Umlagen: Alles was Sie über Umlagen wissen sollten

U2-Umlage-Ratgeber
  • Die Teilnahme an der U2-Umlage ist verpflichtend.
  • Im Gegensatz zur U1-Umlage erfolgt eine volle Kostenerstattung seitens der Krankenkassen.
  • Die tatsächliche Höhe der Umlage richtet sich nach dem Einkommen des jeweiligen Mitarbeiters sowie Ihrer Versicherung als Arbeitnehmer.

In Deutschland existieren verschiedene Umlageverfahren, damit Arbeitgeberaufwendungen von der jeweiligen Krankenkasse erstattet werden können.
In den folgenden Absätzen erfahren Sie, wie hoch die Umlagesätze sind und in welchen Fällen eine Pflicht zur Teilnahme an den Ausgleichsverfahren besteht.

1. Ein Umlageverfahren hilft allen Arbeitgebern bei zusätzlichen Leistungen

Schwangere Frau

Die Schwangerschaft einer Mitarbeiterin stellt einige Unternehmen vor eine große Herausforderung.

Die Höhe der Umlage bestimmt sich nach den erforderlichen Erstattungsleistungen seitens der Krankenkassen. Letztlich sichert ein solches Verfahren die Finanzierung der Lohnfortzahlung von Mitarbeitern.
Kommt es bei einem Unternehmen zu deutlich mehr krankheits- oder schwangerschaftsbedingten Ausfällen, so können die übermäßigen Aufwendungen für den einzelnen Unternehmer durch die gemeinschaftlichen Beiträge aufgefangen werden.

Im Krankheitsfall sowie während der Zeit des Mutterschutzes sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, ihre Arbeitnehmer weiterhin zu bezahlen. Da in dieser Zeit lediglich Ausgaben entstehen, die durchaus beträchtlich sein können, wurde das Umlagensystem geschaffen.

Die folgenden beiden Umlagen werden häufig herangezogen:

  • U1-Erstattung: Dieses Verfahren dient der Erstattung der Lohnfortzahlung durch die Krankenkasse im Krankheitsfall.
  • U2-Umlage: Die U2-Umlage gleicht diejenigen finanziellen Nachteile aus, die Arbeitgebern durch die Mutterschaft einer Mitarbeiterin entstehen.

Achtung: Seit dem 01. Januar 2006 besteht eine Pflicht der Arbeitgeber zur Beteiligung an der U2-Umlage.

2. Arbeitgeber können mit einer 100-prozentigen Erstattung rechnen

100% Schild

Arbeitnehmer werden durch die U2-Umlage voll entschädigt.

Die gesetzlichen Vorschriften zum Mutterschutz unterscheiden zwischen individuellen sowie generellen Beschäftigungsverboten.
Arbeitgeber erhalten jedoch sowohl bei generellen als auch bei individuellen Beschäftigungsverboten ihrer Angestellten den vollen geleisteten Beitrag zurück.

Während der Mutterschutzfrist müssen Arbeitgeber somit zunächst in Vorleistung treten und ihre Beschäftigten weiterhin voll bezahlen. In einem zweiten Schritt erfolgt das Herantreten an die jeweilige Versicherung.
Die AOK, Barmer, TK oder eine andere Krankenkasse erstattet nun in einem zweiten Schritt die entsprechenden Kosten.

Um die U2-Umlage zu finanzieren, zahlt jeder Arbeitgeber einen festgelegten Prozentsatz des Lohns aller Mitarbeiter ein. Im Schnitt bewegt sich der zu zahlende Beitrag zwischen 0,3 und 0,8 Prozent. Die exakte Höhe der Umlage hängt von der Versicherung des Arbeitgebers ab.

Achtung: Auch für privat krankenversicherte Mitarbeiter fällt die U2-Umlage an.

Der Zuschuss, den Unternehmen zum Mutterschaftsgeld zahlen, fällt ebenfalls in den Bereich der Erstattung der U2-Umlage.

3. Wichtige Fragen Antworten – FAQs

Gibt es Besonderheiten bei geringfügig Beschäftigten?

Bei der Berechnung der U2-Umlage können sich Arbeitnehmer ab dem 01.01.2018 über eine Reduzierung der Beitragshöhe freuen.
Der bei der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zu zahlende Beitrag sinkt von 0,3 % auf 0,24 %.

Beachten Sie jedoch den zusätzlichen Beitrag für die U1-Umlage von 0,9 %, den Sie bei der Eingabe in einen Rechner nicht vergessen sollten.
Weiterhin fällt eine Insolvenzgeld-Umlage an, die jedoch lediglich 0,06 % des Einkommens ausmacht.

Holzfiguren

Je nach Versicherung und Tarif bestehen größere Unterschiede bei der U1-Umlage.

Beträgt die Erstattung der U1-Umlage auch 100 %?

Die Krankenkassen reduzieren die Kostenerstattung während dieser Zeit auf 40 % bis 80 %. Dies hängt von dem jeweils gewählten Tarif des Arbeitgebers ab. Besonders kleinere Unternehmen sollten eine eher hohe Kostenerstattung wählen, um im Ernstfall nicht allzu schnell an ihre finanziellen Grenzen zu geraten.

Die maximale Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer beträgt 42 Kalendertage. Die Frist wird allerdings unterbrochen und beginnt von Neuem, sofern ein Arbeitnehmer innerhalb dieser Zeitspanne kurzzeitig an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt.
Nach dieser Zeit erfolgt die direkte Zahlung von Krankengeld durch die zuständige Krankenkasse des Arbeitnehmers.

Wo finde ich gesetzliche Regelungen zur U2-Umlage?

Die U2-Umlage ist im Aufwendungsausgleichsgesetz geregelt. Die entsprechenden Vorschriften finden Sie hier.

Gibt es Ausnahmen zur Zahlung der Arbeitgeberaufwendungen?

Eine detaillierte Auflistung der entsprechenden Ausnahmen finden Sie in Paragraf 11 des Aufwendungsausgleichsgesetzes. Für Auszubildende sind die Umlagen entsprechend zu entrichten.

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