Zu wenig Fruchtwasser: Ursachen und mögliche Folgen eines Oligohydramnion

frau hält ultraschallbild vor babybauch
Was sind die Ursachen für zu wenig Fruchtwasser?

Befindet sich zu wenig Fruchtwasser in der Fruchtblase, kann dies verschiedene Ursachen haben. Es kann sich sowohl um mütterliche als auch um kindliche Erkrankungen handeln. In einigen Fällen kann sogar keine Ursache festgestellt werden.

Welche Auswirkungen kann Oligohydramnion haben?

Zu wenig Fruchtwasser kann viele Komplikationen mit sich bringen. Diese reichen von einer Fehlgeburt bis hin zu Fehlbildungen. Auch für die Mutter stellt zu wenig Fruchtwasser eine Gefahr dar.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In einigen Fällen ist keine Therapie, sondern nur eine Beobachtung notwendig. Im Zweifel kann das Fruchtwasservolumen mit einer Lösung aus Zucker und Salz aufgefüllt werden. Befindet sich die Frau bereits in der Mitte des dritten Trimesters kann es sinnvoll sein, die Geburt vorzeitig einzuleiten.

Viele Mütter machen sich die gesamte Schwangerschaft Sorgen darüber, ob es Ihrem Baby gut geht oder ob es irgendwelche Anzeichen dafür gibt, dass etwas nicht stimmt. Umso erschrockener sind sie häufig, wenn sie bei der Vorsorge erfahren, dass sie zu wenig Fruchtwasser haben.

Aber wie gefährlich ist das? Welche Folgen kann zu wenig Fruchtwasser mit sich bringen? Und was kann man tun?

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Ursachen zu wenig Fruchtwasser haben kann und inwieweit dies Folgen für das Baby mit sich bringt.

1. Die Menge des Fruchtwassers per Ultraschall bestimmen

Fruchtwasserindex

Die Menge des Fruchtwassers wird mithilfe des Fruchtwasserindexes bestimmt. Liegen die Index-Werte zwischen 8 und 18 cm liegt die Fruchtwassermenge im Normalbereich. Niedrigere Werte deuten auf zu wenig Fruchtwasser hin.

Erfährt eine Frau mit Kinderwunsch in einer Untersuchung, dass sie schwanger ist, ist die Freude in der Regel sehr groß. Kurz darauf beginnen jedoch auch schon die Sorgen: Hoffentlich geht alles gut und das Kind ist gesund.

Während der Schwangerschaft finden viele verschiedene Vorsorgeuntersuchungen statt, bei denen geprüft wird, ob alles normal verläuft und sich das Ungeborene gut entwickelt. Dass zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist, wird dabei häufig in solch einer Routineuntersuchung festgestellt.

Damit sich ein Kind gut entwickeln kann, ist eine intakte Fruchtblase von großer Bedeutung. Dabei ist vor allem die Menge des Fruchtwassers sehr wichtig. Während sich in der 12. SSW lediglich 40 bis 50 ml Fruchtwasser in der Fruchtblase befinden, sind es in der 40. SSW etwa ein bis zwei Liter.

Dieses Fruchtwasser benötigt ein Baby, damit sich die Organe ausbilden und die Lunge reifen kann. Zu wenig Fruchtwasser, in der Medizin als Oligohydramnion bezeichnet, kann diese Entwicklung hemmen.

2. Hinter zu wenig Fruchtwasser können viele verschiedene Ursachen stecken

zwillinge im mutterleib

Bei einer Zwillingsschwangerschaft kann es zu einem Ungleichgewicht des Blutaustauschs kommen.

Befindet sich zu wenig Fruchtwasser in der Fruchtblase, kann dies auf eine Erkrankung der Mutter oder des Kindes hindeuten. Liegen die Ursachen beim Baby, können Fehlbildungen dafür verantwortlich sein. Diese können im Bereich der Harnleiter, der Harnröhre oder der Nieren auftreten.

Das Risiko, unter Oligohydramnion zu leiden, steigt zudem bei eineiigen Zwillingen oder bei Mehrlingsschwangerschaften. In diesem Fall kann ein unzureichender Blutaustausch das Problem auslösen.

Andererseits kann zu wenig Fruchtwasser auch auf eine Erkrankung bei der werdenden Mutter hindeuten. Die häufigste mütterliche Ursache ist Bluthochdruck. Dieser kann den Mutterkuchen schädigen und infolgedessen zu Funktionsschäden führen.

