Mumps bei Kindern: Was bei der Kinderkrankheit hilft

Kinder mit Mumps
  • Per Definition ist Mumps eine Viruserkrankung. Der Erreger kann sich mindestens eine Woche unbemerkt fortbewegen, bevor Ihr Kind typische Symptome von Mumps zeigt (Stichwort: Inkubationszeit).
  • Mumps bei Kindern kann sich schnell verbreiten, denn die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Eingedämmt werden kann diese Kinderkrankheit vor allem durch die empfohlene Impfung.
  • Auf die Frage „wie oft impfen“ gibt das Robert Koch Institut einen eindeutigen Rat: zwei Impfungen zählen zur Grundimmunisierung, eine dient als Auffrischung.

Die Viruserkrankung Mumps bringt vor allem Schmerzen und Fieber mit sich und setzt ihr Kind sicherlich für einige Tage schachmatt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie effektiv ein Impfschutz ist und wann der beste Zeitpunkt für die Impfung ist. Und auch, welche Anzeichen es für Mumps bei Kindern gibt und was Sie tun können, falls Ihr Kind erkrankt, erklären wir Ihnen im Folgenden.

1. Die Viruserkrankung Mumps: Kinder können den Virus unbemerkt weitertragen

Der Mumps-Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt: Allein durch Sprechen, Niesen oder Husten kann der Mumps-Virus von einem Kind zum anderen Kind wandern. Auch Spielsachen, die beispielsweise vom Baby oder Kleinkind angeknabbert wurden, werden zum Träger des Virus – und zwar in Form von infiziertem Speichel. Auch der Urin ist Träger der Mumps-Viren.

Die Inkubationszeit für Mumps? Kinder sind eine Woche vor dem Ausbruch der Krankheit und zwei Wochen danach ansteckend. Gefährlich ist nicht etwa die Zeit nach dem Ausbruch der Krankheit, sondern die Zeit davor, in der ein krankes Kind zum Überträger der Krankheit werden kann – ohne, dass dies oder gar eine weitere Ansteckung bemerkt wird.

2. Erste Anzeichen von Mumps: Kinder haben Schmerzen im Bereich von Kopf und Ohren

Mumps beim Kind

Eine erhöhte Temperatur, einseitige Ohrenschmerzen und ein angeschwollenes Gesicht sind klare Symptome für Mumps.

Es ist ein ganzes Schmerzpaket, das Ihr Kind packt, wenn es den Mumps-Virus in sich trägt. Wenig Appetit, Müdigkeit, leicht erhöhte Temperatur sowie Schmerzen im Magen- und Kopfbereich können die ersten Symptome von Mumps sein.

Danach wird es deutlich spezieller und Mumps bei Kinder zeigt sich in Form von einseitigen Ohrenschmerzen sowie Schmerzen bei jeder Mundbewegung – also auch beim Schlucken, Kauen und Gähnen. Eine deutliche Schwellung wird sichtbar und bedingt, dass die Ohrläppchen Ihres Kindes leicht abstehen. Auch kann die Schwellung unterhalb des Kiefers sichtbar werden. Selten zeigt sich ein Ausschlag.

Nach etwa sieben Tagen geht die Schwellung zurück, das Fieber sinkt und die Schmerzen lassen nach. Der komplette Heilungsprozess erstreckt sich über eine Dauer von etwa 14 Tagen.

Zeigt Ihr Kind typische Symptome von Mumps, sollten Sie zum Kinderarzt gehen. Dort kann Ihre Annahme mit Hilfe eines versierten Blicks und durch eine Blutentnahme verifiziert werden. Einen klassischen Mumps Test gibt es nicht. Meist reicht dem Arzt ein Blick auf die Anzeichen. Ist er sich unsicher, wird ein Bluttest als Mumps Test durchgeführt.

3. Therapie und Behandlung bei Mumps: Kinder erhalten Medikamente, die die Symptome lindern

Es sind vor allem die Schmerzen, die ein Kind mit Mumps quälen. Um diese zu lindern, können Sie schmerzstillende Mittel geben, die zum Alter und zum Gewicht Ihres Kindes passen. Auch gegen Fieber können Sie Medikamente geben.

