Haustiere Kinder: Das sollten Eltern vor der Anschaffung eines Haustieres beachten

Haustiere-Kinder-Ratgeber
  • Die Entscheidung, ein Haustier zu kaufen, sollte stets wohlüberlegt sein.
  • Durch ein Haustier können Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen. Zudem wirkt sich ein Tier positiv auf das Selbstwertgefühl und das Sozialverhalten aus.
  • Haustiere können Sie im Fachhandel, über eine Tierbörse oder über einen Züchter erwerben. Achten Sie jedoch darauf, dass es sich um seriöse Angebote handelt.

Fast jedes Kind wünscht sich irgendwann einmal ein Haustier. Bevor Sie Ihrem Kind diesen Wunsch jedoch erfüllen, sollten Sie sich über die jeweiligen Tiere, deren Pflege und den entstehenden Kosten auseinandersetzen. So können Sie vermeiden, dass Sie Ihr Tier nach einiger Zeit wieder ins Tierheim abgeben müssen.

In unserem Ratgeber bekommen Sie einen umfassenden Überblick über mögliche Haustiere, die hierzulande in Frage kommen. Wir klären Sie darüber auf, welches Tier am besten zu Ihrer Familie passt und welche Kosten auf Sie zukommen. Im Anschluss zeigen wir Ihnen die wichtigsten Vor- und Nachteile, die sich in Bezug auf ein Haustier ergeben.

1. Die Entscheidung für ein Haustier liegt bei der ganzen Familie

2017 ein Tier für die Familie anschaffen

Die gesamte Familie sollte sich beim Kauf eines Haustieres einig sein.

Ab einem bestimmten Alter wünschen sich Kinder häufig ein Haustier. In erster Linie möchten sie jemanden zum Spielen und Kuscheln. Allerdings steckt hinter dem Wunsch nach einem Haustier auch häufig das Bedürfnis nach einem guten Freund. Einem Haustier kann ein Kind alle Sorgen und Ängste anvertrauen. Es ist einfach immer da, wenn man jemanden braucht, der einem Trost schenkt.

Es ist sogar erwiesen, dass sich ein Haustier positiv auf die psychische Gesundheit eines Kindes auswirkt. Laut einer Studie aus Großbritannien haben Kinder, die ein Haustier besitzen, ein höheres Selbstwertgefühl und ein besseres Sozialverhalten. Die Kinder sind verantwortungsvoller, zuverlässiger und einfühlsamer. Vor allem durch Hunde und Katzen treten diese positiven Eigenschaften besonders stark hervor.

Allerdings bedeutet dies keineswegs, dass Sie Ihrem Kind unbedingt ein Haustier kaufen sollten. Diese Entscheidung muss wohlüberlegt sein. Denn sobald das Kind das Interesse verliert und sich nicht mehr ausreichend um das Tier kümmert, bleibt die gesamte Arbeit an Ihnen hängen.

Folgende Punkte sollten Sie bei der Anschaffung eines Haustieres beachten:

  • Wie kann ich das Tier artgerecht halten?
  • Welche Eigenschaften bringt das Tier mit?
  • Wie alt wird das Tier im Durchschnitt?
  • Welche Kosten fallen regelmäßig an?
  • Wie viel Zeit muss ich täglich investieren?
  • Welche Pflege benötigt das Tier?
  • Wer übernimmt die Betreuung während eines Urlaubs?

2. Haustiere zu haben bedeutet Verantwortung zu übernehmen

Pudel oder Beagles sind Familienhunde

Je nach Hunderasse können bereits kleine Kinder ein kurze Strecke alleine Gassi gehen.

Wer ein Haustier hat, muss sehr viel Verantwortung übernehmen. Das Tier braucht Pflege, Zuneigung und muss gefüttert werden. Zusätzlich müssen der Käfig, der Stall oder die Toilette regelmäßig gereinigt werden. Diese Aufgaben sollten Sie bereits vorab mit Ihrem Kind besprechen. Sinnvoll ist es außerdem, diese Aufgaben im Voraus unter den Familienmitgliedern aufzuteilen, sodass keine Missverständnisse aufkommen.

Tiere sind Lebewesen und müssen auch dementsprechend behandelt werden. Machen Sie Ihrem Kind daher klar, dass das Tier auch gefüttert und gepflegt werden muss, wenn man mal keine Lust oder nur wenig Zeit hat. Natürlich können die Aufgaben auch mal getauscht werden, wenn wichtige Termine oder Ereignisse anstehen. Dabei sollte es sich jedoch stets um Ausnahmen handeln.

Allergierisiko durch Haustiere

Viele Eltern haben Angst, dass die Haltung von Haustieren zu einem höheren Allergierisiko führt. Neuere Studien beweisen jedoch das Gegenteil. Der Kontakt mit einem Haustier kann demnach das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, sogar senken.

