Wahrnehmungsspiele: Förderspiele für die Sinneswahrnehmung

Wahrnehmungsspiele-Ratgeber
  • Durch Wahrnehmungsspiele lernen Kinder den Umgang mit den verschiedenen Sinnen kennen.
  • Bei Wahrnehmungsspielen steht meist ein Sinn im Fokus. Bei komplexeren Spielen werden die verschiedenen Sinne gleichzeitig benötigt.
  • Nutzen Sie die Neugier der Kinder, um die Fähigkeiten der Sinneswahrnehmung zu verbessern.

Was sind eigentlich Wahrnehmungsspiele und welche gibt es? Welche Punkte stehen dabei im Fokus und in welchem Alter ist es sinnvoll, Wahrnehmungsspiele zu integrieren?

In unserem Ratgeber beschäftigen wir uns mit all diesen Fragen. Sie erfahren, welche Spielideen es gibt und welche Vorteile Wahrnehmungsspiele mit sich bringen. Zudem erklären wir verschiedene Spiele, die Sie mit einer Gruppe von Kindern durchführen können.

1. Wahrnehmungsspiele schärfen die Sinne

Kennenlernspiele Kindergarten

Die Wahrnehmung lässt sich auf viele verschiedene Arten schulen.

Das Ziel bei Wahrnehmungsspielen liegt darin, die einzelnen Sinne anzusprechen und die Umwelt aktiv und bewusst wahrzunehmen. Was sich vielleicht für viele sehr logisch anhört, ist jedoch nicht bei jedem Kind besonders ausgeprägt. Zudem funktioniert die Wahrnehmung bei Kindern, wie eine Studie der Universität Ohios zeigt, anders als die eines Erwachsenen.

Einige Kinder beschäftigen sich nur sehr wenig mit bestimmten Sinnen. Sie erkennen den Nutzen (noch) nicht. Daher sollen Sie mit Hilfe spezieller Spiele lernen, Ihre Wahrnehmung zu verbessern.

Neben der reinen Sensibilisierung für die verschiedenen Sinne zielen viele Wahrnehmungsspiele darauf ab, bereits erworbene Fähigkeiten zu nutzen, um das Spiel damit zu lösen. Spiele im Bereich der Sinneswahrnehmung beziehen sich auf die fünf Sinne:

  • Riechen
  • Hören
  • Fühlen
  • Schmecken
  • Sehen

Durch gezieltes Ein- oder Ausschalten bestimmter Sinne lernen Kinder die Bedeutung des Sinns kennen. Zusätzlich erleben Sie, dass Sie trotz des Verlusts eines oder mehrerer Sinne in der Lage sind, eine an sie gestellte Aufgabe zu lösen.

2. Den Geruchssinn herausfordern

Wahrnehmungsspiele Ideen

Die olfaktorische Wahrnehmung lässt sich nicht nur in der Natur fördern.

Unser Geruchssinn lässt im Vergleich zu vielen Tieren zu wünschen übrig. Dennoch haben wir genügend Riechzellen um Tausende verschiedener Gerüche unterscheiden zu können. Ein Spiel, um diesen Sinn zu testen, ist Memory mit Gerüchen.

Sie benötigen für dieses Spiele einige Filmdosen (falls noch welche aus früheren Zeiten übrig sind) oder leere Cremedosen. Wichtig ist, dass diese undurchsichtig sind. Füllen Sie nun verschiedene Gewürze in die Dosen. Dabei muss jedes Gewürz in zwei Döschen enthalten sein.

Im Anschluss verschließen Sie den Deckel und stechen ein paar Löcher hinein. Nummerieren Sie jetzt die einzelnen Dosen mit Ziffern und notieren Sie in Klammern den Geruch. Die doppelt vorhandenen Gewürze erhalten selbstverständlich die gleiche Nummer.
Vermischen Sie die Döschen und das Memory-Spiel kann beginnen. Gewonnen hat, wer am meisten Paare erschnüffelt.

