Vorschulkinder fördern: So bereiten Sie Ihr Kind auf die Schule vor

Tafel mit Aufschrift Vorschule und gelber Sonne daneben bunte Kreidestücken
  • Die meisten Vorschulkinder sind noch relativ unruhig, sodass Sie viel Wert auf Konzentrationsübungen legen sollten.
  • Fördern Sie das Selbstvertrauen, indem Sie Kindern zeigen, dass Sie stolz sind.
  • Vorschulkinder sollten in der Lage sein, ihre Emotionen weitestgehend zu kontrollieren. Der Umgang mit Gewinnen und Verlieren lässt sich besonders gut bei Spielen testen.

Die klassische Vorschule gibt es in Deutschland nicht mehr. Heutige Vorschulkinder besuchen das letzte Jahr den Kindergarten, bevor die Einschulung ansteht. Aber über welche Fähigkeiten sollten Kinder verfügen, bevor es in die Schule geht? Wie lassen sich die Kompetenzen fördern?

In unserem Artikel erfahren Sie, welche Aspekte in der Erziehung eine Rolle spielen sollten, um Kinder zu Hause und im Kindergarten fit für die Schule zu machen.

1. Die Konzentration fördern

Eine der wichtigsten Kompetenzen von Vorschulkindern bildet die Konzentrationsfähigkeit. Diese lässt sich auf vielfältige Art verbessern, ohne dass spezielle Übungen erforderlich sind.

Vielmehr entwickelt sich die Fähigkeit, sich auf etwas zu fokussieren, bei der Bewältigung anderen Aufgaben. Lassen Sie Vorschulkinder öfter einmal bewusst alleine, um einer selbst gewählten Beschäftigung nachzugehen.

1.1. Bücher vorlesen

Mutter liest ein Buch vor

Lesen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern.

Bereits 2- oder 3-jährige Kinder möchten oftmals Geschichten hören und brauchen häufig die eine oder andere Gutenachtgeschichte, um schlafen zu können. Lesen ist ein wichtiger Aspekt und sollte daher nicht nur in den ersten Lebensjahren, sondern auch später noch möglichst oft, am besten täglich, zum Einsatz kommen.

Da Kinder bei einer Geschichte lernen, zuzuhören, müssen sie ganz automatisch stillsitzen oder liegen und sich komplett auf die Erzählung einlassen.

Um zu erfahren, wie viel von der Geschichte hängengeblieben ist, können Eltern und Erzieher im Anschluss über die Einzelheiten des Gehörten sprechen. Je nach Begeisterung der Kleinen können Sie auch gemeinsam lesen. Nutzen Sie dafür am besten Bücher, die aus Worten und Bildern bestehen, sodass Vorschulkinder ein erstes Gespür für Buchstaben entwickeln.

Tipp: Es gibt sehr viele kindgerechte Bücher zu unterschiedlichsten Themenbereichen. Sorgen Sie daher mit neuen Büchern immer wieder für Abwechslung.

1.2. Malen, Zeichnen, Basteln und Spielen

Immer wenn sich Vorschulkinder gezielt einer bestimmten Aufgabe zuwenden, zeugt dies von Konzentration. Wichtig ist, dass Kinder sich nicht sofort von ihrer aktuellen Tätigkeit ablenken lassen, sondern lernen, eine einmal angefangene Aufgabe auch zu Ende zu bringen.

Dies lässt sich wunderbar mit kreativen Übungen verbinden, da Vorschulkinder so nebenher ihre Konzentration verbessern. Auch Spiele sind ein exzellentes Mittel der Förderung. Beim Erklären der Regeln müssen die Kinder zuhören, anschließend heißt es, aufmerksam zu sein, um während des Spiels nichts zu verpassen.

Tipp: Es lohnt sich, im letzten Jahr vor Beginn der Schulzeit, einen Schreibtisch anzuschaffen. Viele Vorschulkinder fühlen sich so erwachsener und verbringen ganz automatisch Zeit am eigenen Schreibtisch.

2. Vorschulkinder mit Zahlen vertraut machen

Kinder stehen vor einem großen Rechenschieber

Zählen beginnt meist unbewusst.

Bei vielen Kinderspielen sind Zahlen zu finden. Es gibt Würfel oder eine Punkteleiste, sodass der Kontakt mit Zahlen zum Alltag wird.

Darüber hinaus können Sie zahlreiche Schätzaufgaben ganz nebenbei stellen, um den Umgang mit Zahlen zu lernen. Zählen Sie gemeinsam Gänseblümchen auf der Wiese oder die Rehe in einem Wildgehege. Auch kleinere Rechenaufgaben sind für viele Vorschulkinder machbar, wenn sie früh genug damit anfangen.

