Integrationskindergarten: Das sollten Sie über das Kindergartenkonzept wissen

Integrationskindergarten-Ratgeber
  • In einem Integrationskindergarten findet keine Trennung zwischen Kindern mit und ohne Behinderung statt.
  • In der Regel besuchen nicht mehr als drei oder vier Kinder, die auf zusätzliche Förderung angewiesen sind, eine Kindergartengruppe.
  • Um dem erhöhten Förderbedarf gerecht zu werden, stehen den integrativen Einrichtungen zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung.

Gemeinsam lernen, spielen und sich stetig weiterentwickeln – so sieht es das Konzept des Integrationskindergartens für behinderte und nicht-behinderte Kinder vor. Aber lässt sich dies wirklich umsetzen?

In unserem Beitrag werfen wir einen Blick auf das Konzept und beschäftigen uns mit der Umsetzung in der Praxis. Sie erfahren, wie Integration stattfindet und wie hoch der Anteil behinderter Kinder in einer Gruppe im Schnitt ist.

1. Voneinander lernen – so einfach ist es

soziale Aufgaben

Ziel ist es, dass die Kinder durch Kontakt voneinander lernen können.

Das Grundkonzept des Integrationskindergartens beruht darauf, dass gesunde und kranke Kinder gegenseitig voneinander profitieren können.
Integration, oder besser Inklusion, sollte bereits im Kindergarten stattfinden, um Berührungsängste frühzeitig abzubauen.

Eine Integrationskita setzt dabei auf die gezielte Förderung jedes einzelnen Kindes. Das bedeutet, dass sowohl Kinder mit einer Behinderung in einigen Bereichen gezielt geschult werden, als auch zahlreiche Angebote für gesunde Kinder existieren, um die eigenen Fähigkeiten zu erweitern.

Viele Eltern haben Angst davor, dass ihre Kinder ohne Behinderung nicht genügend Förderung erhalten. Vielmehr gehen sie davon aus, dass die integrativen Einrichtungen lediglich Kindern mit einer Behinderung einen Vorteil verschaffen.

Dabei wird oft vergessen, dass sich die Geschwindigkeit in einer Integrationsgruppe nicht nach den schwachen Kindern richtet. Die individuelle Förderung ermöglicht es, einigen Kindern gezielt zu helfen, die in manchen Bereichen Nachholbedarf haben. Teils erfolgt auch eine kurzzeitige Trennung der Gruppe.

Die meisten Kinder weisen jedoch lediglich in einzelnen Bereichen Schwächen auf, sodass sich der Förderbedarf in Grenzen hält. Teils sind körperlich oder geistig behinderte Kinder anderen Kindern in einigen Entwicklungsbereichen sogar überlegen.

Tipp: In der Regel ist die Integration im Kindergarten derart gestaltet, dass nicht mehr als drei oder vier Integrationskinder eine Gruppe besuchen.

2. Ein gezielter Förderplan sorgt im Integrationskindergarten für Struktur

Kontakt in der Kita

Mit gezielten Förderungen können gute Ergebnisse erreicht werden.

Zwar steigt der Anteil der Schwerbehinderten laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vor allem im Alter rapide an, dennoch haben auch viele Kinder mit einer mehr oder weniger ausgeprägten körperlichen oder geistigen Behinderung zu kämpfen.

Eine frühzeitige Förderung hilft Menschen mit Behinderung, im Leben Fuß zu fassen, eine reguläre Schule zu besuchen und so zu lernen, als Erwachsener auf eigenen Beinen zu stehen.

Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es sehr viel Engagement seitens der Erzieher sowie der Eltern. Spezifische Zusatzangebote helfen dabei, die bestehenden Defizite möglichst gering zu halten.
So gibt es beispielsweise die folgenden Angebote im Bereich der integrativen Kindertagesbetreuung:

  • sprachliche Förderung (in der Regel durch einen Logopäden)
  • sensorische Förderung (dieser Bereich betrifft die Arbeit mit schwerhörigen, gehörlosen oder auch blinden Kindern)
  • psychologische, soziale sowie ergotherapeutische Betreuung (häufig bei Kindern mit Entwicklungsproblemen)
  • physiotherapeutische Angebote (in diesem Bereich beschäftigen sich die Fachkräfte mit der Verbesserung motorischer Fähigkeiten)

3. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Integrationskindergarten FAQs

Hier bekommen Sie eine Antwort auf die am häufigsten gestellten Fragen.

Welche Kinder werden üblicherweise in einem Integrationskindergarten aufgenommen?

Jede Einrichtung, egal ob Kinderkrippe, Kindergarten oder Kindertagesstätte, entscheidet selbst darüber, welche Kinder aufgenommen werden können. Eine entscheidende Bedeutung spielt in diesem Fall der zusätzliche Bedarf an Pflege sowie die Möglichkeit der Integration.
Generell können Kinder mit

  • Down-Syndrom,
  • Hör- oder Sehschwierigkeiten,
  • generellen Entwicklungsschwierigkeiten
  • oder auch autistische Kinder

in einem Integrationskindergarten unterkommen.

Ist jeder Integrationskindergarten gleich aufgebaut?

Generell ähneln sich die Konzepte zwar, dennoch gibt es teilweise große individuelle Unterschiede, sodass Kinder mit spezifischen Ansprüchen in einer integrativen Kinderkrippe sehr viel besser aufgehoben sind, als in einer anderen Einrichtung.
Informieren Sie sich daher stets vor Ort über die Möglichkeiten der Betreuung und vor allem der gezielten Förderung.

Wie finanzieren sich die integrativen Einrichtungen für Kinder?

Die Kosten für einen Integrationskindergarten liegen deutlich über denen, die eine reguläre Kindertagesstätte erfordert. Insbesondere herrscht ein erhöhter Personalbedarf, um gezielte Förderung anbieten zu können.
Wird eine Einrichtung als integrativ anerkannt, so stehen diesen Kindergärten zusätzliche staatliche Mittel durch den Träger der Sozialhilfe zur Verfügung.

Teils finanzieren sich die Einrichtungen, wie beispielsweise die Caritas, auch durch eigene Mittel und in begrenztem Umfang durch Elterngeldbeiträge.
Vielfach steht den Eltern eines behinderten Kindes, welches auf zusätzliche Hilfe angewiesen ist, ein eigener Erstattungsanspruch zu.

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