Zudem können Sie altbewährte Hausmittel in Betracht ziehen oder mit viel Geduld und Liebe den Heilungsprozess forcieren:

  • Wadenwickel können dabei helfen, Fieber zu lindern. Nutzen Sie diese natürliche Variante nur dann, wenn Ihr Kind warme Arme und Beine hat. Eine leichte Bettdecke reicht einem fiebrigen Kind in jedem Fall.
  • Um den Druck auf dem Ohr zu lindern, hilft fleißig kauen. Vielleicht animiert ein Kaugummi Ihr Kind dazu, sich selbst etwas Linderung zu verschaffen.
  • Geben Sie Ihrem Kind weiche, fettarme Speisen und viel zu trinken. Das lindert nachhaltig die Schluckbeschwerden, die Kinder mit Mumps haben. Apfelsaft, Tee und kohlensäurearme Getränke sind eine gute Wahl. Orangensaft ist tabu.
  • Grundsätzlich gilt: Körperliche Schonung ist gut und sinnvoll, auch wenn es mitunter schwer fällt, dem Kind zu erklären, dass es das Bett hüten soll.

4. Hat Ihr Kind Mumps, ist Ihre Beobachtungsgabe gefragt, um Komplikationen und Spätfolgen zu verhindern

Ein deutliches Symptom

Die Kinderkrankheit Mumps hat einen Spitznamen. Erkranken Kinder an Mumps, schwellen ihre Gesichter häufig so sehr an, dass sie als “Mondgesicht” bezeichnet werden. Das kann für Sie ein deutliches Anzeichen zur Erkennung der Erkrankung bei Ihrem Kind sein.

Erkrankt Ihr Kind an Mumps, müssen Sie den Heilungsprozess und den Verlauf gut beobachten. Das ist insbesondere deswegen nötig, weil bei Mumps durchaus auch Komplikationen im Heilungsprozess auftreten können. Folgende Gefahren lauern bei einer Mumps Infektion:

  • Wandernde Mumps-Viren können andere Organe krank machen. Vor allem junge Männer sind gefährdet. Verursachen die Viren eine Entzündung im Hoden, ist das nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch eine Unfruchtbarkeit bedingen. Bei Frauen können Entzündungen der Eierstöcke auftreten, die allerdings nicht zur Unfruchtbarkeit führen müssen.
  • Die Erkrankung kann in einer Hirnhautentzündung (Meningitis) münden. Benommenheit, Berührungsempfindlichkeit, Erbrechen, Nackensteife, Fieber und Kopfschmerzen sind hierfür Symptome.
  • Diverse Entzündungen können die Folge einer Mumps-Infektion sein: eine Entzündung der Nieren, eine Entzündung der Nerven (beispielsweise im Ohr), eine Entzündung der Gelenke, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder starke Beeinträchtigungen des Auges, die zum Erblinden führen können.

5. Einen guten Schutz bietet die Impfung

Mumps Impfung

Drei Impfungen gegen Mumps dienen der Grundimmunisierung, eine der Auffrischung.

Die Mumps-Impfung ist fester Bestandteil des Impfkalenders des Robert-Koch-Instituts. Die Experten empfehlen, Mumps zweimal zu impfen: Einmal im Alter zwischen 11 und 14 Monaten und einmal im Alter zwischen 15 und 23 Monaten.

Diese beiden Impfungen bilden die Grundimmunisierung. Häufig erfolgt die Impfung zusammen mit der Impfung gegen Röteln. Zur Empfehlung gehört auch eine Nachholimpfung (Auffrischung) bis zum 17. Lebensjahr.

Der Mumps Impfstoff ist ein sogenannter Lebensimpfstoff. Das bedeutet, es werden lebende (abgeschwächte) Erreger injiziert. Allerdings ist die Dosis in der Regel hoch genug, um das Immunsystem dazu zu motivieren, Antikörper zu bilden. Meist müssen bei der Impfung der Po, der Oberschenkel oder der Oberarm herhalten. Bis zur Impfung ist ein Baby nicht vor einer Erkrankung geschützt.

Trotz Impfung an Mumps zu erkranken ist möglich, aber unwahrscheinlich. Möglich wird dieser Einzelfall, wenn die Impfdosis nicht ausgereicht hat, um die Antikörper-Bildung anzustoßen.

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