Emotionale Kompetenz bei Kindern: So können die Eltern die emotionale Entwicklung fördern

Datum: 06. Februar 2019 • Autor: Kita.de Redaktion

kind zeigt unterschiedliche emotionen.
  • Gesundheit, Erfolg, aber auch Glück hängen weniger von der logischen Intelligenz ab, als von einem sicheren und bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen — der emotionalen Kompetenz bei Kindern.
  • Damit sich der Nachwuchs gesund entwickeln kann, muss er lernen, mit den eigenen Emotionen umzugehen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Kinder ihre Gefühle sicher artikulieren können, dauert es schließlich ein paar Jahre.
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit hoher emotionaler und sozialer Kompetenz besitzen meist ein starkes Selbstwertgefühl, Problemlösungsstrategien und ein eigenes inneres Krisenmanagement.

Schon die Kleinsten unter uns haben alle Emotionen, die man sich nur vorstellen kann nur umgehen können Sie nicht damit. Gefühle wie Angst, Wut oder Freude sind häufig sehr überwältigend für Kinder, sodass sie nicht wissen, wie sie sich richtig verhalten sollen. Als Eltern liegt es an Ihnen, die emotionalen Kompetenzen Ihres Kindes zu schulen, zu erklären, was Gefühle überhaupt sind und vorzuleben, wie Ihr Kind damit umgehen kann. Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen einige Ratschläge an die Hand geben, wie Sie das umsetzen können.

1. Emotionale Kompetenz ist wichtig für ein friedliches Miteinander

Leben Sie Ihrem Kind vor, wie man sich innerhalb einer Gruppe verhält

Emotionale Kompetenz entwickelt sich bei Kindern von ganz alleine. Als Eltern müssen Sie Ihrem Kind nur das positive Verhalten vorleben, das Sie von ihm erwarten. Mit einer gefestigten Emotionen stärken Sie Ihre Kinder für kommende Probleme.

Es gibt viele verschiedene Sozialkompetenzen. Dazu gehören beispielsweise: Kontakt mit anderen Menschen aufnehmen, andere motivieren, gemeinsam Lösungen zu finden, gegenseitige Wertschätzung, Leute mit einzubeziehen, aber auch Probleme zu erkennen und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Unter emotionaler Kompetenz bei Kindern verstehen wir erlernte Fähigkeiten und Gesinnungen, die für das friedliche Miteinander dienlich sind. Allerdings sind diese nicht messbar, wie zum Beispiel mathematische Fähigkeiten oder das Wissen in Fachgebieten wie Physik oder Chemie. Dennoch ist ein sicherer Umgang mit den eigenen Emotionen, sowie Empathievermögen von enormer Bedeutung für das zukünftige Gefühls-, Privat- und Berufsleben Ihres Kindes. 

2. Die emotionale Kompetenz bei Kindern lässt sich zu Hause oder auch in der Kita stärken

Um bei den Kleinen die emotionale Entwicklung zu fördern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit gezieltem Training, dass sich leicht in den Alltag integrieren lässt, können langfristig emotionale und soziale Kompetenz geschult werden. Zudem sollten auch die Erzieher*innen in der Kita feste Strategien verfolgen, um den Kindern zu einer emotionalen Festigkeit zu verhelfen.

2.1 Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes

kinder spielen im kindergarten.

Der Umgang mit anderen Kindern im Kindergarten schult die emotionalen Kompetenzen schon in jungen Jahren.

Wenn das Baby von Beginn an entsprechende feinfühlige Aufmerksamkeit bekommt, wird es schon früh für seine eigenen Gefühle sensibilisiert. Darum ist der entscheidendste Hinweis: Sehr feinfühlig zu sein und auf die Signale des Kindes schnell und adäquat zu reagieren. So lernt Ihr Kind, dass die eigenen Gefühle wichtig sind und lernt schon in jungen Jahren, besser damit umzugehen.

2.2 Kinder dürfen Gefühle zeigen

Ihre Kinder sollten wissen, dass Sie zu jedem Zeitpunkt Gefühle aller Art zeigen dürfen. Auch Wut kommt bei Kindern mal. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind vermitteln, dass es sich um eine normale Emotion handelt, die bei jedem Menschen vorkommt. Anschließend können Sie Ihrem Kind persönliche Ratschläge geben, wie es mit seinem Ärger umgehen kann. Sie sollten versuchen, möglichst individuell auf die Gefühlswelt Ihres Kindes einzugehen.

Tipp: Achten Sie immer darauf, Ihrem Kind zu verdeutlichen, dass Sie niemals seine Person kritisieren, sondern nur sein Verhalten. So schulen Sie auch die Kritikfähigkeit, wobei es sich ebenfalls um eine soziale Kompetenz handelt.

2.3 Sprechen Sie auch über Gefühle

Eltern und Kind reden zusammen

Zeigen ist das eine – reden das andere. Reden Sie auch mit Ihrem Kind regelmäßig über Gefühle.

