Staatlich anerkannte/r ErzieherIn: Begriffserklärung und Ausbildungswege

   
von Kirsten B. - letzte Aktualisierung:
Frau lächelt vor Kindern im Hintergrund
Was bedeutet „Staatlich anerkannte Erzieherin“?

Diese feststehende Berufsbezeichnung zeigt an, dass die Person die vom Land vorgeschriebene Ausbildung durchlaufen und die dazugehörigen Prüfungen erfolgreich absolviert hat

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Regeln, nach denen die Ausbildung stattfindet, sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Gibt es auch ErzieherInnen, die nicht staatlich anerkannt sind?

Ja, die gibt es. Allerdings dürfen sie bestimmte Stellen nicht ausfüllen und sie werden auch nicht nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt.

Als Staatlich anerkannter Erzieher oder Staatlich anerkannte Erzieherin können Sie deutschlandweit in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Ausbildung verläuft allerdings nicht einheitlich, da die Länder dafür zuständig sind. Hier erfahren Sie, was der Begriff genau bedeutet undwie Sie den Beruf erlernen können.

1. Das bedeutet der Begriff „Staatlich anerkannter Erzieher“

Ein Staatlich anerkannter Erzieher oder eine Staatlich anerkannte Erzieherin ist, wer eine vom Land vorgeschriebene Erzieherausbildung durchlaufen und die damit verbundenen Prüfungen absolviert hat. Somit ist er oder sie ist staatlich geprüft und anerkannt worden. Dafür gibt es allerdings unterschiedliche Wege. In diesem Video erklärt eine angehende Staatlich anerkannte Erzieherin, wie ihre Ausbildung abgelaufen ist:

2. So bekommen Sie die Anerkennung

Die richtige Schreibweise

„Staatlich anerkannte Erzieherin“ wird großgeschrieben, weil es sich um eine rechtlich geregelte Berufsbezeichnung handelt: Wer nicht staatlich geprüft wurde und die Anerkennung nicht hat, darf seinen Beruf nicht so bezeichnen.

Möchten Sie staatlich anerkannter Erzieher oder staatlich anerkannte Erzieherin werden, informieren Sie sich zunächst darüber, welche Voraussetzungen es in Ihrem Bundesland dafür gibt. In der Regel brauchen Sie als Abschluss die Mittlere Reife.

In anderen Fällen fordern die Schulen auch Erfahrungen mit pädagogischer Arbeit. Auch ein langes Praktikum in einer entsprechenden Einrichtung oder eine andere Ausbildung, beispielsweise als KinderpflegerIn, zählen zu möglichen Voraussetzungen. Was jeweils nötig ist, legt das Kultusministerium des Landes fest.

Sie bewerben sich bei der passenden Ausbildungsstätte – das kann eine Fachhochschule sein, eine Fachakademie, ein Berufskolleg oder eine Privatschule. Manchmal fordert die Schule auch ein Motivationsschreiben oder ein Empfehlungsschreiben. Einige von ihnen laden zu Bewerbungsgesprächen ein. Keine ist verpflichtet, Sie als SchülerIn zu akzeptieren. Sie benötigen für die Bewerbung ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest.

Tipp: Unter folgendem Link finden Sie einige Angebote für die Ausbildung als staatlich anerkannter Erzieher an verschiedenen Standorten. 

2.1. Der theoretische Teil macht den Großteil der Ausbildung aus

In den meisten Bundesländern durchlaufen Sie eine schulische Ausbildung, welcher häufig noch ein 1-2 monatiges Vorpraktikum vorgeschaltet ist. Die schulische Ausbildungen dauert in der Regel zwei Jahre, kann aber je nach ihren Voraussetzungen auf ein Jahr reduziert werden. In dieser Zeit lernen Sie

  • sozialpädagogische Grundlagen, Konzepte und Strategien
  • den Umgang mit kindgerechten Medien
  • Grundlagen der Gesundheit, der Sprachentwicklung und der musikalischen Erziehung
  • Förderung der kindlichen Kreativität
  • Umsetzung von Integration und Inklusion
  • Umgang mit Konfliktsituationen
  • Verhalten bei Gesprächen mit Eltern
  • Organisation und Dokumentation
  • rechtliche Besonderheiten

Der schulische Teil endet je nach Ausbildungsordnung mit schriftlichen, mündlichen oder praktischen Prüfungen. Die genaue Prüfungsform richtet sich nach dem Bundesland und der Ausbildungsstätte.

Tipp: Neben klassischen schulischen Modellen gibt es heute auch praxisintegrierte und berufsbegleitende Ausbildungsformen, bei denen Theorie und Praxis von Anfang an eng miteinander verbunden sind.

2.2. Nach der Theorie folgt das Anerkennungsjahr

Je nach Ausbildungsmodell absolvieren Sie während der Ausbildung längere Praxisphasen oder ein Berufspraktikum in einer geeigneten Einrichtung. In klassischen Ausbildungswegen gehört häufig ein Anerkennungsjahr oder Berufspraktikum dazu. In praxisintegrierten Modellen sind Theorie und Praxis dagegen über die gesamte Ausbildungszeit miteinander verzahnt.

