Auditive Wahrnehmung bei Kindern: Wie man sie fördert und wann eine Störung vorliegt

auditive wahrnehmung
Warum ist die auditive Wahrnehmung so wichtig?

Kommt es an dieser Stelle zu Schwierigkeiten, so wirkt sich dies häufig auf das gesamte weitere Leben aus.

Wie lässt sich eine auditive Wahrnehmungsstörung bei Kindern erkennen?

Besonders häufig machen sich die Probleme verstärkt bemerkbar, wenn es darum geht, viele verschiedene Geräusche auseinanderzuhalten.

Gibt es Möglichkeiten, um die auditive Wahrnehmung bei Kindern zu fördern?

Es gibt viele verschiedene Ansätze, mit denen sich die auditive Wahrnehmung von Kindern verbessern lässt. In jedem Fall ist eine intensive Beschäftigung der Schlüssel zur Lösung von Hör- oder Verständnisschwierigkeiten.

Die auditive Wahrnehmung ist für Kinder besonders wichtig, um ihre sprachlichen Fähigkeiten entwickeln zu können.

In unserem Artikel gehen wir darauf ein, auf welche Weise Sie die auditive Wahrnehmung fördern können und ab wann eine Wahrnehmungsstörung vorliegt.

1. Die Definition der auditiven Wahrnehmung

ein kind mit einem selbst gebastelten telefon

Nicht alle Kinder hören gleich gut.

Im Prinzip ist es leicht, eine Definition für die auditive Wahrnehmung zu finden, da Hören für jeden Menschen ein Begriff ist. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass Kinder überhaupt hören, sondern dass das Gehirn die ankommenden Geräusche richtig verarbeitet.

Konkret bedeutet dies, dass die auditive Wahrnehmung sämtliche Hörereignisse umfasst, die wiederum durch vorausgehende Schallereignisse hervorgerufen werden.

Im Wesentlichen erfolgt die akustische Verarbeitung durch das Ohr. Lediglich bei einem starken Bass oder ähnlichen Vibrationen ist es möglich, dass die Schallereignisse mit den Händen oder Füßen, teils auch mit dem gesamten Körper, gespürt werden können.

Die Bedeutung der auditiven Wahrnehmung ist dabei extrem hoch, da das Gehör zu den wichtigsten Sinnen zählt. Kommt es an dieser Stelle zu einer Wahrnehmungsstörung, so hat dies fast unweigerlich zur Folge, dass die Entwicklung der Sprache bei Kindern gestört ist. Eine frühzeitige Therapie ist daher unumgänglich.

Tipp: Haben Sie die Befürchtung, dass Ihr Kind nicht richtig hört, zögern Sie nicht, frühzeitig einen Test machen zu lassen. Dieser spezielle Test unterscheidet sich vom klassischen Hörtest, da es um die entsprechende Zuordnung und nicht die reine Lautstärke bestimmter Töne geht.

2. Die auditive Wahrnehmung erhält nicht die nötige Aufmerksamkeit

Die auditive Wahrnehmung im Alter:

Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei älteren Menschen kommt es zu Schwierigkeiten im Rahmen der auditiven Wahrnehmung. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.

Leider gibt es in Deutschland und selbstverständlich auch in der restlichen Welt eine Menge Kinder, die nicht differenziert hören, sodass das Erlernen der Sprache zum Problem wird.

Teils machen sich diese Auffälligkeiten relativ früh bemerkbar, in anderen Fällen kann ein Kind zwar sprechen, hinkt der Altersgruppe allerdings immer etwas hinterher. Oftmals wird an dieser Stelle verkannt, dass es sich um eine Wahrnehmungsstörung handeln könnte, die ein Kind schlichtweg daran hindert, im Kindergarten richtig zu sprechen oder in der Schule korrekt zu schreiben.

Eine nicht behandelte Störung der auditiven Wahrnehmung kann dementsprechend schnell dazu führen, dass ein Kind als dumm oder minderbegabt abgestempelt wird. Wird eine solche Störung hingegen frühzeitig erkannt, so führt dies in vielen Fällen dazu, dass Kinder lernen, Laute zuzuordnen und zukünftig deutlich besser in der Lage sind, ihre auditive Wahrnehmung korrekt zu nutzen.

Möchten Sie tiefer in das Thema eintauchen und sich näher mit den Gestaltfaktoren der Wahrnehmung auseinandersetzen, dient Ihnen dieses YouTube-Video als Basis:

3. Störungen der auditiven Wahrnehmung erkennen – leider kein leichtes Unterfangen

Besonders häufig machen sich Probleme im Bereich der auditiven Wahrnehmung durch folgende Symptome bemerkbar:

ein kind sitzt in der schule

Vermehrtes Nachfragen ist ein Indiz für Probleme bei der auditiven Wahrnehmung.

