PDA-Geburt: Wissenswertes zur Periduralanästhesie

   
von Dana S. - letzte Aktualisierung:
pda-geburt
Was ist eine PDA?

Bei einer Periduralanästhesie handelt es sich um eine Betäubung der Rückenmarksnerven. Durch diese Betäubung können die Wehen- und Geburtsschmerzen abgemildert bzw. ausgeschaltet werden. Das Betäubungsmittel wird dazu über einen Katheder zu den Rückenmarksnerven geleitet.

Unter welchen Umständen kann eine PDA-Geburt sinnvoll sein?

Während eine PDA bereits standardmäßig bei einem Kaiserschnitt eingesetzt wird, kann sie auch auf Wunsch der Schwangeren bei der vaginalen Geburt hilfreich sein. Unter einer PDA können sich schwangere Frauen bei einer anstrengenden Geburt etwas ausruhen und neue Kraft schöpfen. Aber auch bei Erkrankungen oder Risikogeburten kann eine PDA zum Einsatz kommen.

Was sind die Vor- und Nachteile der Rückenmarksbetäubung?

Der größte Vorteil dieser Betäubung ist, dass die Schwangeren eine nahezu schmerzfreie Geburt erleben können. Die Anwendung einer PDA kann jedoch auch zu Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen führen. In sehr seltenen Fällen kann es durch Verletzungen des Rückenmarks zu einer Querschnittslähmung kommen.

Viel schwangere Frauen haben Angst vor der Geburt und den damit einhergehenden Schmerzen. Sie befürchten, dass sie nicht stark genug sind, um die Schmerzen auszuhalten und ihr Baby auf die Welt zu bringen. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Schwangere für eine PDA-Geburt.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was eine Periduralanästhesie (PDA) ist und in welchen Fällen sie durchaus sinnvoll und notwendig sein kann. Zudem informieren wir Sie über die Vor- und Nachteile, die diese Art der Geburtshilfe mit sich bringt.


1. Bei einer PDA-Geburt werden die Rückenmarksnerven betäubt

anaesthesist setzt einer schwangeren frau eine pda

Die Haut um die Einstichstelle wird betäubt, da der Einstich sonst schmerzt.

Bereits während der Schwangerschaft sollten Frauen sich Gedanken darüber machen, auf welche Art und Weise sie ihr Kind zur Welt bringen möchten. Soll das Kind in einer Klinik oder einem Geburtshaus zur Welt kommen? Sollen Geburtshilfen zum Einsatz kommen oder nicht?

Um diese Fragen zu klären, sollten Sie vorab ausführliche Gespräche mit Ihrer begleitenden Hebamme und/oder mit einem entsprechenden Arzt führen. Denn jede Frau hat individuelle Vorstellung, wie ihre Entbindung ablaufen soll.

Wenn es um eine schmerzfreie Geburt geht, kommt der PDA eine sehr große Bedeutung zu. Aber was ist das eigentlich? Und wie wird eine PDA durchgeführt?

Eine Periduralanästhesie (PDA) ist ein Betäubungsverfahren, welches dazu eingesetzt wird, die Schmerzen während der Wehen und der Geburt zu lindern. Dazu wird ein spezielles Medikament in die rückenmarksnahe Region gespritzt. Auf diese Weise wird die Signalweiterleitung der Nerven unterbrochen, sodass Frauen unterhalb der Einstichstelle keine Schmerzen mehr empfinden.

Die PDA ist, laut Statistik, die beliebteste und am häufigsten angewendete Methode, um eine nahezu schmerzfreie Geburt zu erleben. Laut einer Umfrage der Zeitschrift ELTERN nahmen 30% der Befragten eine PDA in Anspruch.

Die Erfahrungen, die Patientinnen mit einer PDA-Geburt gemacht haben, fallen sehr unterschiedlich aus. Während einige Frauen sehr positiv darüber berichten, würden wiederum andere Frauen bei der nächsten Geburt lieber auf diese Betäubung verzichten.

Die Wirkung der PDA tritt nach etwa 15 Minuten ein. Die Dauer der anschließenden Betäubung beträgt circa zwei bis drei Stunden. Die Wirksamkeit kann jedoch häufig individuell verlängert werden.

2. Der Einsatz einer PDA kann während der Eröffnungs- oder Austreibungsphase sinnvoll sein

mann haelt die hand seiner fraue bei einer anstrengenden geburt

Gerät die Geburt durch Verkrampfung ins Stocken, kann eine PDA helfen, die Muskeln zu lockern.

Bei einem Kaiserschnitt ist die PDA heutzutage das Mittel der Wahl geworden. Aber auch bei der vaginalen Geburt kann die Betäubung große Erleichterung verschaffen. Dauert die Geburt sehr lange oder sind die Schmerzen unerträglich, können sich Frauen unter einer PDA ein wenig erholen und neue Kraft schöpfen.

