Zecken entfernen bei Kindern: So gehen Sie bei einem Zeckenbiss vor

Zecken Ratgeber

Im Gras, in Büschen und an Waldrändern lauern sie, besonders im Frühjahr, Sommer und Herbst: Zecken. Die kleinen Blutsauger sind nicht nur unangenehm, sondern sie übertragen auch Krankheiten. Daher sollten Sie Ihre Kinder möglichst gut vor Zeckenbissen schützen.

1. Schutz vor Zecken

Zecken in hohen Gräsern

Zecken finden sich in hohen Gräsern und Sträuchern. Nach dem Spielen im Freien sollten Sie Ihr Kind auf Zeckenbefall untersuchen.

Einen 100%igen Schutz vor Zecken gibt es nicht. Doch mit der richtigen Kleidung und Insektensprays können Sie Zeckenbissen zumindest vorbeugen.

Ziehen Sie Ihrem Kind eine lange Hose und Oberteile mit langen Ärmeln an, wenn es in der Natur spielt. Da Zecken oft im hohen Gras oder im Unterholz sitzen, können geschlossene Schuhe vor Bissen schützen. Für das Spiel im Wald können Kinder ihre Socken zusätzlich über die Hose ziehen. Dies erschwert es den Zecken, an die Beine zu kommen.

Auf festen Wegen oder auf trockenen Stellen einer Wiese ist die Gefahr, eine Zecke zu treffen viel geringer, denn Trockenheit und Hitze vertragen sie nicht.

Das großflächige Auftragen von Zeckenschutzmitteln bietet für 2 bis 3 Stunden einen gewissen Schutz, da Zecken Menschen so schlechter als Wirt erkennen und sich nach einiger Zeit des Herumkrabbelns wieder fallen lassen.

Nach dem Spielen im Wald oder auf einer Wiese sollten Sie Ihr Kind gründlich absuchen. Oft krabbeln Zecken noch einige Stunden umher, bevor sie tatsächlich stechen. Durch das Absuchen können sie vorher noch gefunden werden. Auf heller Kleidung lassen sich herumlaufende Zecken übrigends leichter entdecken als auf dunkler

2. Zecken bei Kindern entfernen

Zecken Entfernen

Zecken können mit verschiedenen Hilfsmitteln entfernt werden. Bei der Nutzung einer Pinzette achten Sie darauf, dass Sie die Zecke nicht zerquetschen.

Ist Ihr Kind von einer Zecke gebissen worden, sollten Sie sie möglichst schnell entfernen, um zu verhindern, dass sie Krankheiten überträgt.

Achtung: Vermeiden Sie es, die Zecke zu quetschen. Auch sollten Sie kein Öl auf die Zecke träufeln. Beides kann zu einer Übertragung von Erregern führen.

Es wird empfohlen, die Zecke möglichst nah an der Haut zu fassen und nach leichtem Drehen herauszuziehen. Eine Zeckenkarte oder eine Splitterpinzette erleichtern das Entfernen. Danach sollten Sie die Einstichstelle desinfizieren.

Falls Sie Sorge haben, die Zecke selbst nicht richtig entfernen zu können, suchen Sie einen Arzt auf.

3. Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken können Krankheiten übertragen. Die zwei bekanntesten sind die Lyme Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Wanderröte bei Borreliose

Die für Borreliose charakteristische “Wanderröte” erscheint einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich.

Die Borreliose ist die durch Zecken am häufigsten übertragene Krankheit. Sie kann zu vielen verschiedenen Symptomen führen, was eine Diagnose oft erschwert. Charakteristisch für Borreliose ist aber das Entstehen einer so genannten „Wanderröte“. Sie tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich rund um die Einstichstelle auf. Sie geht jedoch nicht jeder Borreliose-Erkrankung voraus. Die Bakterien können sich dann auf andere Organe, wie das Zentralnervensystem, Gelenke oder Herzmuskeln ausbreiten. Borreliose kann spontan heilen. Sie kann aber auch weitere schlimme Beschwerden verursachen.

Mit dem schnellen Entfernen von Zecken, kann einer Borreliose-Erkrankung vorgebeugt werden. Denn man geht davon aus, dass die Erreger erst nach einigen Stunden übertragen werden. Nach einer Infektion wird Borreliose mit Antibiotika behandelt. Je eher, desto besser. Denn bei einer frühen Behandlung sind die Therapieaussichten deutlich besser und erfolgsversprechender. Eine fortgeschrittene Borreliose ist schwieriger zu behandeln. Daher sollten Sie bei allgemeinen Krankheitszeichen, wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder bei dem Auftreten einer Wanderröte den Arzt aufsuchen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis bzw. FSME ist in Deutschland meldepflichtig, wird aber deutlich seltener durch Zeckenbisse übertragen als die Borreliose. Es gibt keine Medikamente, jedoch eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung. FSME kann unbemerkt verlaufen, kann aber auch mit Fieber einhergehen und zu einer Entzündung der Hirnhäute, in schweren Fällen des Gehirns und des Rückenmarks führen. Bei Kindern ist der Krankheitsverlauf oft leichter als bei Erwachsenen. In seltenen Fällen kann eine FSME-Erkrankung jedoch auch tödlich enden.

Nur bestimmte Gegenden in Deutschland, insbesondere in Süddeutschland, gelten als FSME-Gebiete. Eine Übersicht zu den betroffenen Landkreisen können Sie auf der Seite des hier einsehen.

4. FSME-Impfung

Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es nicht. Doch gegen FSME können Sie sich und Ihr Kind ab dem ersten Lebensjahr impfen lassen. Für Kinder gibt es verschiedene Impfstoffe von unterschiedlichen Herstellern. Allgemein gelten die Impfstoffe als gut verträglich. Jüngere Kinder haben aber häufiger fiebrige Reaktionen auf die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Kinder ab 3 Jahren, wenn sie sich dauerhaft oder vorübergehend in FSME-Risikogebieten aufhalten und vor Reisen in Risikogebiete außerhalb Deutschlands. Die Nutzen und Risiken für Ihr Kind sollten Sie abwägen und mit Ihrem Impfarzt besprechen.

5. Quellen und Linktipps

Auf den Seiten des Deutschen Grünen Kreuzes finden Sie Informationen zur Borreliose sowie zu FSME, FSME-Risikogebieten und der FSME-Impfung.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die wichtigsten Hinweise zum vorsorglichen Schutz und zum richtigen Entfernen von Zecken hier zusammengestellt.

Der Flyer des Centrums für Reisemedizin gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Zecken.

Auf der Seite www.zeckenschule.de können sich Kinder spielerisch über Zecken und den Schutz vor ihnen informieren.

Dieser Text dient ausschließlich der Information und ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Beratung durch einen approbierten Arzt. Die hier eingestellten Informationen können und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder Selbstmedikation verwendet werden. Zusätzlich verweisen wir auf Paragraph 4, Absatz 2 unserer Nutzungsbedingungen.

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