Situationsorientierter Ansatz

Nach Armin Krenz (*1952)

Dieser Ansatz wird von der Haltung und dem wertschätzenden Menschenbild geprägt, das von einer ganzheitlichen Pädagogik ausgeht. Es handelt sich weniger um eine pädagogische Technik oder didaktische Methode.

Die Säulen der Arbeit:

  • den Kindern wird ein hohes Maß an Wertschätzung entgegengebracht
  • aktuelle Situationen werden berücksichtigt und aufgegriffen
  • jeder Tag ist bedeutend für die Entwicklung des Kindes
  • der/die ErzieherIn sind Lehrende und Lernende zugleich

Im Vergleich zu anderen pädagogischen Ansätzen liegt der Focus der Arbeit sowohl auf den Kindern mit ihren Lebenssituationen, als auch auf den pädagogischen Fachkräften, die sich selbst und ihr Handeln immer wieder neu reflektieren. Kinder erhalten die Möglichkeit, mit ihrem Erleben und Verhalten handlungsleitend zu sein. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn sie von Erziehern/Innen begleitet werden, die sich ihrer Rolle bewusst sind.

Zur Zielsetzung des Ansatzes:

Krenz unterscheidet drei verschiedene Ebenen, auf denen Kinder ihre Erfahrungen sammeln. Das ganzheitliche Erleben, das diese drei Ebenen verbindet, ermöglicht ihnen, ihr gegenwärtiges Leben zu verstehen und tägliche Situationen meistern zu können.

  • Emotionale Ebene: (Nach-)Erleben von Lebensereignissen, die Kinder bewegen
  • Kognitive Ebene: Verständnis des Erlebten
  • Handlungsebene: Möglichkeit zur Aufarbeitung, bzw. Veränderung

Bei der Umsetzung dieser ganzheitlichen Pädagogik wird darauf geachtet, die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse eines jeden Kindes - soweit wie möglich - zu berücksichtigen. Dadurch erlangen Kinder eigene, lebenspraktische Fähigkeiten (Kompetenzen) und erweitern diese. Sie vergrößern ihren Erfahrungshorizont, ihr Selbstbewusstsein und lernen selbständig zu denken und zu handeln.

Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Vernetzung von Situationen im Kindergarten und außerhalb des Kindergartens, um zu vermeiden, dass es zu künstlich hergestellten, idealtypischen Situationen kommt.

Der Situationsorientierte Ansatz schließt ein planvolles Vorgehen keineswegs aus. Es geht jedoch nicht darum, Projekte und Angebote für Kinder zu planen, um bestimmte Defizite aus Sicht der Erwachsenen zu beheben, sondern vielmehr um das Ansetzen "am Kind" und dessen "Lebensplänen".