Didaktik und Methodik: Unterschied, Zusammenspiel und wichtige Prinzipien

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Was ist der Unterschied zwischen Didaktik und Methodik?

Auch wenn diese beiden Begriffe in der Alltagssprache häufig synonym verwendet werden, gibt es grundlegende Unterschiede. Während es bei der Didaktik darum geht, zu planen, was gelehrt wird, beschäftigt sich die Methodik damit, wie die Lerninhalte vermittelt werden.

Wie funktioniert das Zusammenspiel?

Um optimales Lernen zu ermöglichen, müssen Didaktik und Methodik miteinander in Verbindung treten. Nachdem Pädagogen geplant haben, was sie vermitteln möchten, geht es darum, eine geeignete Methode zu finden.

Gibt es didaktisch-methodische Prinzipien auch im Kindergarten?

Auch wenn die Vermittlung von Wissen vor allem den Bereich der Schule betrifft, ist es wichtig, Kinder bereits im Kindergarten auf das spätere Leben vorzubereiten. Hier geht es vor allem darum, den Kindern Möglichkeiten zu bieten, eigene Erfahrungen zu machen.

Im Bereich der Pädagogik fallen immer wieder Begriffe, die nicht immer eindeutig zu verstehen sind. Auch bei den Begriffen Didaktik und Methodik wissen viele Menschen nicht so ganz genau, was damit gemeint ist. Ist es erlaubt, sie synonym zu verwenden oder gibt es zentrale Unterschiede?

In diesem Artikel möchten wir Ihnen zunächst einmal erklären, was sich hinter den Begriffen Didaktik und Methodik verbirgt. Daraufhin verdeutlichen wir Ihnen, wie das Zusammenspiel in der Theorie und in der Praxis funktioniert. Anschließend bekommen Sie einen kleinen Einblick, wie Erzieher methodisch-didaktische Prinzipien im Kindergarten umsetzen können.

1. Didaktik und Methodik – was sich hinter diesen Begriffen verbirgt

der begriff definition auf einem aufgeschlagenen buch

Es ist schwierig, eine einheitliche Definition für die beiden Begriffe zu finden.

Die Begriffe Didaktik und Methodik sind den meisten Menschen irgendwann im Leben einmal begegnet. Viele wissen jedoch gar nicht so recht, worum es sich dabei handelt. Und worin liegt eigentlich der Unterschied?

Eine klare Definition für diese beiden Begriffe zu finden, ist nahezu unmöglich. Das liegt vor allem daran, dass sie in der Alltagssprache und in den Medien oftmals synonym verwendet werden. Hinzu kommt, dass die Abgrenzung zum Teil sehr schwierig ist, da die Prinzipien sehr stark ineinandergreifen.

Während sich die Pädagogik mit der Theorie und Praxis der Erziehung und Bildung beschäftigt, geht es bei der Didaktik speziell um die Inhalte und das Lehren und Lernen. Das Wort Didaktik leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie Lehr- und Unterrichtskunst. So geht es um die Planung der Lerninhalte, das Festsetzen der Lernziele und die anschließende Auswertung der Planung.

Im Unterschied dazu beschäftigt sich die Methodik nicht damit, was die Lerninhalte sind, sondern wie sie vermittelt werden sollen. Hier spielen die verschiedenen Methoden und die Vorgehensweise eine große Rolle.

Sehr bekannt ist auch der Ansatz Montessoris. Maria Montessori war der Ansicht, dass sich Kinder selbstständig entwickeln und nicht zu etwas gezwungen werden sollten. Um das Lernen in die richtigen Bahnen zu lenken, müssen Lehrer und Erzieher die Umgebung entsprechend vor- und aufbereiten.

Merke: Die Didaktik beschäftigt sich mit dem Was und Wozu, während es bei der Methodik um das Wie geht.

Eine gesamte Vorlesung zu diesem Thema finden Sie in diesem Video:

2. Das Zusammenspiel beider Komponenten ist wichtig

zwei papiermaennchen schieben zwei puzzleteile zusammen

Nur im Zusammenspiel kann guter Unterricht entstehen.

