Schwangerschaftsmythen: 8 Ammenmärchen zur Schwangerschaft

   
von Ralf-Ingo S. - letzte Aktualisierung:
schwangerschaftsmythen

Wieso gibt es so viele Schwangerschaftsmythen?

Viele Mythen halten sich seit Generationen. Im Fokus steht dabei vor allem die Suche nach einfachen Antworten.

Gibt es wahre Schwangerschaftsmythen?

Ja, es existieren verschiedene Mythen, die einen wahren Kern haben. Nicht immer betrifft dies jedoch die komplette Aussage.

Sind Mythen über die Schwangerschaft teils frei erfunden?

Das Bedürfnis, Erklärungen zu finden, führt vielfach dazu, auch abstruse Zusammenhänge herzustellen. So gibt es viele Schwangerschaftsmythen, die falsch sind.

Es ranken sich viele Ammenmärchen rund um die Schwangerschaft. Aber was ist eigentlich dran an Schwangerschaftsmythen? Ist die Schwangerschaft mit einem Jungen anstrengender als bei einem Mädchen? Wir haben uns verschiedene verbreitete Mythen etwas näher angeschaut.
In den nächsten Zeilen erfahren Sie, wie es tatsächlich um den Wahrheitsgehalt bestellt ist.


1. Zwischen Wahrheit und Fiktion: Schwangerschaftsmythen und ihr Ursprung

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Um Schwangerschaften ranken sich viele Geschichten und Halbwahrheiten.

Die Schwangerschaft ist und war schon immer ein Wunder. Die Vorhersage, ob und wann eine Frau schwanger wird, ist selbst heute trotz enormer technischer Fortschritte immer noch schwierig, sodass viel Raum zur Spekulation bleibt.

Dies gilt umso mehr, da die Erfahrungen vieler Schwangerer unterschiedlicher kaum sein könnten. Diese werden vielfach auf Unterschiede des Geschlechts zurückgeführt, verändern sich im Laufe der Zeit jedoch immer wieder. Gerade bei Unsicherheiten werden häufig Freunde und Verwandte um Rat gefragt.

Nicht selten kommt es dabei zu widersprüchlichen Aussagen, die die morgendliche Übelkeit teils als gutes Zeichen sehen oder aber den Ekel vor Lebensmitteln als Problem einstufen. Zum Glück gibt es inzwischen zahlreicheiche Studien, die Licht ins Dunkel bringen und einige vermeintliche Fakten widerlegen.

Tipp: Bei den meisten Schwangerschaftsmythen handelt es sich um Überlieferungen früherer Generationen. Bitte bedenken Sie bei der Betrachtung daher stets, dass sich viele Aspekte heute deutlich differenzierter darstellen lassen.

2. Wahre Schwangerschaftsmythen: Welche Mythen haben einen wahren Kern?

Der Mythos: Was steckt hinter dem Begriff?

Bei einem Mythos handelt es sich um eine Geschichte, bei der Wahrheitsgehalt in Zweifel gezogen wird. Dies bedeutet nicht, dass Mythen generell falsch sind, sondern lediglich, dass Zweifel durchaus berechtigt sind.

In diesem Abschnitten stellen wir Ihnen wahre Schwangerschaftsmythen etwas näher vor. Auch wenn diese einen gewissen Wert haben, sollten Sie nicht jeden Mythos allzu wörtlich nehmen:

  • Jedes Kind kostet einen Zahn: Natürlich fallen Ihnen nicht gleich die Zähne aus, wenn Sie ein, zwei oder auch drei Kinder bekommen. Dennoch hat die Schwangerschaft durchaus Einfluss auf die Zahngesundheit. Klar ist, dass die Schwangerschaft den pH-Wert des Speichels verändert.
    So erhöht sich die Gefahr für Karies. Zusätzlich wird dieser Faktor dadurch verstärkt, dass Sie mehr Kalzium und Fluorid benötigen. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sowie eine verstärkte Mundhygiene sind also Pflicht, um den Mythos nicht wahr werden zu lassen.
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    Der Einfluss des Babys auf die Mutter ist groß.

