Vater-Sohn-Beziehung: So stärken Sie Ihre Beziehung zu Ihrem Kind

Vater-Sohn-Beziehung
  • Jungen suchen nach männlichen Vorbildern. Im Idealfall ist dies der eigene Vater.
  • Ein Vater-Sohn-Konflikt beeinflusst häufig das Selbstbewusstsein von Jungen.
  • Versuchen Sie auch dann eine Vater-Sohn-Beziehung aufrecht zu erhalten, wenn Ihre Partnerschaft zerbricht und eine Scheidung folgt.

Väter und Söhne haben nicht immer die beste Beziehung zueinander. Nach wie vor übernehmen viele Frauen einen Großteil der Erziehung und auch im Kindergarten sowie in der Schule kommen Jungen nur mit wenig männlichen Erziehern und Lehrern in Kontakt.

Aber warum sind männliche Bezugspersonen in unserer heutigen Zeit eigentlich so wichtig? Welche Auswirkung hat eine gute oder eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung auf die Entwicklung?

In unserem Artikel machen wir uns auf Identitätssuche und zeigen Ihnen, weshalb es wichtig ist, dass Männer eine gesunde Beziehung zu ihren Kindern aufbauen.

1. Väter sind Vorbilder

Sohn imitiert Vater

Söhne versuchen meist, ihren Vätern nachzueifern.

In den ersten ein bis drei Jahren des Lebens ist die Mutter für ein Kind die wichtigste Bezugsperson. Mit Ende der Stillzeit erfolgt jedoch eine schrittweise Entfernung von der Beziehung zur Mutter und die Hinwendung zu einer männlichen Bezugsperson.

Dieser natürliche Prozess funktioniert am besten, wenn die Eltern respekt- und liebevoll miteinander umgehen. Auch wenn Frauen grundsätzlich alle Aufgaben erledigen können, die ein Mann im klassischen Rollenverständnis übernimmt, so fehlt zwischen Mutter und Sohn dennoch die Geschlechteridentität.

Selbst ein Kleinkind sucht bereits ganz unbewusst nach Ähnlichkeiten mit dem eigenen Vater. Auch wenn Kinder in diesem Alter noch längst nicht alles verstehen, so beobachten sie grundsätzliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Ein Junge orientiert sich daher beim Stehen oder Gehen deutlich eher an der Haltung des Vaters als der Mutter.

Diese in der Psychologie seit langem bekannte Anpassung muss jedem Vater bewusst sein. Umso wichtiger ist es, genügend Zeit mit der Familie zu verbringen und Kindern zu zeigen, dass auch Männer vermeintliche Frauenaufgaben erledigen.

Ein Telefoninterview über die Psychologie der Vater-Sohn-Beziehung sehen Sie hier:

2. Der Mangel an männlichen Vorbildern macht die Vater-Sohn-Beziehung besonders wichtig

Führungspositionen für Männer:

Trotz des geringen Männeranteils stehen vergleichsweise viele Kitas, Grund- sowie weiterführende Schulen unter männlicher Leitung.
Mehr zur Diskrepanz zwischen diesen Zahlen können Sie hier nachlesen.

In den meisten Haushalten bleiben Frauen in den ersten Lebensjahren ihres Kindes zu Hause. Auch wenn zunehmend mehr Männer Elternzeit für sich beanspruchen, liegt der größte Teil der Erziehungsaufgabe meist in weiblicher Hand.

Selbstverständlich können Frauen für jedes Kleinkind ein gutes Vorbild sein. Jedoch sollte jedem Mann eine gesunde Vater-Sohn-Beziehung am Herzen liegen, um das Vertrauen des eigenen Kindes zu stärken und zu verhindern, dass Kinder sich im Laufe ihres Lebens an weniger geeigneten männlichen Vorbildern orientieren.

In Kindergärten gibt es überwiegend weibliche Erzieher. Auch wenn die Zahl männlicher Erzieher in den letzten Jahren stark gestiegen ist, findet sich in kaum einer Kindertagesstätte mehr als ein männlicher Erzieher.

Etwas besser sieht in Grundschulen aus. Sobald Kinder die weiterführende Schule erreicht haben, relativiert sich das Bild allmählich, sodass Kinder auch Kontakt zu männlichen Autoritätspersonen bekommen.

Deutlich wichtiger und prägender für die Persönlichkeitsentwicklung sind allerdings die ersten Lebensjahre. Sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule besteht ein sehr viel engeres Verhältnis zwischen Kindern und Erziehern bzw. Lehrern.