Um Kindern und Erwachsenen etwas beizubringen, ist sowohl die Didaktik als auch die Methodik von großer Bedeutung. Nur wenn beide Komponenten Beachtung bekommen, kann guter Unterricht stattfinden. Ein Lehrer muss daher jede Unterrichtseinheit planen und dabei in Didaktik und Methodik aufteilen.

Zunächst einmal geht es darum, zu entscheiden, welche Inhalte zu vermitteln sind. In diesem Zuge müssen sich Lehrer außerdem Gedanken darüber machen, was Sie mit der Vermittlung dieser Inhalte erreichen möchten. Geht es beispielsweise um den Dreisatz, ist es das Ziel, dass die Schüler in der Lage sind, im Alltag mit Prozenten rechnen zu können.

In einem zweiten Schritt müssen Lehrkräfte nun überlegen, auf welche Art und Weise sie diese Lerninhalte vermitteln möchten. Dabei gilt es zu beachten, dass die Art der Vermittlung so gewählt wird, dass der Inhalt bestmöglich bei den Schülern ankommt und sich verfestigt.

Lehrer sollten zusätzlich darauf achten, dass sie die Methoden so wählen, dass der Unterricht abwechslungsreich ist. Zur Veranschaulichung macht es außerdem Sinn, verschiedene Medien einzusetzen.

3. Methodisch-didaktische Prinzipien im Kindergarten nutzen

Didaktik und Methodik in der Erzieherausbildung

Bereits in der Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher spielt die Didaktik und Methodik eine große Rolle. Bei einem Praxisbesuch müssen Auszubildende schriftlich ausarbeiten, welchem Entwicklungsstand die Kinder entsprechen und welche Ziele wie erreicht werden sollen.

Bisher haben wir uns lediglich damit beschäftigt, dass die methodisch-didaktischen Prinzipien in der Schule Anwendung finden. Dabei ist natürlich auch die Kita ein Ort, an dem Kinder erste Grundlagen erlernen. Zwar geht es nicht um Rechnen und Schreiben, aber zum Beispiel um die Anwendung der Muttersprache und das soziale Miteinander. In Deutschland gibt es laut Angaben des Statistischen Bundesamts 56 700 Kitas, in denen rund 3,7 Millionen Kindern ihren Tag verbringen.

Bei der Didaktik und Methodik handelt es sich also nicht nur um ein Modell. Auch die praktische Umsetzung ist enorm wichtig. Erzieher sollten daher die Umgebung so gestalten, dass Kinder optimale Voraussetzungen zum Lernen haben.

Ein paar Beispiele:

  • Haben die Kinder ausreichend Materialien, mit denen sie sich beschäftigen können?
  • Gibt es genug Freiräume, um eigenen Interessen nachzugehen?
  • Haben die Kinder auch mal Langeweile, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen?

Dies sind die sieben didaktischen Prinzipien, die für den Kindergarten gelten:

  • Prinzip der Anschauung: Inhalte kommen besser an, wenn Erzieher zur Veranschaulichung Bilder benutzen
  • Prinzip der Aktivität: Kinder lernen vor allem dann, wenn sie selbst aktiv sein müssen
  • Prinzip der Übung: Kinder lernen besser, wenn die Inhalte wiederholt werden
  • Prinzip der Lebensnähe: Unbekanntes können Kinder besser erlernen, wenn es auf Bekanntem aufbaut
  • Prinzip der Teilschritte: Lerninhalte müssen Erzieher in kleine Schritte aufteilen
  • Prinzip der Kindgemäßheit: Erzieher sollten Themen so aufbereiten, dass sie den Interessen der Kinder entsprechen
  • Prinzip der Individualisierung: Berücksichtigung der sozialen Herkunft, des Entwicklungsstands und des Arbeitstempos

Wenn Kinder im Kindergarten sind, lernen sie jedoch nicht nur von den Erziehern, sondern auch von den anderen Kindern. Daher müssen Erzieher ein Konzept entwickeln, mit dem es möglich ist, auf spielerische Weise das zu lernen, was für die Zukunft der Kinder wichtig ist.

4. Empfohlener Ratgeber zu verschiedenen Unterrichtsmethoden

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