Kinder können noch nicht so gut einschätzen, inwiefern der Wunsch nach einem Tier auch nach einiger Zeit noch besteht. Daher sind Sie gefragt. Stellen Sie sicher, dass das Haustier auch gut versorgt ist, wenn Ihr Kind keine Lust mehr hat, sich darum zu kümmern. Sind Sie dazu nicht bereit, empfiehlt es sich, die Anschaffung aufzuschieben oder aufzugeben.

Zum Verantwortungsbewusstsein gehört auch, dass Sie dem Tier ein artgerechtes Zuhause bieten. Während Hunde beispielsweise sehr viel Platz benötigen, sollten Sie bei Katzen dafür sorgen, dass sie genug Rückzugsorte haben. Einige Tiere dürfen zudem nicht einzeln gehalten werden. Dazu gehören unter anderem Vögel, Meerschweinchen oder Kaninchen. Diese Tiere benötigen die Gesellschaft eines weiteren Exemplars. Auf der Homepage der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz finden Sie genauere Informationen darüber, wie Sie die verschiedenen Tiere artgerecht halten können.

Achtung: Obwohl Hamster unglaublich niedlich sind, sind sie für Kinder völlig ungeeignet. Sie sind nachtaktiv, sodass sie tagsüber schlafen möchten, während sie nachts enormen Lärm produzieren.

3. Beim Haustierkauf gibt es verschiedene Möglichkeiten

Ein Tiermarkt eignet sich nicht für die Hundeanschaffung

Durch den Kauf eines Tieres aus dem Tierheim können Sie einen Beitrag zum Tierschutz leisten.

Wer sich letztendlich dafür entscheidet, ein Haustier zu kaufen, sollten Sie sich unbedingt anschauen, welche verschiedenen Anlaufstellen es gibt.

Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Tierheim: Im örtlichen Tierheim finden Sie vor allem Hunde und Katzen vor, die auf der Suche nach einem neuen Herrchen oder Frauchen sind. Sie werden dort jedoch in der Regel keine Hundewelpen oder Katzenbabys finden. Das liegt daran, dass die Tiere, die Sie dort finden, häufig von ihrem vorherigen Besitzer abgegeben oder sogar auf der Straße gefunden wurden. Entgegen der landläufigen Meinung, dass die Tiere bereits Macken haben, verbergen sich auch dort treue Seelen. Kaufen Sie dort ein Haustier, fällt lediglich eine Schutzgebühr an.
  • Züchter: Handelt es sich um einen seriösen Züchter, finden Sie die Tiere zumeist in einem sehr gepflegten und behüteten Zustand vor. Ein guter Züchter schaut sich außerdem an, ob das Tier gut in die Familie passt. Die Preise liegen jedoch deutlich höher als bei Tieren aus dem Tierheim.
  • Zoofachhandel: In einem Fachhandel finden Sie vor allem Fische, Reptilien oder Nagetiere. Ein großer Nachteil ist, dass Sie keine Informationen darüber bekommen, wo die Tiere herkommen oder wie sie gehalten wurden.
  • Tieranzeigen/Tierinserate: Beim Haustierkauf können Sie sich natürlich auch auf Privatanzeigen melden. Diese finden Sie in Tageszeitungen oder im Internet. Seien Sie jedoch vorsichtig! Bei dieser Art der Tiervermittlung gibt es sehr viele Betrüger, die die Tiere unter schlechten Bedingungen halten. Kaufen Sie daher kein Tier, welches aus dem Ausland kommt oder zu einem Schnäppchenpreis angeboten wird.

Im Folgenden geben wir Ihnen wichtige Informationen über die beliebtesten Haustiere für Kinder.

4. Ein Hund benötigt viel Auslauf und Aufmerksamkeit

Hundewelpen kosten viel Zeit

Einem Hund müssen Sie viel Zeit widmen.

Ein Hund ist sehr sozial und ein idealer Begleiter für Kinder. Er ist ein treuer Gefährte und ein Seelentröster, dem die Kinder alles anvertrauen können. Damit der Hund jedoch keine Gefahr für ein Kind darstellt, sollten Sie zuerst auf Blick auf die verschiedenen Hunderassen werfen. Während einige Hunde als Familienhunde gelten, sind andere Hunderassen für Kinder völlig ungeeignet und gefährlich. Eine gute Erziehung ist dabei das A und O. Vor allem bei einem Mischling sollten Sie sich vorab über die jeweiligen Eigenschaften informieren.

Beliebte Hunderassen sind beispielsweise:

  • Golden Retriever
  • Bobtail
  • Labrador
  • Beagle

Obwohl ein Hund sehr viele positive Merkmale besitzt, ist die Haltung auch mit sehr viel Arbeit verbunden. Hunde benötigen sehr viel Auslauf. Mindestens zwei Spaziergänge pro Tag sind Pflicht. Zudem sollte er nicht den ganzen Tag alleine zu Hause gelassen werden, während Sie arbeiten und Ihre Kinder zur Schule gehen. In diesem Fall sind andere Haustiere geeigneter.

