RS-Virus bei Kindern – Alles Wichtige zu Krankheit, Symptomen und Behandlung

   
von redaktion - letzte Aktualisierung:
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Das Wichtigste in Kürze:

Was ist das RS-Virus?

Das RS-Virus ist ein Virus, das Atemwegsinfektionen verursachen kann. Besonders häufig tritt das RS-Virus bei Kindern auf.

Welche Symptome treten beim RS-Virus auf?

Die Symptome ähneln in leichten Fällen einer Erkältung und beinhalten Husten, Fieber, Schnupfen. In schwereren Fällen kommt es zu Atembeschwerden.

Ist das RS-Virus lebensgefährlich?

In seltenen Fällen kann es bei Säuglingen und Kleinkindern zu schwereren Symptomen wie Lungenentzündung und Atemnot führen und kann lebensgefährlich sein.

Das RS-Virus ist bei Kindern eine der häufigsten übertragbaren Infektionskrankheiten. Besonders dann, wenn Dein Kind in die Kita geht, ist es wichtig, über mögliche Krankheiten informiert zu sein. Im Kontakt mit zahlreichen anderen Kindern ist die Infektionsgefahr hoch und kaum zu vermeiden. Deshalb möchten wir Dir in diesem Blogartikel einen Überblick über das Virus geben. Du erfährst, was das Virus ist, welche Symptome für die Krankheit typisch sind und wie Du sie behandeln kannst. Am Ende geben wir Dir einige Tipps, wie Du Dich und Dein Kind vor einer Ansteckung schützen kannst.

Was ist das RS-Virus? Krankheitsbild, betroffene Personen und Ansteckung

Das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus) ist ein Virus, das Infektionen der oberen und unteren Atemwege verursachen kann. Die Krankheit tritt besonders häufig bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis zu 4 Jahren auf.

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Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen, hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, z. B. durch Husten oder Niesen. Es wird vermutet, dass das Virus auch durch den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Gegenständen übertragen werden kann. Auch infizierte Personen, bei denen die Krankheit asymptomatisch verläuft, können das Virus übertragen.

Die Saison für RS-Viren fällt im mitteleuropäischen Raum in der Regel auf die Wintermonate zwischen November und April. Die meisten Fälle treten in den Monaten Januar und Februar auf. Es wurden laut dem Robert-Koch-Institut in der Vergangenheit auch schon frühere Infektionshäufungen in den Monaten September und Oktober festgestellt.

Das RS-Virus: Besonders gefährlich für Kinder mit Vorerkrankungen

Eine RSV-Infektion kann bei jedem Menschen, unabhängig vom Alter, Atemwegserkrankungen verursachen. In der Regel sind die Symptome des Virus typische Erkältungssymptome.

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Bei Säuglingen und Kleinkindern besteht allerdings ein höheres Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Daher kann es in diesen Altersgruppen häufiger zu schwereren Symptomen wie Lungenentzündung und Atemnot kommen.

Insgesamt sind schwerste Verläufe jedoch eher als selten anzusehen: Laut RKI liegt die Todesrate bei Kindern liegt Studien zufolge bei 0.2 Prozent. Säuglinge und Kinder mit Vorerkrankungen wie einem Herzfehler oder einer bronchopulmonalen Dysplasie (also einer chronischen Lungenerkrankung) haben jedoch ein erheblich höheres Risiko und müssen gesondert betrachtet werden.

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Eine genauere Beschreibung der typischen Symptome findest Du in einem eigenen Kapitel in unserem Beitrag.

Der Krankheitsverlauf ähnelt einem grippalen Infekt

Die Inkubationszeit des RS-Virus beträgt bei Kindern wie bei Erwachsenen in der Regel 2–8 Tage. Nach der Ansteckung treten die Symptome in der Regel innerhalb von 3–7 Tagen auf.

In der Regel treten zuerst Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege auf. Innerhalb von drei Tagen können diese Symptome weiter fortschreiten und die unteren Atemwege betreffen.

