Schwimmunterricht in der Grundschule: Tipps zur Gestaltung und Durchführung

maedchen beim schwimmunterricht in der grundschule
Muss die Grundschule Schwimmunterricht anbieten?

Grundsätzlich besteht eine gesetzliche Verpflichtung. Faktisch setzen sich einige Schulen allerdings darüber hinweg, da die Durchführung des Schwimmunterrichts eine weniger beliebte Aufgabe darstellt.

Wie könnte der Schwimmunterricht ablaufen?

Für den Beginn einer Schwimmstunde eignen sich vor allem spielerische Übungen, bei denen die Kinder ihre Hemmungen gegenüber dem Wasser verlieren.

Gibt es spezielle Tipps, um Kindern das Schwimmen zu erleichtern?

Es existieren zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, den Schwimmunterricht zu gestalten. Besonders wichtig ist dabei eine positive Atmosphäre. Nur so ist es möglich, dass sich bei Kindern keine Ängste aufbauen.

Der Schwimmunterricht in der Grundschule gehört bei vielen Kindern nicht zu den beliebtesten Angelegenheiten. Doch nicht nur Kinder, sondern auch viele Lehrer tun sich schwer damit, Kindern das Element Wasser näherzubringen.

Genau dies ist ein Grund, warum nach wie vor viel zu viele Kinder nicht schwimmen können und die Grundschule als Nichtschwimmer verlassen.

1. Der Schwimmunterricht ist Pflicht

zwei kinder lernen schwimmen

Jedes Kind sollte schwimmen lernen, egal ob in der Schule oder privat.

Dass jedes Kind in der Lage sein sollte, sicher zu schwimmen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Leider zeigt sich in der Realität ein völlig anderes Bild. Laut einer durch die DLRG in Auftrag gegebene Umfrage zeigt sich, dass lediglich 40 % aller 6- bis 10-jährigen Kinder ein Jugendschwimmabzeichen besitzen.

Auch wenn etwas mehr Kinder bereits erste Erfahrungen mit dem Wasser sammeln konnten und das Seepferdchen-Schwimmabzeichen besitzen, so reicht dies keineswegs aus, um als sicherer Schwimmer zu gelten.

Sowohl Eltern als auch Lehrer sollten daher besonders darauf achten, dass möglichst alle Kinder die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen. Auf die Frage, ab wann Kinder schwimmen können sollten, gibt es indes keine einheitliche Antwort, da einige Experten die Verantwortung hier eher bei den Eltern, andere wiederum bei den Schulen sehen.

Aufgrund des meist nur schwach ausgeprägten Schwimmunterrichts in der Schule können Kinder idealerweise bereits schwimmen, bevor sie eingeschult werden. Dies verbessert die Möglichkeiten für jede Lehrkraft und sorgt für Sicherheit bei den Kindern.

In der Schule ist der Schwimmunterricht ab der 3. Klasse Pflicht. Laut Lehrplan sind in der Schule mindestens 30 Minuten pro Woche für ein Jahr dem Besuch des Schwimmbads vorbehalten.
Inwiefern in dieser Zeit ein über die bloße Wassergewöhnung hinausgehender Schwimmunterricht tatsächlich möglich ist, bleibt allerdings fraglich.

Vielfach nehmen der Weg zum Schwimmbad sowie das Umziehen sehr viel Zeit in Anspruch, sodass für ein effektives Training nur wenig Raum verbleibt.

Trotz der Verpflichtung, Schwimmunterricht an Grundschulen durchzuführen, gibt es zahlreiche Grundschulen, bei denen das Gesetz keine Beachtung findet.

2. Die Anforderungen an das Lehrpersonal steigen

grundschullehrerin hilft kindern beim schwimmunterricht

Haben Sie keine Angst vor der Herausforderung, Kindern das Schwimmen beizubringen.

Leider ist es nicht ganz einfach, den Schwimmunterricht in der Grundschule zu organisieren. Es bedarf stets zwei Aufsichtspersonen, die die Kinder im Schwimm- oder Freibad im Blick behalten. Zudem muss die jeweilige Lehrkraft stets in der Lage sein, Kinder aus einer Gefahrensituation retten zu können. Beim Training in eingeschränkter Wassertiefe (bis 1,20 m) ist dies allerdings leicht zu bewältigen.
Entsprechende Scheine müssen dennoch vorliegen.

Die Verantwortlichkeit im Schwimmunterricht liegt stets bei der beaufsichtigenden Lehrkraft. Im Gegensatz zum normalen Sport zieht dies eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Schwimmen lernen im Wasser nach sich.
Selbst wenn ein Schwimmlehrer im Hallenbad anwesend ist, so entbindet dies den Lehrer bzw. die Lehrerin nicht von der Aufsichtspflicht.

