Wohnung kühlen: 10 Tipps und Tricks für den Hitzeschutz in den eigenen vier Wänden

   
von Falk S. - letzte Aktualisierung:
Wohnung kuehlen, Kind mit Ventilator

Die Hitzewellen im Sommer werden länger und häufiger, und mit ihnen gehen meist zahlreiche Empfehlungen von Ärzteseite einher. Einer der Grundaspekt davon ist das Vermeiden der direkten Sonnenstrahlung besonders zur Mittagszeit, alle Aktivitäten im Freien sollen wenn möglich auf den Morgen oder den Abend fallen. Doch das löst nur einen Teil der Probleme. Denn auch in der Wohnung ist die Hitze für viele Menschen, besonders aber für Kinder und Babys, schwierig zu ertragen. Ohne Klimaanlage kann gerade das Einschlafen schnell zum Härtefall werden.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Möglichkeiten auf, wie Sie die Hitze in Ihrer Wohnung reduzieren können, um eine erträgliche Ausgangslage für Kinder wie auch für Eltern zu schaffen.

1. Die Lichtdurchlässigkeit der Fenster setzt das Fundament für die Zimmertemperatur

Ob nachts oder tagsüber, an heißen Tagen sind Kinder besonders stark von den Effekten betroffen.

Natürlich ist jede Wohnung unterschiedlich und bestimmte Bauweisen oder Lagen bieten Vorteile oder Nachteile bei der Hitzeentwicklung, welche Sie nicht beeinflussen können. Manche Wohnungen sind schon bei milden Temperaturen ein wahrer Backofen, während andere alles außer einer Hitzewelle kühl überstehen. Doch auch wenn die Voraussetzungen unterschiedlich sind, lässt sich in jedem Fall noch nachbessern.

Dabei sollten die Fenster Ihre erste Anlaufstelle sein. Hier lässt sich oft schon mit wenig viel ausrichten, etwa mit dem richtigen Rollladen. Und wenn Sie stärkere Hitzereduktion benötigen, kann eine Sonnenschutzfolie an der richtigen Stelle wahre Wunder wirken. Die Temperaturreduktion kann hierbei im zweistelligen Bereich liegen.

1.1. Rollos mit Verdunkelungsgrad und Thermorollos

Von einfachen Rollos über Thermorollos mit Alufolie bis zu Sonnenschutzfolien: An den Fenstern können Sie viel für die Temperatur im Haus tun.

Die Wahl der richtigen Fenster-Verdunkelung hängt stark vom Einfallwinkel der Sonnenstrahlen und der Hitzebildung in der Wohnung ab. Für leichte Fälle kann es bereits genügen, etwa durch Plissees leichte Abdunklung zu schaffen. Dies hilft im Kinderzimmer bei Einschlafproblemen aufgrund von Helle und Wärme.

Muss mehr von einem Rollo geleistet werden, sollte ein Produkt mit hohem Verdunkelungsgrad gewählt werden. Dadurch wird Sonnenlicht teilweise abgewiesen, doch natürlich wärmt sich die Fensterpartie trotzdem auf. Thermorollos verfügen über eine hitzeabweise Schicht, meist eine Alufolie, an der Rückseite. Diese reflektiert die Strahlen zurück, anstatt sie nur abzuschwächen. Daher eignen sich Thermorollos bei stärkerer Hitzebildung.

1.2. Sonnenschutzfolien

Größere Fensterfronten sind gerne gesehen, da sie die Wohnung heller und freundlicher machen. Doch bei einer Hitzewelle sind sie auch besonders problematisch. Die Glasfläche verwandelt Zimmer im Sommer in Saunas, und ohne Klimaanlage die Wohnung zu kühlen wird zur Unmöglichkeit. Einfacher ist es, die Glasfront gleich im Voraus auszugleichen.

Eine Sonnenschutzfolie kann effektiv vor der Sonnenwärme schützen und die Raumtemperatur deutlich senken. Sie werden idealerweise außen angebracht, um Sonnenstrahlen direkt zu reflektieren, bevor sie auf das Glas treffen.

Achtung: Für ein Dachgeschoss sollte bei Dachfenster die Folie nur außen angebracht werden. Durch die extreme Sonneneinstrahlung bei Schrägverglasungen ist bei einer Innenmontage die Spannung im Glas eventuell zu hoch.

