Tagesablauf im Kindergarten: So sieht ein Tag in der Kita aus

Tagesablauf-Kindergarten-Ratgeber
  • Trotz unterschiedlicher Konzeptionen ähnelt sich der Tagesablauf im Kindergarten in vielen Einrichtungen.
  • Festgelegte Ruhephasen sowie Essenszeiten sorgen für einen strukturierten Tagesablauf in der Kindertagesstätte.
  • Feste Rituale, wie der gemeinsame Morgenkreis, geben Kindern Sicherheit.

Die meisten Eltern bekommen nur wenig vom Tagesablauf ihrer Kinder im Kindergarten mit. Am frühen Morgen bringen Sie Ihre Kinder in die Kindertagesstätte und mittags oder am späten Nachmittag holen Sie Ihre Kinder wieder ab. Aber wie sieht die Zeit dazwischen eigentlich aus?

Aufgrund der mangelnden Erzählungen vieler Kinder bleibt der tatsächliche Tagesverlauf häufig ein Rätsel. Daher erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie ein typischer Tag in der Kinderkrippe oder im Kindergarten aussehen könnte.

1. Das Konzept bestimmt über den Tagesablauf im Kindergarten

spielende Kinder

Je nach Konzept variiert der Tagesablauf im Kindergarten.

Die verschiedenen Einrichtungen für Kinder unterscheiden sich teils sehr stark voneinander. In den meisten Kitas existieren feste Gruppen, während einige Kindergärten auf freiere Konzepte setzen, um Kindern viele verschiedene Möglichkeiten zu eröffnen.

Evangelische oder katholische Kindergärten setzen in der Regel auf etwas mehr Struktur. Andere Einrichtungen, die aus privaten Vereinen oder Elterninitiativen gegründet wurden, haben häufig ein anderes Leitbild, welches viel Raum für das Freispiel lässt.

Gewisse Grundstrukturen finden sich jedoch in fast allen Einrichtungen wieder. Selbst ein integrativer Kindergarten sowie bilingual geprägte Kindertagesstätten, in denen die verschiedenen Sprachen, wie Englisch oder Spanisch, auf dem Programm stehen, setzen auf ähnliche Tagesabläufe.

2. Ein Tag im Kindergarten – so könnte er ablaufen

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen einen möglichen Tagesablauf im Kindergarten vor. Aufgrund der sehr verschiedenen Konzepte und individueller Öffnungszeiten der einzelnen Kindergärten, stellt dies selbstverständlich nur einen von vielen möglichen Plänen dar.

  • 6:30 Uhr bis 8:30 Uhr: Die meisten Eltern bringen ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit im Kindergarten vorbei. In der Regel trudeln die meisten Kinder innerhalb von einer Stunde in der Einrichtung ein. In dieser ersten Zeit versammeln sich die Kinder in einer eigenen Gruppe, in welcher sie selbstständig spielen.
  • 8:00 Uhr bis 8:30 Uhr: Als erstes gemeinsames Erlebnis findet ein Morgenkreis statt. An dieser Stelle bekommen Kinder die Gelegenheit, bestimmte Themen anzusprechen oder Spielwünsche zu äußern.
    Teils beginnt der Morgenkreis auch mit ein paar kleinen Tanz- und Singeinlagen.
Uhr

Der Tag in in verschiedene Bereiche unterteilt.

