Mutter-Sohn-Beziehung: Mit diesen Tipps stärken Sie das Verhältnis

Mutter hält Sohn in Arm
  • Die Mutter-Sohn-Beziehung ist sehr komplex und beruht einerseits auf einer engen Beziehung, andererseits auf der Fähigkeit, loslassen zu können.
  • Überfürsorgliche Eltern neigen dazu, ihr Kind mit Liebe zu ersticken. Oftmals fällt Kindern die später notwendige Abnabelung so extrem schwer.
  • Eine auf Vertrauen basierende Beziehung zwischen Mutter und Sohn hilft Jungen dabei, in der Pubertät nicht auf die schiefe Bahn zu geraten.

Eine gute Mutter-Sohn-Beziehung hilft Kindern dabei, sich im späteren Leben zurechtzufinden. Aber wie ist es möglich, dass Mutter-Sohn-Verhältnis zu stärken? Inwieweit ist eine zu enge Bindung gefährlich und beeinflusst die zukünftige Entwicklung?

In unserem Artikel erfahren Sie, welche Auswirkungen die verschiedenen Arten der Mutter-Sohn-Beziehung auf das spätere Leben haben können. Zudem geben wir Tipps, wie Sie Beziehungsproblemen frühzeitig entgegenwirken können.

1. Eine funktionierende Mutter-Sohn-Beziehung sorgt für Selbstvertrauen

Mutter und Sohn halten sich gegenseitig fest

Eine gesunde Beziehung hält ein Leben lang.

Für die meisten Mütter ist es ganz selbstverständlich, dass sie ihr Kind stärken möchten, um dafür zu sorgen, dass er später in der Lage ist, allein durchs Leben zu gehen und über einen gefestigten Charakter verfügt.

In den ersten Lebensjahren gibt es kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Auch wenn die Beziehung zwischen Mutter und Sohn teils als enger beschrieben wird, so benötigen sowohl Mädchen als auch Jungen jede Menge Zuneigung.
Damit sich eine intensive Bindung aufbaut, ist Vertrauen notwendig.

Sowohl für Mütter als auch für Söhne gibt es jedoch einige Besonderheiten. Für jede Mutter ist es etwas Neues, die Bedürfnisse eines Jungen in frühen Jahren kennenzulernen. Die Erfahrungen als Mädchen durften sie indes schon machen, sodass dies eine weniger große Faszination ausübt.

Für Jungen ist hingegen besonders der Aspekt der Nähe und Geborgenheit von entscheidender Bedeutung, da diese Bereiche in der nach wie vor eher männlich dominierten Welt Schwäche symbolisieren. Während Mädchen sich auch bei einer Freundin ausweinen können, kommt dies bei Jungen fast nie vor. Ansprechpartner in schwierigen Situationen ist daher häufig die Mutter.

Achtung: Auch wenn die Mutter-Sohn-Beziehung tendenziell etwas enger ist als eine Mutter-Tochter-Beziehung, bedeutet dies keineswegs, dass es in jedem Fall so ist.

2. Krankhafte Beziehungen prägen das gesamte Leben

Ist die Beziehung zwischen Mutter und Sohn gestört, hat dies massive Auswirkungen auf das spätere Verhalten.
An dieser Stelle gibt es im Wesentlichen zwei Extreme, die problematisch sind.

2.1. Zu viel Liebe macht aus Männern Muttersöhnchen

Männer leben länger zu Hause:

Für junge Männer scheint es bei den Eltern relativ angenehm zu sein. Wie das Statistische Bundesamt herausfand, leben bei den Männern im Alter von 30 Jahren noch erstaunliche 12 % bei den Eltern, während es bei den Frauen nur noch 5 % sind.

Zugegeben, dieser Satz ist ein wenig provokant. Gibt es das eigentlich, zu viel Liebe? An sich muss an dieser Stelle ein klares Nein stehen. Es kommt jedoch darauf an, wie sich diese Zuneigung äußert.

Klammert sich eine alleinerziehende Mutter sehr stark an ihren Sohn und ersetzt damit ihre nicht existierende Partnerschaft, so können Jungen nicht lernen, sich von der Mutter zu lösen und später eine eigene Beziehung zu einer Frau einzugehen.

