Verhaltenstherapie für Kinder: Methoden und Ansätze der therapeutischen Arbeitsweise

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Worin liegt das Ziel einer Verhaltenstherapie für Kinder?

In erster Linie geht es darum, problematische Verhaltensweisen so schnell wie möglich zu unterbinden.

Wie läuft die Verhaltenstherapie für Kinder ab?

Neben einer reinen Gesprächstherapie müssen sich Kinder und Jugendliche aktiv mit sich selbst auseinandersetzen, um Erfolge zu erzielen. Hausaufgaben sind deshalb ein übliches Mittel im Rahmen der Therapiemethode.

Was kann eine Verhaltenstherapie für Kinder notwendig machen?

Es existieren zahlreiche verschiedene Gründe, die zu einem seelischen Ungleichgewicht führen. Häufig fühlen sich Kinder allerdings überfordert oder nicht akzeptiert.

Eine Verhaltenstherapie für Kinder kommt immer dann in Betracht, wenn sich Probleme im Alltag oder in besonderen Situationen ereignen. Es existieren allerdings zahlreiche unterschiedliche Aspekte, die eine Behandlung durch einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten rechtfertigen.

Dabei ist die Dauer der Therapie stark von dem jeweiligen Verhalten sowie der Ursache und der aktiven Mitarbeit des Patienten abhängig.

In unserem Artikel erhalten Sie Informationen über die Methoden der Verhaltenstherapie bei Kindern und erfahren, inwieweit eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt.

1. Die Verhaltenstherapie für Kinder ist zielorientiert

ein kind macht eine verhaltenstherapie

Ein Verhaltenstherapie für Kinder kommt in unterschiedlichen Fällen in Betracht.

Im Kern geht es bei einer jeglichen Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche darum, das problematische Verhalten zu unterbinden. Dabei kommt einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die schwierige Aufgabe zu, herauszufinden, worin das Problem hinter dem nach außen sichtbaren Verhalten liegt.

Leidet ein Kind beispielsweise unter der Trennung der Eltern, so kann dies Angstzustände auslösen. Gleichermaßen ist es jedoch auch möglich, dass eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) verkannt wird und ein Kind in der Folge eine Angststörung in Bezug auf den Unterricht in der Schule entwickelt.

Damit eine Verhaltenstherapie für Kinder erfolgreich verlaufen kann, ist es wichtig, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie die Eltern möglichst offen mit der Situation umgehen.
Eine Therapie kann nur dann erfolgversprechend sein, wenn die jeweiligen Probleme und Gedanken offen ausgesprochen werden.

Tipp: Eine Verhaltenstherapie für Kinder hat stets das Ziel, dass sich die Betroffenen über kurz oder lang selbst helfen können.

2. Kinder unter Druck – ein modernes Phänomen

ein ueberforderter schueler im klassenraum

Zu hoher Druck beeinflusst die psychische Gesundheit.

In der heutigen Zeit wachsen die Anforderungen an Kinder bereits im Kindergarten. Moderne Frühförderung setzt bereits bei den Allerkleinsten an und steigert sich häufig deutlich.

Viele Kinder kämpfen daher bereits in der Grundschule mit einem vollen Terminkalender. Durch das Erlernen eines Musikinstruments, die Mitgliedschaft im Sportverein sowie die ganz normalen schulischen Verpflichtungen fühlen sich Kinder schnell überfordert.
Wächst ihnen der Druck über den Kopf, sodass es zu Panikattacken oder sonstigen psychosomatischen Beschwerden, wie beispielsweise häufigen Kopfschmerzen oder Übelkeit kommt, kann ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut weiterhelfen.

Im Rahmen der Psychotherapie haben Kinder die Chance, ihre Situation einzuschätzen und zu versuchen, die Ursachen der Überforderung zu vermeiden.
Selbstverständlich gelingt dies nur, sofern die gesamte Familie einsieht, dass ein Kind Hilfe benötigt und kein weiterer Druck aufgebaut wird.

Tipp: Je früher Sie in einer solchen Situation handeln, desto effektiver können Sie Ihrem Kind helfen.

3. Die Psychotherapie hilft Kindern, sich selbst zu akzeptieren

junge streckt den daumen nach oben

Kinder müssen lernen, sich selbst zu lieben.

