Erziehungsziele: Beispiele und Tipps für pädagogische Ziele von heute

Erziehungsziele
  • In der modernen Gesellschaft sind klassische Werte, wie ein fester Glaube, nur noch für wenige Menschen von Bedeutung.
  • Neben gutem Benehmen wird der Durchsetzungsfähigkeit im Rahmen der Erziehung heute wesentlich mehr Gewicht beigemessen.
  • Viele Eltern wünschen sich, dass ihr Kind tolerant und weltoffen ist, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden.

Es existieren zahlreiche verschiedene Erziehungsstile. Hinsichtlich der zu erreichenden Erziehungsziele ist sich ein Großteil der Bevölkerung allerdings ziemlich einig. Ehrlichkeit und Respekt, gefolgt von Verlässlichkeit und Selbstständigkeit sind laut der Ipsos Studie im Jahr 2018 besonders wichtig.
Höflichkeit und eine gute Bildung waren hingegen in einer Umfrage aus dem Jahr 2009 Ziele, die sich die meisten Eltern bei ihren Kindern wünschten.

Aber wie lassen sich wichtige Erziehungsziele erreichen? Ist es wichtig, frühzeitig Ziele zu formulieren?

In unserem Artikel beschäftigen wir uns mit den populärsten Erziehungszielen in Deutschland und erklären, welche Möglichkeiten Sie haben, um diese zu erreichen.

1. Die freie Persönlichkeitsentwicklung hat einen hohen Stellenwert

Kinder rennen ausgelassen

Freiheit bildet ein wichtiges Kriterium der modernen Erziehung.

Die heutige Erziehung unterscheidet sich maßgeblich von vergangener Pädagogik. Starre Regeln und autoritäre Erziehungsstile sind nicht mehr zeitgemäß und werden von den meisten Eltern abgelehnt.
Stattdessen steht die freie Entwicklung der eigenen Persönlichkeit im Mittelpunkt zahlreicher pädagogischer Ansätze.

Um selbstbewusst und offen in die Welt hinauszugehen müssen Kinder lernen, ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen und sich selbst etwas zutrauen. Dies gelingt besonders gut, indem Eltern ihrem Kind zahlreiche verschiedene Möglichkeiten geben, bei denen es sich ausprobieren kann.

Erzieher können bereits im Kindergarten beobachten, dass sich einige Kinder eher zurückziehen und mit Bauklötzchen spielen, während andere Kinder in der Kita musikalisches Interesse zeigen oder sportlich besonders aktiv sind.

Tipp: Zeigen Sie Ihrem Kind viele verschiedene Dinge, um Talente nicht zu übersehen und die Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

2. Erziehungsziele und Wege sie zu erreichen – mit diesen Tipps gelingt es

Kinder zu erziehen ist eine Wissenschaft für sich und sicherlich nicht etwas, was sich in wenigen Worten einfach erklären lässt.
Allerdings gibt es ein paar Grundregeln, die Ihnen dabei helfen können, bestimmte Zielsetzungen besser zu erreichen.

Generell gilt, dass Eltern stets mit gutem Beispiel vorangehen sollten. Sie können noch so viel reden und erklären; wenn Sie nicht entsprechend handeln, wird Ihr Kind nur wenig davon mitnehmen.

In den folgenden kurzen Abschnitten gehen wir auf wichtige Werte im Leben ein und zeigen Ihnen anhand von Beispielen, welche Möglichkeiten sich für das Erreichen anbieten.

Dass jedes Kind sich individuell entwickelt und sich Erziehungsziele auf ganz unterschiedliche Weise erreichen lassen, sehen Sie anschaulich in diesem YouTube-Video:

2.1. Ehrlichkeit – zum Glück auch heute noch eines der wichtigsten Erziehungsziele

Kind flüstert der Oma etwas ins Ohr

Vertrauen bildet die Grundlage einer ehrlichen Beziehung.

Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind Werte, die sich relativ schlecht vermitteln lassen. Nehmen Sie an dieser Stelle Ihre Vorbildfunktion innerhalb der Familie ernst und sprechen Sie nicht unangemessen über andere.
Bekommen Ihre Kinder mit, wie Sie zwar nett mit den Nachbarn reden, sich danach jedoch über sie aufregen, ist es sehr schwer für Kinder, zu beurteilen, wie wichtig Ehrlichkeit tatsächlich ist.

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass ehrliches Verhalten Vorteile hat und sich langfristig auszahlt.

Hat Ihr Kind beispielsweise gelogen, kommt jedoch anschließend zu Ihnen und erklärt Ihnen, dass es einen Fehler gemacht hat, verdient dies Lob und keine Kritik. Auch wenn es Ihnen in diesem Moment unter Umständen schwerfallen mag, den eigentlichen Regelverstoß hinzunehmen, lernt Ihr Kind so wesentlich besser, ehrlich zu Ihnen zu sein.

Stehen Sie zu eigenen Fehlern, um zu zeigen, dass diese jedem passieren können. Viel wichtiger ist der anschließende Umgang mit dem Fehler an sich.