Hinzu kommt, dass die Hundehaltung mit vielen Kosten verbunden ist. Diese setzen sich aus monatlichen sowie einmaligen Kosten zusammen.
Zu den laufenden Kosten zählen:

  • Hundesteuer (ca. 30 bis 120 Euro pro Jahr)
  • Hundehaftpflicht (ca. 55 bis 70 Euro pro Jahr)
  • Hundefutter(im Schnitt etwa 40 Euro pro Monat)
  • Besuche beim Tierarzt (ca. 60 Euro pro Jahr)

Zusätzlich müssen Sie einen Futter- und Trinknapf, ein Körbchen, eine Leine, ein Halsband und diverse Spielzeuge anschaffen. Auch der Besuch einer Hundeschule ist nicht ganz billig.

Tipp: Damit sich Kind und Hund frühzeitig aneinander gewöhnen können, bietet es sich an, Welpen statt ausgewachsene Hunde zu kaufen.

5. Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen

welches Tier passt zu mir

Katzen lieben es, mit Menschen zu schmusen.

Eine Katze ist in der Regel wesentlich genügsamer als ein Hund. Sie sind sehr pflegeleicht und können sich stundelang mit sich selbst beschäftigen. Normalerweise sind Sie Einzelgänger. Werden Sie jedoch ausschließlich als Hauskatze gehalten, freuen sie sich auch über die Gesellschaft einer zweiten Katze.

Katzen haben jedoch einen ganz eigenen Kopf. Sie schmusen und spielen gerne, aber nur wenn ihnen gerade danach ist. Fühlen Sie sich gestört, fauchen sie auch gerne mal oder fahren ihre Krallen aus. Eine Erziehung ist nur sehr bedingt möglich. Ihr Kind muss daher auch mit Zurückweisung umgehen können und dem kleinen Stubentiger Freiheiten lassen.

Die Kosten für die Haltung einer Katze sind im Gegensatz zum Hund überschaubarer.
Zu den laufenden Ausgaben zählen:

  • Futter und Katzenstreu (zusammen etwa 40 Euro pro Monat)
  • Tierarztbesuche (Untersuchung + Impfung + Flohschutz + Entwurmung) = ca. 80 Euro pro Jahr

Zusätzlich müssen Sie vorab einen Futter- und Trinknapf, eine Katzentoilette, ein Körbchen, einen Kratzbaum, Spielzeug sowie eine Fellbürste besorgen.

6. Auch Kleintiere machen Arbeit

Haustiere für Kinder sind zum Beispiel Hasen

Kaninchen sind keine geeigneten Haustiere für Kinder.

Für Familien, die weniger Zeit haben, sich mit dem Haustier zu beschäftigen, sind Kleintiere wie Vögel, Nagetiere oder Kaninchen geeignet. In der Regel sind sie relativ pflegeleicht und unkompliziert. Aber auch hier gibt es einige Dinge, die Sie unbedingt beachten müssen.

Zunächst reinigt sich der Stall oder der Käfig auch nicht von selbst. Daher sollten Sie Ihrem Kind vorab unbedingt klarmachen, dass es auch regelmäßig die Reinigung übernehmen muss. Hinzu kommt, dass eine artgerechte Haltung gewährleistet sein muss, sodass der Stall oder Käfig nicht zu klein ausfallen darf.

Obwohl ein Meerschweinchen eine gute Alternative zum nachtaktiven Hamster ist, müssen Sie sich darauf einstellen, dass die Haltung nicht von langer Dauer ist. Die Lebenserwartung von Meerschweinchen liegt in der Regel bei etwa zwei Jahren.

Bei Tierhaarallergien ist ein Aquarium mit Fischen beinahe die einzige Möglichkeit. Auch Reptilien lösen keine Allergien aus, sie sind jedoch weniger für Kinder geeignet.

Obwohl ein Kaninchen ein sehr beliebtes Haustier ist, ist auch hier Vorsicht geboten. Sie mögen es beispielsweise gar nicht, wenn sie ständig hochgehoben oder auf dem Arm getragen werden. Außerdem können sie kaum Schmerzempfinden äußern, sodass Kinder den niedlichen Hasen leicht Schaden zufügen können.

Eine Maus oder eine Ratte ist hingegen besser geeignet. Sie sind in der Regel sehr zahm und eigenen sich zusätzlich zum Schmusen und Spielen. Leider werden sie nur bis zu zwei Jahre alt. Die Kosten für solche Kleintiere belaufen sich auf nur etwa 10 bis 20 Euro pro Monat.

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