Tipp: Achten Sie beim Spiel genau darauf, dass keines der Kinder die Döschen umdreht und sich die Zahlen ansieht.

Selbstverständlich eignen sich neben Gewürzen auch zahlreiche andere Duftstoffe. Wichtig ist nur, dass der Geruch relativ deutlich wahrnehmbar ist. Sofern Sie keine Kindergarten-Spiele suchen, sondern das Spiel für Erwachsene abwandeln möchten, greifen Sie doch einmal zu exotischen Gerüchen.

3. Die auditive Wahrnehmung schulen

Morgenkreis

Bei vielen Wahrnehmungsspielen arbeiten Sie in der Gruppe.

Jeden Tag prasseln unzählige Geräusche auf ein Kind ein. Dies kann ein Auto, ein Rasenmäher oder auch ein Vogel sein, der singt. Aber wie sieht es mit der Zuordnung von Geräuschen aus? Um diesen Aspekt zu schulen, dient das Spiel Konzert der Tiere.

Bei diesem Kindergarten-Spiel setzen Sie sich mit Ihrer Gruppe in einen Kreis. Nun teilen Sie jedem Kind eine Tierstimme zu. Dies sollten Tiere sein, bei denen jedes Kind ein Geräusch zuordnen kann, also beispielsweise:

  • Hund
  • Katze
  • Schwein
  • Kuh
  • Esel
  • Frosch

Ein Kind kommt nun in die Mitte des Kreises. Verbinden Sie die Augen. Nun drehen Sie das Kind kurz, damit es nicht mehr genau weiß, wo wer sitzt. Alle Kinder beginnen nun gleichzeitig das Geräusch des Tieres zu machen, welches Sie ihnen zugeteilt haben.

Die Aufgabe des Kindes in der Mitte ist es, ein bestimmtes Tier, dass Sie bestimmen, herauszufinden. Sind die Kinder bereits etwas älter und die Aufgabe fällt sehr leicht, können Sie immer zwei Kindern das gleiche Geräusch zuordnen. Die neue Aufgabe wäre es dann, die Paare zuzuordnen.

Tipp: Da kleinere Kinder das ihnen zugeordnete Tier teils schnell vergessen, können Sie mit Tierkärtchen arbeiten, die Sie in der Gruppe verteilen.

4. Der Tastsinn im Alltag und in der Natur

Fühlen und Tasten:

Die Begriffe werden in der Fachsprache auch als haptische und taktile Wahrnehmung bezeichnet.

Kinder fassen häufig Gegenstände an, um sich Formen einzuprägen. Zwischenzeitlich nehmen Babys fasst jedes Objekt, dass Sie ihnen geben, in den Mund, um diesen zu erfühlen. Mit der Zeit gewinnt jedoch die visuelle Wahrnehmung die Oberhand, sodass immer weniger Objekte tatsächlich angefasst werden.

Um den bedeutenden Tastsinn zu stärken, eignen sich Wahrnehmungsspiele in der Natur perfekt. Gehen Sie mit einer Gruppe Kinder in den Wald. Gehen Sie an eine Stelle, an der sich möglichst viele verschiedene Bäume befinden.

Wahrnehmungsspiele mit Wasser

Ist der richtige Baum gefunden, ist die Freude groß.

Als nächstes verbinden Sie einem Kind die Augen und führen es zu einem Baum. Geben Sie dem Kind ein bis zwei Minuten Zeit, um den Baum zu ertasten. Nun führen Sie das Kind wieder zurück. Nehmen Sie die Augenbinde ab und die Suche nach dem einen Baum kann beginnen.

Selbstverständlich können Sie den Tastsinn nicht nur im Freien fördern. Eines der Förderspiele für Drinnen ist die erneute Abwandlung des Klassikers Memory. Bekleben Sie einzelne Kärtchen paarweise mit unterschiedlichen Materialien und spielen Sie das Wahrnehmungsspiel mit verbundenen Augen.
Als Materialien eignen sich z.B. Watte, Kork, Pappe, Filz, Baumrinde, Sand oder Split.