Mathematik macht einen großen Teil unseres Lebens aus, sodass Sie diesen Bereich nicht unterschätzen sollten. Lassen Sie Vorschulkinder erste eigene Bestellungen in der Eisdiele oder dem Kiosk machen, um nicht nur Zahlen, sondern auch Geld kennenzulernen. Durch die Möglichkeit, eigenständig zu handeln, stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes.

3. Vorschulkinder für Naturwissenschaften begeistern

Vater experimentiert gemeinsam mit seiner Tochter

Kleine Experimente faszinieren Jung und Alt.

Das Interesse für Naturwissenschaften wecken Sie durch kleine Alltagsexperimente. Wichtig ist dabei allerdings, stets zu erklären, warum bestimmte Dinge so und nicht anders ablaufen.

Hier finden Sie ein paar Ideen für mögliche Fragestellungen:

  • Warum schwimmt Holz auf dem Wasser und warum geht Metall unter? Wie kommt es, dass Boote trotzdem schwimmen können?
  • Wie funktioniert ein Telefon? Verbinden Sie zwei Dosen mit einem Seil, um den Effekt zu demonstrieren.
  • Wie funktioniert der Schattenwurf? Warum ist unser eigener Schatten manchmal klein und an einer anderen Stelle riesig?

Detaillierte Ideen und konkrete Experimente zu naturwissenschaftlichen Phänomenen finden Sie auf der Website des Hauses der kleinen Forscher. Über diesen Link gelangen Sie direkt dorthin.

4. Die körperlichen Voraussetzungen müssen stimmen

Nicht nur die geistigen Fähigkeiten können Sie mit speziellen Übungen trainieren. Auch in körperlicher Hinsicht sollten Vorschulkinder allen Anforderungen der Schule gewachsen sein.

Leider wird dieser Bereich der physischen Entwicklung häufig unterschätzt. Viele Untersuchungen kommen zu dem erschreckenden Ergebnis, dass zahlreiche Kindergarten- sowie Schulkinder bereits bei einfachen körperlichen Übungen überfordert sind.

Integrieren Sie daher immer wieder Spiele in den Alltag, bei denen die motorischen Fähigkeiten gefordert sind.

Kleinkind auf einem Laufrad

Ein Laufrad ist eine clevere Möglichkeit, um schneller Fahrrad fahren zu lernen.

Über folgende grundlegende Fertigkeiten sollte jedes Schulkind beim Schuleintritt verfügen:

  • Problemlos rückwärts laufen
  • Über einen Balken balancieren können
  • Geräusche und Entfernungen einordnen und einschätzen können
  • Gegenstände aus kleinerer Entfernung fangen
  • Ohne Schwierigkeiten Treppen laufen
  • Das Gleichgewicht auf einem Bein halten können
  • Fahrrad fahren
  • Schwimmen

Wird die Physis frühzeitig gefördert, sind diese Fähigkeiten auch schon mit 3 oder 4 Jahren kein Problem mehr.

Achtung: Eine gesunde körperliche Entwicklung ist eng mit der geistigen Entwicklung verknüpft. Zudem sind physisch fitte Kinder häufig deutlich selbstbewusster, da sie sich auf ihre Fähigkeiten verlassen können.

5. Den Schulalltag meistern

Kind bindet die Schuhe

Kinder müssen lernen, sich selbst die Schuhe zu binden.

Um für die Schule gewappnet zu sein, sollten ein paar grundlegende Fähigkeiten kein Hindernis darstellen.
Sowohl das eigenständige Anziehen als auch das Binden einer Schleife sind nötig, um in der Schule nicht auf Hilfe angewiesen zu sein.

Vorschulkinder sollten in der Lage sein, Ihren Schulrucksack grundsätzlich selbst zu packen. Auch das eigenständige Schmieren eines Butterbrots sollte Kindern mit 5 oder 6 Jahren keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Selbstverständlich darf die Butterbrotdose dennoch von Mama oder Papa gefüllt werden.

Achtung: Üben Sie das Verabschieden. Kinder sollten auch in einer neuen Umgebung in der Lage sein, sich von ihren Eltern trennen zu können.

Generell gilt, dass die Voraussetzungen, um zu lernen, im Kindergarten und zu Hause geschaffen werden. Die Wissensvermittlung erfolgt anschließend in der Schule. Gehen Sie also nicht zu ängstlich an die Einschulung heran.
Auch wenn sich einige Dinge ändern, muss Ihr Kind nicht von heute auf morgen bedeutende Fähigkeiten erlangen.
Es geht Schritt für Schritt voran, sodass immer noch genügend Möglichkeiten bestehen, um an Schwachpunkten zu arbeiten.

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