Hormonfreie Verhütung mit NFP: Methoden, Sicherheit & Tipps

Temperaturkurve
Was ist NFP?

Die natürliche Familienplanung (NFP) ist eine Methode, mit der Paare verhüten oder aber sich ihren Kinderwunsch erfüllen können. Grundsätzlich geht es darum, die fruchtbare Phase zu ermitteln, indem Körperveränderungen ermittelt und dokumentiert werden.

Welche Methoden werden miteinander vereint?

Bei der natürlichen Familienplanung müssen Frauen regelmäßig ihre Temperatur messen, ihren Zervixschleim beobachten und den Muttermund abtasten.

Für wen ist die NFP-Verhütung geeignet?

Die NFP-Verhütung ist vor allem für diejenigen Frauen geeignet, die gänzlich auf die Einnahme von Hormonen verzichten möchten. Allerdings sind für diese Verhütungsmethode viel Disziplin und Zeitaufwand notwendig.

Jede Frau, die sexuell aktiv ist, muss sich Gedanken darüber machen, auf welche Weise eine ungewollte Schwangerschaft vermieden werden kann. Auf dem Markt gibt es mittlerweile zahlreiche Verhütungsmittel, die verhindern, dass eine Frau schwanger wird. Während in vielen Präparaten Hormone enthalten sind, ist die NFP-Verhütung hormonfrei.

Aber was ist das? Wie funktioniert es? Und für wen ist die Methode geeignet?

In diesem Artikel bekommen Sie eine Erklärung, was die NFP-Verhütung ist, welche Methoden angewendet werden und mit welchen Vor- und Nachteilen sie verbunden ist.

1. Die NFP kann als hormonfreie Verhütung genutzt werden

Sich mit dem eigenen Körper vertraut machen

Die natürliche Familienplanung funktioniert nur, wenn Sie Berührungsängste mit dem eigenen Körper ablegen. Wichtig ist es, dass Sie sich intensiv mit Ihrem eigenen Körper beschäftigen und keine Hemmungen bezüglich Körperflüssigkeiten haben.

Pille, Kondome, Hormonspirale oder Drei-Monatsspritzen – auf dem Markt werden mittlerweile so viele verschiedene Verhütungsmethoden angeboten, dass viele Frauen bereits den Überblick verloren haben.

In den meisten Fällen ist es notwendig, Hormone einzunehmen, um das Schwangerschaftsrisiko möglichst gering zu halten. Dies bedeutet jedoch auch, dass es bei der Einnahme zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann. Hinzu kommt, dass die meisten von diesen Mitteln mit hohen Kosten verbunden sind.

Die NFP (Natürliche Familienplanung) ist eine hormonfreie Verhütung, die Frauen anwenden können, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Auf der anderen Seite ist die Methode auch bei einem Kinderwunsch geeignet.

2. Die Methoden der natürlichen Familienplanung

Viele Menschen denken bei der NFP-Verhütung nur an die Temperaturmethode. Dabei besteht die Verhütungsmethode aus verschiedenen Methoden, die lediglich zusammengenommen eine sehr gute Sicherheit bieten können. Daher sollten Sie sie nicht nur einzeln durchführen, sondern stets kombinieren. Hier können Sie sich ein Zyklusblatt herunterladen, in welches Sie alle Ergebnisse eintragen können.

Bei den Methoden geht es darum, ein Gefühl für den eigenen Körper und den individuellen Zyklus zu entwickeln. So werden die fruchtbaren Tage auf natürliche Weise ermittelt. Im Folgenden möchten wir Ihnen die einzelnen Aspekte der natürlichen Familienplanung gerne genauer vorstellen.

Nur wenn Sie sich an die Anleitung und an die Regeln halten, kann das Risiko, schwanger zu werden, so gering wie möglich gehalten werden.

2.1. Die Temperatur messen

frau mit kalender in der hand misst ihre koerpertemperatur

Messen Sie Ihre Körpertemperatur am besten jeden Morgen vor dem Aufstehen.

Diese Methode ist den meisten Frauen bereits geläufig. Bei der sogenannten Temperaturmethode geht es darum, jeden Morgen die eigene Körpertemperatur mit einem entsprechenden Thermometer zu messen. Exakte Messwerte erhalten Sie über die Messung im After oder in der Vagina.

Diese Temperatur muss daraufhin dokumentiert werden. Am besten eignet sich dafür eine Zyklustabelle. Wer es digitaler haben möchte, kann auch eine App benutzen. Werden die Messwerte nun täglich über den gesamten Zyklus eingetragen, ergibt sich daraus eine Kurve.

An dem Tag, an dem der tiefste Wert ermittelt wurde, hat der Eisprung stattgefunden. In den folgenden Tagen steigt die Temperatur um 0,2 bis 0,5 Grad an. Ab dem dritten Tag, an dem die Temperatur erhöht ist, ist eine Frau unfruchtbar. Dies hält bis zum Beginn der nächsten Periode an.

2.2. Den Zervixschleim überprüfen

frau traegt ergebnisse in ihr handy ein

Es gibt verschiedene Apps, mit denen sie ihre Messergebnisse anschaulich darstellen können.