5. Geschmacksrichtungen kennen- und unterscheiden lernen

schmecken

Kinder lernen neue Obst- und Gemüsesorten kennen.

Häufig wird Essen zwar wahrgenommen und interpretiert. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn wir nichts sehen können? Einfache Wahrnehmungsspiele ermuntern die Kinder, verschiedene ungewohnte Dinge auszuprobieren.

Machen Sie einen Geschmackstest. Schneiden Sie dazu verschiedenes Obst in gleich große Stücke. Zum Testen eignen sich nahezu alle Obst- und viele Gemüsesorten, wie etwa Äpfel, Birnen, Bananen, Kiwis, Pflaumen, Nektarinen, aber auch Paprika, Möhren oder Tomaten.

Stellen Sie für jedes Kind einen Teller bereit. Decken Sie die Teller mit einer Haube ab, damit niemand vorab etwas sehen kann. Nun verbinden Sie dem Kind, welches an der Reihe ist, die Augen und lassen es testen.
Manche Kinder sind in der Lage, viele Obstsorten zu erkennen, andere haben hier deutliche Defizite.

Um das Spiel etwas spannender zu machen, können auch zu etwas intensiveren Früchten, wie Zitronen oder Ingwer, greifen.

Achtung: Klären Sie mit den Eltern im Vorhinein ab, ob etwaige Lebensmittelallergien bestehen.

6. Übungen der visuellen Wahrnehmung

visuelle Wahrnehmung schulen visuelle Wahrnehmung Übungen

Dieses Spiel bringt Vertrauen mit sich.

Im Bereich des Sehens gibt es zahlreiche Spielideen für Kinder. Gehen Sie beispielsweise gemeinsam in die Natur. Lassen Sie die Kinder nun ganz viele verschiedene Dinge suchen, die unterschiedliche Farben aufweisen. Dabei bewegen sich die Kinder extrem viel und sind erst einmal gut beschäftigt.

Im Anschluss geht es ans gemeinsame Sortieren. Welcher Gegenstand hat welche Farbe? Mit Farben können Sie wunderbar arbeiten. Sie können jede Farbe benennen, sie nach der Helligkeit ordnen oder in gemeinsame Gruppen einteilen.

Für etwas ältere Kinder eignet sich das Spiel Führung. Ein Kind führt jeweils ein anderes mit verbundenen Augen durch einen Raum. Dabei sollen alle Dinge erklärt werden, die ein Hindernis sind oder aber an bestimmten Stellen stehen.
Dieses mit Bewegung verbundene Spiel schult zusätzlich die Konzentration und vermittelt ein Verantwortungsbewusstsein.

7. Die verschiedenen Sinne kombinieren

Wahrnehmungsspiele mit Ballons

Mit einem Ballon lässt sich viel erreichen.

Wenn Sie Wahrnehmungsspiele durchführen, muss nicht immer ein Sinn im Mittelpunkt stehen. Arbeiten Sie beispielsweise mit Bällen oder mit Luftballons, um verschiedene Aspekte zu kombinieren.

Bilden Sie zunächst Zweierteams. Nun ist die Aufgabe eines jeden Teams, einen Ballon, Ball oder etwas Ähnliches zwischen den beiden Rücken zu behalten und sich dabei zu bewegen. Zusätzlich können Sie Bedingungen einbauen, wie etwa, nur bewegen, wenn

  • die Musik läuft (um ein Gefühl für Rhythmik zu vermitteln)
  • oder die Übung mit verbundenen Augen durchführen (ist für kleine Kinder meist zu schwer)

Alternativ wechseln Sie die Position. Halten Sie einen Ballon z.B. zwischen den Köpfen, den Bäuchen oder dem Po. Dieses Spiel lässt sich gut mit geistig Behinderten (je nach Einschränkung) spielen, da es ohne große Erklärungen und mit wenig Sprache auskommt.

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