2.2. Selbstständigkeit lernen – Hilfe ist nicht immer hilfreich

Kind steigt in den Bus

Ermuntern Sie Ihr Kind, etwas selbst zu versuchen.

Um selbstständig zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen, bedarf es einer gewissen Freiheit. Verzweifelt ein Kind an einer Aufgabe, greifen die meisten Eltern direkt ein, helfen ihrem Kind und zeigen ihm, wie die Aufgabe gelöst wird.
Was das Kind aus dieser Situation gelernt hat, ist allerdings nicht das, was aus elterlicher Sicht beabsichtigt war.

Dadurch lernen Kinder, dass ihre Eltern die Aufgabe im Zweifel selbst übernehmen, wenn diese zu schwierig ist. Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass Sie Ihrem Kind nicht helfen dürfen. Allerdings sollten Sie nicht gleich beim ersten oder zweiten Versuch zur Hilfe eilen und so die Eigenständigkeit unterdrücken.

Tipp: Selbstständigkeit zu lernen bedeutet für Eltern, Fehler bewusst zuzulassen. Nur so können Kinder lernen, es das nächste Mal besser zu machen.

Strikte Vorgaben und enge Regeln erschweren hingegen die Selbstständigkeit.

2.3. Durchsetzungsfähigkeit ist in der modernen Arbeitswelt ein Muss

Eine Gruppe Kinder

Team- und Durchsetzungsfähigkeit schließen sich nicht aus.

Bei dem Begriff der Durchsetzungsfähigkeit denken viele Menschen an Egoismus. Tatsächlich sind viele Egoisten relativ durchsetzungsstark. Sich selbst durchsetzen zu können, bedeutet indessen nicht, um jeden Preis den eigenen Vorteil zu verfolgen.

Vielmehr zeugt Durchsetzungsfähigkeit von einem gesunden Selbstbewusstsein, wodurch es möglich ist, die eigenen Interessen gegenüber anderen zu vertreten.

Achten Sie im Rahmen Ihrer Erziehung darauf, dass Ihr Kind seine Wünsche klar und deutlich äußert. Durch sogenannte Ich-Botschaften entwickeln Kinder ein Gespür dafür, was sich erreichen lässt. Ganz nebenbei schulen Sie das sprachliche Verständnis, da Kinder lernen, sich besser auszudrücken.

Schmettern Sie die kindlichen Ideen nicht gleich ab, sondern geben Sie Ihrem Kind stets die Gelegenheit, zu erklären, warum es dieses oder jenes gerne haben möchte.

Hinweis: Nicht alle Kinder sind gleich. Eher zurückhaltende Kinder setzen sich weniger oft durch. Wichtiger als die Häufigkeit des Durchsetzens ist hingegen die generelle Möglichkeit, sich selbstbewusst für etwas einzusetzen.

2.4. Sparen lernen – mit Taschengeld schrittweise zu mehr Eigenständigkeit

Viele junge Menschen sind bereits verschuldet. Damit dieses Schicksal Ihrem Kind erspart bleibt, lohnt es sich, frühzeitig ein Verständnis für Geld zu entwickeln.

Mit wöchentlichem und später monatlichem Taschengeld lernen Kinder, auf etwas hinzuarbeiten und sich aktuelle Wünsche nicht immer sofort erfüllen zu können.

Mehr zum Thema Taschengeld, dem idealen Alter sowie den Möglichkeiten, finden Sie in unserem separaten Artikel.

2.5. Ein aktives Leben führen

Paar hält ein Kind an den Händen in der Luft

Das Leben hat viel zu bieten.

Zeigen Sie Ihren Kindern, was es heißt, aktiv zu sein. Machen Sie gemeinsam Sport, unternehmen Sie etwas als Familie und kochen Sie gemeinsam.

Das Abendprogramm muss nicht auf der Couch stattfinden, auch wenn es manchmal durchaus seinen Reiz hat. Wer aktiv ist, sich nicht hängen lässt und versucht, viel Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, muss sich um die Gesundheit seiner Kinder kaum Sorgen machen.

Probieren Sie neue Dinge aus und lassen Sie Ihre Kinder daran teilhaben, egal wie alt sie sind. Ihre Kinder lernen so spielerisch, sich in vielen verschiedenen Situationen zurechtzufinden und sind nicht allzu schnell überfordert.

Achtung: Aktiv sein bedeutet nicht, keine Leerlaufphasen zuzulassen. Diese sind wichtig, um die eigene Persönlichkeit zu formen und sich bewusst zu machen, wie man die Zeit verbringen möchte.

3. Die eigenen Wertvorstellungen weitergeben

Der Bereich der Pädagogik entwickelt sich immer weiter. Eine Generation vorher waren noch andere Werte von größerer Bedeutung. Erziehung bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich immer an dem aktuellen Stand der Forschung orientieren müssen.

Halten Sie Ihre eigenen Werte in Ehren und geben Sie diese an Ihre Kinder weiter, sofern sie Ihnen wichtig sind. Vielleicht sind es genau diese Dinge, die in 10 oder 20 Jahren als Ideal im Rahmen der Kindererziehung angesehen werden.

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