Die Psychologie zeigt, dass Mütter generell dazu neigen, ihren Söhnen mehr Aufgaben abzunehmen. Es gibt beispielsweise nur wenige Jungen, die in der Pubertät ihre Wäsche selbst waschen, während eine Menge Mädchen bereits frühzeitig dazu übergehen.

Dieses eigentlich gut gemeinte Verhalten sorgt jedoch dafür, dass Jungen weniger schnell selbstständig werden und lange Zeit auf ihre Mutter angewiesen sind.
Je länger diese Phase anhält, desto problematischer wird die in jedem Fall erforderliche Abnabelung von der Mutter.

Versuchen Sie also, Ihrem Sohn bereits frühzeitig etwas mehr zuzutrauen, um selbstständig zu werden und mehr Selbstvertrauen zu entwickeln.

Achtung: Im schlimmsten Fall entwickelt sich aus zu engen Beziehung ein Ödipuskomplex.

2.2. Zu wenig Liebe – so entstehen traumatische Erlebnisse

Kind sitz allein auf der Couch, während die Mutter am Laptop sitzt

Mangelnde Nähe erschwert eine spätere Bindung.

Bekommen Kinder zu wenig Aufmerksamkeit und können kein Urvertrauen aufbauen, so beeinflusst dies das gesamte spätere Leben. Es kommt immer wieder zu Vertrauensproblemen in einer Partnerschaft oder im Freundeskreis.
Vielen Kindern fällt es schwer, das Leben positiv zu sehen und offen auf Menschen zuzugehen.

Ablehnung, Zurückweisung oder die schlichte Verweigerung von Nähe und Zuneigung traumatisieren Kinder in jedem Alter. An dieser Stelle gilt, dass jüngere Kinder meist mehr leiden und sich die Ereignisse dauerhaft im Unterbewusstsein verankern.

Inwieweit die Mutter-Sohn-Beziehung gestört wird, wenn die Mutter narzistisch ist, sehen Sie in diesem YouTube- Video:

Tipp: Im Zweifel sollte die Mutter-Sohn-Beziehung eher enger ausfallen. Versuchen Sie jedoch, Ihren Sohn stets zu stärken und zu motivieren, auch auf eigenen Beinen zu stehen.

3. Die Mutter-Sohn-Beziehung – ein schmaler Grat zwischen Innigkeit und Loslassen

Mutter und Kind halten sich in den Armen

Die Beziehung zu Ihrem Kind stellt keinen Ersatz einer Partnerschaft dar.

Es ist wichtig, die Beziehung zu einem Kind zu stärken. Dies gilt selbstverständlich für Mütter und Väter sowie Töchter und Söhne gleichermaßen.
Besonders die Mutter-Sohn-Beziehung ist es jedoch, die vielen Jungen dabei hilft, sich selbst zu finden und in ihrer Jugend nicht in die falsche Richtung abzudriften.

Generell neigen Jungen, die keine intensive Beziehung zu ihrer Mutter kennengelernt haben, stark und werden laut Studien eher straffällig.

Liebe und Zuneigung bilden also stets die Basis für eine gesunde Beziehung untereinander. So kann auch ein in der Pubertät häufiger auftretender Mutter-Sohn-Konflikt eher gelöst werden.

Binden Sie Ihren Sohn jedoch nicht an sich. Wenn aus dem Jungen zunehmend ein Mann wird, heißt es, Freiräume zu schaffen. Besonders schwierig gestaltet sich dies für alleinerziehende Mütter sowie Frauen, die unter Trennungs- und Verlustängsten oder Depressionen leiden.
Ein Kind ist jedoch niemals ein Ersatz für einen Partner und sollte daher nicht in die Rolle gerückt werden.

Tipp: Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Mutter-Sohn-Beziehung in irgendeiner Weise problematisch ist, zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu suchen. Dies bringt beiden Seiten nur Vorteile, auch wenn es vielleicht schwer ist, sich dies anfangs einzugestehen.

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Vater-Töchter, Mutter-Söhne
  • Verena Kast
  • Herausgeber: Verlag Herder GmbH
  • Auflage Nr. 1 (05.06.2012)
  • Taschenbuch: 280 Seiten

Mutter & Sohn
  • Bernd Schroeder
  • Herausgeber: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Auflage Nr. 3 (10.02.2004)
  • Gebundene Ausgabe: 168 Seiten

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