Nimmt die Häufigkeit der Wehen ab, sodass die Geburt ins Stocken gerät, kann die Betäubung außerdem dazu beitragen, dass sich die Muskeln entkrampfen und der Muttermund wieder lockerer wird.

Ab wann eine PDA sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden. Grundsätzlich kann sie sowohl in der Eröffnungsphase als auch in der Austreibungsphase verabreicht werden. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass der Muttermund bereits einige Zentimeter geöffnet ist.

Es gibt jedoch auch medizinische Gründe, die die Anwendung der PDA notwendig machen.
Zu diesen zählen:

  • Risikogeburten
  • Erkrankungen der Mutter
  • Fehllagen des Kindes im Geburtskanal
  • voraussichtliche Operationen während der Geburt
  • Zwillingsgeburt
  • besonders großes Baby
  • Präeklampsie
  • Geburtsstillstand

Die Befürchtung, dass das Setzen einer PDA die Geburt verlängert, konnte bislang wissenschaftlich nicht bestätigt werden. In einer US-amerikanischen Studie haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es im Hinblick auf den Abschluss der vaginalen Geburt keine signifikanten Unterschiede zur Placebogruppe gab.

Die Kosten für eine PDA werden in der Regel nur von der Krankenkasse übernommen, wenn diese medizinisch notwendig ist.

3. Die PDA-Geburt – das sind die wichtigsten Vor- und Nachteile

schwangere frau wird ueber infusionen mit medikamenten versorgt

Ein Blutdruckabfall kann schnell durch die Injektion von Medikamenten geregelt werden.

Die Bedeutung der PDA hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele Frauen haben sehr positive Erfahrungen mit der Methode der Geburtshilfe gemacht. Da die Angst vor Schmerzen oftmals sehr groß ist, entscheiden sich viele Frauen schon während der Schwangerschaft gegen eine natürliche Geburt und für eine PDA-Geburt.

Ein großer Vorteil der PDA ist, dass die Geburt in vielen Fällen nahezu schmerzfrei ist. Da die Schwangeren von der Taille abwärts betäubt sind, nehmen sie die Kontraktionen nicht mehr als unerträgliche Schmerzen wahr. So können sie zwar weiterpressen, sind jedoch wesentlich entspannter und schmerzfreier.

Es können jedoch auch Nebenwirkungen auftreten. Zu diesen zählen vor allem Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Zudem kann es zu einem starken Blutdruckabfall kommen, der eine entsprechende Infusion notwendig macht. Einige Frauen berichten außerdem davon, dass sie eine Zeitlang Probleme beim Wasserlassen haben.

Zu den größten Risiken einer PDA zählen Verletzung im Bereich des Rückenmarks. Wird eine Vene verletzt, kann dies zu einem Bluterguss führen, bei welchem im schlimmsten Fall per Not-Operation Blut abgesaugt werden muss. Kommt es zu einer Verletzung des Rückenmarks, besteht außerdem das Risiko einer Querschnittslähmung.

Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf. Eine PDA ist im Zweifel nur für die Mutter und nicht für das Baby mit Risiken verbunden.

Weitere Hebammen-Tipps zu den Vor- und Nachteilen einer PDA bekommen Sie hier:

4. In einigen Fällen ist eine PDA nicht möglich

PDA bei Steißbein-Tattoos

In den 1990er-Jahren war ein sogenanntes „Arschgeweih“ eines der beliebtesten Tätowierungen. Dies kann bei der Geburt jedoch zu einem Problem werden, da sich einige Ärzte weigern, bei einem entsprechenden Tattoo eine PDA zu setzen. Grund dafür ist, dass die Gefahr besteht, dass Farbpigmente in den Körper gelangen.

Auch wenn sich viele Frauen wünschen, schmerzfrei durch eine Geburt zu kommen, kann dieser Wunsch nicht immer realisiert werden. Dass eine PDA nicht möglich ist, kann zum einen daran liegen, dass der Geburtsvorgang bereits zu weit fortgeschritten ist.

Es gibt jedoch auch medizinische Gründe, die eine PDA undurchführbar machen. Zu diesen zählen:

  • sehr niedriger Blutdruck
  • Gerinnungsstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Anomalien der Wirbelsäule
  • Infektionen im Bereich des Punktionsstelle
  • Allergien auf Inhaltsstoffe

Wer auf diese Art der Betäubung verzichten möchte, kann auch auf natürliche Methoden zurückgreifen, die die Schmerzen lindern können. Dazu zählen beispielsweise spezielle Atemtechniken, das Hypnobirthing sowie Akupunktur.

Um individuelle Risiken abzuwägen, sollten Sie vor der Geburt ein ausführliches Gespräch mit Ihrer Hebamme und dem behandelnden Arzt führen. Auf diese Weise können Sie gemeinsam herausfinden, welche Möglichkeiten zur Geburtshilfe für Sie in Frage kommen.

5. Weiterführende Literatur zur Geburtsvorbereitung

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