Bei milden Krankheitsverläufen dauert es in der Regel eine Woche, bis die Symptome wieder abgeklungen sind.


Achtung: Da Säuglinge und Kleinkinder ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, ist es wichtig, dass Eltern besonders sensibel auf die Symptome achten. Wenn Du bei Deinem Kind eine Verschlechterung des Krankheitsbildes feststellst und die Symptome einer Erkrankung der unteren Atemwege auftreten, solltest Du umgehend Kontakt mit einem Arzt aufnehmen. Auch wenn Dein Kind länger als drei Tage fiebert, solltest Du mit ihm zum Arzt gehen.


Typische Symptome sind Erkältungssymptome, Bronchitis, selten Lungenentzündung

Die Symptome einer RS-Virus-Infektion können von mild bis schwer sein und können von Person zu Person variieren. Am häufigsten treten bei Erwachsenen wie Kindern Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege auf wie trockener Husten, Schnupfen, Fieber und eventuell eine Entzündung des Rachenbereichs (Pharyngitis). Innerhalb von drei Tagen können diese Symptome weiter fortschreiten und die unteren Atemwege betreffen.

Symptome bei Erkrankungen der unteren Atemwege sind Bronchitis und Bronchiolitis bis hin zur Lungenentzündung (Pneumonie). Symptome einer Bronchitis sind allgemeine Müdigkeit bzw. Antriebslosigkeit und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme. Kinder verweigern dann häufig das Essen oder das Trinken. Auch Erbrechen kommt bei Kindern häufiger vor. Hinzu kommen Atemprobleme wie beschleunigte Atmung, Husten oder Atemnot (Dyspnoe).

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Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es auch zu einer Verfärbung der Lippen und des Gesichts sowie zu einem blauen Ton in den Lippen und im Gesicht kommen, was auf Sauerstoffmangel hinweisen kann. Dieser kann auftreten, wenn die tieferen Atemwege sich entzünden, insbesondere die Bronchien.

Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist auch ein asymptomatischer Verlauf häufiger zu beobachten. Dennoch können auch diese Personen das Virus übertragen.

Hinweise zur Behandlung der Symptome bei Kindern

Die Behandlung einer RS-Virus-Infektion ist in der Regel symptomatisch und umfasst Maßnahmen zur Linderung der Symptome. Eine wirksame kausale Behandlung des Virus existiert laut dem Robert-Koch-Institut bisher nicht. Typische und eher leichte Erkältungssymptome kannst Du bei Deinem Kind mit klassischen Mitteln behandeln.


Behandlung leichter Symptome bei RS:

  • reichliche Flüssigkeitszufuhr
  • Hustensaft
  • Nasenspray
  • Fieber senkende Medikamente

Es ist wichtig, dass Dein Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dadurch werden Verschleimungen gelockert und die Atemwege befreit werden. Auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme solltest Du auch achten, um eine Dehydration bei Deinem Kind zu vermeiden. Häufig vermeiden Kinder das Trinken bei einer Virusinfektion, insbesondere wenn sie aufgrund einer Infektion des Rachenraums Schluckbeschwerden bzw. Schmerzen haben.

Hustensaft und Nasenspray können ebenfalls verwendet werden. Hustensaft hilft, den Hustenreiz zu beruhigen und lockert den Schleim, der infolge besser abgehustet werden kann. Nasenspray wirkt ebenfalls schleimlösend und hilft, die oberen Atemwege freizuhalten.

Fieber senkende Medikamente können helfen, das Fieber zu senken und so die Symptome des Unwohlseins zu lindern. Viele Kinderärzte empfehlen, fiebersenkende Mittel erst ab hohen Temperaturen, etwa ab 39 Grad Celsius einzusetzen. Bedenke, dass Fieber eine natürliche Reaktion des Immunsystems ist und dem Körper hilft, gegen Krankheitserreger vorzugehen. Dies kann jedoch lediglich eine allgemeine Empfehlung sein und kann den Rat Deines Kinderarztes nicht ersetzen.

