Wutausbrüche bei Kindern: Tipps, wie Sie die Wut in den Griff bekommen

Datum: 08. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

Wutausbrüche-bei-Kindern-Ratgeber
  • Wutausbrüche bei Kindern kommen vor allem während der sog. Trotzphase vor, also im Alter von etwa zwei bis vier oder fünf Jahren.
  • Mit konsequentem Handeln sowie gezielten Nachfragen lassen sich die Auswirkungen von Wutanfällen verbessern.
  • Die Wut der Kinder richtet sich oftmals gegen Kleinigkeiten. Nehmen Sie die Gefühle Ihres Kindes dennoch ernst und reden Sie offen darüber, warum Ihr Kind so emotional reagiert.

Wutausbrüche bei Kindern sind etwas völlig Normales. Keine Angst, Sie haben kein besonders aggressives Kind, nur weil es hin und wieder zu einem Wutanfall kommt. Allerdings muss jedes Kind über kurz oder lang lernen, mit starken Gefühlen zurechtzukommen.

Aber was sind die Ursachen für Wutanfälle bei Kindern? Welche Möglichkeiten gibt es, in der Situation richtig zu reagieren?

In unserem Artikel gehen wir den Ursachen von Wutausbrüchen bei Kindern auf den Grund und erklären, inwieweit sich das Verhalten der Kinder im Rahmen der Erziehung beeinflussen lässt.

1. Wut in der Trotzphase erfordert Durchhaltevermögen

wütendes Kind

Wutausbrüche bei Kindern äußern sich auf verschiedene Art und Weise.

Bei den meisten Kindern kommt es im Alter zwischen zwei und fünf Jahren zur Trotzphase. Bei 2-jährigen Kindern eskaliert die Situation meist in Sekundenbruchteilen. In einem Moment ist alles in Ordnung, in der nächsten Sekunde steht die Welt Kopf.

Für kleine Kinder sind starke Gefühle, wie Wut, etwas Neues, mit dem sie erst zurechtkommen müssen. Sie werden schier überwältigt von ihren eigenen Gefühlen und haben nur noch wenig Kontrolle.
Um solche plötzlichen Wutausbrüche bei Kindern in den Griff bekommen zu können, erfordert es viel Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld.

Der eigene Wille wird mit zunehmendem Alter stärker und dies erfordert zwangsläufig, zu versuchen, diesen auch durchzusetzen. Der Wutanfall eines Kindes ist dabei für Eltern meist völlig unberechtigt und nur selten nachvollziehbar.
Manchmal ist es der Lolli an der Supermarktkasse, den Mama oder Papa einfach nicht kaufen wollen. Es kann aber auch der Wunsch nach einem Erwachsenenglas sein, auch wenn das Kind noch nicht in der Lage ist, es richtig festzuhalten.

Häufig sind die Auslöser für vermeintlich unkontrollierte Wutausbrüche sogar noch kleiner, sodass es eine gehörige Portion Entspanntheit erfordert, diese zu akzeptieren und sich nicht darauf einzulassen.

Tipp: Mit etwa 5 Jahren endet die Trotzphase bei den meisten Kindern und das Leben wird wieder entspannter. Die Voraussetzung während dieser Zeit ist allerdings konsequentes Handeln nach den eigenen Vorgaben.

2. Wutausbrüche bei Kleinkindern sind ein Teil der Entwicklung

Auch wenn häufige Wutausbrüche bei Kindern für die gesamte Familie sehr belastend sein können, so hat dieses Verhalten der Kinder keinen bösen Hintergrund. Das Ziel während der Trotzphase besteht schlichtweg darin, den eigenen Willen zu bekommen. Dabei kommen 2-3 jährige Kinder auf unterschiedlichste Ideen, wie sie ihre Eltern zur Weißglut bringen können.

Konflikt zwischen Eltern und Kind

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben.

Der Wutanfall eines Kindes bedeutet keineswegs, dass Ihr Kind tatsächlich Zweifel an Ihnen hat. Machen Sie sich dies von Beginn an klar. So sind Sie deutlich besser in der Lage, Kränkungen zu ignorieren oder Ihr Kind im Anschluss an einen Wutausbruch in die Arme zu schließen.

Sicherlich müssen Sie nicht jedes Verhalten hinnehmen, Sie sollten allerdings in der Lage sein, Ihrem Kind zu zeigen, dass Sie es verstehen.
Nehmen Sie die Sorgen, Ängste und wutauslösenden Situationen ernst, auch wenn es sich dabei für Sie lediglich um Kleinigkeiten handelt.
Sie selbst haben im Laufe Ihrer Kindheit und Jugend auch lernen müssen, mit mehr oder weniger schwierigen Situationen umzugehen. Im Nachhinein stellt sich vieles, worüber wir uns in früheren Zeiten maßlos aufgeregt haben, als Nichtigkeit dar.