Zu passenden Einrichtungen zählen zum Beispiel

  • Kindergarten
  • Kinderkrippe
  • Kita
  • Jugendherberge
  • Hort
  • Freizeiteinrichtung für Jugendarbeit

Achten Sie darauf, dass die entsprechende Einrichtung nicht zu weit von Ihrer Schule entfernt liegt: Auch während des Anerkennungsjahres haben Sie weiterhin Unterricht, wenn auch seltener. Dieser kann wöchentlich oder im Block angehalten werden.

Erzieherin mit Kindern am Tisch

Im Anerkannungsjahr arbeiten Sie mit Kindern zusammen in einer entsprechenden Einrichtung.

Im Anerkennungsjahr arbeiten Sie aktiv mit Kindern und Jugendlichen. Sie führen Projekte durch und kümmern sich um alle alltäglich anfallenden Aufgaben. Während des Jahres besuchen Sie Ihre Fachlehrer und bewerten Ihre Arbeit. Wie die Praxis bewertet wird und welche Abschlussleistung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Ausbildungsmodell ab.

3. Nicht jede/r ErzieherIn ist staatlich anerkannt

Es gibt ErzieherInnen, die lange und erfolgreich in ihrem Beruf tätig sind – ohne die vorgeschriebene Ausbildung und daher auch ohne staatliche Anerkennung. Diese zeigen oft nicht weniger berufliche Expertise als ihre staatlich anerkannten Kollegen.

Allerdings dürften sie den entsprechenden Titel nicht tragen und nicht als Erzieher in staatlichen Einrichtungen arbeiten. Zudem werden sie in den meisten Fällen schlechter bezahlt, weil für sie nicht der TVöD gilt.

4. Sie können auf verschiedenen Wegen Staatlich anerkannter Erzieher werden

Da ErzieherInnen gerade händeringend gesucht werden, sind die Berufsaussichten sehr gut. Vor allem seit der Kitaplatz-Garantie gibt es einen hohen Bedarf. Je nachdem, wo Sie leben, können Sie auch mit einer fachfremden Berufsausbildung eine Umschulung anstreben. Inzwischen gibt es in vielen Bundesländern unterschiedliche Zugangswege in den Beruf, darunter klassische Vollzeitausbildungen, praxisintegrierte Modelle, Teilzeitformen und zum Teil auch Wege für Quereinsteiger. Welche Möglichkeiten für Sie infrage kommen, richtet sich nach Ihrem Bundesland, Ihrer Vorbildung und der jeweiligen Schule.

junge Frau sitzt in Bibliothek vor Laptop

Die berufsbegleitende Ausbildung ist anstrengend, aber wenn Sie Staatlich anerkannte Erzieherin sind, stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen.

Statt der Vollzeitausbildung können Sie eine berufsbegleitende Ausbildung absolvieren. Hier verteilen sich die Schulstunden über die Abende und die Wochenenden, während Sie die Praxiserfahrung in Blöcken sammeln. Alternativ bietet sich auch ein Studium an, etwa in Sozialer Arbeit, Erziehungswissenschaften oder Sozialpädagogik. Damit empfehlen Sie sich auch für leitende Stellen in den entsprechenden Einrichtungen.

5. Darum lohnt es sich, Staatlich anerkannte Erzieherin zu werden

Wenn Sie gern mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, kann dieser Beruf sehr vielseitig und erfüllend sein. Die Ausbildungsvergütung hängt vom Modell ab. In vergüteten Ausbildungsabschnitten beziehungsweise praxisintegrierten Modellen liegt sie heute meist deutlich über den früher oft genannten 1.400 Euro. Die Bundesagentur für Arbeit nennt derzeit als Orientierung rund 1.416 Euro im ersten, 1.477 Euro im zweiten und 1.578 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Auch das Einstiegsgehalt nach dem Abschluss ist heute höher als in älteren Texten häufig angegeben. Im öffentlichen Dienst werden Erzieherinnen und Erzieher oft nach TVöD SuE S 8a eingruppiert. Dort liegt die Vergütung 2026 in der Eingangsstufe deutlich über 3.000 Euro brutto monatlich. Die genaue Höhe hängt von Stufe, Arbeitgeber und Tätigkeit ab.

Mit der staatlichen Anerkennung stehen Ihnen viele Einsatzbereiche offen. Außerdem können Sie sich später weiterqualifizieren, etwa durch Fortbildungen, Spezialisierungen oder ein Studium in Bereichen wie Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik oder Sonderpädagogik.

Tipp: Sie können als Staatlich anerkannter Erzieher beispielsweise Soziale Arbeit oder Sonderpädagogik studieren oder eine Weiterbildung zum Ergotherapeuten machen.

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