Lediglich die Temperatur zu messen, ist jedoch nicht die sicherste Art zu verhüten. Daher macht es Sinn, zusätzlich den Zervixschleim zu beobachten. Diese Methode wird auch als Billingsmethode bezeichnet.

Der Zervixschleim verändert sich über den ganzen Zyklus hinweg. Er reicht von durchsichtig und spinnbar bis hin zu gelblich und fest. Aus diesem Grund ist es wichtig, sowohl die Farbe als auch die Konsistenz zu dokumentieren.

Um genaue Ergebnisse erzielen zu können, müssen Sie den Zervixschleim direkt am Gebärmutterhals abnehmen. Entnehmen Sie den Schleim und verreiben Sie ihn zwischen Daumen und Zeigefinger. Ziehen Sie die Finger daraufhin vorsichtig auseinander.

In der unfruchtbaren Zeit ist der Schleim eher gelb und dickflüssig. Um den Eisprung herum ist der Zervixschleim flüssiger, klarer und vor allem spinnbar. Das bedeutet, dass Sie nun besonders fruchtbar sind.

2.3. Den Gebärmutterhals abtasten

Zusätzlich zur Temperaturmessung und zur Schleimüberprüfung können Sie auch regelmäßig Ihren Muttermund abtasten, um festzustellen, in welcher Phase Sie sich befinden.

Der Muttermund ist der untere Teil der Gebärmutter. Er besteht aus einem inneren und einem äußeren Muttermund. Da der Muttermund auch als Pförtner für die Gebärmutter tätig ist, können Sie dort wichtige Zyklusinformationen ablesen.

Den Muttermund können Sie mit zwei Finger ertasten. Er befindet sich dort, wo die Scheide endet. Direkt nach der Periode ist der Muttermund besonders gut zu ertasten, da er weit in die Scheide hineinreicht.

Der Muttermund verändert sich in Bezug auf die Lage, die Öffnung und die Festigkeit. In der unfruchtbaren Phase ist der Muttermund hart und geschlossen. Er fühlt sich dabei wie die Nasenspitze an. Kommen die fruchtbaren Tage näher, wird er weicher und öffnet sich immer mehr. Zu vergleichen ist die Festigkeit mit einem Ohrläppchen.

3. Die NFP-Verhütung – Vor- und Nachteile der Methoden

waage mit pro und contra

Bevor Sie sich für diese Verhütungsmethode entscheiden, sollten Sie die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Ganz ohne Hormone sicher verhüten zu können, hört sich für viele Frauen unrealistisch an. Die Methode kann jedoch sehr zuverlässig sein. Richtig angewendet hat sie einen Pearl-Index von 0,6. Das bedeutet, dass von 100 Frauen nur 0,6 trotz Anwendung der Methode schwanger werden. Damit ist die natürliche Familienplanung vergleichbar mit der Pille.

Dadurch, dass sie hormonfrei ist, ist sie auch völlig frei von Nebenwirkungen. Sie bietet außerdem den Vorteil, dass Frauen auf diese Weise ihren Körper besser kennenlernen und dementsprechend ein entspanntes Verhältnis aufbauen können.

Viele Frauen benötigen jedoch erst einmal Zeit und auch etwas Erfahrung, um sich an diese Methode zu gewöhnen. Es erfordert außerdem viel Disziplin, jeden Tag entsprechende Körperveränderungen zu messen und zu dokumentieren. Aber auch der Partner muss bereit sein, sich nach dem Körper der Frau zu richten.

Haben Frauen einen sehr unregelmäßigen Zyklus, ist diese Methode außerdem nicht zu empfehlen. Der Zeitraum, der in Bezug auf die Fruchtbarkeit unsicher ist, ist dabei so lang, dass entweder sehr lange auf Sex verzichtet werden muss oder stets weitere Verhütungsmittel zum Einsatz kommen müssen.

Hinzu kommt, dass die Körpersymptome sehr anfällig für Stress und einen unregelmäßigen Tagesablauf sind. Auch Medikamente oder Krankheiten können Störfaktoren darstellen.

Im Folgenden bekommen Sie nochmal eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Vor- und Nachteile der NFP-Verhütung:

  • kommt ohne Hormone aus
  • keine Nebenwirkungen
  • nahezu kostenfrei (Ausnahme: Anschaffung eines Thermometers)
  • bessere Selbstwahrnehmung und ein intensiveres Körpergefühl
  • Methode eignet sich auch, um schwanger zu werden
  • viel Selbstdisziplin und Zeit notwendig
  • nur bei Einhaltung der Regeln zuverlässig
  • Bereitschaft des Partners erforderlich
  • bei unregelmäßigem Zyklus ungeeignet
  • sehr störanfällig

4. Weiterführende Literatur zum Thema

Natürlich und sicher - Das Praxisbuch: Familienplanung mit Sensiplan
  • 128 Seiten - 25.04.2018 (Veröffentlichungsdatum) - TRIAS (Herausgeber)
Natürlich verhüten: Sicher, pillenfrei, gefühlsecht (GU Ratgeber Gesundheit)
  • 128 Seiten - 05.02.2019 (Veröffentlichungsdatum) - GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH (Herausgeber)

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Hormonfreie Verhütung mit NFP: Methoden, Sicherheit & Tipps
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