Einsatzorte von Erzieher*innen: Diese Jobmöglichkeiten bestehen

   
von Redaktion - letzte Aktualisierung:
Erzieher: Beruf und Karriere

Erzieher und Erzieherinnen verrichten nicht nur einen Job, der ihnen viel zurückgibt, sondern auch einen, der in der Gesellschaft immer wichtig war und sein wird. Die Betreuung von Kindern ist eine Kunst und eine Herausforderung – doch viele Menschen stellen sich dieser Aufgabe mit Leidenschaft und Verantwortung.

Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass Erzieher*innen nicht ausschließlich im Kindergarten oder der Kindertagesstätte ihren Platz finden. Es gibt zahlreiche Optionen, die jemand ergreifen kann, nachdem er eine Ausbildung in diesem Bereich abgeschlossen hat. Einige Möglichkeiten sollen an dieser Stelle vorgestellt werden, damit der Job als das gesehen wird, was er ist – extrem abwechslungsreich, anspruchsvoll und bewundernswert. 

Klassische Einsatzorte für Erzieher*innen 

Erzieher*innen kennen die meisten Menschen vor allem aus Kindergärten, Horten und Kindertagesstätten. Dort haben sie verschiedenste Aufgaben, auf die sie entweder vorbereitet sind – oder auch nicht. Denn der Alltag von Erzieher*innen wird niemals langweilig. Immer wieder müssen neue Kinder mit anderen Bedürfnissen betreut werden.

Worum kümmern sich Erzieher*innen in Kindergärten:

  • Kleidung wechseln
  • Frühstücken
  • Mittagsschlaf
  • Spiele spielen 
  • Lernaktivitäten
  • Regeln aufstellen und durchsetzen

Das sind einige der typischen Aufgaben, die von Erzieher*innen erwartet werden und die in der Ausbildung vermittelt werden. Doch die Realität sind oftmals anders aus. Kleine Verletzungen, Streits, Lernprobleme oder Appetitlosigkeit – die Anzahl der Dinge, die in Kitas und Horten nicht nach Plan verlaufen, kennt kein Ende. 

Welche Aufgaben Erzieher*innen unter Umständen zusätzlich noch übernehmen:

  • offenes Ohr für die Eltern
  • Kontakt zum Kinder- und Jugendschutz
  • Sprachübungen
  • Erkennen von Entwicklungsstörungen
  • Versorgung kleiner Wunden 
  • und mehr…

Deshalb ist auch nicht jeder für den Beruf als Erzieher*in geschaffen. Diejenigen, die sich für diesen Arbeitsbereich jedoch interessieren, müssen wissen, dass es außerhalb von Kindergärten und Horten noch andere Möglichkeiten gibt, Kindern und Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu helfen.

Schulische Einsatzorte für Erzieher*innen

Auch in Schulen werden Menschen eingesetzt, die eine Ausbildung in einem Erziehungsberuf durchlaufen haben. Hierbei sind speziell die Vorschulklassen und Ganztagsschulen zu nennen. Die Erzieher*innen übernehmen hierbei eine Mischung aus sozialer und schulischer Betreuung. Denn es geht nicht um die reine Vermittlung von Wissen, sondern auch darum, Normen und Arbeitsbelastungen vertraut zu machen. Somit sind gute Lehrer*innen in gewisser Weise auch immer Erzieher*innen – genauso wie Erzieher*innen viele Aufgaben haben, die auch Lehrer*innen bewältigen müssen. 

Eine weitere Möglichkeit der schulischen Betreuung sind Sozialarbeiter*innen und Vertrauenslehrer*innen. Da hierbei der soziale und empathische Aspekt wichtiger ist als der Leistungsaspekt, können Menschen mit einer erzieherischen Ausbildung meist glänzen. 

Einsatzmöglichkeiten für Erzieher*innen in der Kinder- und Jugendhilfe 

Der größte Bereich von Erzieher*innen-Jobs ist der, der eigentlich eine große Sammlung ist. Denn hier werden nicht nur die alltäglichen Aufgaben divers und anspruchsvoll, schon die Berufsbezeichnungen und Einsatzorte sind unglaublich zahlreich und flexibel.

