Das Problem Haarausfall nach der Schwangerschaft kennen viele Frauen, aber warum ist es eigentlich so, dass der weibliche Körper dazu neigt, nach der Geburt so viele Haare zu verlieren? Wir gehen der Sache auf den Grund und verraten Ihnen alles Wichtige zu diesem Thema. Wir schauen uns an, was die Ursachen für den Haarausfall sind, wann er meistens einsetzt und was Sie dagegen tun können.
Der Haarausfall während oder nach der Schwangerschaft wird auch häufig als telogenes Effluvium bezeichnet. Dieser Zustand hält in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum an. Normalerweise durchläuft das Haar drei verschiedene Phasen. Dazu gehört als Erstes die Wachstumsphase, gefolgt von der Übergangsphase. Später folgt die Telogenphase, also die Ruhephase.
Beim telogenen Effluvium verändert sich das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Haarzyklen. Es befinden sich mehr Haare als gewöhnlich in der Ruhephase und fallen dann kurze Zeit später aus. Die gute Nachricht ist, dass dieser Haarausfall in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum bestehen bleibt und sich die Haarzyklen wieder regenerieren und der Haarausfall nachlässt.
Der weibliche Körper steht während der Schwangerschaft unter erheblichem Einfluss von hormonellen Veränderungen. Insbesondere das Hormon Östrogen spielt dabei eine große Rolle. Diese hormonellen Veränderungen können große Auswirkungen auf das Wachstum der Haare haben.
In den meisten Fällen klingt der Haarausfall nach einiger Zeit von selbst ab, wenn sich der Körper wieder in einem hormonellen Gleichgewicht befindet. Der Haarausfall wird daher während einer Schwangerschaft und der Stillzeit auch nicht ärztlich behandelt.
Während oder nach einer Schwangerschaft durchlebt der weibliche Körper auch einiges an Stress und Emotionen. Auch dieser Faktor kann in manchen Fällen ein Auslöser für Haarverlust sein, beziehungsweise diesen bedingen.
Tatsächlich ist es in vielen Fällen so, dass das Haarwachstum während der Schwangerschaft zunächst zunimmt. Dafür ist in erster Linie das Östrogen verantwortlich. Die anfänglich positiven Auswirkungen der hormonellen Veränderungen müssen nicht bei jeder Frau auftreten. Einige werden kaum bis gar keine Veränderungen spüren. Jeder Körper reagiert anders auf die hormonellen Umstellungen.
Nach der Geburt kehrt der weibliche Körper dann langsam wieder in ein hormonelles Gleichgewicht zurück. Dabei kann es dann passieren, dass die Haare, die während der Schwangerschaft noch im Wachstum waren, gemeinsam in die Ruhephase eintreten. Dies führt dann schließlich dazu, dass sie ausfallen. Der Haarausfall nach der Geburt wird auch als postpartaler Haarausfall bezeichnet.
In der Regel klingt der Haarausfall nach einigen Wochen oder Monaten von selbst ab. Haben Sie das Gefühl, dass der Haarausfall während der Schwangerschaft oder nach der Geburt wirklich sehr stark ist, können Sie auch einen Arzt um Rat fragen. Eventuell liegt Ihr Haarausfall auch noch andere Faktoren zugrunde.
Den Haarausfall, der durch die hormonellen Veränderungen der Schwangerschaft entsteht, können Sie nicht durch ein bestimmtes Mittel beeinflussen. Spezifische Maßnahmen sind in der Regel auch nicht erforderlich, da der Haarausfall meist von selbst aufhört. Es gibt allerdings einige unterstützende Maßnahmen und Tipps, die Sie beachten können.
Eine ausgewogene Ernährung während und auch nach der Schwangerschaft ist im Allgemeinen wichtig, kann aber auch viel zu einem gesunden Haarwachstum beitragen. Sie sollten besonders darauf achten, genügend Eisen, Zink, Biotin und Vitamine zu sich zu nehmen, die das Wachstum Ihrer Haare positiv unterstützen. Ebenso können auch Lebensmittel wie Nüsse, Hülsenfrüchte, Eier und auch mageres Fleisch die Gesundheit Ihrer Haare fördern.
Auch durch die Pflege Ihrer Haare können Sie eine Veränderung erzielen. Hierbei sollten Sie vor allem nach dem Motto „weniger ist mehr“ verfahren. Setzen Sie auf eine milde und besonders schonende Haarpflege, um Ihr Haar nicht extra zu belasten. Verwenden Sie am besten Pflegeprodukte, die keine Chemikalien enthalten und aus natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt sind. Auch das Styling mit Hitze, wie zum Beispiel mit einem Glätteisen oder einem Lockenstab sollten Sie in dieser Zeit besser lassen. Versuchen Sie auch keine schweren Styling-Produkte, wie Haarspray oder Haargel zu verwenden. Diese Produkte können Ihr Haar ebenfalls schwächen und den Ausfall begünstigen.
Tipp: Wenn der Haarausfalll überhand nimmt, können Nahrungsergänzungsmittel helfen und das Wachstum Ihrer Haare unterstützen.
Wichtig ist es außerdem, die Haare regelmäßig zu bürsten. Dadurch können Sie die Durchblutung Ihrer Kopfhaut fördern, was das Haarwachstum anregen kann. Verwenden Sie dafür auf jeden Fall eine weiche Bürste, die die Haare nicht herauszieht.
Ebenfalls hilfreich sein kann die Einnahme von Vitamin- und Nahrungsergänzungsmitteln. Sie können damit Ihren Vitamin- und Mineralienspeicher auffüllen und Ihrem Körper gut mit den Nährstoffen versorgen, die für das Haarwachstum wichtig sind. Die Einnahme dieser Präparate sollten Sie allerdings im Voraus mit einem Arzt besprechen, um mögliche Risiken und Wechselwirkungen auszuschließen.
Haarausfall während und nach der Schwangerschaft entsteht durch die hormonellen Veränderungen des Körpers und legt sich in der Regel von selbst, wenn sich die Hormone wieder im Gleichgewicht befinden. Einige Maßnahmen können allerdings helfen, das Haar auch in dieser Zeit gesund zu halten und das Wachstum wieder anzuregen. Dazu zähen eine gesunde Ernährung, sanfte Haarpflege, bürsten und die Einnahme von Vitamin- und Nährstoffpräparaten.