Rote Augen beim Kind: Gängige Ursachen und Behandlung

rote augen bei einem kind
  • Gerötete Augen sind ein Zeichen dafür, dass die kleinen Blutgefäße im Auge stärker durchblutet werden. In vielen Fällen treten weitere Symptome wie Brennen, Schwellungen oder ein vermehrter Tränenfluss auf.
  • Die Ursachen für gerötete Augen sind sehr vielfältig. Die Art der Behandlung hängt immer davon ab, wodurch die Rötung der Augen bedingt ist.
  • Leidet ein Kind unter roten Augen, sollten Eltern ärztlichen Rat einholen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Beschwerden schlimmer werden oder weitere Symptome hinzukommen.

In der Regel leiden Kinder wesentlich häufiger an geröteten und gereizten Augen als Erwachsene. Das liegt in erster Linie daran, dass dieses Organ in jungen Jahren noch sehr empfindlich ist. Es gibt jedoch viele verschiedene Ursachen, die für rote Augen bei einem Kind infrage kommen.

In diesem Artikel bekommen Sie einen Überblick über die häufigsten Ursachen für einen Augenentzündung bei einem Kind. Wir erklären Ihnen, welche Symptome auftreten und inwiefern eine Behandlung notwendig ist. Zusätzlich klären wir Sie darüber auf, wann Sie zum Arzt gehen sollten.

1. Das Auge ist ein komplexes und äußerst empfindliches Organ

Auge

Die Wimpern schützen das Auge, indem sie Fremdkörper und kleine Schmutzpartikel abfangen.

Kinder sind in der Regel wesentlich häufiger von Krankheiten betroffen als Erwachsene. Dies gilt vor allem für Erkältungen, die mit Husten, Schnupfen und Fieber einhergehen. In den ersten beiden Lebensjahren haben Kinder bis zu zwölf Infektionen pro Jahr.

Dass Kinder häufiger krank werden, liegt vor allem daran, dass das Immunsystem bei einem Kleinkind noch nicht vollständig ausgebildet ist. Die Immunabwehr muss erst noch lernen, sich mit den verschiedensten Erregern auseinanderzusetzen.

Auch Augenentzündungen kommen bei Kindern relativ häufig vor, da dieses Organ im Kindesalter noch sehr anfällig gegen äußere Reize ist. Grundsätzlich verfügt das Auge über einen angeborenen Schutzmechanismus, der reagiert, sobald Fremdkörper in die Nähe des Auges gelangen. Allerdings packen sich vor allem Kinder sehr häufig mit schmutzigen Händen ins Gesicht, sodass Bakterien und Viren leichtes Spiel haben, ins Auge einzudringen.

2. Gerötete Augen können verschiedene Ursachen haben

Viele Menschen leiden in ihrem Leben mindestens einmal unter einer Augenentzündung. Wenn es zu einem geröteten, geschwollenen oder brennenden Auge kommt, kann dies sehr unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen handelt es sich um unspezifische Reizungen oder harmlose Krankheiten, die mit einfachen Mitteln zu behandeln sind.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Ursachen für rote Augen bei einem Kind vor.

Achtung: Gerötete Augen können im schlimmsten Fall durch eine Orbitalphlegmone bedingt sein. Hierbei ist zusätzlich die Augenhöhle betroffen, sodass sich die Entzündung auch auf das Gehirn ausbreiten kann. Liegt diese Erkrankung vor, kommt es zusätzlich zu Fieber und einem schlechten Allgemeinzustand des Kindes. Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

2.1. Allergien

kleiner Junge mit allergischem Schnupfen

Eine Allergie äußert sich häufig durch juckende und gerötete Augen, Schnupfen und häufiges Niesen.

Leidet ein Kind unter geröteten und entzündeten Augen, kann dies auch auf eine Allergie hindeuten. Weitere Symptome können eine laufende Nase und ein juckender Hals sein. Die

Beschwerden äußern sich vor allem im Frühjahr und im Sommer, wenn die Pollen der Bäume und Gräser in der Luft fliegen. Reagiert ein Kind allergisch darauf, kann dies wiederum eine allergische Bindehauterkrankung auslösen.

Manchmal treten die Beschwerden jedoch nicht nur zu einer bestimmten Jahreszeit, sondern ganzjährig auf. In diesem Fall kann es sich auch um eine Allergie gegen Tierhaare oder Hausstaubmilben handelt. Um die Beschwerden zu lindern, kommen antiallergische Augentropfen zum Einsatz.

2.2. Bindehautentzündung

Viren

Eine Bindehautentzündung kann entstehen, wenn Viren oder Bakterien ins Auge eindringen.

Eine Bindehautentzündung ist die häufigste Augenkrankheit, welche in der Regel durch Viren oder Bakterien verursacht wird. In manchen Fällen wird sie aber auch durch äußere Einflüsse wie Staub oder Zugluft ausgelöst. Neben einer starken Rötung kommt es zu einem Jucken, Brennen und Tränen der Augen. Betroffene haben oftmals das Gefühl, dass sich ein Fremdkörper im Auge befindet.