Bei senkrechten Fenstern ist auch eine Innenmontage möglich, abhängig von der Glasart. Der Sonnenschutz ist dabei jedoch etwas geringer. Wenn sie die Wohnung also ideal kühlen wollen, ist eine Außenmontage die erste Wahl.

2. Die richtige Durchlüftung verhindert gestaute Hitze

Lüften am Mittag

Auch wenn meist von Lüften zur Mittagszeit abgeraten wird, gibt es keinen allgemeinen Konsensus. Manche Tipps und Tricks beinhalten auch eine Nennung von Vorteilen beim Mittagslüften. Das hängt allerdings stark davon ab, wie viele Menschen sich in einer Wohnung aufhalten. Bei mehreren Menschen erwärmt die Körpertemperatur die Wohnung, daher kann sich in diesem Fall auch ein Mittagslüften anbieten.

Bei extremer Hitze die Wohnung zu kühlen und die Wohnung auch kühl zu halten sind zwei unterschiedliche Faktoren. Denn kurzfristig gekühlt geht meistens schnell: Man reißt die Fenster auf und genießt die hereinströmende Luft. Doch in der Mittagszeit rächt sich der Effekt oft schon nach kurzer Zeit. Die warme Luft von draußen heizt die Wohnung nur noch weiter auf.

Daher gilt es, mit Bedacht zu lüften. Am besten ist ein Stoßlüften am frühen Morgen und am Abend. Alle Fenster sollten gleichzeitig geöffnet werden, um einen Luftstrom zu erzeugen. Und wenn Sie die Möglichkeit haben, auch nachts die Fenster geöffnet zu lassen, kann das die Schlafqualität eventuell stark erhöhen.

3. Feuchte Tücher und Laken können die Luft in der Wohnung kühlen

Tipp: Trocknende Handtücher können mit Verdunstungskälte die Wohnung runterkühlen. Ein einfaches, aber effektives Hausmittel.

Verdunstungskälte nennt man den Vorgang, bei dem trocknende Materialien der Umgebungsluft Wärme entziehen. Dies können Sie sich zunutze machen, indem Sie Tücher und Laken mit kaltem Waser tränken. Anschließend wird der Stoff etwas ausgewrungen und im Haus aufgehängt.

Wenn das Wasser verdampft, haben Sie dabei die angenehmer Begleiterscheinung, Ihre Wohnung zu kühlen. Natürlich macht der Vorgang aber gutes Lüften noch wichtiger. Denn die Luftfeuchtigkeit wird sich stark erhöhen. Geben Sie der Feuchtigkeit keine Möglichkeit zum Entzug, steigt auch das Schimmelrisiko in Ihrer Wohnung an.

4. Was tun, wenn die Hitze nicht weicht?

Ohne Ventilator wird die kurzfristige Abkühlung in der Wohnung schwieriger.

Wenn Sie bei extremer Hitze dennoch nicht die Wohnung angemessen kühlen können, oder wenn sie sich nicht kühl halten lässt, müssen Sie stattdessen sich und Ihre Familie kühl halten.

Besonders für Kinder ist das Überhitzen ein hohes Risiko, das es bestmöglich zu senken gilt. Hier gibt es nicht einen Trick, sondern eine Vielzahl an Kleinigkeiten, die Sie beachten können.

  • Viel trinken! Kühle, aber nicht eiskalte Getränke über den ganzen Tag verteilt. Wasser oder verdünnte Obstsäfte gleichen den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen aus. Auch Obst und Gemüse helfen.
  • Ohne Klimaanlage wird der Ventilator wichtig. Mit Ventilator wird zwar eine Wohnung nicht gekühlt, aber zumindest die Person davor. Bei extremer Hitze besteht jedoch das Risiko, eine Überhitzung nicht zu bemerken, da Ventilatoren die Umgebung nicht tatsächlich abkühlen!
  • Höchstens lauwarm duschen, nicht kalt. Bei Kontakt mit kaltem Wasser versucht der Körper dies auszugleichen und die Körpertemperatur steigt.
  • Teppiche einlagern. Besonders dicke Teppiche sind Wärmespeicher. Im Sommer sollten sie eventuell in den Keller.
  • Nicht unbedingt nötige elektrische Geräte ausschalten. Auch die geringe Erhitzung summiert sich.
  • Selbst wenn sie eine gute Isolation nicht ersetzen, können Pflanzen an der Hauswand zusätzlich isolieren.
  • Das Bettlaken in den Kühlschrank zu packen kann das Einschlafen erleichtern. Gerade für Kinder können die Nächte sonst oft schlaflos werden.
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