PCs für Kinder ab 2 Jahren: So regeln sie den Umgang mit digitalen Geräten nachdem Ihre Kinder Computer entdecken

Kinder-Computer-Ratgeber
  • In den ersten zwei Lebensjahren sollten Sie Ihr Kind nur wenigen oder sogar gar keinen medialen Reizen aussetzen.
  • Üben Sie den Umgang mit dem Computer gemeinsam mit Ihren Kindern. Zeigen Sie Interesse und sprechen Sie über die Unterschiede zwischen dem Geschehen auf dem Bildschirm und dem in der Realität.
  • Halten Sie Ihr Kind nicht von dem PC fern, sorgen Sie jedoch für klare Regeln und begrenzen Sie die Nutzungszeiten. So haben Sie es später leichter.

Computer, Tablets, Laptops, Smartphones – all das ist aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Für die meisten Erwachsenen ist ein Leben ohne diese Dinge kaum noch vorstellbar. Doch als Eltern sind die meisten von Ihnen zunächst noch ohne Computer und Handy zurechtgekommen. Für Ihre Kinder gehört dies jedoch von Beginn Ihres Lebens an zum ganz normalen Alltag.

Da die Technik allgegenwärtig ist, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem angemessenen Umgang. Wie lange dürfen Kinder einen Computer benutzen? Welche Besonderheiten gibt es bei speziellen Kindercomputern? Und ab welchem Alter ist es sinnvoll, einen Computer für Kinder anzuschaffen?

In unserem Ratgeber zum Thema Kinder-Computer erfahren Sie, welcher PC für Kinder geeignet ist und welche Zeiten Sie einhalten sollten. Wir informieren Sie über Lerncomputer und PC-Spiele für Kinder. Zusätzlich gehen wir darauf ein, welche Gefahren im Netz lauern und wie Sie diesen entgegentreten können.

1. Der richtige Umgang mit Computern

Lernwerkstatt Computer

Den Umgang mit dem Computer gemeinsam erlernen

Was ist eigentlich richtig und was falsch? Wer bestimmt, was noch angemessen ist und welche Bereiche fragwürdig sind? Eine klare Antwort werden Sie kaum finden. Pauschale Äußerungen zu diesem Thema sind generell schwierig, da dies sehr stark mit Ihrer gewählten Erziehungsmethode zusammenhängt.

Wer eher liberal eingestellt ist und seine Kinder mit möglichst wenigen Grenzen konfrontieren möchte, sieht etwas anderes als angemessen an, als der Elternteil, der auf eine strenge Erziehung mit umfassendem Regelwerk zurückgreift.

Im Bereich der medialen Nutzung sollten jedoch stets einige Grundregeln Beachtung finden. Inwieweit Sie diese verfeinern, ergänzen oder ausweiten, bleibt Ihnen selbstverständlich selbst überlassen. Generell gilt:

  • Kleinkinder bis zu einem Alter von etwa zwei Jahren sollten kaum oder gar nicht mit Computern, Smartphones oder sonstigen digitalen Medien in Berührung kommen (insbesondere sollten Sie Ihr eigenes Verhalten in Anwesenheit Ihres Babys genau beobachten)
  • es gibt bereits Spielcomputer für 2-Jährige; fangen Sie jedoch nicht allzu früh an, Ihr Kind an digitale Inhalte zu gewöhnen (in den ersten Lebensjahren wirkt sich dies kaum positiv aus)
  • über die Anschaffung eines Computers für Grundschulkinder können Sie nachdenken, ein PC für Schulkinder ab der fünften Klasse ist schon eher ein Muss
  • überwachen Sie die Nutzung des PCs (je älter Ihr Kind wird, desto eher können Sie einen größeren Spielraum walten lassen)
  • begrenzen Sie die Nutzungsdauer für den Umgang mit dem Computer von Anfang an (später eingeführte Regeln lassen sich deutlich schwerer umsetzen)

2. Spielcomputer für Kinder – das Alter entscheidet über den SinnF

vtech

Es gibt gute Computerspiele auch schon für kleinere Kinder.

Mehr als ein Drittel der 6- bis 9-Jährigen besitzt laut einer Studie 2017 ein eigenes Handy. Über den Sinn lässt sich trefflich streiten, doch letztlich ist es nicht der Besitz der Probleme bereitet, sondern eine übermäßige Nutzung.

PC-Lernspiele für Kleinkinder widmen sich oft dem visuellen Bereich. Kinder lernen, Bilder zu erkennen und müssen zuhören. So soll die Konzentration gefördert werden. Bei einem Kindercomputer ab 3 Jahren kann Ihr Kind erste Erfahrungen im Umgang mit dem neuen Gerät sammeln.

Ein Computer für Kleinkinder ist hingegen nicht zu empfehlen. Zwar drücken die meisten Babys gerne auf Knöpfen und Tasten herum und erfreuen sich, wenn Musik erklingt oder etwas passiert, es ist jedoch nicht erforderlich, für diesen Zweck einen Computer zu verwenden.

Überlegen Sie an der Anschaffung eines Kindercomputers ab 4 Jahren, spricht nur wenig dagegen. Sie können Ihr Kind jedoch auch auf andere Weise fördern und fordern. Wer viel liest, mit seinem Kind spricht und sich Dinge erklären lässt, benötigt keinen Computer für Kindergartenkinder. Zeigt Ihr Kind jedoch besonderes Interesse an einem Lern-Laptop oder ähnlichem, sollten Sie es auch nicht künstlich davon abhalten.

Es existieren zahlreiche sinnvolle PC-Spiele für Kinder. Besonders, wenn Ihr Kind noch in den Kindergarten oder die ersten Klassen der Grundschule geht, sollten Sie jedoch darauf achten, die Dauer der Nutzung sowie die Inhalte zu überwachen.

