Geburtsvorbereitungskurs: Wie Sie sich während der Schwangerschaft auf die Entbindung vorbereiten können

Geburtsvorbereitungskurs-Ratgeber
  • Ein Geburtsvorbereitungskurs ist vor allem für Frauen wichtig, die ihr erstes Kind erwarten. Dort können sie Fragen loswerden und gemeinsam mit anderen werdenden Mütter über Ihre Ängste und Sorgen sprechen.
  • Während einige Kurse nur für schwangere Frauen gedacht sind, richten sich andere wiederum explizit an Paare. Dort bekommen werdende Väter oftmals wertvolle Tipps und Hilfestellungen für die Geburt und die Zeit danach.
  • Die Kursgebühren werden im Umfang von maximal 14 Stunden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei Partnerkursen muss der werdende Vater jedoch seinen Anteil aus eigener Tasche zahlen.

Die Bestätigung einer Schwangerschaft ist für viele Frauen ein sehr freudiges Ereignis. In den bevorstehenden Monaten kommen jedoch viele Fragen und Unsicherheiten auf. Um die Ängste und die Ungewissheit aus dem Weg zu räumen, können Geburtsvorbereitungskurse helfen. Aber welche Themen werden in diesem Kurs behandelt? Ab wann macht ein Besuch Sinn und wie sieht es mit den Kosten aus?

In unserem Ratgeber bekommen Sie eine Antwort auf alle Fragen, die es rund um den Geburtsvorbereitungskurs zu klären gibt. Wir zeigen Ihnen auf, inwiefern der Besuch sinnvoll ist und über welchen Zeitraum sich der Kurs erstreckt. Außerdem geben wir Ihnen wichtige Informationen zur Anmeldung und zum Ablauf.

1. Ein Geburtsvorbereitungskurs nimmt Ängste und Sorgen

Fitness

Mit Schwangerschaftsgymnastik können werdende Mütter fit und beweglich bleiben.

Viele Schwangere fragen sich zu Beginn der Schwangerschaft, ob sie einen Vorbereitungskurs absolvieren sollen oder nicht. Natürlich gibt es in Deutschland keine Pflicht, einen solchen Kurs zu besuchen. Aber gerade beim ersten Kind kann er durchaus sinnvoll sein.

Werdende Mütter sind in der Schwangerschaft mit vielen neuen Situationen konfrontiert. Häufig kommen Sorgen und Ängste in Bezug auf die Schwangerschaft, die Geburt und die erste Zeit mit ihrem Baby hinzu. Im Geburtsvorbereitungskurs können Schwangere andere werdende Mütter kennenlernen und sich mit ihnen austauschen.

Ein Geburtsvorbereitungskurs besteht in der Regel aus folgenden Themen und Inhalten:

  • Dehn- und Sportübungen für die Schwangerschaft (u.a. Beckenbodenübungen)
  • Entspannungs- und Atemübungen
  • Kennenlernen der verschiedenen Arten von Wehen
  • Informationen rund um die Geburt (natürliche Geburt und Kaiserschnitt)
  • Stillen und Säuglingspflege
  • Vorbereitung auf das Eltern-Sein

Natürlich kann der Ablauf und die Schwerpunktsetzungen von Kurs zu Kurs sehr individuell sein. Auch die Dauer des Kurses ist nicht einheitlich festgelegt. Im Schnitt umfasst ein normaler Kurs etwa 14 Stunden. Es gibt jedoch auch Crashkurse, die sich nur über ein Wochenende erstrecken.

Bringen Sie zu diesem Kurs am besten eine Isomatte und bequeme Kleidung mit.

Ein weiteres Angebot ist ein separater Geburtsvorbereitungskurs für Mehrgebärende. Dort werden die Themen, die in vorherigen Kursen bereits behandelt wurden, nochmal aufgefrischt. Daher richten sie sich vorwiegend an Familien, die ihr zweites oder drittes Kind erwarten.

Entgegen der weitläufigen Meinung werden solche Kurse nicht nur von Hebammen, sondern auch von vielen weiteren Beratungsstellen angeboten.
Unter anderem von:

  • Frauenärzten
  • Familienbildungsstätten
  • Gesundheitsämtern
  • ausgebildeten Physiotherapeuten

2. Vorbereitungskurse für Paare

Notwendigkeit

Ein Vorbereitungskurs kann auch für Männer durchaus sinnvoll sein.

Es gibt verschiedene Arten von Geburtsvorbereitungskursen. Vorrangig ist ein Geburtsvorbereitungskurs für schwangere Frauen gedacht. In einer vertrauensvollen Umgebung können sie sich mit anderen Frauen austauschen und heikle Fragen stellen. Es gibt jedoch auch Kurse, die sich explizit an Paare richten. So können auch werdende Väter ihre Anliegen loswerden und aktiv an den Übungen teilnehmen. Der Mann lernt, wie er beispielsweise durch Massagen Hilfestellungen leisten kann.

