sprechen und unterschiedliche Haltungen zu bestimmten Themen möglichst direkt anzugehen.

Für Erzieher gilt an dieser Stelle, dass weitestgehend auf Fachbegriffe verzichtet wird. Schließlich soll nicht der Eindruck entstehen, dass ein Über-Unterordnungsverhältnis besteht. Vielmehr liegt das Ziel in einer gleichberechtigten Erziehungspartnerschaft, von welcher sowohl die Eltern als auch die Kinder profitieren.

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