Rückenschmerzen in der Schwangerschaft: Ursachen und Übungen

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
rueckenschmerzen-schwangerschaft
Warum haben viele Frauen in der Schwangerschaft mit Rückenschmerzen zu kämpfen?

Rückenschmerzen entstehen in der Schwangerschaft durch die körperlichen Veränderungen. Mit fortschreitender Schwangerschaft verändert sich der Körperschwerpunkt, sodass häufig Fehlhaltungen entstehen. Zudem kommt es durch die hormonelle Umstellung zur Lockerung der Bänder und Sehnen.

Was kann man gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft tun?

Um Rückenschmerzen in der Schwangerschaft zu lindern, sollten Sie sich viel bewegen und im besten Fall moderaten Sport treiben. Achten Sie auf eine gesunde Körperhaltung und stärken Sie Ihre Rückenmuskulatur. Gegen akute Schmerzen helfen ein warmes Bad und eine Wärmflasche.

Wann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen?

Wenn die Schmerzen in der Frühschwangerschaft auftreten oder besonders stark sind, sollten Sie die Ursachen von einem Gynäkologen abklären lassen. Im schlimmsten Fall handelt es sich um Komplikationen, die eine schnelle Therapie erfordern.

Während der Schwangerschaft haben Frauen mit vielerlei Beschwerden zu kämpfen. Vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen kommt es aufgrund des immer runder werdenden Bauchs zu Rückenschmerzen, die im schlimmsten Fall auch zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Beinen führen können.

In welchen Phasen der Schwangerschaft Rückenschmerzen auftreten können und welche Form besonders typisch ist, erklären wir Ihnen in diesem Artikel. Zudem geben wir Ihnen Tipps, mit welchen Übungen und Liegepositionen sich die Rückenschmerzen lindern lassen.


1. Rückenschmerzen können in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft auftreten

schwangere frau mit rueckenschmerzen

Durch das Gewicht des Bauches verfallen viele Schwangere ins Hohlkreuz.

Ob Wasser in den Beinen, Sodbrennen oder Kurzatmigkeit – schwangere Frauen haben mit allerlei Beschwerden zu kämpfen, die auf die Veränderungen ihres Körpers zurückzuführen sind. Auch Schmerzen im unteren und oberen Rücken sind weit verbreitet. Über die Hälfe aller schwangeren Frauen klagt über schwangerschaftsbedingte Rückenschmerzen. Starke Schmerzen können sogar Grund für ein individuelles Beschäftigungsverbot sein.

Vor allem das letzte Drittel der Schwangerschaft kann für viele Frauen sehr anstrengend werden, da das zunehmende Gewicht des Kindes den Körperschwerpunkt verändert, sodass es zum Hohlkreuz kommt. Durch diese Position ist der Rücken permanent angespannt, sodass Rückenschmerzen die Folge sein können.

Hinzu kommt, dass die Bänder und Sehnen durch die Hormonausschüttungen gelockert sind. Die Wirbelsäule verliert ihre Stabilität, sodass sich die Muskeln verspannen und zu Schmerzen führen. Durch diese Lockerung haben viele Schwangere auch mit Symphysenschmerzen zu kämpfen.

Achtung: Wenn die Rückenschmerzen hingegen in der Frühschwangerschaft auftreten, kann dies an Anzeichen für eine Komplikation sein. Daher sollten Sie in diesem Fall schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen und die Ursachen abklären lassen.

2. Viel Bewegung und Sport lockern die Muskeln

Sport als Vorbeugungsmaßnahme
Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft schon sehr sportlich waren und ihren Rücken regelmäßig trainiert haben, leiden in der Schwangerschaft seltener unter Rückenschmerzen. Planen Sie, in den nächsten Monaten oder Jahren schwanger zu werden, sollten Sie am besten frühzeitig mit speziellem Rückentraining beginnen.

Für Frauen, die sich im letzten Drittel der Schwangerschaft befinden, werden Bewegungen immer beschwerlicher, sodass sie körperlich nicht mehr so aktiv sind. Dieser Bewegungsmangel wirkt sich zusätzlich sehr negativ auf den oberen und unteren Rücken aus.

Um dem entgegenzuwirken, sollten Sie sich möglichst viel bewegen und am besten Sport treiben. Das körperliche Training stärkt die Muskulatur, sodass die Schmerzen im Rücken abnehmen. Besonders geeignet sind Sportarten wie Schwimmen, Yoga, Nordic Walking oder Aquaaerobic.

Haben Sie vor allem nachts mit Schmerzen im oberen oder unteren Rücken zu kämpfen, sollten Sie eine entlastende Schlafposition einnehmen. Dazu können Sie ein spezielles Schwangerschafts- oder Seitenschläferkissen zwischen Ihre Beine legen.