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Symptombehandlung bei schweren Fällen

In schwereren Fällen, wie sie bei Säuglingen und Kleinkindern oder bei Patienten mit bestehenden Lungenerkrankungen oder Herzfehlern vorkommen können, kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein, um die Symptome zu behandeln und zu überwachen. Bei einer Lungenentzündung kann eine externe Sauerstoffzufuhr notwendig sein.


Hinweis: Wichtig zu wissen ist auch, dass Antibiotika bei einer RSV-Infektion nicht wirksam sind. Antibiotika wirken bei bakteriellen Infektionen, bei Viruserkrankungen haben sie jedoch keinen Effekt.


Präventivmaßnahmen

Ein Impfstoff ist bisher nicht zugelassen. Lediglich für Säuglinge und Kleinkinder mit erhöhtem Risiko besteht die Möglichkeit einer passiven Immunisierung. Dabei wird den kleinen Patienten während der RSV-Saison monatlich ein Antikörper verabreicht.

Da es bisher keine Möglichkeiten gibt, Dein Kind durch Impfungen vor einer Ansteckung zu schützen, helfen lediglich bestimmte Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen, um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu verringern. Im folgenden Kapitel haben wir Dir einige Tipps zusammengestellt, wie Du Dich und Dein Kind schützen kannst.

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Wie kannst Du Dich und Deine Kinder vor einer Ansteckung mit dem RS-Virus schützen?

Es gibt einige Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, um Dich und Deine Kinder vor einer Ansteckung mit dem RS-Virus zu schützen. Hier sind einige Tipps in der Übersicht, die wir anschließend näher erläutern:


7 Tipps zum Schutz gegen RSV:

  1. regelmäßig Hände waschen
  2. Kontakt mit Augen, Nase, Mund vermeiden
  3. Abstand halten zu erkrankten Personen
  4. überfüllte Orte meiden
  5. regelmäßig lüften
  6. Atemmaske tragen
  7. Hygienemaßnahmen einhalten, insbesondere in öffentlichen Einrichtungen

1. Hände waschen

Du und Dein Kind solltet die Hände regelmäßig mit Seife und warmem Wasser waschen. Das Virus kann auf der Haut sitzen und durch den Kontakt mit Schleimhäuten (Augen, Nase, Mund) in Deinen Körper oder den Körper Deines Kindes gelangen. Zudem kannst Du andere schützen, indem Du auf eine regelmäßige Handhygiene achtest, falls Du selbst infiziert bist. Vor allem während der RSV-Saison sind solche Maßnahmen wichtig, da bei erwachsenen Personen und älteren Kindern Infektionen nicht selten auch asymptomatisch verlaufen und die Betroffenen gar nicht merken, dass sie infiziert sind. Händewaschen sollten Du und Dein Kind, insbesondere nach der Nutzung öffentlicher Transportmittel und Besuchen in öffentlichen Einrichtungen. Auch vor dem Essen ist Händewaschen wichtig, um zu verhindern, dass das Virus über die Nahrungsaufnahme in den Körper gelangt. Nach dem Naseputzen, Husten oder Toilettengang gilt ebenfalls Händewaschen, um andere Personen vor einer Ansteckung zu schützen, insbesondere im eigenen Haushalt.

2. Kontakt mit Schleimhäuten meiden

Vermeide es außerdem, Dir an die Augen, Nase oder den Mund zu fassen und erkläre Deinem Kind, dass es ebenfalls darauf achten sollte. Das Virus kann durch die Schleimhäute in Deine Augen, Nase oder Deinen Mund gelangen und Dich oder Dein Kind auf diese Weise anstecken.

