Wachstumsschmerzen: Kinder zwischen 2 und 12 Jahren sind am häufigsten betroffen

kind hält sich knie
  • Wachstumsschmerzen können am ganzen Körper Ihres Kindes auftreten: Im Brustkorb, an der Ferse, am Rücken, in den Beinen, in der Leiste, am Oberschenkel oder in Form von Knieschmerzen.
  • Gegen Wachstumsschmerzen bei Kindern gibt es weder Mittel der Prävention noch Medikamente, die der Linderung dienen. Aus den Reihen der Homöopathie gibt es einige Globuli-Präparate, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind testen sollten.

Klagt Ihr Kind über ein Klopfen, Ziehen oder Brennen in den Armen oder Beinen – und zwar genau dann, wenn es diese nicht benutzt und abends zur Ruhe kommen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich bei den Beschwerden Ihres Kindes um Wachstumsschmerzen bei Kindern handelt.

Was sie genau bedingt, ist unklar. Ebenso unbefriedigend für Sie wird die Information sein, dass Sie Kinder-Wachstumsschmerzen nicht etwa bekämpfen können, sondern nur versuchen können, mit Mitteln aus der Homöopathie die Schmerzen Ihres Kindes zu lindern. Ab wann Wachstumsschmerzen bei Kindern auftreten können, was hilft und wie Sie Ihr Kind durch Haupt-Wachstumsphasen leiten, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

1. Warum Kinder unter Wachstumsschmerzen leiden, lässt sich nicht wissenschaftlich belegen

Wachstumsphasen

Die drei Wachstumsphasen werden so klassifiziert: Phase 1 betrifft die ersten drei Lebensjahre. In dieser Zeit verdoppelt sich die Körpergröße. Phase 2 geht bis zum Alter von 12 Jahren. Fünf bis sechs Zentimeter Wachstums pro Jahr sind in dieser Phase ganz normal. Von der Pubertät bis zum 17. Lebensjahr (=Phase 3) können Kinder im Jahr sieben bis neun Zentimeter wachsen.

Wachstumsschmerzen ist eine der Krankheiten die noch nicht ausreichend erforscht ist, deshalb können Sie oder ggf. Ihr Kinderarzt eine Diagnose nur durch ein Ausschlussverfahren stellen. Etwa ein Drittel der Kinder im Alter zwischen circa zwei und 12 Jahren leiden darunter. Ob auch schon Babys davon betroffen sind, lässt sich nicht sagen, da sie sich noch nicht äußern können.

Was Mediziner über Wachstumsschmerzen bei Kindern wissen, lässt sich in diese Annahmen bzw. Theorien bündeln:

  • Mediziner gliedern das Wachstum im Kindesalter in drei Phasen. In diesen Zeiträumen wächst Ihr Kind besonders schnell. Vor allem die Beine sind sehr wachstumsintensiv. Vermutungen zufolge gerät die Knochenhaut in diesen Wachstumsphasen unter Spannung, weil bzw. während die Knochensubstanz wächst.
  • Ein anderer Theorieansatz geht davon aus, dass sich die Schmerzen durch das Dehnen der Bänder und Sehnen entwickeln. Fehlhaltung und eine eventuelle Mangeldurchblutung können den Schmerz ebenfalls begünstigen.

2. Die Symptome – ein Klopfen, Ziehen und Brennen – treten meist abends und nachts auf

kind hat schmerzen im bett

Vor allem nachts, in der  Ruhephase, quälen Ziehen und Brennen Ihr Kind.

Die klopfenden, ziehenden oder auch brennenden Schmerzen in Armen und/oder Beinen treten am Abend bzw. nachts auf. Sie heißen „Ruheschmerz“.

Wenn Kinder schlafen, wachsen sie besonders intensiv. Es werden nachts bis zu 80 Prozent der Wachstumshormone ausgeschüttet. Die Kinder wachen auf und klagen über Knieschmerzen, aber auch die Oberschenkel, der Rücken und die Leistengegend können betroffen sein. Sehr oft schmerzen auch die Kniekehle und das Schienbein. Einige klagen auch über ein Druckgefühl im Brustkorb oder ein Brennen in den Fersen.

Es sind immer beide Extremitäten betroffen – gleichzeitig oder nacheinander. Die Schmerzen betreffen die Knochen, allerdings niemals die Gelenke. Am Morgen, nach dem Aufstehen, sind die Schmerzen wieder vollkommen verschwunden. Sie sind in der Regel harmlos. Die Schmerzen treten über Jahre unregelmäßig auf. Es gibt keine Anzeichen, dass die Entwicklung des Kindes darunter leidet oder gestört ist.

Die Symptome der Wachstumsschmerzen sind den Schmerzen, wie man sie bei einer Rheumaerkrankung oder anderen Erkrankungen des Knochenapparats hat, sehr ähnlich. Schwerwiegende Erkrankungen wie Rheuma, Tumore oder andere Entzündungen, kann ein Arzt jedoch durch eine Blutuntersuchung und ein MRT zweifelsfrei feststellen bzw. im Idealfall ausschließen.

3. Es gibt weder Präventionsmaßnahmen noch geeignete Medikamente

Kind steht an größenskala

Natürlich freuen sich die Kleine um jeden Zentimeter, den sie wachesn. Doch das Wachstum ist oft auch mit Schmerzen verbunden.

Da unklar ist, was Wachstumsschmerzen bei Kindern auslöst, gibt es auch keine Präventionsmaßnahmen, die Ihrem Kind helfen könnten. Möglicherweise ist es sinnvoll, in den Hauptwachstumsphasen darauf zu achten, dass sich Ihr Kind vor dem Sport ausreichend aufwärmt. Eventuell kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu weniger Beschwerden beitragen. Einen Versuch Ihrem Kind zuliebe ist es allemal wert, auch wenn Wachstumsschmerzen kein Risiko für die Gesundheit Ihres Kindes darstellen.

Eine Therapie, eine Behandlung, Medikamente oder andere wirksame Mittel gegen die Wachstumsschmerzen bei Kindern gibt es kaum. Untätig müssen Sie natürlich dennoch nicht sein.

  • Als allererstes sollten Sie Ihr Kind tröstend in den Arm nehmen. Zuneigung ist in dieser Situation sehr wichtig für Ihr Kind.
  • Einige Hausmittel können zur Linderung der Wachstumsschmerzen bei Ihnen Kindern beitragen. Eine Wärmflasche oder auch leichte Massagen sind geeignete Hausmittel. Es kann auch mit einem Kühlpad versucht werden, Linderung zu schaffen.
  • Globuli und allgemeine Homöopathie können die Symptome positiv beeinflussen. Arnica, Calcium phosphoricum, Acidum phosphoricum, Guaiacum und Acidum hydrofluoricum sind die Globuli, die im Zusammenhang mit Wachstumsschmerzen bei Kindern häufig verordnet werden.

Welches Hausmittel am besten geeignet ist, müssen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam austesten. Bei sehr starken Schmerzen können Sie auch ein leichtes Schmerzmittel geben. Allerdings sollte das nicht das erste Mittel sein, um Ihr Kind ruhig zu stellen.

Werden die Schmerzen nach zwei Wochen nicht besser oder Sie verspüren eine Unsicherheit, ob es sich wirklich um Kinder-Wachstumsschmerzen handelt, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Auch wenn das Kind plötzlich anfängt, tagsüber über (vermeintliche) Wachstumsschmerzen zu klagen oder z.B. das Bein nicht mehr richtig belasten kann, ist eine Untersuchung erforderlich.

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