Achtung: Gelingt es nicht, Ihre Beziehung zu retten und die Eheberatung scheitert, versuchen Sie, diese negativen Gefühle nicht auf das Verhältnis zu Ihrem Sohn zu übertragen.
Auch wenn Sie nicht mehr zu Hause wohnen, bleiben Sie ein wichtiges Vorbild im Leben Ihres Sohnes.

3. Begreifen Sie Vater-Sohn-Beziehung als Chance

Vater und Sohn backen zusammen

Männlichkeit zu zeigen und Haushaltsaufgaben zu übernehmen schließen sich nicht aus.

Viele Männer befinden sich in unserer heutigen Gesellschaft in einer schwierigen Position. Auf der einen Seite gilt es, für die Familie zu sorgen und sie abzusichern. Dies allein reicht jedoch längst nicht mehr.
Ein moderner Mann hat die Aufgabe, im Haushalt mitzuhelfen und parallel dazu auch einen Teil der Kindererziehung zu übernehmen.

Da dies einigen Männern Schwierigkeiten bereitet, entwickelt sich nicht selten eine gestörte Vater-Sohn-Beziehung. Genau dies gilt es jedoch zu verhindern. Versuchen Sie also, sich Freiräume mit Ihrem Sohn zu verschaffen und ihn auch in die männliche Welt einzuführen.

Besonders hilfreich für alle Väter ist die Tatsache, dass Ihr Sohn stets nach Anerkennung sucht. Versuchen Sie daher, das Selbstbewusstsein Ihres Sohnes zu stärken. Indem Sie ihn aktiv aufbauen und die eingeforderte Anerkennung nicht verweigern, sorgen Sie für eine gefestigte Persönlichkeit.

So fällt es Kindern auch im Alter leichter, sich selbst zu behaupten und die Ansicht anderer vermeintlicher männlicher Vorbilder in Frage zu stellen.

4. Vater-Sohn-Konflikte – besonders schwierig wird es in der Pubertät

Vater versucht, Sohn zu trösten

Halten Sie auch in schwierigen Zeiten zu Ihrem Sohn.

Sofern Sie in der Lage sind, bereits in jungen Jahren eine funktionierende Vater-Sohn-Beziehung aufzubauen, so profitieren Sie davon auch in der schwierigen Phase der Pubertät.

Oftmals vollzieht sich die Verwandlung vom lieben Jungen zum alles andere als freundlichen Teenager fast über Nacht. Verzweifeln Sie an dieser Stelle jedoch nicht, auch wenn eine kurzzeitige Entfremdung und Abgrenzung von der Familie erfolgt.

Akzeptieren Sie diese Zeit und versuchen Sie nicht, mit strenger Hand Ihre Forderungen durchzusetzen. Oftmals endet genau dies im Chaos und verschlechtert die ohnehin schon angespannte Vater-Sohn-Beziehung deutlich.

Genau in dieser Phase kann sich die Beziehung jedoch auch deutlich intensivieren, indem Sie offen und ehrlich über Probleme und Schwierigkeiten sprechen.

Tipp: Vielen Vätern fällt es vergleichsweise schwer, die eigene Schwäche in der einen oder anderen Situation zuzugeben. Manchmal ist genau dies jedoch nötig, um ehrliche und tiefgreifende Gespräche miteinander möglich zu machen.

5. Kurztipps für eine gestärkte Vater-Sohn-Beziehung im Überblick

Vater und Sohn klatschen sich ab

Bauen Sie ein inniges Verhältnis zueinander auf.

  • Leben Sie Ihrem Sohn vor, wie es funktioniert, ein liebevoller Ehemann und Vater zu sein.
  • Haben Sie keine Angst davor, Gefühle zu zeigen, sondern sehen Sie dies als Chance.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Vater-Sohn-Beziehung aufzubauen.
  • Geben Sie Ihrem Sohn die Anerkennung, nach der er sich sehnt.
  • Achten Sie in konfliktreichen Situationen auf das richtige Maß.
  • Liebevolle Umarmungen und körperliche Nähe sind auch in einer Vater-Sohn-Beziehung wichtig.
  • Seien Sie in der Pubertät offen für Veränderungen. Jeder erfindet sich neu und muss erst lernen, wer er eigentlich ist.
  • Seien Sie bei Problemen stets da, sodass Ihr Sohn immer einen Ansprechpartner hat und sich stets auf Sie verlassen kann.

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