Ausbildung in der Heilpädagogik: Ausbildungsmöglichkeiten, Gehalt und Karriere

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Welche Inhalte werden während der Heilpädagogik-Ausbildung vermittelt?

Der Inhalt ist vielseitig und umfasst sowohl medizinische und psychologische Kenntnisse als auch den Bereich der Sprache.

Wie läuft die Heilpädagogik-Ausbildung ab?

Sie können sich sowohl an einer Fachschule bewerben als auch ein Studium anstreben. Beide Möglichkeiten haben dabei ihre Berechtigung.

Wie sieht der Beruf eines Heilpädagogen in der Praxis aus?

Der Job ist sehr umfassend und erfordert ein exzellentes Einfühlungsvermögen. Ihre Aufgabe besteht primär darin, geeignete Therapieangebote zu erarbeiten und diese umzusetzen.
Dabei können Sie mit Menschen jeglichen Alters arbeiten.

Wer sich dazu entscheidet eine Ausbildung der Heilpädagogik zu machen, hat sich diesen Schritt meist sehr genau überlegt. Der Beruf ist sehr vielfältig und abwechslungsreich, jedoch auch eine große Herausforderung.

Wir zeigen Ihnen in unserem Artikel, welche Aufgaben Sie als Heilpädagoge erwarten, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um mit der Ausbildung beginnen zu können und inwieweit es möglich ist als Quereinsteiger zu arbeiten.

1. Die Aufgaben als Heilpädagoge

eine frau beschaeftigt sich bei ihrer arbeit als heilpaedagogin mit einem behinderten maedchen

Die Arbeit erfordert viel Empathie.

Der Beruf des Heilpädagogen setzt auf die intensive Förderung von Menschen mit einer Behinderung. In vielen Einrichtungen stehen Kinder im Fokus, allerdings muss sich die Arbeit keineswegs nur auf diese Art der Förderung beziehen.
Auch Erwachsene benötigen oftmals umfassende Hilfe in sehr vielen Lebensbereichen, sodass das Aufgabenfeld extrem viele Facetten aufweist.

Im Prinzip stellt Heilpädagogik eine Verbindung zwischen Medizin und Psychologie dar, bei der es stets darum geht, inwieweit einzelnen Personen oder aber einer Gruppe am besten geholfen werden kann.

Im Fokus stehen dabei vor allem die Stärken der einzelnen Menschen, die es zu fördern gilt. Dies kann auf sehr viele verschiedene Arten geschehen, sodass Sie im Bereich der Heilpädagogik relativ frei sind und auf diverse verschiedene Therapieansätze zurückgreifen können.

Diese Freiheit bringt jedoch auch eine hohe Verantwortung mit sich, die über einen regulären Job weit hinausgeht. Durch die enge Zusammenarbeit miteinander werden Heilpädagogen zu festen Bezugspersonen im Leben von Menschen mit unterschiedlichen Handicaps.
Diese Rolle gilt es vertrauensvoll auszufüllen.

Tipp: Auch wenn der Beruf sehr anstrengend werden kann, so kommt jeden Tag auch eine Menge zurück.

Wie Heilpädagogen ihre Arbeit selbst sehen und was den besonderen Job ansonsten noch so faszinierend macht, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

2. Die Heilpädagogik-Ausbildung – auf verschiedenen Wegen ans Ziel

Wenn Sie als staatlich anerkannte Heilpädagogin bzw. als staatlich anerkannter Heilpädagoge arbeiten möchten, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen.

Auf der einen Seite können Sie berufsbegleitend eine Weiterbildung in Erwägung ziehen oder aber auch ohne Vorkenntnisse ein Studium aufnehmen, welches Sie nach dem erfolgreichen Abschluss für die entsprechende Arbeit qualifiziert.

Als Quereinsteiger können Sie ebenfalls eine Heilpädagogik-Ausbildung absolvieren. Je nach vorheriger Tätigkeit kann die Ausbildungszeit so auf 1,5 Jahre verkürzt werden.

2.1. Die klassische Heilpädagogik-Ausbildung – der Umweg

ausbildung in der schule

Die Heilpädagogik-Ausbildung umfasst viele verschiedene Bereiche.

