Frühabort: Symptome, Ursachen und Ablauf der frühen Fehlgeburt

frau vermisst ihr kind nach frühabort
Was ist ein Frühabort?

Bei einem Frühabort handelt es sich um eine Fehlgeburt, die in den ersten 12 Schwangerschaftswochen auftritt. Ein Frühabort kommt bei etwa 15% aller klinisch festgestellten Schwangerschaften vor.

Welche Ursachen sind für einen Abort verantwortlich?

In den meisten Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen, sodass sich keine spezifische Ursache feststellen lässt. Möchten Sie einer Fehlgeburt vorbeugen, sollten Sie viel schlafen, sich gesund ernähren und auf Alkohol, Zigaretten und Drogen verzichten.

Treten bestimmte Symptome auf?

Die Anzeichen für einen Frühabort können sehr unterschiedlich ausfallen. Während Frauen bei einem verhaltenen Abort zumeist gar nichts spüren, kann sich ein beginnender Abort auch durch wehenartige Schmerzen bemerkbar machen. Fahren Sie in diesem Fall sofort ins nächstgelegene Krankenhaus.

Der Frühabort ist ein Themenbereich, über den viele Frauen in unserer Gesellschaft nur sehr ungern sprechen. Dabei ist das Fehlgeburtsrisiko wesentlich höher als es von vielen Paaren eingeschätzt wird. Zu den meisten Fehlgeburten kommt es in den ersten zweieinhalb Monaten der Schwangerschaft.

Von einer Fehlgeburt sprechen Mediziner, wenn die Schwangerschaft bereits endet, bevor das Baby lebensfähig war. Wie es zu einer Frühgeburt kommen kann, welche Anzeichen beobachtet werden können und welche Behandlung in diesem Fall notwendig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

1. Bei einer Fehlgeburt ist das Kind noch nicht lebensfähig

frau haelt embryo in den haenden

Kommt es zu einem Frühabort, war der Embryo noch nicht lebensfähig.

In der Regel freuen sich Frauen, wenn sie erfahren, dass sie schwanger sind. Auch wenn viele Paare die Schwangerschaft in den ersten drei Monaten geheim halten, stellen sie sich dennoch darauf ein, dass alles gut geht.

Leider führt nicht jede Schwangerschaft zur Geburt. Laut Angaben des Universitätsklinikum Bonn liegt die Fehlgeburtenrate der klinisch festgestellten Schwangerschaften bei etwa 15%. Gut 80% dieser Fehlgeburten passieren in den ersten 12 Schwangerschaftswochen. Die Häufigkeit wird insgesamt noch wesentlich höher geschätzt, da einige Schwangerschaften gänzlich unbemerkt bleiben.

Von einer Fehlgeburt, einem Abort oder auch einer kleinen Geburt spricht ein Mediziner dann, wenn die Schwangerschaft endet, bevor das Kind lebensfähig war. Fehlgeburten werden in den Frühabort (vor der 12. SSW) und den Spätabort (nach der 12. SSW) unterteilt. Ab der 23. SSW und einem Körpergewicht von 400 Gramm ist ein Baby bereits lebensfähig, sodass die frühzeitige Geburt ab diesem Zeitpunkt als Frühgeburt bezeichnet wird.

Im Grunde stellt der Frühabort einen Schutzmechanismus des weiblichen Körpers dar. Zu einer natürlichen Fehlgeburt kommt es dann, wenn ein Embryo nicht lebensfähig gewesen wäre. Die Wahrscheinlichkeit für einen Abort steigt mit dem Alter der Mutter. Während in einem Alter zwischen 20 und 30 Jahren das Risiko bei etwa 9-17 % liegt, beträgt die Wahrscheinlichkeit, eine Fehgeburt zu erleiden, mit 42 Jahren schon knapp 55 %.

2. Die häufigsten Ursachen sind genetische Veranlagungen und hormonelle Störungen

frau ruht sich auf der couch aus

Gönnen Sie sich in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten besonders viel Ruhe und Entspannung.

Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, sind häufig am Boden zerstört und geben sich selbst die Schuld daran, dass das Kind nicht gesund zur Welt kommen konnte. Diese Gedanken sind zwar verständlich, haben aber in den meisten Fällen nichts mit der Realität zu tun.

Warum es zu einem Frühabort kommt, kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Diese hängen entweder mit den weiblichen Geschlechtsorganen oder anderen körperlichen Dysfunktionen zusammen. In vielen Fällen kommen zudem mehrere Faktoren zusammen.