Um den Rücken zu entlasten, greifen auch viele Frauen zu einem speziellen Schwangerschaftsgürtel. Dabei handelt es sich um einen breiten, elastischen Gurt, der um den Bauch gelegt wird. Auf diese Weise wird der Bauch gestützt und der Rücken entlastet.

Ein neuer Trend ist es außerdem, den Bauch zu tapen. Mit entsprechenden Kinsesiotapes wird der Bauch angehoben, sodass die Rückenschmerzen gelindert werden. Ein Kinesiotape soll zudem für eine bessere Durchblutung sorgen.

Bei akuten Schmerzen kann auch ein warmes Bad oder eine Wärmflasche Linderung verschaffen. Legen Sie die Wärmflasche jedoch nur in den Rücken und nicht auf den Bauch, da es ansonsten zu vorzeitigen Wehen kommen kann.

In einer klinischen Studie haben Wissenschaftler zudem herausgefunden, dass Osteopathie während und nach einer Schwangerschaft die Rückenschmerzen deutlich lindern kann.

3. Übungen, die gegen Rückenschmerzen helfen

schwangere frau macht uebungen gegen rueckenschmerzen

Diese aus dem Yoga stammende Übung kann Verspannungen lösen.

Mit einem leichten Fitnesstraining können Sie Ihren Rücken nicht nur stärken, sondern Ihren Körper zusätzlich bestmöglich auf die anstehende Geburt vorbereiten.

Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Übungen vorstellen, mit denen Sie Rückenschmerzen in der Schwangerschaft lindern können:

  • Wandstütze: Eine einfache, schnelle Übung für Zwischendurch ist die Wandstütze. Stellen Sie sich dazu mit etwa einer Armlänge Abstand vor eine Wand. Legen Sie anschließend die Handflächen an die Wand und lassen Sie sie langsam an der Wand herunterwandern. Dabei etwas in die Knie gehen.
  • Katze – Kuh: Schwangerschaftsbedingte Schmerzen im oberen Rücken lassen sich auch mit der Katze-Kuh-Übung lindern. Gehen Sie in den Vierfüßlerstand, sodass die Beine hüftbreit auseinander sind und sich die Hände unter den Schultern befinden. Atmen Sie nun aus und machen Sie Ihren Rücken rund, sodass ein Katzenbuckel entsteht. Den Kopf senken und in Richtung Bauch blicken. Beim Einatmen ins Hohlkreuz gehen und den Blick nach oben richten. Die Übung etwa acht bis zehn Mal wiederholen.
  • Tigerin: Im Vierfüßlerstand lässt sich die Rückenmuskulatur nicht nur dehnen und lockern, sondern auch stärken. Beim Einatmen den linken Arm und das rechte Bein gleichzeitig anheben und nach vorne bzw. hinten ausstrecken. Beim Ausatmen wieder absetzen. Danach die Seiten wechseln und die Übung etwa zehn Mal wiederholen. Um die Übung schwieriger zu gestalten, können Sie die Position auch etwas länger halten.

Neben diesen Übungen ist es wichtig, dass Sie Ihren Rücken auch regelmäßig entspannen. Wer nicht unter dem Vena-Cava-Syndrom leidet, kann es beispielsweise mit der Stufenlagerung versuchen.

Viele weitere, effektive Übungen sehen Sie auch in diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=KhEDOYtYuuA

4. Bei ungewöhnlich starken Rückenschmerzen unbedingt einen Arzt aufsuchen

arzt untersucht eine schwangere frau

Nur in sehr seltenen Fällen haben die Rückenschmerzen ernsthafte Ursachen.

Auch wenn viele Frauen in den letzten Wochen der Schwangerschaft mit Rückenschmerzen zu kämpfen haben und die Ursachen in der Regel harmlos sind, sollten Sie die Beschwerden stets ernst nehmen.

Vor allem Rückenschmerzen, die im ersten Trimester auftreten, sollten ärztlich abgeklärt werden. Denn einige Komplikationen, wie beispielsweise eine Eileiterschwangerschaft, können zu starken Schmerzen im Rücken führen.

Aber auch bei sehr starken Rückenschmerzen im letzten Trimester ist es anzuraten, einen Gynäkologen aufzusuchen, um andere Ursachen auszuschließen.

Denn kurz vor der Geburt eines Babys kann es sich bei den Rückenschmerzen auch um erste Wehen handeln. Die Geburtswehen werden in diesem Fall eher als Rückenwehen wahrgenommen, sodass der Zusammenhang nicht gleich klar ist. Nehmen die Schmerzen stetig zu, sollten Sie sicherheitshalber ins Krankenhaus fahren.

5. Mit einem Stützgürtel den Wirbelsäulendruck verringern

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