Möchten Sie sich berufsbegleitend weiterbilden, so besteht die Voraussetzung für die Ausbildung an der Fachschule darin, bereits eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen zu können. Entweder müssen Sie Erzieher bzw. Erzieherin oder aber Heilerziehungspfleger bzw. Heilerziehungspflegerin sein.
Ähnliche Berufsausbildungen können Sie ebenfalls qualifizieren. Am besten fragen Sie dies jedoch explizit an der entsprechenden Fachschule nach.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind nicht auf Vollzeit beschränkt. Sie können also auch in Teilzeit arbeiten, um während der Ausbildungsphase weiterhin Geld zu verdienen.

Für die schulische Heilpädagogik-Ausbildung erhalten Sie kein Gehalt, sodass es unter Umständen zu Problemen bei der Finanzierung kommen kann. Staatliche Schulen verzichten auf Schulgeld. Es können allerdings Gebühren für bestimmte Prüfungen bzw. für die einmalige Aufnahme anfallen.
Hinzu kommen die oftmals teuren Bücher, um den Lernstoff üben zu können.

Alternativ haben Sie Option, eine private Schule aufzusuchen. Achten Sie neben den höheren Kosten vor allem darauf, dass die Schule staatlich anerkannt ist, um Ihnen einen Abschluss zu ermöglichen.

Tipp: Ist das Geld ein Problem, so informieren Sie sich frühzeitig über die Förderungsmöglichkeiten. BAföG ist beispielsweise eine gute Option, um die Ausbildung finanzieren zu können.
Für besonders gute Schüler kommen auch Stipendien in Betracht.

2.2. Das Studium – so können Sie direkt als Heilpädagoge arbeiten

Neben der klassischen Ausbildung in einer Fachschule haben Sie die Möglichkeit, Heilpädagogik zu studieren. Das Studium können Sie dabei entweder in Vollzeit an einer klassischen Universität absolvieren oder Sie nutzen Sie Zeit abends bzw. am Wochenende, indem Sie sich im Rahmen eines Fernstudiums das nötige Wissen aneignen.

Teils ist auch ein duales Studium möglich. Da diese Plätze allerdings sehr begehrt sind, sollten Sie mit persönlicher Erfahrung, guten Noten in einer vorherigen Ausbildung bzw. im Abitur und einer hohen Sozialkompetenz zu überzeugen wissen.

Tipp: Oftmals sind Führungspositionen Absolventen der Hochschule vorbehalten. Der schnellere und direktere sowie langfristig eher lukrative Weg zum Heilpädagogen bzw. zur Heilpädagogin führt daher stets über das Studium.

3. Der Inhalt der Heilpädagogik-Ausbildung

Das Gehalt:

Als Heilpädagoge können Sie üblicherweise mit einem Einstiegsgehalt von knapp 3.000 Euro brutto im Monat rechnen. Sind Sie in einer öffentlichen Einrichtung angestellt, werden Sie zunächst in die Entgeltgruppe S 8 eingeordnet. Hier geht es direkt zur Gehaltstabelle des öffentlichen Dienstes.

Im Wesentlichen unterscheiden sich die Inhalte der Ausbildung und das Studium der Heilpädagogik kaum voneinander.

In beiden Bereichen werden Ihnen umfangreiche Kenntnisse in den folgenden Themenfeldern vermittelt:

  • medizinische Grundlagen
  • soziologische Grundlagen
  • Psychologie
  • Diagnostik
  • Kommunikation
  • Therapieformen

Im Fokus steht dabei, wie Sie bestimmte Verhaltensweisen erkennen und deuten können. Schließlich sollen Sie im Anschluss an Ihre Heilpädagogik-Ausbildung in der Lage sein, passende Therapieangebote zu erarbeiten, um den Kindern, Jugendlichen oder auch Erwachsenen bestmöglich helfen zu können.

Besonders wichtig sind dabei eine hohe sprachliche Begabung sowie der offene Umgang mit Menschen. Schüchternheit und Angst vor Fehlern machen es Ihnen hingegen sehr schwer, sodass Sie an diesen Bereichen frühzeitig arbeiten sollten.

4. Weiterführende Literatur zur Heilpädagogik

Grundlagen der Heilpädagogik und Inklusiven Pädagogik
  • 269 Seiten - 13.02.2017 (Veröffentlichungsdatum) - UTB GmbH (Herausgeber)


Heilpädagogik: Heilpädagogische Handlungskonzepte in der Praxis
  • 360 Seiten - 16.12.2014 (Veröffentlichungsdatum) - Lambertus (Herausgeber)

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