PEKiP: Wissenswertes zum Prager Eltern-Kind-Programm

pekip
  • Das Prager Eltern-Kind-Programm, ist ein Frühförderungsprogramm für Babys. Kennzeichnend für dieses Konzept ist, dass die Kinder nackt sind.
  • Durch verschiedene Übungen und Spiele sollen die Sinne der Babys angeregt werden. Außerdem können sich Eltern mit anderen Eltern austauschen und Kontakte knüpfen.
  • PEKiP ist nicht unumstritten. Kritiker sind der Meinung, dass Babys mit diesen Reizen überflutet werden können. Hinzu kommt, dass die Familien durch den permanenten Vergleich automatisch in einen Wettbewerb treten.

Eltern-Kind-Kurse sind heutzutage beliebter denn je. Mittlerweile gibt es eine riesige Auswahl an Programmen, zwischen denen sich Mütter und Väter entscheiden können. Ziel ist es zumeist, die Entwicklung der Kinder zu fördern und soziale Kontakte herzustellen. Aber was ist eigentlich PEKiP? Wie läuft ein solcher Kurs ab? Und ab wann kann ein Baby daran teilnehmen?

In unserem Ratgeber erklären wir Ihnen zunächst die Bedeutung von PEKiP. Wir erklären Ihnen das Konzept und stellen Ihnen einige beispielhafte Übungen vor. Zudem bekommen Sie Informationen darüber, wie ein Kurs abläuft und wie lange er dauert. Zuletzt klären wir häufig gestellte Fragen zum Thema PEKiP.

1. Durch das Programm sollen Kinder in Ihrer Entwicklung begleitet werden

nacktes, lachendes Baby auf dem Bauch

In den PEKiP-Kursen sind die Babys in der Regel nackt.

Frühförderung ist in der heutigen Zeit in aller Munde. Möglichst früh sollen Babys in ihrer natürlichen Entwicklung gefördert werden. Darum geht es auch bei PEKiP, dem Prager Eltern-Kind-Programm.

Erfunden hat das Konzept der aus Prag stammenden Psychologen Jaroslav Koch. Und das bereits in den 60er Jahren. In den 70er-Jahren entwickelten die Psychologin Christina Ruppelt und der Sozialwissenschaftler Hans Ruppelt die Ideen weiter, sodass das heute geläufige Prager Eltern-Kind-Programm entstand.

Das Prager Eltern-Kind-Programm soll Babys spielerisch fördern und deren Entwicklung begleiten. Durch Spiel- und Bewegungsanregungen soll es Kindern ermöglicht werden, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten. Die Spiele und Übungen sind grundsätzlich an das Alter der Kinder angepasst. Gleichzeitig soll die Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind gefördert und gestärkt werden.

DELFI

DELFI ist ein neueres, PEKip sehr ähnelndes, Konzept, welches sich mit der Entwicklungsbegleitung von Babys beschäftigt. In den Kursen lernen Eltern, ihre Kinder zu beobachten und die Entwicklung der Fähigkeiten zu unterstützen. Auch hier steht die Eltern-Kind-Bindung im Fokus.

Hinzu kommt, dass Eltern die Möglichkeit bekommen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. So lernen sie neue Menschen kennen und ermöglichen ihren Kindern den Kontakt zu Gleichaltrigen.

Die Babys sind während des gesamten Kurses nackt, dies ist Teil des Konzepts. Wissenschaftler sind sich einig darüber, dass sich ein Baby wesentlich freier und selbstständiger bewegen kann, wenn die Kleidung abgelegt wird.

Viele Eltern fragen sich, ab wann ihr Kind an einem solchen Kurs überhaupt teilnehmen kann. Die PEKiP-Kurse richten sich bereits an vier bis sechs Wochen alte Babys. Daher sollten Sie sich bereits vor der Geburt über Kurse in Ihrer Nähe informieren. Ziel des Programms ist es, das Baby während des gesamten ersten Lebensjahres zu begleiten.

2. Die Kurse bestehen aus Singen, Tanzen und Erkunden

Elternteil massiert sein Baby

Eine Babymassage stärkt die Eltern-Kind-Beziehung.

Der Kurs findet in warmen Räumen statt, sodass keine Gefahr besteht, dass die Babys auskühlen. Der gesamte Raum wird mit Matten ausgelegt, sodass sich die Kinder frei bewegen können.

Das Treffen findet einmal pro Woche statt und dauert in der Regel 90 Minuten. Laut Vorgaben sollen nicht mehr als acht Säuglinge an dem Kurs teilnehmen. In den folgenden 1 ½ Stunden wird gesungen, gespielt, geschmust und gestreichelt. Aber auch die Förderung sollte nicht zu kurz kommen. Dadurch, dass sich die Kinder stets in Bauchlage befinden, werden beispielsweise die Nackenmuskeln trainiert.