Treten die Probleme am Ende der Schwangerschaft auf, kann es sein, dass die Plazenta nicht mehr so gut arbeitet. Durch Verkalkungen kann es zu einer Durchblutungsstörung kommen, die sich wiederum auf die Fruchtwassermenge auswirkt.

Auch ein Blasensprung kann dazu führen, dass die Fruchtblase zu wenig Fruchtwasser enthält. In den meisten Fällen geschieht dies völlig unbemerkt.

Tipp: Spezielle Anzeichen für Oligohydramnion gibt es nicht. Haben Sie allerdings das Gefühl, dass sich Ihr Kind sehr wenig bewegt, sollten Sie Ihren Gynäkologen bzw. Ihre Gynäkologin aufsuchen.

3. Oligohydramnion kann gefährlich werden

neugeborenes im brutkasten

Dadurch, dass das Wachstum des Babys eingeschränkt ist, kann das Neugeborene bei der Geburt sehr klein sein.

Ist zu wenig Fruchtwasser vorhanden, kann dies negative Auswirkungen auf die weitere Schwangerschaft und auch auf die Entwicklung des Kindes haben. Wird das Kind nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, kann es vorkommen, dass das Baby zu klein ist, wenn es auf die Welt kommt.

Hinzu kommt, dass sich die Organe und die Knochen häufig nicht vollständig ausbilden können, da es durch die geringe Menge an Fruchtwasser in der Fruchtblase sehr eng wird. Durch diesen Platzmangel können Fehlbildungen entstehen. Dies wiederum kann dazu führen, dass auch die Nabelschnur eingeklemmt wird, sodass das Baby nicht mehr ausreichend versorgt wird.

Treten die Probleme gegen Ende der Schwangerschaft auf, entscheiden sich Ärzte außerdem häufig dafür, nicht bis zur 40. SSW zu warten, sondern die Geburt künstlich einzuleiten. Eine vaginale Geburt wäre sowohl für das Kind als auch für die Mutter zu riskant.

Stellt ein Arzt fest, dass Ihre Fruchtblase zu wenig Fruchtwasser enthält, sollten Sie allerdings nicht gleich in Panik geraten. In vielen Fällen ist es nur halb so schlimm wie es sich anhört. Zu wenig Fruchtwasser kann auch einfach eine Laune der Natur sein.

4. Im Zweifel kann die Fruchtwassermenge aufgefüllt werden

aerztin mit einer spritze in der hand

Mithilfe einer dünnen Nadel können Ärzte das Fruchtwasser künstlich auffüllen.

Stellt ein Arzt fest, dass zu wenig Fruchtwasser in der Fruchtblase vorhanden ist, ist es dennoch wichtig, dass schnellstmöglich eine entsprechende Therapie eingeleitet wird. Auch wenn die meisten Frauen zunächst geschockt über die Diagnose sind, ist Oligohydramnion in der Regel sehr gut behandelbar. Die Therapie richtet sich natürlich zunächst nach der Ursache.

Tritt Oligohydramnion bereits im ersten oder zweiten Trimester auf, ist das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Kommt es erst im dritten Trimester dazu, dass zu wenig Fruchtwasser in der Fruchtblase ist, reicht es häufig aus, die Menge des Fruchtwassers regelmäßig zu kontrollieren.

Um das Volumen zu steigern, können Ärzte die Fruchtblase durch eine Lösung aus Zucker und Kochsalz auffüllen. Dazu wird eine Nadel durch die Bauchdecke bis in die Fruchtblase eingeführt. Mithilfe eines Ultraschalls kann dieser Eingriff überwacht werden.

Tipp: Auch wenn Sie einem Oligohydramnion nicht wirklich vorbeugen können, sollten Sie stets darauf achten, ausreichend zu schlafen, sich viel zu bewegen und ausgewogen zu ernähren. Verzichten Sie außerdem unbedingt auf Alkohol und Zigaretten.

Besteht das Problem bereits, sollten Sie unbedingt mehr trinken. Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt wirkt sich auch auf die Produktion von Fruchtwasser aus.

In einer Studie der Universität Zürich haben Wissenschaftler außerdem herausgefunden, dass sich auch zu viel Stress negativ auf die Zusammensetzung des Fruchtwassers auswirken kann. Ruhe und Entspannungstechniken können in diesem Fall Abhilfe leisten.

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Zu wenig Fruchtwasser: Ursachen und mögliche Folgen eines Oligohydramnion
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