Portfolio im Kindergarten: Das sollten Sie zur Portfolioarbeit in der Kita wissen

Portfolio-Kindergarten-Ratgeber
  • Der Begriff Portfolio stammt aus dem Lateinischen. Dabei handelt es sich um eine Mappe, in der die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen festgehalten werden.
  • Es gibt keine feste Regelung, wie das Portfolio aufgebaut sein soll. Wichtig ist jedoch, dass alle Beteiligten den Überblick bewahren.
  • Das Portfolio ist Eigentum des Kindes, sodass dieses darüber entscheiden kann, wer sich das Portfolio anschauen darf.

Ein Portfolio soll dabei helfen, die Stärken und Lernfortschritte jeden einzelnen Kindes festzuhalten. Die Portfolios sind daher sowohl für die Kinder als auch für die Erzieher und Eltern von großer Bedeutung. Aber was gehört alles in diese Mappe? Gibt es Vorlagen, die die Gestaltung erleichtern?

In unserem Ratgeber klären wir Sie rund um das Thema Portfolio im Kindergarten auf. Zunächst erklären wir Ihnen, was dieser Begriff genau bedeutet. Im Anschluss bekommen Sie einen Überblick darüber, was alles in diese Mappe gehört. Zuletzt zeigen wir Ihnen, welche Vorlagen zur Erstellung eines Portfolios nützlich sind.

1. Ein Portfolio ist die Dokumentation von Fähigkeiten

Definition lernen Kinder

Die Kinder dürfen ihr Portfolio am Ende der Kindergartenzeit behalten.

Der Begriff „Portfolio“ stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den beiden Wörtern „portare“ (tragen) und „folium“ (Blatt) zusammen. Der Begriff wird sowohl in der Finanzwelt als auch im pädagogischen Bereich verwendet.

Es handelt sich dabei im ursprünglichen Sinne um eine Mappe, in der sich Beweise für die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen befinden. Durch die Portfolioarbeit ist es möglich, die Entwicklung jedes einzelnen Kindes festzuhalten.

Wichtig ist, dass das Kind bei der Portfolioarbeit im Mittelpunkt steht. Das bedeutet, dass dieses entscheiden darf, was in dieser Mappe aufgenommen werden soll. In der Regel handelt es sich bei dem Portfolio um einen Ordner, der die persönliche Entwicklung durch Fotos, Texte und weitere Dokumente festhält.

Mittlerweile ist es auch üblich, die Fähigkeiten mittels digitaler Medien wie Videos oder Tonaufnahmen zu dokumentieren.

Für die Portfolioarbeit ist es wichtig, dass die Kindergärtnerinnen bzw. die Betreuer das Verhalten der Kinder beobachten, Kompetenzen und Fortschritte festhalten und Werke der Kinder sammeln. Mithilfe dieser Methode können außerdem individuelle Fördermaßnahmen stattfinden.

Das Ich-Buch

In der Kita U3 können die Kleinen ein eigenes Büchlein erstellen, in dem sie ein Stück von Zuhause mit in den Kiga bringen. Beispiele sind Bilder der Familie oder Haustiere.

Folgende Ziele werden bei der Portfolioarbeit im Kindergarten verfolgt:

  • persönliche Interessen und Stärken abbilden
  • Lernprozesse festhalten und reflektieren
  • Veranschaulichung der Entwicklung
  • Erinnerung an vergangene Ereignisse
  • Ausgangsbasis für pädagogische Planungen
  • Selbstbildungsprozesse widerspiegeln

2. Der Aufbau hat keine starren Regelungen

Erziehung und Kreativität

Die wichtigsten Kunstwerke landen im Portfolio.

Ein Portfolio in der Kita setzt sich zumeist aus vier verschiedenen Portfolioarten zusammen.
Diese sind:

  • Entwicklungsportfolio
  • Kompetenzportfolio
  • Familienportfolio
  • Vorstellungsportfolio

Jedes Portfolio hat eine andere Funktion. Die verschiedenen Arten können entweder in einem Ordner oder in verschiedenen Mappen geführt werden.

Viele Erzieher fragen sich jedoch, wie genau sie diese Mappe erstellen bzw. gestalten sollen. Die gute Nachricht ist, dass es keine starren Regeln gibt, die Sie befolgen müssen. Es empfiehlt sich jedoch, die Mappe chronologisch aufzubauen. So können sich sowohl die Eltern als auch die Kinder gut zurechtfinden.

Manche Einrichtungen haben bereits ein Muster, nach welchem das Portfolio aufgebaut sein soll. Allerdings können Sie innerhalb der Oberkategorien auch frei entscheiden, inwiefern die Werke der Kinder aufgenommen werden.

Um Ihnen einen möglichen Aufbau näher zu bringen, haben wir im Folgenden ein Muster für Sie zusammengestellt.
Mögliche Kategorien sind:

  • Das bin ich
  • Das ist meine Familie/mein Zuhause
  • Das kann ich
  • Das will ich noch lernen
  • Das habe ich alles mitgemacht
  • Das finde ich interessant

Diese Kategorien können nun mit Inhalt gefüllt werden. Dazu können ein Steckbrief, Fotos, Bastelarbeiten oder Zitate der Kinder eingearbeitet werden.

In einem zweiten Teil, der für das Kind zunächst nicht sichtbar sein soll, halten die Erzieher ihre Beobachtungen fest. Zusätzlich kann an dieser Stelle auch eine Analyse erfolgen. Dies hat den Vorteil, dass der Entwicklungsstand eingeschätzt und nachvollzogen werden kann.

3. Die Portfolioarbeit in der Praxis

meine Vorlagen für ein Elterngespräch

Mit Hilfe des Portfolios sind Elterngespräche wesentlich konstruktiver.

Ein Portfolio zu erstellen, nimmt viel Zeit und Arbeit in Anspruch. Daher sollte die Erstellung nicht einfach nur nebenbei erfolgen. In vielen Einrichtungen gibt es mittlerweile so genannte Portfoliotage, an denen die Werke gesichtet und eingeordnet werden. So haben die Erzieher Zeit, den Beobachtungsbogen in Ruhe auszufüllen.

Die Dokumentation soll keine bloße Ansammlung von Werken oder Fotos sein. Daher ist es wichtig, dass in der Mappe Aussagen über die Persönlichkeitsentwicklung sowie der Ausbildung von Fähigkeiten zu finden sind.

Informieren Sie die Eltern gleich zu Beginn darüber, dass dieses Portfolio über die gesamte Kindergartenzeit angefertigt wird. In Elterngesprächen können Sie das Portfolio dazu nutzen, sich über den Lernprozess des einzelnen Kindes auszutauschen.

Achten Sie darauf, dass auch die Meinungen der Eltern Gehör finden. Die Zusammenarbeit mit der Familie ist für beide Seiten ein großer Vorteil.

Wenn Sie das Portfolio nicht selbst gestalten möchten, können Sie natürlich auch auf Kopiervorlagen zurückgreifen. Diese können Sie ganz einfach kostenlos oder für kleines Geld im Internet erwerben.

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