Als Spielmaterialien kommen Luftballons, Planschbecken mit Wasser oder Bauklötze in Frage. Auch haushaltsübliche Materialien wie Dosen oder Papierschnipsel sind sehr beliebt. Ziel ist es, dass die Kinder dazu motiviert werden, die Gegend und die Materialien mit allen Sinnen zu erforschen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Spiele und Übungen vor, die Sie auch Zuhause nachmachen können:

  • Lieder: Zu Beginn und am Ende jeder Kurseinheit findet eine Begrüßung und Verabschiedung aller teilnehmenden Kinder statt. Zu diesem Anlass sind vor allem Lieder geeignet, bei denen die Kinder einzelne Teile Ihres Körpers kennenlernen.
  • Gegenstände fixieren: Bei dieser Übung geht es vor allem darum, dass Ihr Kind lernt, Dinge mit den Augen zu fixieren. Sie können dazu ein Spielzeug oder einen haushaltsüblichen Gegenstand benutzen. Dieses legen Sie vor Ihr Baby auf den Boden. Je nach Alter können Sie den Gegenstand auch ein wenig in verschiedene Richtungen bewegen. Die Augen des Kindes sollten dabei stets folgen.
  • Fühlen lernen: Beliebt sind außerdem Übungen, bei denen Sie Ihr Baby am ganzen Körper berühren. Zum Einsatz können nicht nur die Hände, sondern auch Tücher, Federn oder Pinsel kommen. Auch Babymassagen sind in diesem Zusammenhang sehr beliebt.

Weitere Frühförderungsmöglichkeiten für Babys und Kleinkinder finden Sie in diesem Video:

3. Eine wissenschaftliche Wirkung wurde bislang noch nicht erforscht

schreiendes Baby

Immer mehr Babys kommen in die Schreiambulanzen. Dies liegt häufig an der Reizüberflutung durch zahlreiche Frühförderkurse.

Erfahrungen zufolge ist das Prager Eltern-Kind-Programm vor allem dann sinnvoll, wenn die Kinder in ihrem normalen Umfeld relativ wenig Kontakte zu Gleichaltrigen haben. Auch wenn es das Programm mittlerweile schon seit über 50 Jahren gibt, ist es gefragter denn je.

Ob die Entwicklung der Kinder durch das Kursprogramm tatsächlich gefördert wird, dafür gibt es aktuell noch keine wissenschaftlichen Belege. Neueren Studien zufolge ist das Gehirn eines Babys von Geburt an auf Lernen eingestellt. Durch Anregungen und spezielle Reize können Sie die Entwicklung Ihres Kindes also erheblich fördern.

Die größte Kritik an diesem Programm ist, dass Kinder durch die Teilnahme an diesen Frühfördermöglichkeiten zu vielen Reizen ausgesetzt werden. Diese These wird durch die Tatsache unterstützt, dass sich immer mehr Eltern an sogenannte Schreiambulanzen wenden. Eine weitere Kritik ist, dass Eltern Ihre Kinder im Hinblick auf deren Entwicklung vergleichen und dadurch Druck bekommen.

Damit Sie sich ein eigenes Bild machen können, haben wir im Folgenden die wichtigsten Vor- und Nachteile von PEKiP für Sie zusammengestellt.

  • Spiele und Übungen, die die verschiedenen Sinne der Kinder stimulieren
  • Reize regen zum Lernen an
  • Stärkung der Eltern-Kind-Bindung
  • Eltern lernen viel über den Umgang mit Ihrem Kind
  • Eltern können Kontakte knüpfen
  • positive Wirkung auf die Gesundheit der Kinder
  • Frühförderwahn der Eltern
  • Reizüberflutungen
  • Wettbewerb und Konkurrenzdruck zwischen den Familien

4. FAQs – Wichtige Fragen und Antworten

Wie teuer sind die PEKiP-Kurse in der Regel?

Die Kosten für PEKiP-Kurse sind nicht einheitlich geregelt. Hinzu kommt, dass die sich die Kurse, je nach Anbieter, über sehr unterschiedliche Zeitspannen erstrecken. Im Schnitt umfasst ein Kurs etwa acht bis elf Einheiten a 90 min. Dabei betragen die Kosten pro Einheit etwa 6-9 €.

Werden die Kosten für den Kurs von der Krankenkasse übernommen?

Es gibt einige gesetzliche Krankenkassen, die die Kosten für die PEKiP-Kurse übernehmen. Fragen Sie daher am besten vorab bei Ihrer Krankenkasse nach, ob eine Kostenübernahme möglich ist.

Wer bietet PEKiP-Kurse an?

PEKiP-Kurse bieten unter anderem Volkshochschulen, Krankenhäuser, Hebammenpraxen oder das Deutsche Rote Kreuz an. Die Kurse gibt es überall in Deutschland verteilt. Welche Angebote es in Ihrer Nähe gibt, können Sie ganz einfach hier herausfinden.

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