Die Ausbildung zur KinderpflegerIn: Voraussetzungen, Dauer und Ablauf

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  • Der Arbeitsalltag einer Kinderpflegerin / eines Kinderpflegers ist sehr abwechslungsreich. Im Gegensatz zu Erziehern arbeiten Sie häufig mit Babys oder Kleinkindern zusammen.
  • Die Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger sind ein Hauptschulabschluss und ein Gesundheitszeugnis. Es gibt jedoch weitere länderspezifische Bestimmungen.
  • Bei der Ausbildung zur KinderpflegerIn handelt sich um eine schulische Ausbildung, die je nach Bundesland zwei bis drei Jahre dauert. Das erste Gehalt bekommen Sie erst nach der Ausbildung bzw. im Anerkennungsjahr.

Sie mögen Kinder und haben Freude daran, diese in Ihrem Alltag zu begleiten? Dann ist die Ausbildung als KinderpflegerIn vielleicht genau das Richtige für Sie. Aber welche Aufgaben kommen als Kinderpfleger oder Kinderpflegerin auf Sie zu? Wie läuft die Ausbildung ab? Und mit welchem Gehalt können Sie bei diesem Beruf rechnen?

In diesem Ratgeber beantworten wir Ihnen alle Fragen rund um das Thema Ausbildung zum Kinderpfleger bzw zur Kinderpflegerin. Sie bekommen Informationen über die täglichen Aufgaben als KinderpflegerIn und den Ablauf der Ausbildung. Zusätzlich geben wir Ihnen einen Überblick darüber, wie viel Sie in diesem Job verdienen und inwiefern es Weiterbildungsmöglichkeiten gibt.

1. Die Aufgaben eines Kinderpflegers / einer Kinderpflegerin sind umfangreich

ErzieherIn vs. KinderpflegerIn

Diese beiden Berufe unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Ausbildung. Während die Ausbildungszeit von KinderpflegerInnen lediglich zwei bis drei Jahre beträgt, sind es bei ErzieherInnen in der Regel circa vier Jahre. Zudem ist das Gehalt einer Erzieherin oder eines Erziehers deutlich höher. Die Aufgaben sind jedoch in etwa die gleichen.

Kinderpfleger und KinderpflegerInnen, je nach Bundesland auch Sozialpädagogische Assistenten genannt, betreuen vor allem Babys und Kleinkinder. In einigen Fällen handelt es sich auch um Jugendliche oder um Kinder mit einer Behinderung. Als Kinderpfleger bzw. Kinderpflegerin arbeiten Sie in der Regel mit ErzieherInnen, Krankenpflegern und Pädagogen zusammen.

Je nach Einsatzort besteht Ihre Aufgabe vorwiegend darin, gemeinsam mit den Kindern zu spielen, Ihnen Essen zuzubereiten und sich um deren Pflege zu kümmern. Zusätzlich sind Sie dafür verantwortlich, organisatorische Dinge zu klären, wie beispielsweise Ausflüge zu planen.

Zusätzlich erledigen Sie Haushaltsaufgaben, wie beispielsweise das Waschen von Kleidung. Handelt es sich um kranke Kinder, gehört es außerdem zu Ihren Aufgaben, diese umfassend zu versorgen.

In folgenden sozialen Einrichtungen können Sie nach der Ausbildung zur Kinderpflegerin bzw. zum Kinderpfleger arbeiten:

  • Kindergärten und Kinderkrippen
  • Jugendzentren
  • Ganztagsschulen
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • ambulante Dienste
  • Kinderkliniken und -krankenhäuser
  • Privathaushalte

2. Voraussetzungen für die Ausbildung als Kinderpfleger/in

Kinderpflegerin malt lachend mit Kindern

Als KinderpflegerIn sollte Ihnen der tägliche Umgang mit Kindern viel Freude bereiten.

Um ein staatlich geprüfter Kinderpfleger zu werden, benötigen Sie hierzulande mindestens einen Hauptschulabschluss. In einigen Bundesländern kann es sogar vonnöten sein, Vorkenntnisse im hauswirtschaftlichen oder sozialpflegerischen Bereich nachzuweisen.

Eine weitere Voraussetzung ist in den meisten Bundesländern ein sogenanntes Gesundheitszeugnis. Dazu wird in einer Untersuchung geprüft, ob Sie sich gesundheitlich für diesen Beruf eignen. In Bundesländern, wie NRW oder Bayern, müssen Sie außerdem ein Führungszeugnis vorlegen.

Es gibt auch einige Schulfächer, die für die Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger besonders wichtig sind. Dazu zählen Kunst, Musik, Pädagogik, Gesundheitslehre und Biologie. Gute Noten in diesen Fächern sind daher immer sehr vorteilhaft.

Es gibt jedoch auch persönliche Eigenschaften, die Ihnen in diesem Job sehr hilfreich sein können.
Zu diesen zählen:

  • Geduld
  • Konfliktlösungsfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und Einsatzbereitschaft
  • Kreativität und Musikalität
  • psychische Stabilität

Gute KinderpflegerInnen zeichnet aus, dass er oder sie Spaß an der Betreuung von Menschen, insbesondere Kindern, hat. Zusätzlich sollten Sie ein Gespür dafür aufweisen, wie Sie Kinder individuell fördern und fordern können.

