Probleme einer Patchworkfamilie: Tipps für ein harmonisches Miteinander

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  • Die Familienformen sind heutzutage sehr vielfältig. Im Bereich der Patchworkfamilien gibt es einfache, zusammengesetzte, und komplexe Stieffamilien.
  • Durch die neue Situation können viele Familienprobleme entstehen, die das Alltagsleben beeinträchtigen. Häufige Auslöser sind die Problemfelder Akzeptanz, Konkurrenz, und Eifersucht.
  • Um Konflikte zu vermeiden, müssen Absprachen getroffen und Kompromisse eingegangen werden. Geben Sie Ihrer Familie die Zeit, die notwendig ist.

Obwohl Kernfamilien auch heute noch mit Abstand den größten Teil der Familienformen in Deutschland ausmachen, steigt die Zahl der Patchworkfamilien immer weiter an. Aber was bedeutet eigentlich Patchworkfamilie? Mit welchen Herausforderungen haben die Familienmitglieder zu kämpfen?

In unserem Ratgeber möchten wir Sie rund um das Thema Patchworkfamilie aufklären. Dazu veranschaulichen wir Ihnen zunächst die unterschiedlichen Kombinationen. Daraufhin erörtern wir, welche Probleme besonders häufig auftreten und wie Konflikte im Vorfeld vermieden werden können.

1. Patchworkfamilie sind bunt zusammengewürfelt

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Eine Patchworkfamilie kann sich aus verschiedenen Konstellationen ergeben.

In Deutschland wird mittlerweile beinahe jede dritte Ehe geschieden. Sind Kinder in dieser Partnerschaft entstanden, entwickelt sich nach der Trennung zwangsläufig eine neue Familienform. Während einige Elternteile daraufhin alleinerziehend sind, suchen sich wiederum andere einen neuen Partner, sodass einer Stieffamilie entsteht.

Der Begriff Patchworkfamilie, oder auch Stieffamilie, ist durch die Veränderungen der Lebensformen im 20. Jahrhundert entstanden. Laut Erhebungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) liegt der Anteil der Patchworkfamilien in Deutschland bei etwa 7 bis 13 %. Damit ist die Patchworkfamilie die dritthäufigste Familienform.

Während in einer sogenannten Kernfamilie ausschließlich die leiblichen Eltern mit ihren Kindern zusammen leben, findet in einer Patchworkfamilie eine Zusammensetzung aus mindestens zwei verschiedenen Familien statt.

In Bezug auf das Zusammenleben können verschiedene Formen unterschieden werden:

  • Stiefmutterfamilien: In dieser Konstellation lebt der biologische Vater mit dem biologischen Kind und einer neuen Partnerin zusammen. Die leibliche Mutter wohnt hingegen in einem anderen Haushalt.
  • Stiefvaterfamilien: Bei dieser Form ist es genau umgekehrt. Hier lebt die biologische Mutter mit ihrem biologischen Kind und einem neuen Partner zusammen.
  • Zusammengesetzte Stieffamilien: In diesem Fall bringen sowohl der Vater als auch die Mutter jeweils mindestens ein biologisches Kind mit in die Familie.
  • Komplexe Stieffamilien: Hierbei liegt die gleiche Zusammensetzung wie in den zusammengesetzten Stieffamilien vor. Hinzu kommt jedoch ein biologisches Kind, welches in dieser neuen Konstellation gezeugt worden ist.

2. Kinder müssen sich an die neue Situation gewöhnen

probleme lösen

Befinden sich die Kinder in der Pubertät, wird die Situation zumeist noch schwieriger.

Das Zusammenleben in einer Patchworkfamilie kann in einigen Fällen sehr harmonisch ablaufen. Durch die neue Situation mit Kindern und neuen Partnern gibt es jedoch häufig Probleme, die in einer Kernfamilie nicht auftreten.

Das häufigste Problem ist, dass die Kinder den neuen Partner bzw. die neue Partnerin ihres leiblichen Elternteils nicht akzeptieren möchten. Sie empfinden diese Personen als Eindringling, welcher das vorherige Zusammenleben durcheinanderbringt. Die Aufmerksamkeit, die zuvor nur das Kind bekommen hat, muss nun geteilt werden.

Kindern fällt es häufig sehr schwer, sich an die neue Partnerschaft ihrer Mutter oder ihres Vaters zu gewöhnen. Sie wünschen sich die alte Familienkonstellation zurück, da sie sich dort in der Regel geborgen und geliebt gefühlt haben. Ein Stiefvater bzw. eine Stiefmutter wird hingegen zunächst nicht als Bezugsperson angesehen.

Ein weiteres Problem ist außerdem der Umgang der leiblichen Eltern miteinander. Dieses Verhältnis ist zumeist von Eifersucht und Konkurrenzverhalten geprägt. Der Ex-Partner kann mitunter nicht akzeptieren, dass nun ein anderer Mann bzw. eine andere Frau das eigene Kind erzieht.

Adoption eines Stiefkindes

Ist ein leiblicher Elternteil verstorben oder besteht kein Kontakt mehr, ist es möglich, eine Stiefkindadoption durchzuführen. Durch diese erhält der Stiefvater bzw. die Stiefmutter die gleichen Rechte und Pflichten wie das leibliche Elternteil.