In manchen Geburtsvorbereitungskursen nimmt der Partner hingegen nur an einigen Sitzungen teil, in denen Themen besprochen werden, die für beide Elternteile von Bedeutung sind.

Männer im Vorbereitungskurs

Laut einer Umfrage von 2011 würden knapp 50 % der befragten Männer gerne an einem Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen, wenn die Partnerin schwanger ist.

Einige Hebammen sprechen sich hingegen dafür aus, dass werdende Mütter den Kurs ohne ihren Partner belegen. So können Schwierigkeiten und unangenehme Fragen teilweise besser geklärt werden. In erster Linie geht es jedoch darum, was die Paare sich wünschen und was sie vorab besprochen haben.

Ein solcher Geburtsvorbereitungskurs kann definitiv sinnvoll für beide Elternteile sein. Die meisten Paare fühlen sich danach wesentlich besser informiert und auch vorbereitet. Durch die gemeinsame Vorbereitung kann die Angst vor der Geburt erheblich verringert werden.

3. Früh genug für einen Geburtsvorbereitungskurs anmelden

ab wann

Melden Sie sich so früh wie möglich zu einem Geburtsvorbereitungskurs an!

Grundsätzlich ist es sehr ratsam, sich früh genug nach einem geeigneten Kurs umzusehen, denn in einigen Wohngegenden ist die Nachfrage sehr hoch. Sinnvoll ist es, sich bis zur 15. SSW anzumelden. Der Kurs sollte beginnen, wenn Sie etwa in der 25. SSW sind. So ist noch genug Zeit, um sich intensiv auf die bevorstehende Entbindung vorzubereiten.

Wie oft der Kurs stattfindet ist sehr unterschiedlich. Bei einem wöchentlich stattfindenden Kurs erstreckt er sich in der Regel über circa sieben bis acht Wochen. Wochenendkurse sind jedoch darauf ausgelegt, dass sie innerhalb von zwei Tagen absolviert werden können.

Ab wann der Kurs dann tatsächlich stattfinden sollte, hängt von der Kursart zusammen. Wochenendkurse können auch erst in der 30. bis 33. Woche besucht werden.

Der Kurs sollte in jedem Fall rund drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beendet sein. So können sich Schwangere vor der anstrengenden Phase noch etwas Ruhe gönnen.

4. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse

Schwangerenhilfe

Werdende Väter müssen ihren Anteil in der Regel aus eigener Tasche zahlen.

Geburtsvorbereitungskurse sind natürlich auch mit Kosten verbunden. Allerdings werden die Kursgebühren für Schwangere von jeder gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Ihr erstes, zweites oder drittes Kind bekommen. Den Nachweis, dass Sie an dem Kurs teilgenommen haben, müssen Sie lediglich im Anschluss an die Sitzungen bei der Krankenkasse einreichen.

Möchte Ihr Partner jedoch am Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen, sollten Sie unbedingt vorher bei Ihrer Krankenkasse abklären, ob auch diese Kosten übernommen werden. In den meisten Fällen ist dies leider nicht der Fall.

Falls Ihre Krankenkasse die Kosten für Ihren Partner nicht übernimmt, ist dies jedoch auch kein allzu großes Problem. Die Kursgebühr für den werdenden Vater liegt durchschnittlich bei etwa 50 bis 80 Euro.

Bei einigen Kursen können sogar Geschwisterkinder teilnehmen. Allerdings sollten Sie dies unbedingt vorab mit der Kursleitung absprechen.

5. FAQs – Wichtige Fragen und Antworten

Kann ich eine verpasste Stunde nachholen?

Dies ist in den meisten Fällen leider nicht möglich, da es sich um geschlossene Kurseinheiten handelt. Fehlen Ihnen jedoch wichtige Informationen, sollten Sie dies unbedingt mit der Kursleitung oder Ihrer Hebamme besprechen.

Brauche ich in der Schwangerschaft eine Hebamme?

Eine Hebamme ist sowohl vor als auch während und nach der Geburt eine zuverlässige Hilfe. Die meisten Mütter schätzen diese Vorsorge sehr. Zusätzlich können viele Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme durchgeführt werden.

Wie finde ich einen geeigneten Geburtsvorbereitungskurs?

Sie können Kurse in Ihrer Nähe über das Internet oder über Ihren Gynäkologen finden. Fragen Sie am besten auch in Ihrem Bekanntenkreis nach, ob jemand einen bestimmten Kurs empfehlen kann.

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