Schwangerschaft und Katzen: Tipps zur Vermeidung einer Toxoplasmose

schwangere frau mit katze
Worin besteht das Problem zwischen Katzen und einer Schwangerschaft?

Eine Ansteckung der durch Katzen übertragbaren Toxoplasmose kann vor der Geburt eines Kindes zu massiven Schädigungen führen, die das gesamte weitere Leben beeinträchtigen.

Darf ich keine Katze mehr haben, wenn ich schwanger bin?

Natürlich dürfen Sie Ihre Katze behalten. Allerdings gibt es ein paar Vorsichtsmaßnahmen, um sicherzustellen, dass Sie sich nicht mit Toxoplasmose infizieren.

Wird Toxoplasmose nur durch Katzen übertragen?

Neben Katzenkot stellt auch rohes Fleisch eine Gefahr dar. Zudem kann Gemüse belastet sein, wenn Ihre oder die Katze Ihres Nachbarn durch den Garten wandert.
Achten Sie insbesondere darauf, bei Arbeiten im Garten Handschuhe zu tragen und Gemüse ausreichend zu erhitzen.

Katzen und eine Schwangerschaft – das sind leider zwei Themen, die für viele nicht zusammenpassen. Jedes Jahr landen daher zahlreiche Katzen im Tierheim, ohne dass es dafür einen triftigen Grund geben würde.

Aus Angst vor Toxoplasmose geben viele Frauen, die ein Kind erwarten, ihre Katze vorsichtshalber ab. Aber muss das eigentlich sein? Und wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung tatsächlich?

In unserem Artikel erfahren Sie, wie die Schwangerschaft auch mit Katze möglich ist und an welcher Stelle Sie aufpassen müssen.

1. Die Katze als Risiko in der Schwangerschaft

eine katze putzt sich

Bei der Reinigung können Krankheitserreger auf dem Fell verteilt werden.

Oftmals herrscht der Eindruck, dass keine schwangere Frau eine Katze haben darf, wenn sie verantwortungsbewusst ist.
Tatsächlich ist es jedoch keineswegs so, dass Sie Ihre Katze abgeben müssen, nur weil Sie schwanger sind. Die Angst vor Toxoplasmose ist zwar groß, die tatsächliche Zahl der durch die Erkrankung geschädigten Kinder hingegen äußerst gering.

Dies zeigt sich vor allem, wenn die gewaltige Zahl der in deutschen Haushalten lebenden Katzen mit den Infektionen an Toxoplasmose bei Schwangeren in Verbindung gebracht werden.
Die Katze ist seit Jahren unangefochten das Lieblingshaustier der Deutschen. Stolze 13,7 Millionen Katzen leben hierzulande.
Demgegenüber liegt die Zahl der Schwangeren, die an Toxoplasmose erkranken, lediglich bei etwa einem Prozent.

Dabei ist jedoch keinesfalls davon auszugehen, dass die Infektionen in der Schwangerschaft durch eine Katze ausgelöst wurde.
Es existieren nämlich weitere Übertragungswege, auf denen sich Schwangere mit dem Parasiten anstecken können.

2. Toxoplasmose wird nicht immer durch Katzen ausgelöst

blutroehrchen mit der aufschrift test toxoplasmose

Ein Test schafft Gewissheit.

Auch wenn Katzen allgemein mit Toxoplasmose in Verbindung gebracht werden, so gibt es weitere Möglichkeiten, sich zu infizieren. Besonders häufig geschieht dies auf diesen Wegen:

  • Verzehr von rohem bzw. nicht komplett durchgegartem Fleisch (insbesondere Schweine- und Lammfleisch)
  • Mangelnde Hygiene in der Küche (Küchenarbeitsplatten regelmäßig desinfizieren, Hände nach dem Zubereiten von frischen Fleisch ordentlich waschen bzw. Handschuhe tragen)

Im Laufe des Lebens steigt die Wahrscheinlichkeit, sich mit Toxoplasmose zu infizieren daher deutlich an, auch wenn keine Katze im eignen Haus oder der Wohnung lebt.

Viele Betroffene merken jedoch nicht einmal, dass sie bereits früher an Toxoplasmose erkrankt sind. Die Symptome sind meist schwach oder gar nicht spürbar und ansonsten mit einem grippalen Infekt zu verwechseln.

Tipp: Eine einmalige Infektion hat eine Immunisierung zufolge. Wer also genügend Antikörper besitzt, braucht sich um die Krankheit in der Schwangerschaft keine Gedanken mehr zu machen. Dies lässt sich im Rahmen eines (kostenpflichtigen) Tests beim Arzt feststellen.