Im Bereich der Verhaltenstherapie für Kinder geht es im Wesentlichen darum, bestehende Denkmuster aufzubrechen und neue Gedanken zuzulassen. Auf diese Weise ist es Kindern und Jugendlichen möglich, innere Konflikte beizulegen und zu lernen, sich selbst so zu akzeptieren, wie sie sind.

Neben der reinen Verhaltenstherapie für Kinder kommt oftmals auch die systemische Therapie infrage. Bei dieser Therapieform wird neben dem Verhalten des betroffenen Kindes die Umwelt miteinbezogen. Die systemische Therapie bezieht sich teils auf soziale Faktoren, wie Schule oder Vereine, jedoch hauptsächlich auf die Familie, sodass die Form auch als Familientherapie bezeichnet wird.
Vielfach führen innerfamiliäre Konflikte zu psychischen Problemen. Andererseits ist es natürlich auch möglich, dass ein Kind Depressionen bekommt, weil es in der Schule häufig gemobbt wird oder sich allgemein unverstanden fühlt.

Manche Kinder hadern hingegen mit zu hohen Ansprüchen an sich selbst, die sich im Laufe der Zeit aufgebaut haben. Sie sind extrem enttäuscht, wenn anstelle einer Eins eine Zwei auf dem Zeugnis steht oder ein Match im Tennis verloren geht.
Bis zu einem gewissen Grad ist dieser Ehrgeiz selbstverständlich nicht behandlungsbedürftig. Führt dies allerdings zu einer tiefen Traurigkeit, ungewöhnlich starken Wutausbrüchen oder langanhaltender Frustration, kann eine Verhaltenstherapie für Kinder dabei helfen, die eigene Gefühlswelt unter Kontrolle zu bringen und unrealistische Ansprüche abzuschütteln.

4. Eine Verhaltenstherapie für Kinder erfordert viel Eigeninitiative

Aktuelle Forschung:

Immer wieder werden die Methoden der Verhaltenstherapie überprüft und weiterentwickelt. Dieses Ziel hat sich auch die Technische Universität Dresden in einer Studie gesetzt.

Damit die Therapie erfolgreich verlaufen kann, müssen Kinder und Jugendliche aktiv mitarbeiten. Dies bedeutet nicht nur, dass sie während der Sitzungen offen sein und möglichst ehrlich über innere Konflikte und Probleme sprechen sollten, sondern zudem, dass die Aufgabe nicht nach der Sitzung beendet ist.

Neben der klassischen Gesprächstherapie kommt es bei der Verhaltenstherapie entscheidend darauf an, Hausaufgaben zu machen, indem bestimmte Verhaltensweisen eingeübt werden.
Auf diese Weise sollen sich die bereits verfestigten Angewohnheiten verändern.

Teils bedeutet dies, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Gedanken in bestimmten Situationen aufschreiben müssen. Manchmal ist es erforderlich, praktische Übungen durchzuführen, die weniger darauf abzielen, die Ursache des Problems zu finden, sondern vielmehr darauf gerichtet sind, das aktuelle Problem zu beseitigen.

5. Die Kosten der Therapie

euro-banknoten und eine versichertenkarte

Für die Kosten kommen die Krankenkassen auf.

Ist eine Verhaltenstherapie für Kinder oder Jugendliche erforderlich, so zahlen sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen in aller Regel sämtliche Kosten.
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der jeweilige Arzt für Kinderpsychiatrie eine entsprechende Notwendigkeit zur Durchführung einer solchen Therapie sieht.

In jedem Fall sollten Sie sich zunächst eine Kostenzusage Ihrer Versicherung einholen, bevor eine Therapie beginnt.

Kommt neben der Verhaltenstherapie eine andere Therapiemethode infrage, so hängt die Kostenfrage von der Art der Erkrankung sowie der jeweiligen Versicherung ab.
So kann eine Verhaltenstherapie Kindern mit ADHS durchaus helfen, ist jedoch nicht in jedem Fall die Option, die die Krankenkasse als erstes finanziert.
Auf der anderen Seite werden die Kosten für eine Traumatherapie in jedem Fall übernommen, sofern ein entsprechendes traumatisches Ereignis gegeben ist.

6. Praxishandbuch für Verhaltenstherapie mit Kindern

Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen: Praxishandbuch. Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial
  • 866 Seiten - 10.07.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Beltz (Herausgeber)
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