Natürlich lernen die Kleinsten auch in der Welt der Gefühle vor allem von den Größeren. Als Eltern sollten Sie stets bemüht sein, Ihren Kindern Gefühle dem Alter entsprechend zu erklären. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind über seine Gefühle. Das gilt auch für negative Emotionen wie Wut, Angst oder Trauer. Sie sollten Ihr Kind stets ermutigen, seine Gefühle offen darzulegen. Das stärkt die emotionale Kompetenz bei Kindern und hilft, besser mit den eigenen Gefühlen umzugehen.

2.4 Gehen Sie auf die Gefühle Ihres Kindes ein

Um die emotionale Kompetenz bei Kindern zu fördern, ist es am besten, Sie unterstützen Ihr Kind dabei, einen gewaltfreien Umgang mit seinen Gefühlen zu finden.
Bei einem Trotzanfall empfiehlt es sich, auf die Emotionen des Nachwuchses einzugehen und zu trösten: „Was hältst du davon, wenn wir zusammen schaukeln, damit du dich nicht mehr so ärgerst?“.

2.5 Fördern Sie die Empathie Ihres Kindes

Ein gutes “Empathie-Training” ist es, das Kind aufzufordern, sich hin und wieder in andere hineinzuversetzen. Beispielsweise so:“ Stell dir mal vor, du wärst an seiner Stelle. Was würdest du fühlen?“. Mit genug Übung verinnerlicht Ihr Kind dieses Verhalten und setzt es auch im Alltag ein und entwickelt so Empathie und Umsicht.

2.6 Vermeiden Sie Stereotypen

Um die emotionale Kompetenz bei Kindern zu fördern, ist auch Freiheit von enormer Bedeutung. Vermeiden Sie aus diesem Grund Stereotypen, die Ihrem Kind ein bestimmtes Verhalten vorschreiben. Stereotypen sind zum Beispiel veraltete Vorstellungen wie Ein richtiger Junge kennt keinen Schmerz“ oder „Mädchen spielen nicht mit Autos“. Damit werden Kinder eher verunsichert und zur Emotionsunterdrückung verleitet. Stattdessen sollten Sie Ihrem Kind verständlich machen, dass es alles machen kann, woran es Spaß hat und es stets frei seine Gefühle zum Ausdruck bringen kann.

2.7 Bieten Sie Ihrem Kind nähe an

Kind umarmt Mutter

Zeigen Sie Ihrem Kind stets Nähe und Zuwendung.

Hat Ihr Kind mal die Zornesröte im Gesicht, braucht es Aufmerksamkeit. Bleiben Sie in der Nähe Ihres Kindes und bieten Sie ihm an, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann. Sie sollten Ihr Kind niemals wegschicken, wenn es wütend ist.

2.8 Nutzen Sie Bücher und Spiele zur Förderung

Übungen aus Büchern und Spielen eignen sich hervorragend zur Emotionsregulation. Dabei können Kinder ihre Gefühle ergründen und spielerisch erfahren, wie sie damit umgehen sollten. Das funktioniert zu Hause, im Kindergarten oder auch im Grundschulalter. Empfehlenswerte Bücher sind „Anna und die Wut“ oder „Ein Dino zeigt Gefühle“.

Auch für die Eltern gibt es zahlreiche Ratgeber, die darüber aufklären,  wie Sie Ihren Kindern am besten unter die Arme greifen können. Eines der bekannteren Fachbücher ist die „Emotionale Kompetenz bei Kindern“ von Franz Petermann und Silvia Wiedebusch.

3. Entwicklungsstörungen lassen sich nur schwer selbst erkennen

Kind nachdenklich am Meer

Die emotionale Kompetenz bei Kindern kann von Entwicklungsstörungen gehemmt werden. Stellen Sie eine solche fest, wenden Sie sich umgehend an einen Kinderarzt.

Entwicklungsstörungen haben nicht immer erkennbare Ursachen, können sich jedoch in hohem Maße negativ auf die soziale und emotionale Kompetenz bei Kindern auswirken. Es spielen viele Faktoren hinein, wie zum Beispiel Vererbung, Ernährung oder der soziale Umgang. Außerdem gibt es zahlreiche Entwicklungsstörungen mit unterschiedlichen Schweregraden. Eine allgemeine Bestimmung ist daher kaum möglich.

Erst im direkten Vergleich zu Gleichaltrigen ist eine Entwicklungsstörung erkennbar. Sollten Sie einen entsprechenden Verdacht haben, sollten Sie sich von Ihrem Kinderarzt eine entsprechende Überweisung für einen Psychologen ausstellen lassen.

4. Eine Entwicklungsstörung sollte entsprechend therapiert werden

Entwicklungsstörungen haben im Allgemeinen eine ungünstige Prognose. Aber durch eine moderne Therapie und frühzeitige Medikation können die Symptome weitestgehend gemindert werden. Zu einer vollständigen Genesung kommt es jedoch nur selten.

Bei einer tatsächlichen Entwicklungsstörung des Kindes ist es wichtig, dass Sie sich umfassend mit der Erkrankungen auseinandersetzen, um entsprechend auf das Verhalten Ihres Kindes reagieren zu können. Pläne zur Förderung des Kindes sollten Sie im Rahmen der Möglichkeiten Ihres Kindes gemeinsamen mit dem behandelnden Arzt ausarbeiten und umsetzen. Weitere Informationen zu Entwicklungsstörungen finden Sie hier.

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