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist äußerst ansteckend. Achten Sie daher darauf, dass sich Ihr Kind die Hände gründlich wäscht und sich so wenig wie möglich ans Auge fasst. Zudem sollte ihr Kind für einige Tage auf den Besuch des Kindergartens oder der Schule verzichten.

Handelt es sich um eine Bindehautentzündung, verschreiben Ärzte oftmals antibiotische Augentropfen. Diese wirken jedoch nur, wenn es sich um bakterielle Entzündungen handelt. Laut einer Studie der Universität Edinburgh können Antibiotika die Heilung einer Bindehautentzündung beschleunigen. Allerdings heilt sie in 60% der Fälle auch ohne eine Behandlung von selbst aus.

2.3. Hornhautentzündung

Angeborenes Glaukom

Ein Glaukom kann nicht nur ältere Menschen, sondern bereits Babys betreffen. In diesem Fall ist die Erkrankung angeboren. Neben einer scheinbaren Rötung der Augen kann in vielen Fällen auch eine Trübung festgestellt werden. Ein Glaukom kann bei Kindern nur mit einer Operation behandelt werden.

Entwickelt sich bei einem Kind eine Hornhautentzündung (Keratitis), kommen sowohl Bakterien als auch Viren oder Pilze als Auslöser in Betracht. In einigen Fällen führen auch trockene Augen dazu, dass sich die Hornhaut entzündet. Bakterielle Infektionen werden mit antibiotischen Augentropfen behandelt. Bei Viren kommen Virostatika und bei Pilzen Antimyotika zum Einsatz.

Sind hingegen trockene Augen für die Entstehung der Hornhautentzündung verantwortlich, geht es in erster Linie darum, das Auge so gut wie möglich feucht zu halten. Achten Sie in dieser Zeit besonders darauf, dass Ihr Kind so wenig Zeit wie möglich vor dem Computer oder dem Fernseher verbringt.

2.4. Lidrandentzündung

entzündetes Augenlid

Kommt es zu einer Lidrandentzündungen, kann sich infolgedessen ein Hagel- oder Gerstenkorn bilden.

Bei einer Lidrandentzündung sind vor allem die Bereiche des Augenlids betroffen. Die Kinder leiden unter geröteten und tränenden Augen, da zusätzlich die Bindehaut gereizt ist. Am Lidrand kann sich ein weißliches oder gelbliche Sekret sammeln. Im schlimmsten Fall bildet sich durch das aufgestaute Sekret ein Hagel- oder Gerstenkorn.

Die Ursachen für eine Lidrandentzündung können sehr vielfältig sein. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine gestörte Talgproduktion.

Um die Entzündung zu heilen, sollten Sie den Lidrand Ihres Kindes regelmäßig reinigen. Zusätzlich kann eine Wärmetherapie mit einer Rotlichtlampe oder mit feuchtwarmen Umschlägen Abhilfe verschaffen.

2.5. Augengrippe

Die Augengrippe ist einer der häufigsten Kinderkrankheiten, die häufig im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einer Magen-Darm-Grippe auftritt. Sogenannte Adenoviren befallen sowohl die Bindehaut als auch die Hornhaut.

Es gibt keine spezielle Behandlung, die bei einer Augengruppe zum Einsatz kommt. Augentropfen oder eine Augensalbe können jedoch eingesetzt werden, um die Augen zu befeuchten.

Dadurch, dass die Viren höchst ansteckend sind, kann es in Kindergärten oder Schulen bis zur Epidemie kommen. Um die Gesundheit anderer nicht zu gefährden, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind in der akuten Phase keinen oder nur wenig Kontakt zu anderen Kindern hat.

3. Bei starken und/oder langandauernden Beschwerden einen Arzt aufsuchen

kleines Mädchen beim Augenarzt

Mithilfe spezieller Geräte können Augenärzte die Augen der Kinder ganz genau untersuchen.

Wenn Ihr Kind unter roten und brennenden Augen leidet, sollten Sie auf jeden einen Kinderarzt zu Rate ziehen. Auch wenn die Ursachen in der Regel harmlos sind, kann hinter einem roten Auge beim Kind auch eine ernsthafte Erkrankung stecken.

Eltern können auf den ersten Blick nicht erkennen, warum die Augen ihres Kindes gerötet sind. Während sich in manchen Fällen nur ein kleines Sandkorn ins Auge verirrt hat, sind die geröteten Augen in anderen Fällen ein Anzeichen für eine Infektion.

Ein Kinderarzt verschreibt in vielen Fällen jedoch nur antibiotische Augentropfen, um die Beschwerden zu lindern. Diese helfen jedoch nur bei einer bakteriellen Infektion. Liegt den geröteten Augen eine andere Ursache zugrunde, sind diese Medikamente wirkungslos.

Um eine falsche Medikation zu vermeiden, macht es daher Sinn, einen Augenarzt aufzusuchen. Dort werden die Augen mit einer speziellen Lampe untersucht, mit der es möglich ist, Fremdkörper zu erkennen oder ein Gerstenkorn zu entdecken. Wichtig ist außerdem, dass der Arzt feststellt, ob diese Entzündungen auch im Inneren des Auges vorhanden sind.

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