3. Katzenkot meiden – so umgehen Sie eine Ansteckung in der Schwangerschaft

Viele Katzen sind bereits immun:

Geschätzt kommen lediglich 1 bis 2 % aller in Deutschland lebenden Hauskatzen als Überträger der Toxoplasmose in Betracht.

Wenn Sie während der Schwangerschaft mit Katzen zusammenleben, gilt es, einige Schutzmaßnahmen zu beachten. Es ist kein Problem, Ihre Katze zu streicheln. Jedoch sollte jede werdende Mutter Wert darauf legen, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Da eine Übertragung der Toxoplasmose von der Katze auf den Menschen in aller Regel über den Kot erfolgt, sollten Schwangere das Katzenklo möglichst nicht selbst sauber machen.
Ist dies aufgrund des Alleinlebens nicht möglich, tragen Sie in jedem Fall Einmalhandschuhe, die Sie nach dem Reinigen direkt entsorgen können.

eine junge frau saeubert ein katzenklo und haelt sich die hand an die nase

Arbeiten Sie stets mit Handschuhen.

Zudem sollten Sie (oder besser Ihr Partner) das Katzenklo täglich säubern, um das Risiko einer Infektion zu verringern.
Generell sind die ausgeschiedenen Parasiten erst nach einer Zeit von etwa 2 bis 4 Tagen ansteckend.
Bei einer täglichen Reinigung bleibt also kein Platz zur Übertragung auf den Menschen.

Da Katzen jedoch sehr reinliche Tiere sind und sich selbst „waschen“, können auch Parasiten vom After auf das Fell übertragen werden und so zum Risiko in der Schwangerschaft werden.
Meiden Sie Katzen daher nicht generell. Küssen Sie Ihre Katze jedoch nicht und lassen Sie sich nicht im Gesicht ablecken. Nach dem Streicheln sollten Sie sich die Hände waschen, auch wenn dies im Alltag zunächst eine Umstellung bedeuten wird.

Beherzigen Sie diese Tipps, so ist gegen die Kombination aus Schwangerschaft und Katzen nichts einzuwenden. Hier finden Sie die wichtigsten Aspekte noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Lassen Sie das Katzenklo am besten durch jemand anderen reinigen.
  • Die Reinigung des Katzenklos sollte täglich erfolgen.
  • Waschen Sie sich nach dem Streicheln stets die Hände.

Auch Katzen erwerben eine Immunität gegenüber der Toxoplasmose, sodass der Kot nicht mehr ansteckend ist. Das höchste Risiko besteht daher bei jungen Katzen, die Freigänger sind. Hauskatzen hingegen infizieren sich unter normalen Umständen nicht, da sie nur Fertignahrung bekommen.

Wie die Schwangerschaft mit Katzen verlaufen kann, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

4. Toxoplasmose – eine Gefahr für das ungeborene Kind

toxoplasmose erreger in einer grossaufnahme

Eine Infektion hat in der Schwangerschaft oftmals gravierende Folgen für das Baby.

Im Laufe der Schwangerschaft erhöht sich Ansteckungswahrscheinlichkeit und Übertragung auf das ungeborene Baby immer weiter.
Gleichzeitig sinkt jedoch schrittweise die Gefahr für die schlimmsten anzunehmenden Symptome, die im ersten Trimester fast immer zum Verlust des Kindes führen.

Haben Sie Katzen und es erfolgt eine Infektion in der Schwangerschaft, so kann dies gravierende körperliche und geistige Beeinträchtigungen zur Folge haben. Das Spektrum betrifft dabei nahezu den gesamten Körper. Es können also Schäden am Herz, der Lunge oder der Leber sowie im Gehirn auftreten. Geistige Behinderungen, epileptische Anfälle sowie ein Wasserkopf sind nur einige der möglichen Einschränkungen für das Kind.

Eine medikamentöse Behandlung ist zwar möglich, birgt jedoch auch Risiken, sodass das wichtigste Mittel für alle werdenden Mütter darin liegen sollte, das eigene Verhalten anzupassen, um eine Infektion mit Toxoplasmose zu verhindern.

Die Inkubationszeit ist vergleichsweise lang und liegt zwischen zwei und drei Wochen. Oftmals wird die Ansteckung daher nicht unmittelbar mit einem bestimmten Ereignis in Verbindung gebracht.

Zwar können auch Hunde Toxoplasmose bekommen, im Gegensatz zu Katzen ist eine Übertragung auf den Menschen allerdings nicht möglich.

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