3. Abstand halten

Haltet Abstand von erkrankten Personen: Wenn Du weißt, dass jemand in Eurem Umfeld an einer RS-Virus-Infektion leidet, solltet Ihr den Kontakt vermeiden, bis die Person keine Symptome des RS-Virus mehr aufweist. Manchmal ist eine komplette Vermeidung des Kontakts mit erkrankten Personen nicht möglich – zum Beispiel, wenn Du mit der Person im selben Haushalt lebst. In diesem Fall solltest Du versuchen, einen Mindestabstand von mindestens einem Meter einzuhalten. Das gilt natürlich auch für Dich selbst oder Dein Kind. Wenn Ihr Euch krank fühlt, solltet Ihr zu Hause bleiben und unnötige Kontakte vermeiden, um andere nicht anzustecken.

4. Überfüllte Orte meiden

Während der RSV-Saison kann es sinnvoll sein, überfüllte Orte zu meiden. Insbesondere wenn Dein Kind oder auch Du selbst zu den Risikogruppen gehört, hat Dir Dein Arzt wahrscheinlich ohnehin bereits empfohlen, öffentliche Orte mit hohem Personenaufkommen zu meiden.

5. Lüften

Regelmäßiges Lüften. Lüfte regelmäßig Deine Wohnräume, um die Luft zu erneuern und die Verbreitung des Virus zu verhindern.

6. Atemmaske tragen

Eine Atemmaske tragen. Insbesondere in geschlossenen Räumen, in denen der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann, kann eine Atemmaske das Risiko einer Ansteckung verringern. Dies kann zum Beispiel eine wirksame Maßnahme sein, um Dich selbst zu schützen, wenn Dein Kind an einer RSV-Infektion erkrankt ist und Du es pflegst.

7. Hygienemaßnahmen beachten

Und zu guter Letzt: Hygienemaßnahmen einhalten: Halte die Hygienemaßnahmen in Deiner Umgebung ein, insbesondere in öffentlichen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

RS-Virus in Kürze zusammengefasst

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das RS-Virus eine der häufigsten Infektionskrankheit bei Kindern ist. Es kann jedoch auch Erwachsene treffen. Die Symptome reichen von mild bis schwer und können Atemprobleme, Fieber und seltener Lungenerkrankungen umfassen. Es ist wichtig, dass Du bei Deinem Kind während der RSV-Saison aufmerksam auf Symptome achtest und im Falle einer Infektion schnell handelst. Wenn Dein Kind hohes Fieber, starke Atemprobleme oder blauen Lippen hat, solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen. In der Regel wird das RS-Virus durch viel Trinken und Ruhe behandelt. Es gibt jedoch auch Medikamente, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Als Eltern solltest Du auf die Hygiene Deiner Kinder achten und ihnen beibringen, regelmäßig ihre Hände zu waschen. Auch das Vermeiden von engen Kontakten zu erkrankten Personen kann helfen, eine Infektion zu vermeiden. Wenn Dein Kind jedoch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erkrankt, gibt es Behandlungsmöglichkeiten und in den meisten Fällen wird Dein Kind nach einigen Tagen wieder gesund sein.

FAQ RS-Virus

Wie lange ist das RS-Virus ansteckend?

Das RS-Virus ist in der Regel für einige Tage bis zu einer Woche ansteckend, bevor und nachdem die Symptome auftreten.

Wann ist eine RS-Virus-Infektion überstanden?

Eine RS-Virus-Infektion ist überstanden, wenn die Symptome abgeklungen sind. Das dauert in der Regel einige Tage bis eine Woche. Bei Kindern kann die Infektion etwas länger dauern, insbesondere, wenn sie zu einer der gefährdeten Gruppen gehören.

Woher kommt das RS-Virus? (umformulieren)

Das RS-Virus kommt ursprünglich aus der Tierwelt und wird von Mensch zu Mensch übertragen, hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion.

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt bei Verdacht auf RS-Virus?

Wenn Dein Kind über einen längeren Zeitraum (länger als drei Tage) Fieber hat und Symptome einer Erkrankung der unteren Atemwege aufweist (Bronchitis, Atemnot, Nahrungsverweigerung), solltest Du einen Arzt aufsuchen.

Quellen

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