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Gerade während der Pubertät fällt es Stiefkindern besonders schwer, sich auf die neue Situation einzulassen. Da eine Erziehung in diesem Alter meist von vielen Konflikten geprägt ist, macht es ein solcher Umstand natürlich noch komplizierter. Die Stiefkinder möchten sich nichts von der neuen Stiefmutter /dem neuen Stiefvater sagen lassen, wodurch sich die Situation immer weiter verschärft.

Beziehungsprobleme und Familienprobleme können jedoch auch durch finanzielle Probleme entstehen. Da das Vermögen bei der Trennung in den meisten Fällen aufgeteilt wird, bleibt zumeist sehr wenig Geld übrig, um das neue Leben zu bewältigen. Insbesondere bereitet das fehlende Geld häufig Schwierigkeiten im Hinblick auf die eingeschränkte Freizeitplanung.

Zusammengefasst treten folgende Familienprobleme in Patchworkfamilien besonders häufig auf:

  • Akzeptanz des neuen Partners bzw. der neuen Partnerin
  • Beziehungsprobleme zwischen den einzelnen Familienmitgliedern
  • Eifersucht und Konkurrenz der Ex-Partner gegenüber den neuen Partnern
  • Erziehungsprobleme aufgrund der neuen Familiensituation
  • Finanzielle Probleme

Bedenken Sie, dass es für Kinder nicht immer einfach ist, zwei Familien anzugehören. Sie benötigen daher Zeit und Ruhe, um mit der neuen Familiensituation zurechtzukommen.

3. Mit einer Patchworkfamilie das Sozialverhalten verbessern

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Kinder aus Patchworkfamilien sind statistisch gesehen anpassungsfähiger und weisen ein höheres Sozialverhalten auf.

In unserem Ratgeber möchten wir Sie jedoch auch unbedingt darauf hinweisen, dass eine Patchworkfamilie nicht nur Probleme aufweist, sondern auch viele Vorteile bieten kann.

Der größte Vorteil dieser Familienform ist es, dass die Kinder viele verschiedene Bezugspersonen haben, auf die sie zurückgreifen können. Gibt es beispielsweise ein Konflikt mit dem leiblichen Elternteil, mit dem sie zusammenleben, können Sie sich sowohl an den anderen leiblichen Elternteil als auch den Stiefvater bzw. die Stiefmutter wenden.

Bringt der neue Partner zusätzlich weitere Kinder mit in die Familie, können die einzelnen Kinder von weiteren Bezugspersonen profitieren. Sie gewinnen dadurch Geschwister, mit denen sie Zeit verbringen und denen sie sich anvertrauen können.

Laut verschiedener Untersuchungen weisen Kinder aus Patchworkfamilien außerdem eine höhere Sozialkompetenz auf. Zum einen entwickeln sie die Fähigkeit, mit anderen, fremden Familienmitgliedern umzugehen und sich an diese neue Situation anzupassen. Zum anderen lernen sie, andere zu tolerieren bzw. zu akzeptieren.

Grundsätzlich haben Kinder aus Patchworkfamilien auch weniger mit der Angst vor Veränderungen zu kämpfen. Sie haben das Vertrauen, dass diese Veränderung nicht nur zu ihrem Nachteil ist, sondern auch mit positiven Aspekten verbunden sein kann.

4. Tipps, um Konflikte und Streitereien zu vermeiden

Regeln aufstellen

Klare Regeln sorgen für ein harmonisches Miteinander.

Um Familienprobleme zu vermeiden, gibt es ein paar Tipps und Tricks, die wir Ihnen im Folgenden gerne mit auf den Weg geben möchten.

  • Die Beziehung zum neuen Partner und zu neuen Geschwistern benötigt Zeit. Experten sind der Meinung, dass es 5 bis 7 Jahre dauern kann, bis eine Patchworkfamilie zusammenwächst. Drängen oder zwingen Sie Ihr Kind daher nicht.
  • Stellen Sie klare Regeln im Umgang mit den leiblichen Kindern und den Stiefkindern auf. So können Sie vermeiden, dass Grenzen überschritten werden.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es für Sie kein Problem ist, wenn es einen regelmäßigen Kontakt zum leiblichen Vater / zur leiblichen Mutter hat. Zeigen Sie Verständnis und Kompromissbereitschaft. Es macht keinen Sinn bzw. schadet es Ihrem Kind sogar, wenn Sie den anderen biologischen Elternteil in ein schlechtes Licht rücken.
  • Regeln Sie mit Ihrem Ex-Partner, welches Umgangsrecht für das Kind am besten ist. Klären Sie außerdem, inwiefern es ein Mitspracherecht des neuen Partners gibt.
  • Lassen Sie die Kinder unter sich regeln, wie sie mit der neuen Familiensituation umgehen möchten. Mischen Sie sich ein, gibt es mitunter unnötige Streitereien.
  • Respektieren Sie die Wünsche der einzelnen Familienmitglieder und beziehen Sie diese in die Planungen und Regelungen mit ein.
  • Reden Sie offen über Schwierigkeiten und Konflikte. Setzen Sie sich an einen Tisch, um diese im Interesse aller Beteiligter zu lösen.

Lassen sich die Probleme nicht lösen, können Sie selbstverständlich auch eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Zuständig sind beispielsweise Familienberatungsstellen der Caritas. Einrichtungen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

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