  • Kinder fragen häufig nach.
  • Sie haben Probleme damit, ähnlich klingende Laute auseinanderzuhalten.
  • Es kommt zu Schwierigkeiten bei der Lokalisation einer Schallquelle (beispielsweise schauen sich Kinder bei einem herannahenden Auto in verschiedene Richtungen um).
  • Kinder sprechen ungern.
  • Die sprachlichen Probleme (vor allem aufs Hören bezogen) verstärken sich, wenn der allgemeine Lautstärkepegel zunimmt (beim gemeinsamen Essen mit der Verwandtschaft, im Café, im Kindergarten oder auch an einer belebten Straße).

Bitte beachten Sie dabei, dass die Liste keineswegs abschließend ist und sich Hör- oder Verständnisprobleme individuell sehr unterschiedlich äußern können. Dennoch soll Ihnen diese Liste dabei helfen, eine mögliche Wahrnehmungsstörung frühzeitig zu entdecken.

Die Psychologie setzt an dieser Stelle auf einen umfassenden Test, der die gesamte Intelligenz umfasst. Ist diese normal, die Sprach- und Hörfähigkeit hingegen eingeschränkt, liegt der Schluss nahe, dass es sich um eine akustische oder auditive Wahrnehmungsstörung handelt.

Leidet ein Kind unentdeckt unter einer auditiven Wahrnehmungsstörung, so beeinträchtigt dies oftmals die gesamte Schullaufbahn und das weitere Leben. Kinder lernen schlechter, da sie nicht alles verstehen und leiden an mangelndem Selbstbewusstsein, da sie vielfach ausgeschlossen werden.

4. Die auditive Wahrnehmung fördern – Beispiele für mögliche Übungen

Es gibt viele verschieden Spiele und Übungen, mit denen sich die auditive Wahrnehmung Ihres Kindes verbessern lässt. Am besten sollten die Übungen bereits bei sehr kleinen Kindern zum Einsatz kommen.
Auf diese Weise verbessert sich das Gefühl für Rhythmik und mögliche Defizite lassen sich erkennen und unter Umständen sogar ausgleichen.

Hier finden Sie einige Möglichkeiten, mit denen Sie die auditive Wahrnehmung fördern:

eine mutter spicht mit ihrer tochter um die auditive wahrnehmung zu foerdern

Sprechen Sie möglichst viel mit Ihrem Kind.

  • Sprechen Sie viel: Je mehr Sie aktiv mit Ihrem Kind sprechen, desto eher ist es in der Lage, Fehlinterpretationen der Sprache zu erkennen und auszugleichen. Ganz nebenbei profitiert ein Kind, welches normal hört, ebenfalls davon, sodass Sie in keinem Fall etwas falsch machen.
  • Hören Sie zu: Kinder sollen Ihnen viel erzählen. Gelingt es noch nicht einwandfrei, bestimmte Laute zu bilden, so wiederholen Sie diese korrekt. Korrigieren Sie Ihr Kind allerdings nicht permanent, da sie es ansonsten vom Sprechen abhalten, was das Letzte ist, was Sie eigentlich erreichen möchten.
  • Lauschen Sie gemeinsam den Geräuschen der Natur: Schließen Sie dabei die Augen und versuchen Sie die unterschiedlichen Geräusche zuzuordnen.
  • Arbeiten Sie viel mit Musik: Singen und Tanzen sowie Reime helfen Kindern dabei, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu erweitern.
  • Lassen Sie Kinder verschiedene Geräusche selbst ausprobieren: Das Schlagen auf Töpfe, mit Rasseln oder das simple Händeklatschen sind Möglichkeiten, die auditive Wahrnehmung zu fördern. Umso mehr gilt dies in der Gruppe.
  • Spielen Sie Spiele mit verbundenen Augen, bei denen Kinder der Musik folgen müssen, um das Ziel zu erreichen. Dies fördert die räumliche akustische Wahrnehmung.

5. Weiterführende Literatur zur auditiven Wahrnehmung

Fördermaterial: Auditive Wahrnehmung und phonologische Bewusstheit - Basistraining
  • 112 Seiten - 12.10.2015 (Veröffentlichungsdatum) - Verlag an der Ruhr (Herausgeber)
Hören und Verstehen / Zuhören - verstehen - umsetzen: Hören und verstehen: Vorschule, Schuleingang: Aufgaben für das Hörverstehen
  • 80 Seiten - 04.06.2009 (Veröffentlichungsdatum) - Westermann Lernspielverlage (Herausgeber)

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