Der Weg, mit Stress und Wut umzugehen, ist Teil der sozialen Entwicklung. Zum Glück halten die Wutanfälle in der Regel für nicht mehr als ein paar Minuten an und im Anschluss ist die Welt für Kinder wieder in Ordnung.

3. Der Umgang mit einem Wutausbruch – so reagieren sie richtig

Einige Kinder neigen deutlich eher zu Wutanfällen als andere. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit denen Sie die Anzahl der Wutausbrüche reduzieren und die Intensität möglichst gering halten können.

klare Regeln

Bleiben Sie fair, aber ändern Sie Ihren Standpunkt nicht.

Konsequentes Handeln hilft dabei, dass sich Kinder möglichst schnell an klare Regeln gewöhnen. Eltern, die auf wiederholtes Nachfragen oder Schreien nachgeben, obwohl ihre Antwort vorher Nein lautete, machen sich selbst unglaubwürdig. Jedes Kind merkt sich die Situation und wird in Zukunft genau dieses Mittel einsetzen, um den eigenen Willen durchzusetzen.

Kinder möchten immer wieder Grenzen testen. Wer jedoch feste Regeln vereinbart, an die sich jedes Familienmitglied halten muss, wird sehr schnell feststellen, dass das Ausreizen der Grenzfälle stetig weniger wird.
Ein klar geregelter Tagesablauf sorgt dafür, dass Ihr Kind sich daran gewöhnen kann. Wenn eine feste Zubettgehzeit nach einem bestimmten Ritual vereinbart ist, bleiben lästige Diskussionen über ein längeres Aufbleiben mit der Zeit aus.

Kommt es dennoch zu einem Wutanfall, können Sie auf zweierlei Arten regieren. Eine Möglichkeit ist Ablenkung. Dies funktioniert jedoch nur ganz am Anfang einer drohenden Eskalation und in der Regel eher bei kleineren Kindern.

Eine andere Option ist es, Kindern einen Kanal für ihre Wut zur Verfügung zu stellen. Geben Sie Ihrem Kind einen Ball, den es vor die Wand werfen darf, eine Trommel, um wild darauf zu schlagen oder die Möglichkeit, im Garten zu rennen.
Mit diesen Mitteln lässt sich ein Wutausbruch bei Kindern deutlich abkürzen und es kommt weniger schnell zur direkten Konfrontation mit Ihnen.

4. Das Kind wird älter und die Wut bleibt

Gewaltprävention:

Das Nordwestdeutsche Präventionsforum bietet eine gezielte Förderung im Bereich der sozial-emotionalen Entwicklung an. Dieses Angebot richtet sich dabei sowohl an Kindergärten als auch an Schulen.

Auch wenn die Trotzphase im Alter von etwa 4 bis 5 Jahren endet, tritt aggressives Verhalten bei Kindern auch später noch auf.
Aktives Zuhören und intensives Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse sind Möglichkeiten, damit ein aggressives Kind weniger wütend ist.

Ist ein Kind jedoch aggressiv gegen die eigene Mutter oder gegenüber anderen Kindern, gilt es, dieses Verhalten genau zu beobachten. Tritte, Schläge oder das Werfen mit Sachen sind Verhaltensweisen, die schlichtweg nicht geduldet werden können.
Häufig stellt das Kind bei so intensiven Wutausbrüchen eine Gefahr für die eigene sowie die Gesundheit anderer dar.

aggressives Kind

Aggressionen brauchen ein sinnvolles Ventil.

Treten solche Wutanfälle bei Schulkindern öfter auf, kann der Besuch eines Kindertherapeuten ratsam sein. Insbesondere ADHS bei Kindern ist ein großes Problem, welches häufig verkannt wird.

ADHS-Kinder sind vielfach von der Umgebung überfordert und reagieren aus diesem Grund aggressiv gegenüber ihrer Umwelt. Mit Ruhe, Gelassenheit und einer intensiven Therapie lassen sich die Wutausbrüche bei Kindern jedoch relativ gut behandeln.

Hier finden Sie einige Verhaltensweisen, die möglicherweise darauf hindeuten, dass ein Kind ADHS hat:

  • das Kind ist sehr unruhig
  • es kommt häufig zum Streit
  • in neuen Gruppen wird das Kind schnell zum Außenseiter
  • es erfolgt ein häufiger Wechsel der jeweiligen Aufgabe
  • die Frustrationstoleranz ist extrem niedrig

Nähere Informationen über ADHS bei Kindern finden Sie in diesem Video:

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