So werden Erzieher*innen händeringend in der Kinder- und Jungendhilfe benötigt. Jugendämter und gemeinnützige Organisationen sind auf Menschen angewiesen, die den Umgang mit Kindern gelernt haben und sich um sie kümmern können – ganz besonders dann, wenn eine außergewöhnliche Situation entsteht. Tod der Eltern, Krankheit, häusliche Gewalt und andere Herausforderungen stellen die kleinen Mitmenschen vor enorme psychische Belastungen und Erzieher*innen sind hier besonders wichtig. 

Daher kommen sie auch in der Familien- und Jugendberatung zum Einsatz. Diese Beratungen können angeordnet oder aber freiwillig aufgesucht werden. Sind Kinder und Jugendliche in ihrem Verhalten auffällig, wissen Eltern oftmals nicht, wie sie damit umgehen sollen. Dieser Effekt wird durch eine starke Belastung der Eltern (z.B. durch Krankheit, Job oder schwierige Beziehungssituationen) nur noch verschlimmert, weshalb es mehr und mehr Beratungsangebote braucht. 

Auch Kinder- und Jugendheime setzen auf die Betreuung durch Erzieher*innen. Oftmals wird hier in Verbindung mit ausgebildeten Sozialarbeiter*innen eine Atmosphäre geschaffen, in der sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen sollen. Gleiches gilt für die Kinderkrankenstationen, auf den Erzieher*innen die kleinen Patienten beschäftigen, die das Krankenhaus länger nicht verlassen können. 

Einsatzmöglichkeiten für Erzieher*innen in Freizeiteinrichtungen

Neben den Ämtern, Organisationen und pädagogischen Einrichtungen, in denen Erzieher*innen hauptsächlich mit den größeren Herausforderungen der Kindererziehung zu tun haben, gibt es natürlich noch die Optionen, bei denen es hauptsächlich um Spaß geht. 

Im schulischen Umfeld können Erzieher*innen auch als Vertrauenslehrer und Sozialarbeiter fungieren.

Feriencamps, Sportvereine und Freizeiteinrichtungen sind der ideale Ort für Erzieher*innen, die mit großer Begeisterung in den Tag starten und immer neue Dinge ausprobieren wollen. Die Kinder und Jugendlichen sind meist aufgeregter und doch entspannter, da sie nicht zu viel stillsitzen müssen. Gute Erzieher*innen schaffen es, auch auf kreative Art zu lehren und zu erziehen, während die Kinder das Gefühl haben, einfach nur Spaß zu haben. 

Oftmals wird von Erzieher*innen und anderen Betreuer*innen hier leider ein hoher Idealismus erwartet, der sich auf die finanzielle Gegenleistung auswirkt. Ein gesichertes Einkommen beziehungsweise eine Festanstellung sind häufiger in den Bereichen Schule, Kita und Seelsorge zu finden. Für viele können aber die Aufgaben in einer Freizeiteinrichtung eine gute Ergänzung zum sonstigen Arbeitsalltag sein.

Fazit: Erzieher*innen haben viele mögliche Einsatzorte

Erzieher*innen wird es immer brauchen. Somit ist jeder, der sich für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheidet, auf einem guten Weg. Allerdings sollte nicht unterschätzt werden, dass die körperliche und psychische Belastung nicht für jeden Menschen das Richtige ist. Daher sollte sich jeder überlegen, ob es ein klassischer Job in der Kita werden soll oder ob man sich nicht doch eine Alternative sucht.

Denn so sehr man auch daran interessiert ist, junge Menschen zu formen und ihnen bei den kleinen und großen Problemen des Alltags zur Seite zu stehen, man darf auch als Erzieher*in hohe Ansprüche an den Arbeitsplatz haben – sei es in Sachen Gehalt, Arbeitsbedingungen oder Fortbildungsoptionen. Nur wenn man sich seines Wertes bewusst ist und bereit ist, im Notfall auch den Arbeitgeber zu wechseln, wird man dauerhaft zufrieden sein und sich für den richtigen Einsatzort entscheiden.

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