Tipp: Vereinbaren Sie feste Nutzungszeiten. Stapeln Sie dabei tief. Ausweiten lässt sich die Zeitspanne jederzeit. Wollen Sie das Konsumverhalten hingegen später begrenzen, dürfte Ihnen dies deutlich schwerer fallen.

Bei speziellen Lerncomputern ab 5 Jahren oder sogar für noch kleinere Kinder sind die Computerspiele für die Kinder vorgegeben. Sie können Ihr Kind somit unbesorgt mit dem Gerät alleine lassen. Achten Sie allerdings auch bei diesem Spielzeug darauf, was Ihr Kind damit anfängt. Reden Sie über Spiele und lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, welche Angebote es bevorzugt.

Lassen Sie nicht zu, dass der Computer den Alltag bestimmt. Computerspiele für Kindergartenkinder sollten stets nur einen kleinen Teil der Freizeit in Anspruch nehmen. Das Spielen mit anderen Kindern, drinnen und draußen, sollte stets Vorrang haben. Seien Sie konsequent, wenn Sie merken, dass die Nutzung des PCs zu viel Zeit beansprucht.

3. Kindercomputer nutzen oder auf Erwachsenengeräte zurückgreifen

Schachcomputer Kinder

Früh den richtigen PC kennenlernen

Spezielle Lerncomputer für Kinder bieten Ihnen den großen Vorteil, dass Sie die Aktivität Ihrer Kinder genau einschätzen können. Oftmals ist das Problem an solchen Geräten allerdings, dass diese lediglich für eine bestimmte Altersgruppe gedacht sind und Ihre Kinder nicht den “normalen” Umgang mit einem PC lernen.

Kindercomputer sind für Kindergartenkinder eine Empfehlung. Wenn die Kleinen jedoch etwas mehr mit dem PC anfangen möchten und Sie Ihnen das Internet nicht vorenthalten wollen, kommen Sie nicht umhin, den Umgang mit dem Computer gemeinsam zu üben.

Inzwischen gestaltet sich die Bedienung oftmals kinderleicht. Meist kommen die Kleinen sogar besser mit dem Smartphone, dem Tablet oder dem Computer zurecht als mancher Erwachsener. Leiten Sie Ihre Kinder an und sorgen Sie für ein sicheres Umfeld. Das Internet bringt zwar Gefahren mit sich, diese lassen sich jedoch mit den passenden Einstellungen minimieren.

Sie können eine spezielle Software installieren, den Jugendschutz auf dem PC aktivieren und die Einstellungen Ihres Browsers anpassen, um den PC möglichst sicher zu machen. Einen 100 %igen Schutz gibt es allerdings nicht. Diesen erreichen Sie lediglich dann, wenn Sie den Zugriff auf das Internet verweigern.

Eine bessere und weitaus sinnvollere Variante ist es, sich gemeinsam mit Ihrem Kind vor den PC zu setzen. Erklären Sie, welche Seiten sinnvoll sind und versuchen Sie Ihrem Kind von Beginn an einen vernünftigen Umgang mit dem Internet beizubringen.

Auch wenn viele Internetseiten existieren, in denen es um Sex oder Gewalt geht, so springt Ihr Kind nicht automatisch darauf an. Kinder, die etwas älter sind, versuchen vielleicht, den Jugendschutz auszuschalten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie von nun an nur auf den Websites surfen, die problematisch sind.

4. Der Computer für das Kinderzimmer

Musik

Der PC im Kinderzimmer ist keine Pflicht.

Ab welchem Alter ein eigener Computer Sinn macht, ist schwer zu sagen. Im Prinzip kämpfen Sie mit zwei Faktoren. Auf der einen Seite wird der Rechner für das Lernen in der Schule gebraucht, auf der anderen Seite haben Sie, wenn der PC im Kinderzimmer steht, nicht mehr so viel Kontrolle über die Nutzung.

Eigene Computer für Schüler sind in der Grundschule nicht nötig. Sobald Ihr Kind zum Schulstart auf eine weiterführende Schule kommt, ändert sich dies allerdings. Selbstverständlich handhabt jede Schule den Umgang mit dem PC etwas anders. Sie sollten Ihrem Kind jedoch die Möglichkeit geben, sich auch einmal selbst mit dem Medium zu beschäftigen, ohne jeden Schritt zu kontrollieren.

Nur so kann Ihr Kind einen vernünftigen Umgang mit dem Computer oder auch mit dem Smartphone erlernen.

E-Sports in Norwegen:

In Deutschland noch undenkbar, im hohen Norden Realität. Im Jahr 2016 führte eine erste Schule ein Computerspielfach ein. Ziel ist es, bei Spielen wie Dota2 oder LoL die Team- und Reaktionsfähigkeit zu verbessern.

Geht es bei der Nutzung des eigenen PCs vorrangig um Videospiele für Kinder, sollten Sie sich genauer damit beschäftigen. Es gibt einige Spiele, die gewaltverherrlichend sind und keinen Lerneffekt bieten. Bei einer Vielzahl an Games werden jedoch kognitive Fähigkeiten gestärkt oder auch die Teamfähigkeit verbessert.
Besonders Teamspiele bringen allerdings das Risiko mit sich, dass Ihr Kind sehr stark in eine Gruppe eingebunden wird. So kann es passieren, dass der PC schnell zum täglichen Zeitfresser wird. Lassen Sie Ihrem Kind Freiheiten, aber achten Sie darauf, dass nicht stundenlang gezockt wird.

An einem regnerischen Wochenende mag dies noch kein Problem sein, wird es hingegen zu einem täglichen Ritual, sollten Sie handeln.

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