Hypnobirthing: Neuer Geburtstrend verspricht eine schmerzfreie Geburt unter Hypnose

hypnobirthing
Was ist Hynobirthing?

Beim Hypnobirthing handelt es sich um eine Art Selbsthypnose, durch die Frauen ihre negativen Gefühle vor und während der Geburt ausschalten können. Ziel ist es, entspannt auf den Tag der Entbindung zu blicken.

Was lernen Frauen in einem Hypnobirthing-Kurs?

In den Kursen lernen werdende Mütter Techniken kennen, um sich selbst in eine tiefe Entspannung zu bringen. Dies funktioniert über eine kontrollierte Atmung und Meditation. Es geht jedoch auch darum, den Geburtsbegleiter auf diesen großen Tag entsprechend vorzubereiten.

Welche Erfahrungen haben Frauen mit Hypnobirthing gemacht?

Es gibt amerikanische Studien, die zeigen, dass Frauen, die sich selbst in Trance versetzen, um eine sanfte Geburt zu erleben, seltener zu Schmerzmitteln greifen und weniger Kaiserschnitte haben. Zudem kann das Hyponobirthing das Angstniveau erheblich reduzieren.

Beim Hypnobirthing handelt es sich um einen Trend, der eine beinahe schmerzfreie Geburt unter Hypnose ermöglichen soll. Aus diesem Grund ist ein entsprechender Kurs vor allem für Frauen geeignet, die große Angst vor dem Tag der Entbindung haben. Inwiefern Frauen positive Erfahrungen mit diesem Trend gemacht haben, erfahren Sie in diesem Artikel.

1. Hypnobirthing ist eine Art Selbsthypnose

Vorbild: Herzogin Kate

Das Hypnobirthing hat auch durch Herzogin Kate, der Ehefrau des britischen Prinzen William, einen Aufschwung bekommen. Sie ist überzeugt von dieser Methode, da sie alle drei Kinder mithilfe von Hypnobirthing zur Welt gebracht hat.

Bereits in der frühen Schwangerschaft befassen sich viele werdende Mütter mit dem Thema Geburt. Sie überlegen sich, wie und wo sie ihr Baby zur Welt bringen möchten. Mittlerweile gibt es zahlreiche Methoden und entsprechende Geburtsvorbereitungskurse.

Das Hypnobirthing ist eine Methode, die ursprünglich aus den USA stammt. Bereits 1989 hat die Amerikanerin Marie F. Mongan dieses Konzept entwickelt. Mittlerweile ist diese Methode aber auch in Deutschland zum Trend geworden. Laut einer Schätzung wurden rund 6000 Kinder in Deutschland unter Hypnose geboren.

Die Hypnose ist ein Zustand, dem viele sehr skeptisch gegenüberstehen. Viele Menschen haben Angst, unter Hypnose ausgeliefert zu sein und völlig die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Dem ist jedoch nicht so. Der Zustand, der beim Hypnobirthing erreicht werden soll, ähnelt dem einer Trance.

Beim Hypnobirthing geht es darum, den hypnotischen Zustand aktiv selbst herzustellen, um möglichst entspannt mit der Situation umgehen zu können.

2. Das Hypnobirthing ist vor allem für Frauen geeignet, die enorme Angst vor der Geburt haben

schwangere frau hat angst vor der anstehenden geburt

Viele Frauen haben große Angst davor, dass die Geburt sehr schmerzhaft für sie wird.

Hinter dem Konzept stecken die Annahmen des englischen Gynäkologen Grantly Dick-Read. Er setzte sich ab den 1920er Jahren für die natürliche Geburt ein und führte dazu viele Untersuchungen durch. Dabei fand er heraus, dass Angst und Ungewissheit den Vorgang der Geburt negativ beeinflussen.

Durch die Angst entstehen Verspannungen, die wiederum dazu führen, dass die Geburt sehr schmerzhaft ist. Der Gebärmutterhals spannt sich an und bleibt dadurch verschlossen. Diese Annahme kann auch durch viele Beobachtungen bestätigt werden. Frauen, die sich wenig Gedanken machen und keine Angst vor dem Gebären haben, empfinden die Geburt als wesentlich angenehmer.

Aus diesem Grund ist Hypnobirthing natürlich vor allem für Frauen geeignet, die große Angst vor den Schmerzen bei einer Entbindung haben. Ziel des Hypnobirthing ist es, darauf hinzuarbeiten, dass eine werdende Mutter die Geburt entspannt angeht und nicht vordergründig mit Schmerzen in Zusammenhang bringt.

3. Grundlagen in einem speziellen Kurs erwerben

schwangere frauen meditieren

In einem Hypnobirthing-Kurs lernen Schwangere sich selbst in einen hypnotischen Zustand zu versetzen.