Eine Umschulung zur Kinderpflegerin / zum Kinderpfleger ist besonders für diejenigen geeignet, die gerne mit Kindern arbeiten und nach einiger Zeit ins Berufsleben zurückkehren möchten. Diese Umschulungen werden zumeist von privaten Bildungseinrichtungen angeboten.

Hinweis: Die Zugangsvoraussetzungen sind landesrechtlich geregelt. Schauen Sie daher unbedingt vorab nach, welche Bestimmungen für Ihr Bundesland gelten.

3. Die Ausbildungsdauer beträgt 2 bis 3 Jahre

Berufsschüler sitzen im Unterricht

Bei der Ausbildung zum Kinderpfleger/zur Kinderpflegerin verbringen Sie die meiste Zeit in der Berufsschule.

Bei der Ausbildung zur KinderpflegerIn handelt es sich um eine schulische Ausbildung. Das bedeutet, dass Sie die meiste Zeit in der Berufsfachschule bzw. im Berufskolleg verbringen. Natürlich gibt es auch immer wieder Praxisphasen, die zumeist aus mehrwöchigen Praktika bestehen.

Durch den Unterricht in der Berufsfachschule können Sie außerdem Zusatzkenntnisse erwerben, durch die Sie gleichzeitig den mittleren Schulabschluss oder sogar die Fachhochschulreife erlangen.

Grundsätzlich dauert die Ausbildung, je nach Bundesland, zwei bis drei Jahre. Sie können diese Ausbildung jedoch auch in Teilzeit absolvieren. Hierbei verlängert sich die Ausbildungszeit um einige Monate.

Wenn Sie sich für die Ausbildung zur Kinderpflegerin/zum Kinderpfleger bewerben möchten, sollten Sie auf eine aussagekräftige Bewerbung achten, die deutlich macht, warum Sie für diesen Job geeignet sind. Diese Bewerbung schicken Sie an die gewünschte Berufsschule. Anschließend folgen ein persönliches Gespräch sowie eine schriftliche Aufnahmeprüfung.

Die schulische Ausbildung besteht im Wesentlichen aus folgenden Inhalten:

  • Pädagogik und Psychologie
  • Kunst und Werken
  • Bewegungserziehung
  • Gesundheits- und Ernährungslehre
  • Hauswirtschaft

Hinzu kommen allgemeinbildende Fächer, wie Deutsch, Sozialkunde und Wirtschaftslehre. Die theoretischen und praktischen Inhalte werden stets so gut wie möglich miteinander verknüpft.

Um den Titel „staatlich geprüfter Kinderpfleger“ zu erhalten, müssen Sie an einer Abschlussprüfung teilnehmen, die je nach Bundesland sehr unterschiedlich aufgebaut sein kann. Grundsätzlich setzt sich die Prüfung aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil zusammen.

4. Der Verdienst hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab

Daumen hoch zu mehr Geld verdienen

Eine Gehaltserhöhung erreichen Sie durch Zusatzqualifikationen oder durch Weiterbildungen.

Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, wird Ihnen während der gesamten Ausbildungszeit kein Gehalt ausgezahlt. In manchen Bundesländern folgt auf die Ausbildung ein einjähriges Anerkennungsjahr, in welchem Sie im Schnitt etwa 1445 Euro brutto bekommen.

Viele Interessierte fragen sich jedoch, wie sie die Ausbildung ohne Gehalt finanzieren können. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie eine finanzielle Förderung erhalten. Weitere Informationen zum Thema BAföG bekommen Sie beim Bundesamt für Bildung und Forschung.

Nach der Ausbildung können Sie anfänglich mit einem Gehalt zwischen 1400 und 2000 Euro brutto rechnen. Die Höhe des Gehalts hängt jedoch auch sehr stark vom Bundesland und der jeweiligen Einrichtung ab. Natürlich erhöht sich das Gehalt nach einigen Jahren mit wachsender Berufserfahrung. Auch Zusatzqualifikationen sind entscheidend für die Verdiensthöhe.

Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2018 steigt die Zahl der Fachkräfte in der Kinderbetreuung jährlich an. Allerdings fordern viele Einrichtungen eine Ausbildung als Erzieher/in. Für Fachkräfte mit einer Ausbildung als KinderpflegerIn waren nur etwa 9% der Stellen ausgeschrieben.

Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, können Sie jedoch verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Eine Weiterbildung kann beispielsweise in folgende Bereiche erfolgen:

  • Fach- und Betriebswirt/in
  • Erzieher/in
  • Heilerziehungspfleger/in
  • Heilpädagoge/Heilpädagogin

Mit einer Aufstiegsweiterbildung können Sie Führungspositionen und somit eine wesentlich höhere Gehaltsstufe erreichen. Wenn Sie im Besitz der Hochschulreife sind, können Sie außerdem im Anschluss an die Ausbildung ein Studium beginnen. Studiengänge, wie Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaft, bieten sich in diesem Fall besonders an.

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