Dies sind die häufigsten Ursachen für einen Frühabort:

  • Genetische Faktoren, Störungen im kindlichen Erbgut
  • Blutgruppenunverträglichkeit
  • Hormonelle Störungen der Mutter
  • Erkrankungen der Gebärmutter, bspw. Myome oder Tumore
  • Infektionen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Stress und seelische Belastungen

Nur bei wenigen Frauen kommt es zu mehreren Fehlgeburten. Oftmals ist die Ursache auch nicht offensichtlich. Dennoch sind weitere Untersuchungen in der Regel nicht notwendig. Bei wiederholten Aborten kann es Sinn machen, nach den konkreten Ursachen zu forschen.

In den meisten Fällen kann eine Frau einer Fehlgeburt nicht vorbeugen. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sollten Sie jedoch auf ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung achten. Alkohol, Zigaretten und Drogen sind während der gesamten Schwangerschaft strengstens verboten.

3. Frühabort – diese Symptome können auftreten

Habituelle Fehlgeburt

Etwa 0,5% der Frauen sind von mindestens drei aufeinanderfolgenden Fehlgeburten betroffen. Mediziner und Wissenschaftler haben festgestellt, dass spezielle Antikörper dafür verantwortlich sein können. Diese lassen sich ganz einfach mit Medikamenten ausschalten.

Findet ein Abgang innerhalb der ersten Tage oder Wochen statt, wird dieser von den meisten Frauen gar nicht bemerkt, da sie auch noch nicht wussten, dass sie schwanger waren. Hier kommt es häufig zur Verwechslung mit einer stärkeren Regelblutung.

Findet die Fehlgeburt jedoch später statt, können sich unter Umständen bereits vorher Symptome zeigen. Bei einem drohenden Abort kommt es häufig zu Blutungen oder einem Ziehen im Unterbauch. Ein beginnender Abort kann sich hingegen durch wehenartige Schmerzen bemerkbar machen. Beim fieberhaften Abort kommen hohes Fieber sowie eitriger Ausfluss aus der Scheide hinzu.

Eine verhaltene Fehlgeburt zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass es keine oder kaum Anzeichen gibt. Da es weder zu Schmerzen noch zu Blutungen kommt, kann nur durch einen Ultraschall festgestellt werden, ob es einen Abort gegeben hat.

Sobald Sie Anzeichen einer Frühgeburt bei sich bemerken, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt bzw. ein Krankenhaus aufsuchen. Handelt es sich lediglich um einen beginnenden Abort, kann dieser in einigen Fällen durch entsprechende Maßnahmen abgewendet werden.

4. Die Behandlung richtet sich nach der Form des Aborts

gynaekologe nimmt eine ausschabung vor

Durch eine Ausschabung können Blutungen und Infektionen vermieden werden.

Beim Frauenarzt findet zunächst eine Ultraschalluntersuchung statt, um festzustellen, ob sich es sich um einen vollständigen Abort handelt. Ist dies der Fall, ist keine medizinische Behandlung notwendig. Sind hingegen noch Schwangerschaftsteile in der Gebärmutter vorhanden, muss eine sogenannte Ausschabung vorgenommen werden. Dabei werden der Embryo, die Eihäute und die Plazenta entfernt.

In einigen Fällen ist es auch möglich, Medikamente einzunehmen, die den Gebärmutterhals lockern, sodass der abgestorbene Fötus ausgestoßen werden kann.

Neben der medizinischen Behandlung sollte jedoch auch die seelische Verarbeitung im Fokus stehen. Für die meisten Paare ist es alles andere als leicht, ein Kind zu verlieren. Auch wenn es noch nicht lebensfähig war, hat es bereits einen Platz in der Familie eingenommen. In dieser Situation kann es helfen, eine Kerze für das Baby anzuzünden oder ein Schmuckstück anzuschaffen, welches immer an dieses Kind erinnert.

Benötigen Sie Hilfe, können Sie sich auch jederzeit an einen Therapeuten oder an Selbsthilfegruppen wenden. Detaillierte Informationen bekommen Sie entweder bei Ihrem Frauenarzt oder in einer Geburtsklinik. Wichtig ist es, dass Sie lernen, Abschied zu nehmen und trotz des Verlustes weiterzuleben.

Nach einer Fehlgeburt sollten Sie etwa drei Monate bis zur nächsten Schwangerschaft warten. Diese Zeit benötigt der Körper, um sich zu regenerieren. Durch einen Frühabort werden die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft keinesfalls gemindert.

5. Einfühlsame Hilfe nach dem Schicksalsschlag

Und was kommt danach?: Begleitbuch bei Tot- und Fehlgeburt
  • Hildegard Wörz-Strauß
  • Herausgeber: Ernst Reinhardt Verlag
  • Auflage Nr. 1 (01.10.2018)
  • Taschenbuch: 272 Seiten
Mein Sternenkind - Begleitbuch für Eltern, Angehörige und Fachpersonen nach Fehlgeburt, stiller Geburt oder Neugeborenentod
  • Heike Wolter
  • Herausgeber: edition riedenburg
  • Auflage Nr. 2 (29.03.2017)
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