Dass die Grundlagen nicht über Nacht gelernt werden können, ist selbsterklärend. Um eine sanfte Geburt erleben zu können, ist eine sehr lange Vorbereitung notwendig. Das Mentaltraining und die dazugehörigen Übungen erlernen werdende Eltern in speziellen Kursen.

Ein Kurs umfasst in der Regel etwa vier bis fünf Sitzungen, die jeweils circa zweieinhalb Stunden dauern. Die Kosten für den Kurs betragen im Durchschnitt 300 bis 500 Euro. Einzelkurse können sogar bis zu 800 Euro kosten. Die Einheiten werden in den meisten Fällen von Hypnotherapeuten oder Hebammen geleitet, die sich zusätzlich im Bereich Hypnose auskennen.

In der ersten Sitzung lernen die Teilnehmer zunächst einmal ihren Körper und die verschiedenen Techniken kennen. Oftmals werden gängige Begriffe wie Wehe durch das Wort Welle ersetzt, um die Verknüpfung mit negativen Gefühlen zu vermeiden.

Sie können die Kurse etwa ab der 20. SSW Woche besuchen. Wichtig ist, dass Sie die Person mitbringen, die Ihnen auch bei der Geburt Beistand leisten soll. Dies kann der Partner/ die Partnerin oder aber auch die Mutter oder eine gute Freundin sein. Der Geburtsbegleiter muss genauso gut vorbereitet sein wie die werdende Mutter. Hypnobirthing-Kurse in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Grundsätzlich geht es darum, die einzelnen Phasen der Geburt immer und immer wieder durchzuspielen, um bestmöglich auf die Situation vorbereitet zu sein. Haben sich die Techniken verfestigt, können Sie am Tag der Entbindung ganz einfach abgerufen werden. Die Meditation und die Atemübungen sollten daher auch Zuhause regelmäßig geübt werden.

Tipp: Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für diesen Kurs. Nachfragen lohnt sich daher in jedem Fall.

4. Entspanntere Geburt durch Hypnobirthing – inwiefern Wunsch und Realität übereinstimmen

glueckliche junge frau kuesst ihr neugeborenes auf die stirn

In amerikanischen Studien konnten Wissenschaftler beweisen, dass das Angstlevel durch Hypnobirthing deutlich reduziert werden konnte.

Eine Geburt ohne Schmerzen – die meisten Frauen sind wahrscheinlich davon überzeugt, dass diese Methode zu gut klingt, um wahr zu sein. Im Grunde geht es auch nicht darum, zu versprechen, dass die werdenden Mütter während der Entbindung keine Schmerzen empfinden. Vielmehr ist es das Ziel, den betroffenen Frauen die unglaubliche Angst vor dieser Situation zu nehmen.

Eine Studentin der Universität Oldenburg hat eine Studie entwickelt, um das Hypnobirthing mit den klassischen Geburtsvorbereitungsmethoden vergleichen zu können. Dabei kam heraus, dass der Rückgang des Angstlevels bei den Frauen, die Hypnobirthing angewendet haben, signifikant größer war als in der Vergleichsgruppe.

Aus amerikanischen Studien geht außerdem hervor, dass beim Hypnobirthing die Kaiserschnittrate wesentlich geringer ist. Frauen müssen bei der Entbindung zudem seltener auf Schmerzmittel zurückgreifen, da die innere Entspannung dazu führt, dass auch der Uterus entspannt ist.

Kritiker dieser Methode meinen jedoch, dass dies nur auf die Geburten in speziellen Geburtshäusern zutrifft. In Kliniken ist die Betreuung jedoch eine ganz andere. Die Mütter sind den Geburtsvorgang so oft im Geiste durchgegangen, dass sie auf Veränderungen und Komplikationen nicht flexibel genug reagieren können. Durch die Überforderung komme es sogar häufiger zu einem Kaiserschnitt.

Jedes Paar muss nun selbst entscheiden, ob Hypnobirthing eine geeignete Alternative zur klassischen Geburtsvorbereitung ist. Es macht auf jeden Fall Sinn, die anstehende Geburt ruhig und entspannt anzugehen und allzu große Ängste zu vermeiden.

5. Weiterführende Literatur zum Hypnobirthing

Mama werden mit Hypnobirthing: So bringst du dein Baby vertrauensvoll und entspannt zur Welt. Mit Audio-Downloads
  • Bianca Maria Heinkel, Jhari Gerlind Kornetzky
  • Herausgeber: Kösel-Verlag
  • Auflage Nr. 3 (25.04.2016)
  • Broschiert: 192 Seiten
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