Tipp: Teilen Sie die Gruppe von Schülern entsprechend ihrer Fähigkeiten auf, sodass Kinder, die bereits schwimmen können, Nichtschwimmern helfen können.

3. Der Ablauf des Schwimmunterrichts in der Praxis

eine lehrerin macht mit kindern uebungen im schwimmunterricht

Lockern Sie sich mit den Kindern im Wasser auf.

Auch wenn es einfachere Aufgaben gibt, als den Schwimmunterricht an der Grundschule oder auch im Gymnasium zu organisieren, so sollten Lehrer dies als Chance begreifen. Aktuelle Informationen zeigen, dass viel zu viele Kinder nach wie vor nicht in der Lage sind, richtig zu schwimmen. Wenn auch nur ein Kind durch solch eine Maßnahme gerettet wird, so hat sich der gesamte Schwimmunterricht mehr als bezahlt gemacht.

In der Grundschule heißt es in erster Linie, Übungen zu finden, bei denen Kinder sich spielerisch mit dem Bewegungsraum Wasser vertraut machen. Spiele eignen sich an dieser Stelle hervorragend, um Kindern die Scheu vor dem nassen Element zu nehmen.

Idealerweise umfassen die Spiele unterschiedliche Bewegungen im Wasser, die Kinder dazu zwingen, sich etwas näher mit dem ungewohnten Nass auseinanderzusetzen.
Folgende Fertigkeiten sollten daher gefordert sein:

  • Stehen, Gehen und Laufen
  • sich treiben lassen (den Auftrieb kennenlernen)
  • eine Rolle im Wasser machen (als Vorbereitung aufs Tauchen)

Erst in einem zweiten Schritt sollte es darum gehen, Kindern spezifische Schwimmtechniken näherzubringen.

Wie dies im Detail ablaufen könnte, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

4. Tipps zur Gestaltung des Schwimmunterrichts

kinder halten sich am beckenrand fest

Untertauchen zu lernen erleichtert Kindern die anschließenden Schwimmübungen.

Der Schwimmunterricht muss nicht immer auf klassische Weise ablaufen. Selbstverständlich spricht nichts gegen typisches Material wie Schwimmbretter oder Poolnudeln. Dennoch gibt es einige andere Aspekte, die weitaus wichtiger sind, um Kindern Schwimmen beizubringen.

Versuchen Sie es doch beispielsweise einmal umgekehrt. Anstelle des üblichen Ablaufs, zunächst Schwimmen und anschließend Tauchen zu lernen, beginnen Sie mit den ersten Tauchversuchen im flachen Wasser, in dem alle Kinder stehen können.

Versuchen Sie es mit verschiedenen Schritten. Lassen Sie die Kinder beispielsweise ein Ohr ins Wasser halten und versuchen, die Geräusche unter Wasser wahrzunehmen.
Etwas schwerer wird die Übung, sobald sich beide Ohren unter Wasser befinden.

Als nächstes können Sie sich damit beschäftigen, unter der Wasseroberfläche auszuatmen. In einem weiteren Schritt können Sie den Wechsel zwischen Aus- und Einatmen hinzufügen, indem unter Wasser aus- und über Wasser eingeatmet wird.

Beherrschen Kinder diese Techniken bereits vor dem eigentlichen Schwimmbeginn, sinkt die Scheu davor, den Kopf unter Wasser zu haben und die Technik verbessert sich von Beginn an.

5. Übungskarten und Literatur für den Schwimmunterricht

30 x Schwimmen für 90 Minuten: Fertige Stunden von Wassergewöhnung bis zur Verbesserung der Schwimmtechnik
  • Friederike Neubauer
  • Herausgeber: Verlag an der Ruhr
  • Auflage Nr. 1 (01.04.2013)
  • Taschenbuch: 88 Seiten
Schwimmen unterrichten: Grundwissen - Praxisbausteine (1. bis 10. Klasse)
  • LASPO*, Beck, Kraus, Schmitt, Unger, Weiß
  • Herausgeber: Auer Verlag in der AAP Lehrerfachverlage GmbH
  • Auflage Nr. 9 (24.10.2007)
  • Taschenbuch: 244 Seiten
Wasserfeste Übungskarten für den Schwimmunterricht: Wassergewöhnung, Schwimmtechniken, Spiele im Was ser, Rettungsschwimmen, Kondition & Koordination (Alle Klassenstufen)
  • Beck, Kraus, Schmitt, Steger, Weiß
  • Herausgeber: Auer Verlag in der AAP Lehrerfachverlage GmbH
  • Auflage Nr. 3 (04.08.2017)
  • Taschenbuch: 40 Seiten

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