  • Morgendliche Übelkeit führt zur Geburt eines Mädchens: Viele Schwangerschaftsmythen ranken sich um die Unterschiede des Geschlechts, die sich in den ersten Wochen nicht erkennen lassen. Wahr ist, dass Frauen, die ein Mädchen zur Welt bringen, anfangs häufiger unter Übelkeit leiden. Der Grund dafür wird in der höheren Konzentration des Hormons HCG gesehen.
    Klar ist jedoch auch, dass die morgendliche Übelkeit etwa 80 % aller Schwangeren betrifft, nur rund 50 % jedoch Mädchen zur Welt zu bringen. Eine eindeutige Interpretation, dass Sie einen Jungen oder ein Mädchen zur Welt bringen, erhalten Sie trotz wahrem Kern also nicht.
  • Schwangere werden vergesslich: Besonders im dritten Trimester kommt es vielfach zu einer erhöhten Vergesslichkeit. Diese Erfahrungen, die auch als Schwangerschaftsdemenz bezeichnet werden, hängen vor allem mit einem erhöhten Stressempfinden zusammen.
    Dies kann den Cortisolspiegel stark ansteigen lassen und hat so tatsächlich Einfluss auf die Gedächtnisleistung. Auch wenn dieser Zustand nur vorübergehend ist, so sollten Sie sich und vor allem Ihren Gedanken etwas mehr Ruhe gönnen.

Tipp: Sehr umstritten ist auch, ob sich das Geschlecht bereits im Rahmen der Schwangerschaftsplanung beeinflussen lässt. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem separaten Artikel. Eine Studie der Rockefeller University in New York zeigt, dass vor allem Stress vor der Schwangerschaft dazu führen kann, dass sich die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen zu bekommen, erhöht.

3. Fiktion statt Realität: Gibt es frei erfundene Mythen über die Schwangerschaft?

Es gibt nicht nur Schwangerschaftsmythen, die zumindest teilweise wahr sind, sondern auch zahlreiche Ammenmärchen, die schlichtweg falsch sind. Mit diesen angeblichen Fakten räumen wir in den nächsten Abschnitten auf, sodass Sie sich nicht von Fehlinformationen beeinflussen lassen:

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Auch kleine Mengen Alkohol haben einen großen Einfluss.

  • Ein kleines Glas Wein schadet nicht: Immer wieder kommt es vor, dass Eltern oder Großeltern sagen, dass kleine Alkoholmengen unbedenklich seien. Genau dies ist jedoch ein Irrtum, denn im Gegensatz zu Erwachsenen sind Babys im Mutterleib nicht in der Lage, den Alkohol rasch wieder abzubauen.
    Selbst kleinste Mengen Alkohol, vor allem in der ersten Schwangerschaftsphase, können daher zu Fehlbildungen und neurologischen Beeinträchtigungen führen.
  • Schwangere müssen für zwei essen: Leider müssen wir Sie an dieser Stelle enttäuschen. Zwar sollten Sie Ihre Ernährung in der Schwangerschaft umstellen. Allerdings müssen Sie die Energiezufuhr in den ersten Monaten überhaupt nicht und in den letzten sechs Monaten lediglich um etwa 250 bis 300 kcal steigern.
    Ansonsten sammeln sich schnell überflüssige Pfunde auf den Hüften, die weder Ihnen noch Ihrem Baby helfen.
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    Auf viele Männer üben Schwangere eine besondere Faszination aus.

  • Mädchen rauben Müttern die Schönheit: Dieser Glaube ist reine Fiktion und geht vermutlich darauf zurück, dass die eigene Schönheit an die erste Tochter weitergegeben wird. De facto macht es jedoch keinen Unterschied, ob Sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen.
    Je nach Verlauf der Schwangerschaft können Augenringe, fettige Haare und mehr Pickel zu beobachten sein. Die Hormonumstellung kann sich jedoch auch positiv auswirken. So oder so ändert sich diese nach der Geburt wieder.
  • Kinder mit vielen Haaren verursachen Sodbrennen: Auch wenn Sodbrennen durchaus verbreitet ist, so hat es nichts mit der Kopfbehaarung zu tun. Vielmehr erhöht die Größe des Embryos den Druck auf die inneren Organe, sodass bestehendes Sodbrennen schlimmer werden oder aber erst entstehen kann.
  • Die Bauchform bestimmt das Geschlecht: Hartnäckig hält sich der Mythos zur Bauchform, dass ein spitzer Bauch einen Fritz zur Folge hat. Unterschiede des Geschlechts lassen sich an der Bauchform jedoch nicht ablesen. Diese fällt zwar sehr unterschiedlich aus, ist jedoch rein auf die Anatomie der werdenden Mutter zurückzuführen.

Tipp: Auch gegen Sex in der Schwangerschaft ist (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nichts einzuwenden. Vielfach empfinden Paare diesen sogar als besser.

4. Literatur rund um die Schwangerschaft: Diese Bücher enthalten Fakten

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