  • 8:30 Uhr bis 9:30 Uhr: In dieser Zeit bildet das Frühstück einen festen Bestandteil in den meisten Kindergärten des Landes.
  • 9:30 Uhr bis 11:00 Uhr: Häufig steht nach dem Frühstück das freie Spiel auf dem Programm. Kinder können sich hier an der frischen Luft im Garten bewegen oder sich in den verschiedenen Räumen des Kindergartens mit kreativen Ideen beschäftigen.
  • 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr: In diese Zeitspanne fallen vielfach Angebote zu speziellen Förderkursen. Teils werden Experimente durchgeführt oder die sprachliche oder motorische Entwicklung stehen im Vordergrund.
  • 12:30 Uhr bis 13:00 Uhr: Das Mittagessen kommt auf den Tisch. Einige Einrichtungen setzen auf freie Essenszeiten, während viele Kindergärten einheitliche Essenszeiten haben. So können sich die Kinder auf einen festen Tagesablauf einstellen.
  • 13:00 Uhr bis 14:00 Uhr: Die Zeit direkt nach dem Mittagessen verläuft unterschiedlich. Kinder haben die Möglichkeit, die Ruhe zu genießen und sich entsprechende Räume zurückzuziehen. Alternativ können Sie sich jedoch auch bei etwas Bewegung austoben.
  • 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr: Kinder, die bis jetzt noch nicht genügend Bewegung hatten, erhalten nun die Gelegenheit, sich bei gezielten Bewegungsspielen auszuprobieren. Entweder finden diese Zeiten eher am Vormittag oder aber am Nachmittag statt.
  • 15:30 Uhr bis 16:00 Uhr: Häufig bildet das Aufräumen einen gemeinsamen Programmpunkt, damit am nächsten Tag alle Utensilien wieder am gewohnten Platz zu finden sind.
  • 16:00 Uhr bis 16:30 Uhr: Der Tag im Kindergarten endet und Eltern holen ihre Kinder aus der Einrichtung ab.

3. Der Tagesablauf im Kindergarten ist anpassungsfähig

Kind mit Torte

Bestimmte Anlässe, wie ein Kindergeburtstag, führen zu Änderungen im Tagesablauf.

Selbstverständlich ist der Tagesablauf nicht in Stein gemeißelt. Es gibt immer wieder besondere Projekte, bei denen sich etwas am gewohnten Ablauf des Tages ändern kann. Das Frühstück gestaltet sich beispielsweise etwas ausführlicher, wenn ein Kindergeburtstag gefeiert wird.
Häufig werden geplante Veranstaltungen für das laufende Kindergartenjahr vorab mit dem Elternbeirat besprochen. Dementsprechend ist es möglich, Eltern mit in die Planung einzubeziehen.

Bei speziellen Waldtagen fällt der Tag häufig etwas kürzer aus, da Kinder an der frischen Luft sehr schnell müde werden und nur wenige Ruhephasen integriert werden können. In manchen Fällen müssen Eltern ihre Kinder bei speziellen Veranstaltungen gezielt anmelden oder abmelden, um die vorherige Planung zu erleichtern.
Die Kosten für zusätzliche Veranstaltungen tragen die Eltern in der Regel selbst.

Folgende Anlässe bieten im Kindergarten die Gelegenheit, den gewohnten Tagesablauf zu vernachlässigen und ein Fest zu organisieren:

  • Karnevalsumzüge
  • eine gemeinsame Eiersuche zu Ostern
  • ein Sommerfest mit Eltern und Kindern
  • die Veranstaltung eines Erntedank-Tags
  • eine Weihnachtsaufführung

Tipp: Versuchen Sie, trotz der besonderen Umstände einer einmaligen Veranstaltung, ausreichende Ruhephasen für Kinder einzuplanen, um sie nicht zu überfordern.

4. Der Tagesablauf im Hort läuft etwas anders ab

Viele Horte im Osten Deutschlands:

In den östlichen Bundesländern werden vergleichsweise viele Kinder in Horten versorgt. So besuchen nach einer aktuellen Statistik etwa 150.000 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren eine Kindertageseinrichtung, während es im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW lediglich 66.000 Kinder sind.

Ein Kinderhort richtet sich in der Regel an Schulkinder, bei denen eine Nachmittagsbetreuung erforderlich ist, da sie nicht direkt nach Hause gehen können. Dementsprechend erfolgt mittags als erstes ein gemeinsames Mittagessen.

Die Zeit im Anschluss ist für Hausaufgaben vorgesehen. In dieser Phase ist lediglich eine Betreuung anwesend, die jedoch nur darauf achtet, dass die Kinder sich tatsächlich den Hausaufgaben widmen.

In den folgenden zwei bis drei Stunden bestimmen verschiedene Spiele sowie sportliche Herausforderungen die Zeit im Hort.
Häufig finden einmal in der Woche oder alle zwei Wochen kleinere Ausflüge statt, bei denen die Kinder die nähere Umgebung kennenlernen.
Die Ziele liegen in diesem Bereich mehr auf der aktiven Beschäftigung als auf der zielgerichteten Förderung.

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