Windpocken vom Kindergarten : Das sollten Sie bei erkrankten Windpocken-Kindern wissen

Windpocken Ratgeber

Mama, das juckt! – Die roten Pusteln, die sich auf dem ganzen Körper Ihres Kind verteilt haben, sind unangenehm. Jeder kennt sie, die klassische Kinderkrankheit der Windpocken. Hier erfahren Sie, wie sich Windpocken bei Kindern entwickeln, wie Sie Ihr Kind bei der Überwindung der Krankheit beistehen können und welche Möglichkeiten der Vorbeugung Sie haben.

1. Das Krankheitsbild bei Windpocken

Windpocken Krankheizbild

Für die typische Kinderkrankheit Windpocken sind vor allem die roten Flecken markant.

Windpocken gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten. Sie sind für Kinder meist sehr unangenehm, da sie einen stark juckenden Hautausschlag hervorrufen. Die Erkrankung äußert sich häufig zunächst durch Fieber und Abgeschlagenheit, ein bis drei Wochen nach einer Ansteckung. Danach entwickelt sich der typische, sehr stark juckende Hautausschlag. Die roten Flecken entstehen in der Regel zunächst im Gesicht und am Körper und breiten sich dann auf Arme, Beine und manchmal auch auf Schleimhäute und die Kopfhaut aus. Die Flecken werden zu Bläschen, die bei Berührung aufplatzen können.

Durch Bakterien, die in nässende und aufgekratzte Stellen eindringen, kann es zu Komplikationen kommen. Sie können zu einer großflächigeren Entzündung der Haut und später zu Narben führen. Schwere Komplikationen sind aber bei ansonsten gesunden Kindern selten. Je später allerdings ein Mensch an Windpocken erkrankt, desto heftiger ist in der Regel der Verlauf. Jugendliche und Erwachsene haben daher ein höheres Risiko, schwer zu erkranken als Kinder. Doch in der Regel erholen auch sie sich ohne weitere Folgen von der Erkrankung.

Für Schwangere und insbesondere deren ungeborene Kinder sind Windpocken gefährlich. Bis zur 20. Schwangerschaftswoche können sie beispielsweise zu Fehlbildungen führen. Auch für ungeschützte immungeschwächte Patienten oder Kinder, die an Leukämie erkrankt sind, ist eine Windpockenerkrankung sehr gefährlich und sollte unbedingt behandelt werden.

Die Viren bleiben auch nach einer überstandenen Krankheit im Körper. In manchen Fällen können sie später einmal eine Gürtelrose hervorrufen.

2. Ansteckung

Wie schon der Name verrät, können die Windpocken-Erreger durch die Luft von Kind zu Kind wandern. Meist geschieht die Übertragung durch Husten oder Niesen. Die Flüssigkeit aus den Bläschen kann auch über die Luft eingeatmet werden. Daher sind Windpocken sehr ansteckend.

Die ersten Krankheitssymptome entstehen meist erst nach zwei bis drei Wochen. Eine Ansteckungsgefahr besteht aber schon zwei Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags. Kinder, die bereits eine Windpockeninfektion überstanden haben, sind für den Rest ihres Lebens allerdings immun gegen die Viren.

Da die Ansteckungsgefahr sehr groß ist, dürfen Kinder erst wieder in den Kindergarten, wenn alle Pusteln verheilt sind. Erst dann sind sie für andere Kinder nicht mehr ansteckend.

3. Therapie von Windpocken

windpocken-hautpflege

Eine geeignete Hautpflege ist bei Windpocken besonders wichtig, um Infektionen zu vermeiden.

Bei Verdacht auf eine Windpockenerkrankung sollten Sie auf jeden Fall Ihren Kinderarzt aufsuchen. Er diagnostiziert die Erkrankung und gibt Ihnen Tipps für die Behandlung. In der Regel wird bei einer Infektion vor allem der Juckreiz gelindert. Eine sorgfältige Hautpflege ist wichtig, damit sich die Bläschen nicht entzünden. Die körpereigene Abwehr bekommt die Viren bei einer leichten Erkrankung meist selber in den Griff. Die Pusteln heilen dann nach ca. einer Woche wieder ab.

4. Tipps für kleine Windpockenpatienten

windpocken-behandlung

Mit Cremes können Sie den Juckreiz der Windpocken stillen und so Ihrem Kind beim Überstehen der Krankheit helfen

In der Regel ist das Jucken für Kinder das Schlimmste an einer Windpockenerkrankung. Das Kratzen an erkrankten Hautstellen lindert kurzfristig zwar den unangenehmen Juckreiz, doch aufgekratzte Stellen können sich leicht entzünden und langfristig können sich an diesen Stellen Narben bilden. Daher sollten Sie versuchen, ihrem Kind dabei zu helfen, möglichst wenig zu kratzen.

Dafür kann es hilfreich sein, wenn Sie die Fingernägel Ihres Kindes kurz halten, damit es sich nicht so stark verletzt. Erklären Sie ihm, warum es so stark juckt und warum es wichtig ist, nicht so sehr zu kratzen. Versuchen Sie, Ihr Kind möglichst viel abzulenken. Bei einer schlimmen Erkrankung können auch Schlafanzüge mit Fuß- und Handteilen verhindern, dass Kinder sich im Schlaf zu stark kratzen.

5. Impfung gegen Windpocken

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Windpocken. Zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat kann sie zusammen mit einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung oder auch 4 Wochen später verabreicht werden. 4 bis 6 Wochen danach ist dann die zweite Teilimpfung nötig. Eine weitere Möglichkeit ist ein Kombinationsimpfstoff, der gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken gleichzeitig wirkt.

Die Impfung gilt als allgemein gut verträglich. Es kann lokal zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen. Diese klingen nach einigen Tagen wieder ab. Auch allgemeine Krankheitszeichen, wie Fieber und Müdigkeit, verschwinden wieder. Laut STIKO können nach einer Impfung auch schwere Erkrankungen auftreten. Dies kommt allerdings nur sehr selten vor.

Bei ungeimpften Personen, kann laut Robert-Koch-Institut erwogen werden, bis zu 5 Tage nach dem Kontakt zu Windpocken-Erkrankten oder bis zu 3 Tage nach dem Ausbruch des Ausschlags eine Impfung noch nachzuholen.

Bei einer schweren, behandlungsbedürftigen Erkrankung muss die Impfung allerdings verschoben werden.

Zur Impfung gegen Windpocken sollten Sie sich in jedem Fall bei Ihrem Kinderarzt informieren.

6. Quellen und Linktipps

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und auf der Seite des Deutschen Grünen Kreuzes.

Die Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) können Sie beim Robert-Koch-Institut einsehen.

Dieser Text dient ausschließlich der Information und ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Beratung durch einen approbierten Arzt. Die hier eingestellten Informationen können und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose oder Selbstmedikation verwendet werden. Zusätzlich verweisen wir auf Paragraph 4, Absatz 2 unserer Nutzungsbedingungen.

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